Kaninchen-Ernährung und Zahnabrieb

zahnabriebDie Schneide- und Backenzähne beim Kaninchen wachsen lebenslang nach und müssen in der gleichen Geschwindigkeit, in der sie wachsen, auch abgeschliffen werden (Kamphues 2004).

Zur Schnelligkeit des Wachstums der Schneidezähne variieren die Angaben in unterschiedlichen Studien. In der Freien Universität Berlin ermittelte man durchschnittlich 1,47mm für den Unterkiefer und 1,59mm für die oberen Schneidezähne je Woche (Bucher 1994).

 

Futteraufnahme
Indem die beiden Schneidezähne aneinander vorbeirutschen, wird Futter abgeschnitten und mit Hilfe der Zunge vom Kaninchen aufgenommen und zwischen die Backenzähne befördert (Hörnicke 1978).

Die Backenzähne führen etwa 3,5 bis 5 seitliche Mahlbewegungen in der Sekunde durch (Schley 1985; Hörnicke 1978). Es wird immer nur auf einer Seite gekaut, nach 800 bis 1000 Kaubewegungen findet ein Seitenwechsel statt (Morimonto 1985).

Durch kontinuierliche Zungenbewegungen wandert das Fressen immer weiter hinter in Richtung Schlund und wird schließlich abgeschluckt.

 

Abrieb der Backenzähne
zahnabrieb ernährungDie Backenzähne schleifen sich beim Kauen gegenseitig ab und nicht – wie oft fälschlich angenommen – an der „harten“ Nahrung (außer die Nahrung ist härter als die Zähne).

„Je länger die Tiere mit der Futteraufnahme (Abbeißen, Kauen, Zermahlen) beschäftigt sind, um so günstiger ist dies auch für die Zahnabnutzung (Zähne nutzen sich nur aneinander, und nicht am Futter ab).“ (Kamphues 2004)

Demnach liegt es am Halter für einen optimalen Zahnabrieb zu sorgen, indem passendes Futter angeboten wird, das für viel Kauaktivität sorgt.

Viele Kaninchen reiben auch ohne Futter mittels monotoner Mahlbewegungen die Zähne aufeinander, was ebenfalls dem Zahnabrieb dient.

Hartes Brot ist übrigens ungeeignet für einen guten Zahnabrieb. Früher nahm man an, dass die Härte des Futters dem Zahnabrieb nutzt, allerdings ist allein die Kaudauer von Bedeutung, denn hartes Brot ist deutlich weicher als die Zähne. Da hartes Brot schnell satt macht, wird das Kaninchen nur sehr wenig kauen und die Zähne somit ungünstig gering abnutzen.

Um das Kaninchen zum Kauen zu animieren, ist es wichtig, dass man nur sehr gut strukturiertes Futter anbietet. Ist das Futter fein gemahlen (Pellets, Trockenfutter, Extrudate, Heupellets…), so macht der hohe Rohfasergehalt keinen Sinn, nur strukturierte, ungemahlene Rohfaser ist ernährungsphysiologisch sinnvoll (Pairet 1986).

Pellet-Futter ist bereits vermahlen und wird daher sehr wenig gekaut. Grün- und Raufutter ist hingegen strukturreich und ungemahlen und muss daher gründlich mit den Zähnen zermahlen werden.

futter zahnabriebAufnahmezeiten für 1g Trockensubstanz (Schlolaut 2003):

Heu: 4,72-12,2 Minuten
Gras: 6,84 Minuten

Heupellets/-cobs: 2,30 Minuten
Mischfutter: 1,40 Minuten

Schmackhaftes Futter wird allgemein lieber und in größeren Mengen gefressen als weniger schmackhaftes Futter. So fressen beispielsweise Kaninchen, die Klee ad libitum bekommen fast doppelt so viel Gramm Trockensubstanz am Tag, als mit Heu gefütterte Kaninchen (Schlolaut 2003).

Hat das Futter einen recht hohen Energiegehalt (Trockenfutter, Snacks, hartes Brot…), so muss das Kaninchen nur eine recht kleine Menge aufnehmen, um satt zu werden und macht verhältnismäßig wenige Kaubewegungen – dies führt zu Zahnproblemen (Hein 2007; Wolf u. Kamphues 1995).

gesunde kaninchenzähneNeben der dem reinen Aneinanderschleifen der Zähne ist noch ein weiterer Punkt wichtig für den Backenzahn-Abrieb: Das Silicat (Fritz 2007), auch Silikat, Silicium oder Kieselsäure genannt.
Biogene Silicate sind in allen Pflanzen wie z.B. Wiesenkräutern, Gräsern, Gemüse, Obst, Saaten und Rinden enthalten, außerdem nimmt das Kaninchen eine Menge Silikat durch Schmutzpartikel aus der Nahrung auf (Silikate aus Sand, Staub, Boden, Erde…).

Silicium besteht aus einer kristallinen Struktur, diese führt auf der Zahnoberfläche beim Kauen zu einem Schmirgeleffekt, vergleichbar mit Schleifpapier. Silikat ist härter als die Zähne und hat somit die Möglichkeit diese zu formen. Weitere Stoffe die in der Nahrung enthalten sind können sich nur auf den Zahnabrieb auswirken sofern sie härter als der Zahn selber sind.

Siliziumgehalt der Trockensubstanz (Roth 2007):

Heu 640mg/kg

Weidepflanzen-Schnitt 1820mg/kg

Durch die Trocknung von Wiesenpflanzen zu Heu, und der damit einhergehenden Struktur-Veränderung, geht ein großer Teil des Silikates verloren.

Einige Hersteller werben schon für ihre Produkte, indem sie auf den Silikatgehalt und dessen Wirkung auf den Zahnabrieb hinweisen (z.B. Versele-Laga Cuni Complete (Zwerg-) Kaninchenfutter).

 

Abnutzung der Schneidezähne
zahnabrieb zweige hartes brotDie weit verbreitete Meinung, dass Äste und andere Nageobjekte dem Abrieb der Schneidezähne dienen, beruht auf einem Irrtum.

„Die Abnutzung der Schneidezähne erfolgt zum größten Teil durch Abnutzung aneinander beim Nagen und Kauen und nicht, wie häufig fälschlicherweise vermutet, durch Abrieb an benagten Gegenständen. Insofern ist das Angebot von Material zum Nagen zwar nützlich, um das Nagen zu fördern, mit einem härteren Material wird aber keine deutlich stärkere Abnutzung erreicht (z. B. Nagestein).
Im Normalfall entspricht die Abnutzung der Zähne dem Wachstum. Dadurch wird die Zahnlänge in etwa gleichgehalten. Das funktioniert aber nur, wenn eine ausreichende Kautätigkeit vorhanden ist.“ (Schreyer 2009)

Eigentlich ist nicht die Härte des Futters bedeutend für die Abnutzung der Vorderzähne, sondern vielmehr die Kauaktivität. Auch die Schneidezähne reiben sich aneinander und nicht an der Nahrung ab (Wolf, Kamphues u. Soltan 1995).

Somit gilt für den Abrieb der Vorderzähne das Gleiche wie für den Backenzahnabrieb. Bei normalen Mahlbewegungen der Backenzähne werden korrekt stehende Vorderzähne mitgeschliffen.

Weiterführendes: Die Wahrheit über den Abrieb der Backen- und Schneidezähne bei Nagern und Kaninchen. Aufräumen mit den Mythen

Quellen:

Anonymus:Kaninchen: richtiges Futter für optimalen Zahnabrieb. Tierpunkt, 2007

Beuch-Ahrendt, A.: Ernährung von Kaninchen und Meerschweinchen, Degus und Chinchillas. 2005

Bucher, L.: Fütterungsbedingte Einflüsse auf Wachstum und Abrieb von Schneidezähnen bei Zwergkaninchen. Freie Universität Berlin, 1994

Ewringmann, A.: Zahnerkrankungen beim Heimtier. Anatomische und physiologische Besonderheiten

Fritz, J.: Allometrie der Kotpartikelgröße von Pflanzenfressenden Säugern, Reptilien und Vögeln, München, Ludwig-Maximilians-Universität 2007

Glöckner, B.: Untersuchungen zur Ätiologie und Behandlung von Zahn- und Kiefererkrankungen beim Heimtierkaninchen; Berlin 2002

Handl, S.: Artgerechte Haltung und Fütterung von kleinen Heimtieren. Institut für Ernährung, 2008

Hein, J.:WPF Heimtierkrankheiten: Krankheiten der Heimtiere; Fütterung. Ludwig-Maximilians-Universität München, Medizinische Kleintierklinik 2009

Hörnicke, H.: Futteraufnahme beim Kaninchen – Ablauf und Regulation. Übers. Tierernährung, 1978

Kamphues, J.: Kaninchen und Meerschweinchen: Häufige Fütterungsfehler und Hinweise zur Diätetik, 2004

Morimonto, T./Inoue, T./Nakamura, T./Kawamura, T.: Characteristics of rhythmic jaw movements of the rabbit, 1985

Pairet, M./Bouyssou, T/Auvergne, A/Candau, M./Ruckebusch, Y.: Reproduktion Nutr. Dévelop, 1986

Roth, C./Ganter, M.: Urolithiasis bei einem Lamawallach – Ein Fallbericht. Tierärztliche Hochschule Hannover, 2007

Schley, P.: Kaninchen. Ulmer. Stuttgart 1985

Schlolaut, W.: Das große Buch vom Kaninchen. 3. überarb. Auflage. DLG-Verlag GmBH, 2003

Schreyer, J.: Zahnerkrankungen bei Kaninchen und Nagern. Universität Leipzig, 2009

Wiesenmüller, W./Fakete, S.: Ernährung der Kaninchen. In: Ernährung monogastrischer Nutztiere. Gustav Fischer Verlag, Jena 1993

Wolf, P./Kampues, J.:Kritische Einschätzung kommerzieller Ergänzungspräparate

für Kaninchen,Meerschweinchen. Institut für Tierernährung, Tierärztliche Hochschule Hannover, 2003

Wolf, P/Kamphues, J./Soltan, M.: Vergleichende Untersuchungen zu Fütterungseinflüssen auf die Entwicklung der Schneidezahnlängen bei Kaninchen, Chinchillas und Ratten. 1995

Wolf, P/Kamphues, J.:Probleme der art- und bedarfsgerechten Ernährung kleiner Nager als Heimtiere. Prakt. Tierarzt, 1995

Wolf, P/Bucher, L./Kamphues, J.:Die Futter-, Energie- und Wasseraufnahme von Zwergkaninchen unter praxisüblichen Fütterungsbedingungen. 1999

13 Antworten zu “Zahnabrieb”

  1. Anna sagt:

    Hallo, meinem Kaninchen Flocky haben schon ein paar Mal die Zähne geschnitten/ gefeilt werden müssen. Das ist immer in einem Abstand von 1-1,5 Jahren gekommen. Ansonsten neigt er auch dazu immer wieder mal Verdauungsprobleme zu haben . Ich dachte immer das wäre beides , weil er sich weigert Heu zu fressen. Hatte auch verschiedene Sorten, er mochte bis jetzt keine. Stattdessen frißt er die Graneless complete pellets. Weil ich, bis ich auf diese Seite gestoßen bin, immer dachte, dass Kaninchen unbedingt Trockengrün brauchen, wenigstens in irgendeiner Form. Inzwischen frisst er die aber auch kaum noch, er bevorzugt frisches Grün. Solange es geht kriegt er immer Wiesenfutter; im Winter, Karotten, Topinanbur, sonstiges Wurzelgemüse was man so kriegt, Petersilie, Koriander, Dill, Kohlrabiblätter, Endiviensalat, ab und zu ein bisschen Leinsamen oder Sonnenblumenkerne. So weit mal allgemein.

    Hier zum besseren Verständnis meines momentanen Problems ein etwas lang geratener Bericht der letzten Tierarzt Odissee:

    Seit letztem Sommer ist mir aufgefallen, dass er öfter Matschkot bis Durchfall hat. Ist aber immer von selbst wieder weggegangen.
    Vor einem Monat hatte er dann zuerst Minibämmerl und am nächsten Morgen flüssigen Durchfall und wollte nicht mehr fressen.
    Ging zu einer Tierärztin in der Nähe, weil ich ihm den langen Transportstress in die Tierklinik ersparen wollte. Die hat gemeint, er hat eine kleine Spitze irgendwo hinten und eine extreme Stufe bei den Backenzähnen – also entweder Ober- oder – Unterseite (einen oder mehrere Zähne betreffend weiß ich nicht) ist zu kurz und die andere dafür quasi ausgleichend zu lang. (Korrigieren wollte sie nicht, weil sie meinte dazu braucht man Narkose und es ist besser seinen Allgemeinzustand zuerst zu verbessern.) Hat mich also mit der Nummer für einen Zahnspezialisten und der Auflage ihn zwangs zu füttern ( dazu bene bak) und ihn im Zimmer zu behalten (anstatt vom Balkon, wo er normalerweise wohnt) heimgeschickt. (Temperatur gemessen hat sie aber nicht)
    Hatte dann abends einen Termin bei diesem Spezialisten (bis dorthin schien er mir ganz stabil, wollte aber nicht fressen). Hat sich aber mit etwas Überredungskust zwangsfüttern lassen.
    Am Abend beim Spezialisten ging es ihm plötzlich schlecht. Er ist nur teilnamslos dagesessen und hatte nur 37,2 Grad. Sie hat ihm deshalb eine Infusion gegeben und ihm die Zahnspitze ohne Narkose abgefeilt. (Er hat es sich relativ gut gefallen lassen.) Sie meinte sie findet die Stufe nicht so extrem und das kann nicht der Grund sein wieso er nicht frisst. Sie meinte sein Zustand wäre sehr kritisch und sie bietet mir an, dass sie ihn zu sich mit nach hause nimmt und sich kümmert, aber irgendwann ginge sie dann auch schlafen.
    Das war mir zu unsicher und ich bin von dort einfach direkt mit dem Taxi in die Klinik gefahren (die ich am Anfang vermieden hatte, weil die etwas weiter weg ist). Die Tierärztin dort meinte es wäre zwar schlimm, aber nicht so schlimm. (Er hatte immer noch die gleiche Temperatur, aber wirkte eine Spur interessierter.) Am Röntgen wurde eine Aufgasung und ein etwas zu voller Magen festgestellt (nach dem morgentlichen Durchfall hatte er den ganzen Tag keinen Kot mehr abgesetzt)
    Also mit allen Medikamenten und einem Zeitplan dafür nachause (Paspertin, Novalgin, Colosan mit Coffeavet und Paraffinöl).
    Hab ihm die Nacht nur einmal ca.. 5 ml zwangsgefüttert, war ansonsten mit den Medikamenten beschäftigt. In der Früh hat er wieder ein bisschen angefangen selbst zu fressen und auch kleinen aber geformten Kot abzusetzten. Hab dann extra in der Klinik angerufen, aber die meinten trotz eindeutiger Besserung, ich solle unbedingt zur Kontrolle kommen. Also hingefahren, die Aufblähung war besser,Temperatur auf fast 38 Grad aber die diensthabende TÄ hat mir noch Dimeticon und statt Colosan Rodicare akut mitgegeben. Die Fahrt dorthin und zurück hat ihn aber so gestresst (ist nur noch seitlich im Korb gelegen und hat ganz schnell geatmet), dass er daheim wieder Durchfall bekommen hat und wieder den ganzen Tag und die darauffolgende Nacht nichts fressen wollte. Und er war so überreitzt, dass es nur mit viel Mühe möglich war ihm die Medikamente zu geben; Zwangsfüttern ging quasi fast gar nicht mehr. Alle haben mir eingebläut ich muss, sonst stirbt er sowieso und wenn ichs nicht hinkrieg muss ich ihn eben zurück in die Klinik bringen. Ich war vollkommen verzweifelt, weil ich das Gefühl hatte, wenn ich ihm die Fahrt in die Klinik nochmal antue stirbt er schon am Weg dorthin aus Stress!
    In der Nacht hat von selbst nur ein paar Mal ganz wenig gefressen (also mal ein, zwei Korianderblätter oderso). Sonst hat er immer wieder mal am Boden rumgeschnuppert und auch manchmal was mit den Zähnen aufgehoben, aber dann nicht gefressen. Ich dachte er will nicht fressen, aber es hat sich dann herausgestellt, dass ich das ganz falsch interpretiert hatte: Er hatte Schwierigkeiten es zu festzuhalten! Nachdem ich es ihm im genau passenden Winkel hingehalten und dann auch weiter festgehalten hab, hat er angefangen immer mehr zu fressen. Und auch das Kauen selbst war wohl nicht so leicht. Es hat sehr umständlich ausgeschaut und lange gedauert und viele Quitsch-Geräusche gemacht (eben so wie wenn Zähne aneinander reiben). Und was letztendlich sehr geholfen hat, war, dass ich ihn wieder auf den Balkon gelassen hab! Auch wenn er sonst die meiste Zeit nur rumgesessen ist, ist er immer wieder vor die Balkontür gegangen und hat geschaut ob nicht doch offen ist. Sobald ich ihn rausgelassen hab, war er vom Verhalten wie ausgewechselt: Er ist losgerannt wie ein Irrer, hat einen Luftsprung gemacht, am Weg gleich einpaar Blätter abgezupft und war überhaupt total interessiert an allem!
    Hab mir Sorgen gemacht, dass er wieder unterkühlt und von ca. 25 Grad (hat ja geheißen ich soll ihn schön warm halten!) auf um die Null draußen ist ja auch nicht ohne. Aber es ging ihm einfach immer besser und er hat nach ein paar Stunden auch wieder ganz selbstständig gefressen und Kot war auch halbwegs ok, also hab ich ihn draußen gelassen und alles war gut …bis vor einer Woche…

    Also, momentanes Problem:

    Letzte Woche kurz schmieriger Durchfall, war aber nach ca. 2 Stunden und 0,6 ml Rodicare akut und einem Stück Apfel wieder vorbei.
    Heute den dritten Tag immer vormittags Matschkot (wie euer Megakolonfoto) bis schmieriger Durchfall und schaut dann immer auch etwas unwohl aus. Das normalisiert sich dann immer im Laufe des Tages und er frißt auch ganz gut. Gebe ihm inzwischen nur noch Karottenkraut, Petersilie, Dill, Korianderblätter, Kohlrabiblätter, Endiviensalat, Chikoree (den roten runden mag er viel lieber als den länglichen), Aniskörner, frische Salbei- und Brombeerblätter, ein bisschen Apfel und Banane und einmal täglich rodicare akut. Heute hab ich das Bananenstück zusätzlich in Luvos Heilerde gewälzt und er hats mitgefressen. Kohlrabiblätter hab ich versucht wegzulassen, wegen eurem Hinweis zur Durchfallneigung, aber dann wieder gegeben, weil er dann einfach insgesamt viel mehr frisst und ich auch energiemäßig den Eindruck hatte, dass sie ihm recht gut tun. Ansonsten macht er jetzt auch manchmal ein leichtes Quitschgeräusch beim Kauen. Und manchmal kau-quitscht-klappert er auch ein bisschen vor sich hin wenn er nicht frisst. Aber nachdem das, das letzte Mal nach dem Zähnefeilen der Fall war und sich dann von selbst gegeben hat, versteh ich jetzt nicht was ich daraus schließen soll…?
    Will ihn auf keinen Fall unnötig zum TA bringen. Erstens ist die Chance groß, dass man da sowieso einen unfähigen erwischt, zweitens hab ich auf Grund meiner Vorerfahrungen eben wirklich große Angst, dass ich ihm mit dem Stress viel mehr schade als es dann nutzt.
    Hab bei euch gelesen, dass Kaninchen sich auf diese Weise auch selbst die Zähne ein bisschen schleifen. Ist es möglich, dass er das Problem selbst löst, wenn ich ihm lauter Sachen gebe, die für den Zahnabrib gut sind? Vielleicht sollte ich die Heilerde auf die Blätter schmieren, da kaut er länger dran als an der Banane… Was haltet ihr von Sepiaschalen? Ich weiß, Kaninchen sind vegan, aber hab in meiner Verzweiflung eine gekauft und ihm hingehalten. Er hat sofort ein kleines Stück davon abgebissen und auch gefressen und wollte mehr haben! Aber ich hab sie lieber wieder weggelegt, weil ich mir nicht sicher war ob das wirklich so gut ist. Hab eigentlich auch gedacht, dass die Dinger härter sind und er da nicht einfachso ein Stück runterbeißen kann. Oder was wäre eine vegane Alternative?
    Kann ich ihm versuchen getrochneten Schachtelhalm aus der Apotheke zu füttern?
    Übrigens er frisst nicht nur kein Heu, sondern auch kein frisches Gras, schon seit Jahren nicht . Und daran hat das Zähnekorrigieren auch nie was geändert. Trockene Blätter frisst er höchstens mal ein bisschen, wenn er am Balkon was findet (Von Topinanbur und Kren), also die natürlich braungewordenen, nicht grün getrocknet.
    Soll ich in den Baumarkt fahren und schauen ob ich Bambus kriege?
    Die Zweige, die ich ihm von draußen mitgebracht hab, interessieren ihn nicht (Buche, Weide, Rose, Esche, Kirsche, Ringlotte, Hasel, Ahorn)
    Und das mit der Zahnstufe versteh ich auch nicht. Vorher waren es immer nur Zacken, die gekürtzt werden mussten. Wie kommt sowas?? Von den harten Pellets? Kann das auch wieder vergehen? Er ist schon zwischen 8 und 9 Jahre alt (so genau weiß ich es nicht), also irgendwelche Korrekturen unter Narkose kommen wohl eher nicht in Frage, oder? Gibt es da irgendeine Zwischenlösung? Also irgendwas was ihn nur leicht Döselig macht und nicht so viel Risiko?
    Kann es überhaupt an den Zähnen liegen, wenn er dazwischen wieder ganz normalen Kot hat?

    Tut mir Leid, dass es so lang geworden ist. Ich bin echt fertig mit den Nerven und total übermüdet, weil ich ja immer schauen wollte wie’s ihm geht.

    Wäre echt dankbar für ein paar sinnvolle Hinweise!!!

    • Hallo Anna,
      also dein Kaninchen sollte erst einmal wirklich gut untersucht werden. In dem Alter werden bestehende Zahnprobleme nur noch schlimmer, vor allem wenn es dazu auch noch Pellets gibt. Oft ist es besser ein Mal zum Tierarzt zu gehen und das Kaninchen gut untersuchen zu lassen, als mehrmals zum Tierarzt zu gehen zu müssen. Es wird ja unbehandelt nicht besser. Ich empfehle wirklich zu einem guten kaninchenerfahrenen Tierarzt zu gehen. Hier findest du eine Liste http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/ist-mein-kaninchen-krank/kaninchentierarzt. Dein Kaninchen ist nicht so alt, dass Narkosen wirklich eine schlimme Gefahr wären, wenn die Gesundheit es zulässt. Das muss der Tierarzt dann jeweils im Einzelfall entscheiden.
      Nimm bei dem Tierarztbesuch eine Kotprobe von 3 Tagen mit und eventuell wird man ihn röntgen müssen.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

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