e cuniculi schiefkopfE. Cuniculi
(Enzephalitozoonose, Encephalitozoon Cuniculi, EC)

Weil die Krankheit manchmal mit einem schiefen Kopf verbunden ist, wird sie auch symptomatisch Schiefkopf-Krankheit, Sternengucker-Krankheit, „head tilt“ oder Torticollis genannt.

Alles Wichtige auf einen Blicke cuniculi flyer

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Was ist E. Cuniculi?

Hinter dem komplizierten Namen „E. Cuniculi“ steckt ein Erreger, der bei Kaninchen recht häufig zu Erkrankungen führt. Typische Symptome betreffen vor allem gut durchblutete Organe, vorwiegend das Zentrale Nervensystem (Kopfschiefhaltung, Lähmungen, Rollen, Kreislaufen, unkontrollierte Augenbewegungen, Inkontinenz), die Augen (Katarakt, Uveitis…) und die Nieren. Auch das Herz, die Verdauungsorgane, die Lunge und die Leber können betroffen sein.

Wichtig! E. Cuniculi ist eine oft unterschätzte Krankheit, die für sehr viele Krankheiten verantwortlich ist. Oft sehen Tierärzte und Halter nicht, dass diese Erkrankung die eigentliche Ursache ist und behandeln falsch. 

Wie viele Kaninchen haben den Erreger? 

Etwa 41-45% der Hauskaninchen in Deutschland (also fast jedes zweite Kaninchen) tragen den Erreger in sich. Diese Tiere sind latent infiziert, d.h. der Erreger bzw. Antikörper gegen den Erreger sind nachweisbar, die Tiere haben meistens jedoch keinerlei Symptome und sind größtenteils „gesund“. Unter gesunden Kaninchen ist die Durchseuchungsrate allerdings niedriger (35-40%, bzw. 18% in Bayern) als unter erkrankten Tieren (48-56%).
In vielen Zuchten gelang es durch gezielte Zucht-Auslese eine Durchseuchungsrate von unter 10% zu realisieren. Da E. Cuniculi bereits im Mutterleib übertragen werden kann, ist eine Testung der Elterntiere wichtig. Auch in der Versuchskaninchenzucht wurde so die Rate auf unter 10% reduziert.
Wildkaninchen sind in Deutschland nicht von E. Cuniculi betroffen.

Auslöser

Kaninchen mit einem normalen Immunsystem halten den Erreger so gut unter Kontrolle, dass er keine klinischen Symptome verursacht. Sollte jedoch eine Immunschwäche auftreten, kann sich der Erreger stark vermehren und es kommt zu Krankheitszeichen. Besonders gefährdet sind Kaninchen in Stresssituationen (Vergesellschaftungen, Verlust des Artgenossen, Unwetter, Einzelhaltung oder schlechte Haltungsbedingungen…), wenn sie andere Erkrankungen haben oder bei der Verabreichung von Cortison. Dann kann es passieren, dass kurz danach oder erst Tage später, der Erreger sich vermehrt und durch Schäden im Zentralen Nervensystem oder an den Organen, Symptome verursacht. Auch alte Kaninchen sind statistisch stärker gefährdet als junge.
Solche Situationen können einen Ausbruch begünstigen, es ist jedoch zu beachten, dass viele andere Kaninchen ähnlichen Situationen ausgesetzt sind, aber in Folge keinen akuten Ausbruch bekommen.

Übertragungswege

Hauptsächlich wird E. Cuniculi über den Urin übertragen. Infizierte Kaninchen scheiden immer wieder Sporen aus, auch wenn sie klinisch gesund sind. Auch andere Tiere sind als Überträger denkbar, z.B. Meerschweinchen.
Durch Fellpflege und verunreinigtes Futter nehmen die Kaninchen Sporen auf, die über den Darm das Kaninchen infizieren. Ebenso ist eine Ansteckung im Mutterleib über die Plazenta möglich, oder auch durch die Einatmung von infizierten Tröpfchen oder Staubpartikeln. Die Übertragung mittels Kot ist umstritten.

Ist E. Cuniculi ansteckend für die anderen Kaninchen?

schiefkopf-artgenossenDer Großteil aller Artgenossen von erkrankten Tieren trägt bereits den Erreger in sich, da er sich irgendwann angesteckt hat, deshalb gelten ungetestete Artgenossen zunächst grundsätzlich als Träger. Die Ansteckungsgefahr ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht größer als die Jahre zuvor. Eine Trennung ist deshalb sinnfrei. Zudem braucht das kranke Kaninchen unbedingt seine Sozialpartner um gesund zu werden. Eine Separierung wird deshalb keinesfalls empfohlen. Einzige Ausnahme: Das erkrankte Kaninchen wird gemobbt.
Ein neues Kaninchen zieht ein? Soll jedoch ein neues Kaninchen einziehen, so ist es sinnvoll dieses zuvor testen zu lassen und nur infizierte Kaninchen aufzunehmen. Ansonsten wird es sich recht wahrscheinlich an den anderen Tieren anstecken.

Wichtig! Leider werden immer noch viel zu viele erkrankte Kaninchen von ihren Artgenossen getrennt. Lassen sie immer mindestens einen Artgenossen beim erkrankten Kaninchen. 

 

Kann sich der Halter bei seinen Kaninchen anstecken?

E. Cuniculi ist eine Zoonose, eine Ansteckung ist somit generell denkbar. Bisher sind Erkrankungen beim Menschen äußerst selten (30 Fälle weltweit) und auch nur bei immunschwachen Menschen (HIV, Chemotherapie, Organtransplantation) bekannt. e cuniculi kaninchen schiefkopfHalter dieser Personengruppe sollten möglichst keinen Kontakt zu Kaninchen pflegen, solange eine Infektion mittels Bluttest nicht ausgeschlossen wurde. Auch klinisch gesunde Tiere sind Überträger!
Für gesunde Menschen besteht bei normal Hygiene normalerweise keine Gefahr. Allgemein sind Kaninchen mit Symptomen nicht ansteckender als andere Kaninchen ohne Symptome, d.h. Ihr jetzt gerade erkranktes Kaninchen ist genauso ansteckend wie die Jahre davor, als sie die Erkrankung noch gar nicht kannten.

Symptome: Wie erkenne ich E. Cuniculi?

E. Cuniculi ist eine komplexe Erkrankung, die sich recht vielseitig auswirken kann. Am verbreitetsten ist eine Symptomatik des Zentralen Nervensystems, der Augen und der Nieren. Es besteht immer nur eines oder wenige Symptome.
Bei einer Untersuchung durch die Tierklinik der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde festgestellt, dass von den 144 Kaninchen mit klinischen Anzeichen,
75% neurologische Symptome,
14,6% Uveitis und
3,5% Nierenversagen als Symptomatik zeigten.
Nur 6,9% der Tiere hatte mehrere Symptome kombiniert.

Wichtig! Betroffene Kaninchen haben fast immer nur eines der möglichen Symptome (z.B. sind sie einfach nur unrein oder die Hinterbeine sind gelähmt).

 

  • schiefkopf kaninchenKopfschiefhaltung
    Dieses Krankheitszeichen wird meistens als erstes mit E. Cuniculi verbunden, betrifft aber nur einen Teil der Kaninchen. Die betroffenen Kaninchen leiden unter einem zur Seite geneigten oder völlig vertreten Kopf, die Schiefstellung kann in ihrer Stärke von Stunde zu Stunde oder von Tag zu Tag erheblich schwanken. Bei manchen Kaninchen fällt auch nur gelegentlich ein schräger Kopf auf, während sie dazwischen eine normale Kopfstellung haben.
    Andere Ursachen? Eine Kopfschiefhaltung kann auch durch eine Ohrenentzündung oder allgemein Ohrenerkrankungen (starker Parasitenbefall) ausgelöst werden. Auch eine Hirnhautentzündung, Vergiftungen oder Mängel können zu einer Schrägstellung des Kopfes führen. In seltenen Fällen sind auch Verletzungen (z.B. durch Unfälle) oder Abszesse im Hals- oder Kopfbereich (z.B. Zahnabszesse), ein Schlaganfall, Listeriose, Toxoplasmose oder auch Gehirntumore die Ursache für einen gekippten Kopf. Weitere Ursachen
  • kaninchen lähmung hinterbeineLähmungserscheinungen
    Besonders häufig sind gelähmte Hinterbeine, die nachgezogen werden, allerdings sind, anders als bei einer richtigen Lähmung, die Reflexe im Fuß noch vorhanden. Auch andere Lähmungserscheinungen sind möglich, beispielsweise eine Lähmung einer Gesichtshälfte (Mundwinkel und Auge).
    Bei Lähmungserscheinungen kommen neben E. Cuniculi viele weitere Ursachen in Betracht: z.B. Arthrose/Spondylose/HD, Toxoplasmose, Knochenbrüche, Wirbelsäulenschäden, Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnschäden, Krankheit des Zentralennervensystems, Hypokaliämie oder Hyperkaliämie (Kaliummangel/zu hoher Kaliumwert), lähmung kaninchen e cuniculiHypermagnesiämie (erhöhter Magnesiumgehalt), Abszesse oder Tumore (die auf die Nerven drücken), Schilddrüsenüberfunktion, Wirbelentzündung, Herzerkrankungen, KokzidioseLungenentzündungen, Listeriose, Erkrankungen die mit Schmerzen an der Wirbelsäule oder an den Beinen einhergehen (z.B. Pododermatitis, Abszesse) und weitere Krankheiten. Deshalb ist eine sorgfältige Diagnostik und ein großes Blutbild mit Titer-Nachweis unumgänglich.
  • e cuniculi behandlung2Anfälle mit Orientierungslosigkeit
    Oftmals kann man bei betroffenen Kaninchen Phasen beobachten, bei denen sie scheinbar die Orientierung verloren haben, nicht mehr, oder verzögert auf Reize von außen reagieren, ihren Körper völlig verdrehen, so dass sie nur noch herum kullern, die Augen nervös und unkontrolliert bewegen und vor sich hin starren oder krampfen.
    Für solche Krämpfe und Anfälle kommen auch andere Krankheiten in Betracht, z.B. Kokzidiose, rassetypisches Problem bei weißen, blauäuigen Kaninchen, Herpes, RHD, Toxoplasmose, Hirnhautentzündung, Verletzungen (Unfälle), Ohrenentzündung, Herzerkrankungen, Vergiftungen, Gehirntumore/-abszesse. > Weitere Ursachen
  • kaninchen verdehtGleichgewichtsprobleme, im Kreis drehen
    Betroffene Kaninchen drehen sich teils um die eigene Längsachse (Rollen), laufen nur noch oder phasenweise im Kreis, bewegen sich an der Wand entlang oder haben Probleme, ihr Gleichgewicht zu halten, so dass sie sich insbesondere bei Stress mehr oder weniger häufig überschlagen oder nur noch herumkullern. e cuniculi dreht sichViele Kaninchen können nicht mehr springen oder Männchen machen, können nur noch liegen, verlieren völlig die Orientierung, so dass sie nicht mehr wissen wo oben und unten ist…
  • kaninchen uveitis e cuniculiAugenerkrankungen (Uveitis, Katarakt…), Augenzittern, verzögerter Pupillenreflex
    Auch die Augen sind durch E. Cuniculi auf vielfältige Weise betroffen. Werden die Kaninchen bereits im Mutterleib durch E. Cuniculi infiziert, so kann sich der Erreger in die Linsenkasel, die zu diesem Zeitpunkt noch nicht voll entwickelt ist, ansiedeln. Dies kann später zur Uveitis führen (weiße Augenschleier, auch vor der Pupille), auch rötlich-weiße Flecken im Auge sind möglich. Unbehandelt oder wenn die Behandlung schlecht anschlägt sind auch weitere Erkrankungen, z.B. ein Katarakt oder Glaukom möglich. Bei akuten Ausbrüchen kommt es oftmals zu unkontrollierten Augenzuckungen (Nystagmus) und einem verzögerten Pupillenreflex (die Pupille reagiert verzögert auf Bewegungen vor dem Auge).
  • Scannen (Kopf in Ruheposition zwanghaft hin und her bewegen)
    Es ist jedoch auch bei weißen und Siam- oder Russenkaninchen rassetypisch verbreitet.
  • Chronische Verdauungsbeschwerden, insbesondere ständig wiederkehrende Aufgasungen sind oft durch E. Cuniculi bedingt. Leider wird das nur selten tierärztlich entdeckt und die verzweifelten Halter tappen mit dem Tierarzt im Dunkeln, weil Zahnprobleme, Parasiten usw. ausgeschlossen wurden und sich nichts finden lässt.
  • Inkontinenz
    Während der akuten Ausbrüche kommt es bei den betroffenen Kaninchen zu Inkontinenz, so werden zuvor stubenreine Kaninchen plötzlich unrein. Oft ist auch die Urinmenge stark erhöht, bzw. es wird deutlich mehr Wasser aufgenommen. Bei erfolgreicher Behandlung wird diese Unsauberkeit wieder weg gehen. Andere Ursachen für Inkontinenz sind Harnwegserkrankungen (Harnwegs- oder Blasenentzündung, Harngrieß, Blasensteine, Nierensteine, Nierengrieß, Nireninsuffizienz), alle Erkrankungen der Wirbelsäule (Spondylose, Arthrose, Wirbelbrüche, Brüche, Luxation des Rückenmarks…), Nervenschäden, Trächtigkeit, Übergewicht, Schmerzen, Folge der Kastration, erhöhnte Urinmenge (durch Diabetes, Niereninsuffizienz etc.),Toxoplasmose, Lungenwürmer, …
  • nieren krank2Niereninsuffizienz, Organschäden (z.B. vermehrter Durst, stumpfes Fell, Apathie, Nahrungsverweigerung…)
    E. Cuniculi befällt den gesamten Organismus und verursacht nicht selten Niereninsuffizienz und eine Schädigung des Herzmuskels und der Leber, was zu einem plötzlichen Tod führen kann. Die Belastung der Nieren wird oftmals bei akuten Ausbrüchen durch vermehrte Wasseraufnahme deutlich. Dadurch wird auch mehr Urin ausgeschieden. Bei erfolgreicher Behandlung kann sich die Nierenfunktion wieder normalisieren, je nachdem wie weit die Schädigung bereits fortgeschritten ist. Durch eine chronisch schlechte Nierenfunktion kann es zu Ablagerungen in den Harnwegen kommen, da sie dadurch weniger gut durchgespült werden.
  • Epileptische Anfälle, Krämpfe
    Mögliche Differenzialdiagnosen: Epilepsie, Herzerkrankungen usw.
  • Zahmheit, Anschmiegsam
    Kaninchen in der Akutphase sind oft auffällig anschmiegsam, brauchen viel Zuneigung durch das Partnerkaninchen und verhalten sich ungewöhnlich zahm gegenüber dem Menschen. Einzelfälle können anderes Verhalten zeigen. Bei chronisch apathischen Kaninchen fällt häufig aggressives Verhalten gegenüber dem Menschen oder Artgenossen auf, z.B. indem sie knurren, wenn sich jemand nähert.
  • Lethargie, Apathie – Weniger Teilnahme am Kaninchenalltag
    Betroffene Tiere fallen meist auch dadurch auf, dass sie viel herumsitzen, allerdings kann dies auch ein Hinweis für viele andere Erkrankungen sein. Gerade Kaninchen, die über eine längere Zeit oder immer wieder ohne erkennbare Erkrankung extrem ruhig sind und apathisch herumsitzen, sind häufig von EC betroffen. Ein Titer-Nachweis kann dies bestätigen.
  • Chronisch geschwächtes Immunsystem
    Anfälligkeit für andere Erkrankungen, ständige Erkrankungen, das Tier wird nicht gesund

Diagnose

ec kaninchenFür einen kaninchenerfahrenen Tierarzt sind Blutabnahmen und Röntgen selbstverständlich. Auch wenn die Symptome „ganz nach E. Cuniculi aussehen“, haben nur etwa 60% dieser Tiere tatsächlich den E. Cuniculi Erreger. Und selbst unter diesen Kaninchen sind einige, deren Symptome eigentlich eine andere Ursache haben. Es ist auch möglich, dass durch die andere Erkrankung der Erreger zusätzlich zur auslösenden Krankheit ausgebrochen ist.

Folgende Untersuchungen sind wichtig!

  • Es sollte grundsätzlich ein Blutcheck erstellt werden (EC-Titer, Nierenwerte, CK (Trauma), Pseudolinksverschiebung (Entzündung)) um Differenzialdiagnosen auszuschließen und die Nierenwerte zu prüfen. Ein positiver Titer zeigt, dass das Kaninchen den Erreger trägt, trotzdem kann die Erkrankung durch etwas Anderes bedingt sein. Deshalb müssen alle möglichen Diagnosen ausgeschlossen werden!
    E. Cuniculi führt zu keinen Veränderungen im Blutbild, auch nicht zu einer Entzündungsreaktion (Pseudolinksverschiebung…)! Erst wenn das Tier länger darunter leidet, kann es zu einer milden Anämie oder auch einem erhöhten Harnstoffwert (Nierenschaden) kommen. Der CK-Wert kann bei extremen Fällen durch Gegenlaufen und Rollen erhöht sein, ansonsten spricht er eher für eine Differenzialdiagnose (Trauma). Alle anderen Blutbildveränderungen treten meist auf, wenn eine andere Erkrankung die Symptome hervorgerufen hat.
  • Oftmals ist auch ein Röntgenbild nötig, insbesondere bei Lähmungen und Kopfschiefhaltung (Ohrenentzündungen!).
  • Eine gründliche Allgemeinuntersuchung sollte selbstverständlich sein:
    Kopfschiefhaltung: Ohren, Zähne, Maul, Kopf, Fieber?
    Lähmung: Fußunterseite, Wirbelsäule, Herz, Fieber?
  • Ggf. können weitere Untersuchungen wichtig sein, je nachdem in welche Richtung der Verdacht geht und je nach Symptomen.

Behandlung
Bei der Behandlung eines akuten Ausbruches von E. Cuniculi zählt jede Minute. Je früher die richtige Behandlung begonnen wird, desto höher sind sie Erfolgsaussichten.
Der Erreger kann durch eine Behandlung nicht beseitigt, aber die Symptomatik gebessert oder geheilt und der Erreger zurück gedrängt werden.
Es wird kontrovers diskutiert, ob Partnerkaninchen mitbehandelt werden müssen.
Je nach Symptomatik sind unterschiedliche Behandlungen nötig.

Behandlung von Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen, Krämpfen

Medikations-Empfehlungen:

  • Panacur (vier Wochen lang täglich und konsequent verabreichen, ggf. länger wenn das Kaninchen zu diesem Zeitpunkt noch in der Akutphase ist), die Wirksamkeit ist in mehreren Studien bestätigt worden, der Wirkstoff Fenbendazol ist vermutlich gehirngängig/liquorgängig (= Medikamente, die die Blut-Gehirn-Schranke überwinden) und verhindert eine Neuproduktion von Sporen. Oxfendazol und Albendazol wirken ebenfalls, sind aber schlechter verträglich als Fenbendazol. Gemischt mit Haferschmelzflocken oder Babygläschen der Geschmacksrichtung Banane-Apfel-Hafer oder in geraspelten Apfel wird Panacur oft selbständig gefressen.
  • Antibiotikum um Sekundärinfektionen zu bekämpfen (Oxytetrazyklin, Chloramphenicol, Gyrasehemmer). Das Antibiotikum wird gegeben um Sekundärinfektionen vorzubeugen (z.B. Niereninfektionen, die damit häufig einher gehen), also Erkrankungen, die durch E. Cunculi in Folge entstehen. Normalerweise wird es min. 14 Tage lang gegeben, bei guter Verträglichkeit ggf. auch länger, bei schlechter Verträglichkeit evtl. kürzer. Je nach Ausprägungsform der Krankheit kann teilweise auf das Antibiotikum verzichtet werden. Um Stress zu reduzieren und die Verdauung stabil zu halten, kann es sinnvoll sein sich zeigen zu lassen, wie man das Antibiotikum in die Haut spritzen kann.
  • Cortison ist nicht nötig und schadet, sofern es sich wirklich um e. Cuniculi handelt, laut Studien hat es nämlich keinen Effekt bzw. wirkt nicht dagegen. Auch wenn es am Anfang oft zu einem Verbesserungs-Effekt führt, werden Kaninchen mit Cortison weder schneller gesund, noch haben sie eine höhere Überlebensrate. In Studien wurde gezeigt, dass die Kaninchen, welche Cortison bekamen, keine Vorteile gegenüber den anderen erkrankten Kaninchen hatten. Zudem belastet Cortison beim Kaninchen sehr stark die (oft sowieso schon durch das E. Cuniculi stark angegriffene) Leber, bewirkt eine starke Vermehrung der E. Cuniculi Erreger und macht die Kaninchen anfällig für andere Infektionen. Cortison kann die allgemeine Todesrate nach der Erkrankung erhöhen.
  • Hoch dosiertes Vitamin B12 oder Vitamin-B-Komplex (Apotheke, Internet) um die Nerven zu regenerieren (solange geben, bis Anfälle/Kopfschiefhaltung/Lähmungen vollständig weg sind, meist regenerieren sich die Symptome sogar noch nach Wochen Stück für Stück), am Anfang am besten hochdosiert gespritzt, später auch als Tropfen, z.B. mit dem Panacur-Brei verabreichen. Wenn Infusionen verabreicht werden, kann das Vitamin B in die Infusion gespritzt werden, so dass nur ein Einstich nötig ist und die Einstichstelle nicht brennt.
  • Infusionen. Fast immer sind bei einem akuten Ausbruch auch die Nieren betroffen, durch Infusionen lässt sich verhindern, dass sie versagen oder Schaden nehmen bzw.  dass später als Folge Nierenerkrankungen auftreten.  Bei Nahrungsverweigerung sollten unbedingt täglich Infusionen gegeben werden! Allerdings ist immer abzuwägen, ob der tägliche Tierarztstress mehr schadet als die Infusionen bringen. Nach Möglichkeit kann man Infusionen auch selbst zu Hause setzen, wenn es der Tierarzt zuvor zeigt. Die Eingabe oder das Angebot von verdünnten Gemüse- und Obstsaft (reiner Saft aus 100% Obst/Gemüse, kein Nektar) kann die Flüssigkeitszufuhr ebenfalls etwas erhöhen. Zum Beispiel eine Schale mit Karottensaft.
  • Homöopathisch Cerebrum comp. zur Regeneration des Nervensystems (falls diese Symptomatik vorhanden ist), Vertigoheel gegen den Schwindel und Engystol für das Immunsystem.
  • Zusätzlich sollte das Immunsystem gefördert werden, da es entscheidend ist, um den Erreger einzudämmen. Hierfür eignet sich viele Mittel.

Behandlung von anderen Symptomen

Auch bei anderen Symptomen ist die Gabe von Panacur und Wiesen-Bärenklau (getrocknet vom Kaninchenladen oder frisch) sehr wichtig, das Panacur kann wie oben beschrieben, mit Babybrei oder Haferschmelzflocken angeboten werden und wird dann gerne gefressen.

Bei epileptischen Anfällen und Krämpfen sollte neben Panacur und Bärenklau auf jeden Fall Vitamin B 12 gespritzt werden, zusätzlich werden oft Benzodiazepine (z.B. Diazepam, Midazolam) eingesetzt.

Augenerkrankungen wie z.B. Uveitis werden meist zusätzlich zum Panacur und Bärenklau symptomatisch mit tetrazyklinhaltigen Augentropfen oder -salben behandelt.

Nierenschäden können mit täglichen Infusionen, dem Angebot von Säften und einer frischfutterreichen Ernährung therapiert werden. In den Sommermonaten sollten die betroffenen Kaninchen rein mit frischen Wildkräutern, Baumblättern und Gräsern ernährt werden.  Besonders wertvoll sind dabei harntreibende Kräuter wie z.B. Löwenzahn, Liebstöckel, Birke, Petersilie, Dill, Ampfer, Brennnessel, Giersch usw.
Zudem ist SUC (S = Solidago compositum, U = Ubichinon compositum, C = Coenzym compositum von Heel) als Therapie zu empfehlen. Auch frischer Nieren- und Blasentee kann angeboten werden. Natürlich wird parallel dazu Panacur gegeben, um den Erreger zu bekämpfen.

Wichtig: Es ist völlig normal, dass nach Behandlungsbeginn die Symptome weiterhin immer schlechter werden, es kommt erst sehr viel später zu einer Stabilisierung!

Wie lange soll ich kämpfen und wann soll ich erlösen? 
Solange das Kaninchen selber gegen die Krankheit ankämpft, also Futter aufnimmt, wenn man es vor die Schnauze hält oder in der Spritze an der Schnauze anbietet, kämpft bitte mit eurem Tier zusammen und unterstützt es! E. Cuniculi ist schlimm mit anzusehen und auch schlimm auszuhalten, die Gedanken an eine „Erlösung“ bleiben da nie aus. Doch bei richtiger Medikation, der richtigen Pflege und wenig Stress (sehr wichtig bei e. Cuniculi!) schaffen es die meisten Kaninchen. Zudem haben sie normalerweise keine Schmerzen.
Die meisten Kaninchen mit E. Cuniculi werden eingeschläfert obwohl sie noch kämpfen, die ersten zwei Fotobeispiele unten sollten nach Meinung des Tierarztes auch eingeschläfert werden, gegen den Rat der Tierärzte wurden sie erfolgreich weiter behandelt. Manche Kaninchen behalten eine leichte Kopfschiefhaltung zurück, können bei Bedarf (z.B. um zu fressen) jedoch den Kopf gerade machen und auch problemlos alles machen, was ein Kaninchen so im Alltag gerne tut (z.B. rennen, buddeln, springen) oder sind nur sehr schwach eingeschränkt. Normalerweise verschlechtert sich der Zustand der kranken Kaninchen in den ersten Tagen oder sogar Wochen, trotz Medikation noch weiter, irgendwann ist ein Stillstand erreicht und etwas später können dann sehr langsam Fortschritte verzeichnet werden, die Kaninchen haben keine Gleichgewichtsprobleme mehr sondern nur noch Krankheitsfolgen (z.B. schräger Kopf). Mit der Zeit werden diese Symptome dann immer weniger und verschwinden irgendwann ganz. Wenn nach etwa drei Monaten noch keinerlei Verbesserung zu sehen sein sollte, kann man die Medikation wechseln.
Wichtig: Leider gibt es immer noch Menschen, die Kosten sparen wollen und deshalb auf die Diagnostik verzichten. Diagnostik rettet Leben! Es gibt leider sehr viele Kaninchen die monatelang ohne Besserung auf E. Cuniculi behandelt werden, eigentlich aber etwas völlig anderes haben (z.B. scheinbare Lähmungen durch Arthrose, Kopfschiefhaltung durch Ohrenentzündungen, …!). Lassen Sie grundsätzlich ein Blutbild mit Titer-Bestimmung machen, Tiere mit Gangstörungen oder Lähmungen müssen geröngt werden usw. usf. Diese Tiere leiden an Schmerzen und durch die lange Fehlbehandlung müssen sie oft erlöst werden. Das ist nicht zu vertreten!
Bei uns haben bisher ausnahmslos alle Kaninchen mit Lähmungen oder Kopfschiefstellung durch E. Cuniculi diese Krankheit ohne bleibende Schäden überlebt. Wir nehmen häufig Tiere zur Pflege bis zur Gesundung auf und haben dadurch ständig Fälle mit E. Cuniculi. Neben der sauberen Diagnostik und richtigen Behandlung, sowie absoluten Stressfreiheit und optimalen Umgebung ist vor allem viel Geduld gefragt. Diese Erfahrung hat uns somit auch die Angst vor der Erkrankung genommen und bewogen, diese aufwändige und umfangreiche Seite mit Tipps online zu stellen. Unsere eigene neunköpfige Kaninchengruppe wird von einem Kaninchen angeführt, das vor ein paar Jahren einen extremen E. Cuniculi-Schub mit kompletter Lähmung der gesamten Hinterhand hatte. Sie ist seit dem absolut gesund, eine Ausbruchskünstlerin und hat keinerlei Einschränkungen. Der Tierarzt wollte sie einschläfern und hat uns keine Hoffnungen gemacht. Auch bei ihr haben wir gegen den tierärztlichen Rat die richtige Behandlung durchgesetzt und durchgeführt.
Sollte man allerdings nicht dazu in  der Lage oder bereit sein, das Kaninchen intensiv zu pflegen und die richtige Diagnostik durchführen zu lassen, ist eine Erlösung sinnvoll, denn alles andere wäre Tierquälerei und nur durch intensive Pflege werden die Kaninchen gesund.

Richtige Pflege

Wichtig! Die richtige Pflege ist bei E. Cuniculi Kaninchen von großer Bedeutung für die Genesung.

  • Kein Stress, denn dieser kann E. Cuniculi sehr stark beeinflussen und das Krankheitsbild rapide verschlechtern. Medikamente sollten zuhause verabreicht werden, häufige Tierarztbesuche führen oft zu einer Verschlechterung. Nach dem Ausmisten sollte alles wie vorher hingestellt werden, der Untergrund bzw. die Einstreu dürfen nicht stark verändert werden und ausmisten sollte man nur, wenn es nötig ist (täglich Futterreste und grobe Verschmutzungen entfernen, am besten immer nur ein Stück des Bereiches misten und nicht alles auf einmal). Bei der Einstreu-Wahl unbedingt auf die Verletzungsgefahr der Augen beim „purzeln“ achten.
  • Die Medikamente müssen konsequent verabreicht werden.
  • Das Kaninchen muss gepflegt werden, damit keine anderen Krankheiten entstehen (z.B. ggf. den Popo mit Babytüchern sauber machen, wenn es sich voll macht). Da meist eine Inkontinenz besteht, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es immer einen trockenen Untergrund hat, sonst bekommt es schnell Harnwegsinfekte.
  • Das Handling von e. Cuniculi Kaninchen ist nicht einfach, da sie schnell die Orientierung verlieren, sollten sie nicht hochgehoben, umgesetzt oder getragen werden. Deshalb ist es sinnvoll, eine Transportbox oder Kiste im Gehege anzubieten, muss man es zum Tierarzt transportieren, kann es damit hochgenommen werden. Ein Tuch über der Kiste/Box wirkt beruhigend. Das vermittelt ihm auch die Sicherheit des gewohnten Umfeldes. Medikamente werden verabreicht, ohne das Kaninchen hochzunehmen. Sollte das Hochnehmen unumgänglich sein (z.B. um den Popo von Kot und Urin zu reinigen), so nehmen Sie das Kaninchen am besten ruhig aber bestimmt hoch und legen Sie vorher unbedingt eine Hand oder ein Tuch über die Augen, um es zu beruhigen.
  • Das Partnerkaninchen beim erkrankten Tier lassen! Nicht trennen, außer es ist aggressiv gegenüber dem erkrankten Tier (Bisse etc.), das Partnertier trägt entscheidend zur Stabilisierung und Heilung bei und reduziert Stress (wird oft unterschätzt). Bei Gruppen das betroffene Kaninchen mit dem Kaninchen separieren, mit dem es sich am besten versteht oder in der Gruppe belassen (wenn die Gruppe harmonisch ist).
  • Idealerweise bleibt das Kaninchen in der gewohnten Umgebung. e cuniculi gehegeKannten und andere Gefahrenquellen sollten ausgepolstert/beseitigt werden. Meist reicht es, einen Teil des Geheges anzupassen und einen kleinen Wall zum Rest des Geheges zu bauen (z.B. eine Rolle aus Decken, niedrige Grenzen), das kranke Kaninchen überwindet sie nicht, die gesunden hingegen schon.
  • Es sollte eine umpolsterte Mulde angeboten werden, in der das Kaninchen gut sitzen kann, ohne umzukippen. Dafür eignet sich z.B. eine Transportbox. Direkt dort sollte auch Futter angeboten werden, damit sie bequem fressen können. Hat das Kaninchen gänzlich die Orientierung verloren und windet/rollt sich nur noch, zuckt mit den Augen und kann nicht annähernd sitzen, so bringt man es am besten in diese Box und baut einen kleinen Wall, so dass es nicht direkt wieder herauspurzelt, sondern erst mal zur Ruhe kommen kann und bequem liegt.
  • Lebensmut geben, aber erst wenn es einigermaßen stabil ist! Zum Beispiel kann man ausprobieren, ob das vorherige Außenkaninchen sich draußen nun wohler fühlt und mehr aufblüht.
  • Wenn das Kaninchen wieder fit ist, muss es sich sehr viel bewegen (am besten freilaufen lassen), damit es wieder den Gleichgewichtssinn schult und die Muskulatur aufbaut. Dadurch wird auch meistens der Kopf gerade(r) bzw. Lähmungserscheinungen reduzieren sich drastisch oder gehen ganz weg!
  • e cuniculi frisstViel viel Frischfutter und Säfte geben, evtl. auch Infusionen. So kann man verhindern, dass die Nieren schwer beschädigt werden bzw. den Schaden minimieren oder eine Regeneration ermöglichen.
  • Physiotherapie, also die tägliche, sanfte Bewegung der gelähmten Gliedmaßen, damit sie nicht steif werden. Ansonsten kann es passieren, dass durch die lange Lähmung, trotz einer Heilung von der Krankheit, die Beine versteifen und nicht mehr gesund werden. Leider gibt es wenige Tierphysiotherapeuten, die sich mit Kaninchen auskennen, oft können sie aber trotzdem helfen. Bei ausreichend Platz, einem griffigen Untergrund und viel Abwechslung versuchen die Kaninchen oft selbst ihre Gliedmaßen immer wieder mit zu bewegen, wenn sie sich vorwärts bewegen, dann ist nicht zwingend eine Physiotherapie nötig.

kaninchen e cuniculiPäppeln und Nahrungsaufnahme
Kaninchen mit Schiefkopf fällt es oftmals schwer, ausreichend Nahrung aufzunehmen, da die Kaninchen jedoch viel Energie brauchen, magern sie sehr schnell ab. Während der akuten Phase sollten Haferflocken oder Wellensittichfutter zur freien Verfügung angeboten werden. Außerdem ist es wichtig, das Futter so anzubieten, dass die Kaninchen es auch mit schiefen Kopf und Orientierungslosigkeit finden und gut fressen können. Hier lohnt es sich das Futter auf unterschiedlichste Weise hinzulegen und zu beobachten, wie es am besten gefressen werden kann. Bevorzugt essen Kaninchen mit dieser Erkrankung Grünfutter aus der Natur, wie z.B. Löwenzahn (gibt es auch in türkischen Läden), Klee, Luzerne, Bärenklau, Spitzwegerich und Gemüsegrün. Für die Heilung von Bedeutung ist Fenchel und Bärenklau, diese Futtermittel können (erfahrungsgemäß) die Heilung beschleunigen und werden von Kaninchen mit e. Cuniculi bevorzugt gefressen. Der Bärenklau hat (insbesondere frisch) meist sogar einen besseren Effekt als das Panacur. Auch entwurmende Kräuter haben sich bewährt, z.B. Rainfarn, wenig Wurmfarn, Wermut, Beifuß (Artemisia annua – nachgewiesen!), Thymian, Kresse aller Art, Berufkraut, Heidelbeeren, Knoblauch, Frühlingszwiebeln, Bärlauch, Schnittlauch, Lauch (Porree), Kürbiskerne, Ingwer und viele Wald-, Wiesen- und Küchenkräuter.
Wenn die Kaninchen sich nur noch drehen und nicht mehr wissen, wo oben und unten ist, muss das Futter direkt an den Mund gehalten und ggf. auch mit Brei aus der Spritze an den Mund gefüttert werden, es wird so gerne angenommen. Sollte das Kaninchen „keinen Appetit haben“ und auch eingegebenes Futter nicht fressen wollen, liegt es meistens an einer stark belasteten Niere, dann sollte vorrangig die Niere durch tägliche Infusionen, viel Wasser (oder Fruchtsaft > ggf. auch mit einer Spritze eingeben) therapiert werden. Diese Problematik ist eine der wenigen, in der eine Zwangsernährung Sinn macht. Allerdings verursacht diese großen Stress, so dass genau abgewogen werden sollte, ab wann sie zwingend erforderlich ist, und wann noch abgewartet werden kann (z.B. bei akuten Krämpfen abwarten, bis das Kaninchen sich beruhigt und erholt hat, oft frisst es dann wieder von alleine). Ist die Niere nach wenigen Tagen wieder entlastet, wird meist wieder selbst gefressen.

Vorbeugung?
Panacur kann auch vorbeugend eingesetzt werden, allerdings ist dies gut abzuwägen. In einer Studie wurde vier Wochen lang Panacur verabreicht, die Kaninchen waren daraufhin etwas mehr als vier Monate gegen einen Ausbruch geschützt. Demnach ist es möglich, jeden fünften Monat für 28 Tage Panacur zu verabreichen, wenn ein Kaninchen bereits einen schweren Schub hatte oder mehrmals akute Ausbrüche. Zudem wird empfohlen, gerade in den ersten Monaten nach dem Ausbruch bei Stress (Vergesellschaftungen, Umzüge…) vorbeugend Panacur zu verabreichen. Viele Halter geben Panacur wenn stressige Ereignisse (z.B. eine Zusammenführung) anstehen davor und während dessen vorbeugend. Der große Nachteil ist jedoch, dass sich Resistenzen bilden können und das Panacur dann nicht mehr im Akutfall anschlägt. Deshalb sollte diese Maßnahme sorgfältig durchdacht werden.
Eine recht gute Möglichkeit, vorzubeugen ist es, durchgängig Bärenklau zu verfüttern. Über die Sommermonate ist frischer Bärenklau von der Wiese hoch wirksam, im Winter kann auf getrockneten Bärenklau ausgewichen werden (derzeit nur beim Kaninchenladen erhältlich). Die Erfahrungswerte sind überwältigend, viele Kaninchen, die selbst mit Panacur Rückfälle bekamen, sind dadurch symptomlos.

Desinfektion
Gegenüber Umwelteinflüssen sind die E. cuniculi Sporen recht unempfindlich. Die ausgeschiedenen Sporen in der Umgebung lassen sich abtöten, indem sie fünf Minuten gekocht werden. Bei Raumtemperatur halten sie sich etwa einen Monat, bei 4 Grad Celsius unter einer Woche. Einige Desinfektionsmittel sind auch sehr gut wirksam, wenn die Sporen diesen 30 Minuten ausgesetzt werden: 70%iger Ethanol, 0,3%iges Formaldehyd, 1%iges Wasserstoffperoxid und 1%iges Natriumhydroxid töteten 100% der Erreger ab. Zitronensäure immerhin 81% der Sporen.

No-Gos bei E. Cuniculi, wodurch die Tiere nicht mehr oder nur selten gesund werden!

Die meisten Halter, die diese Maßnahmen vornehmen, meinen es gut, aber gefährden oder verhindern damit die Heilung:

  1. Das Kaninchen vom Partnerkaninchen trennen
    Diese Vorgehensweise wird oft vom Tierarzt empfohlen. Von E. Cuniculi betroffene Kaninchen sind sehr anschmiegsam und brauchen viel Zuwendung, durch den Kontakt zu Artgenossen werden sie wieder gesund. Der Partner ist so wichtig wie bei keiner anderen Krankheit! Oft werden chronische ECler nach langer erfolgloser Behandlung zurück zu ihren Artgenossen gesetzt und dadurch dann plötzlich gesund.
  2. Das Kaninchen aus seiner gewohnten Umgebung nehmen
    Kaninchen mit E. Cuniculi sollten nach Möglichkeit keinesfalls aus der gewohnten Umgebung genommen werden, denn diese gibt ihnen Sicherheit und reduziert Stress. Das Gehege sollte entsprechend ausgestattet werden, z.B. indem man einen Bereich mit Teppichen auslegt (dieser gibt beim Rollen und der Fortbewegung Halt und polstert beim Umkippen – griffiger Untergrund!). Dieser Bereich sollte überdacht werden. Die Ränder könen mit Decken oder Babybett-Umrandungen gepolstert werden, harte Gegenstände werden ggf. entfernt oder geschützt. Zum restlichen Gehege kann ein Wall mit Decken geschaffen werden, der für die Tiere unüberwindbar ist, die gesunden Artgenossen hingegen springen einfach drüber. Viele Tiere behalten ihre Symptome zurück und werden erst plötzlich wieder gesund, wenn sie zurück in ihre Gewohnte Umgebung kommen.
  3. Das Kaninchen ständig zum Tierarzt bringen
    Natürlich ist es unvermeidbar, für eine saubere Diagnostik, den Tierarzt aufzusuchen. Dabei sollte dann nach Möglichkeit gleich die gesamte Diagnostik (Blut, Ohrenuntersuchung, Röntgen etc.) abgeschlossen werden. Wenn möglich, sollte der Tierarzt zeigen, wie man Infusionen gibt. So lassen sich weitere Arztbesuche verhindern. Meistens führt jeder einzelne Arztbesuch stressbedingt zu einer weiteren Verschlimmerung, die leicht zeitversetzt auftritt. Sprechen Sie jedes weitere Vorgehen telefonisch ab. ur wenn sich die Symptomatik stark verändert oder andere Krankheiten dazu kommen, ist oft ein zweiter Tierarztbesuch nötig. Praxen, die ECler täglich herbestellen, haben oft eine sehr hohe Rate von Tieren, die gar nicht wieder gesund werden und raten deshalb aus ihrer Erfahrung heraus schnell zum Einschläfern.
  4. Keine saubere Diagnostik
    Nicht jedes Kaninchen, das ein Symptom wie bei EC zeigt, hat auch EC, deshalb muss man Kaninchen mit diesen Symptomen ganz genau durchchecken, Blut untersuchen lassen (hat das Kaninchen den Erreger wie 50% aller Hauskaninchen? Wenn ja – wie hoch ist der Titer?) und sorgfältig alle anderen Differenzialdiagnosen ausschließen. Wenn man die beste E.C.-Therapie macht, aber das Kaninchen eigentlich Ohrenentzündung, einen Tumor oder Toxoplasmose hat, bringt diese Behandlung natürlich nichts!
  5. Medikamente gar nicht eingeben oder Zwangseingaben
    Eine tägliche Medikamentengabe ohne Zwang ist entscheidend bei dieser Erkrankung. Panacur und Vitamin B lässt sich meistens gut in Banane verstecken. Mag das Kaninchen keine Banane, ist oft auch Apfel oder Haferflocken-Mehl gut geeignet. Schöpfen Sie alle Möglichkeiten der Eingabe aus, bevor Sie diese mit Zwang eingeben. Bei Zwangeingaben muss diese auf einmal täglich beschränkt und sehr schnell durchgeführt werden. Infusionen sind nur möglich, wenn die Tiere dafür nicht hoch gehoben oder zum Tierarzt gebracht werden müssen. Ansonsten sind Fruchtsäfte sinnvoller, so dass die Tiere viel trinken.
  6. Wenig Platz
    Bei Lähmungen oder motorischen Störungen ist oft der Muskelaufbau entscheidend für die Verbesserung im Verlauf der Krankheit. Dafür braucht das Kaninchen eine griffigen Untergrund und viel Bewegung, also eine anregende, großflächige Umgebung.
  7. Das Kaninchen hoch heben
    Es gibt Fälle, bei denen das Kaninchen angehoben werden muss, z.B. wenn es sich stark einnässt und gebadet werden muss, oder aber um es zum Tierarzt zu bringen. Das Anheben ist allerdings sehr viel Stress, vor allem wenn dem Kaninchen schwindelig ist und es daraufhin zu Rollen anfängt. Deshalb sollte jedes Hochheben gut abgewogen werden. Beim anschließenden Absetzen setzt man das Kaninchen am besten in eine umpolsterte Mulde und hält es kurz sanft aber bestimmt fest, bis es sich wieder orientiert hat.

Hilfe, Unterstützung und Austausch für Halter mit Kaninchen die EC-Verdacht, ähnliche Erkrankungen oder bestätigtes EC haben, finden Sie hier: Facebook-Gruppe für Halter von Kaninchen mit E. Cuniculi oder unklarer Erkrankung/ähnlicher Erkrankung

Beratung zu E. Cuniculi und Differenzialdiagnosen
Maria Klas hat sich auf die Erkrankung E. Cuniculi spezialisiert und kennt sich auch sehr gut mit ähnlichen Erkrankungen aus. Sie hat sich sehr stark in das Thema eingelesen und viel eigene Erfahrung damit gesammelt.  Deshalb könnt ihr sie kontaktieren wenn euer Kaninchen Kopfschiefhaltung, Krämpfe, Nierenerkrankungen, Lähmungen oder irgendwelche andere Symptome zeigt, die mit E.C. zusammenhängen, auch wenn die Diagnose noch nicht sicher ist.
Beratung zu E. Cuniculi und allen Differenzialdiagnosen
Uhrzeit für Gespräche vorher per Mail vereinbaren oder nachfragen, ob es gerade passt (20-21 Uhr): Maria Klas: maria@kaninchenwiese.de Tel.+49 (0)157 / 7374 7974

Bevor ihr mich kontaktiert, füllt bitte diesen Anamnesebogen aus und schickt mir diesen per E-Mail, damit ich schon im Vorfeld informiert bin und euch besser beraten kann.

Maria Klas steht aus gesundheitlichen Gründen zur Zeit leider nicht zur Verfügung!!! Sobald es ihr wieder besser geht, wird dieser Hinweis gelöscht und ihr könnt sie gerne wieder kontaktieren.

Beispiele von Verläufen
Picco, 8 Jahre alt – ca. 8 Wochen hat es gedauert, bis sie wieder gesund war (Kopf wie vorher). Sie sollte (laut Tierarzt) eingeschläfert werden.
e cuniculi verlauf
e cuniculi behandlung
Mümmeline (8 Monate alt) hat etwa 3-4 Wochen gebraucht um wieder hoppeln zu können. Nach ca. 8 Wochen konnte sie wieder auf den Hinterbeinen stehen. Sie sollte eigentlich eingeschläfert werden nach Meinung des Tierarztes. Heute, drei Jahre später, ist sie immer noch absolut gesund. Sie ist Chefin einer 9-köpfigen Kanichengruppe. 
kaninchen-hinterhandlähmung

Tedi mit starken E. Cuniculi – Verlauf, erst als sie wieder zu ihrem Partnerkaninchen durfte (nach anfänglicher Trennung), der sie intensiv gepflegt und verwöhnt hat, wurde sie langsam gesund.

Vorher

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Nachherkaninchen-e cuniculi

Ca. 4 Jahre alt, sehr schlechte Leberwerte, hoher E.C. Titer, leicht schräger Kopf, bewegt sich nicht mehr (apathisch). Therapie: Panacur über 28 Tage, Infusionen (anfangs 2x tägl., dann täglich, dann immer seltener), Bärenklau, Fenchel. Nach drei Wochen war er wieder 100%ig gesund und hatte auch seit dem keinen Rückfall mehr:DSC_0278

Gerne nehme ich weitere Vorher-Nachher-Fotos oder Verlauf-Fotos hier mit auf, Zusendungen erwünscht!

Weitere Vorher-Nachher-Fotos

Quellen:

Studien
Baneux, P. J. R., & Pognan, F. (2003): In utero transmission of Encephalitozoon cuniculi strain type I in rabbits. Laboratory animals, 37(2), 132-138.
Csokai, J., Joachim, A., Gruber, A., Tichy, A., Pakozdy, A., & Künzel, F. (2009). Diagnostic markers for encephalitozoonosis in pet rabbits. Veterinary parasitology, 163(1), 18-26.
Deplazes, P., Mathis, A., Baumgartner, R., Tanner, I., & Weber, R. (1996): Immunologic and molecular characteristics of Encephalitozoon-like microsporidia isolated from humans and rabbits indicate that Encephalitozoon cuniculi is a zoonotic parasite.
Harcourt-Brown, F. M.; Holloway, H. K. R. (2003): Encephalitozoon cuniculi in pet rabbits
Hein, J., Flock, U., Sauter-Louis, C., & Hartmann, K. (2014): Encephalitozoon cuniculi in rabbits in Germany: prevalence and sensitivity of antibody testing.Veterinary Record: Journal of the British Veterinary Association, 174(14).
Jass, A., Matiasek, K., Henke, J., Küchenhoff, H., Hartmann, K., & Fischer, A. (2008). Analysis of cerebrospinal fluid in healthy rabbits and rabbits with clinically suspected encephalitozoonosis. The Veterinary Record, 162(19), 618-622.
Jeklova, E., Jekl, V., Kovarcik, K., Hauptman, K., Koudela, B., Neumayerova, H., … & Faldyna, M. (2010): Usefulness of detection of specific IgM and IgG antibodies for diagnosis of clinical encephalitozoonosis in pet rabbits.Veterinary parasitology, 170(1), 143-148.
Künzel F., Gruber A., A Tichy, Edelhofer R., B Nell, Hassan J., M Leschnik, JG Thalhammer, Joachim A. (2008): Clinical symptoms and diagnosis of encephalitozoonosis in pet rabbits.
Sieg J., Hein J., Jass A., Sauter-Louis C., Hartmann K., Fischer A. (2012): Clinical evaluation of therapeutic success in rabbits with suspected encephalitozoonosis.
Sieg J., Jass A., Fischer A., Hein J. (2010): Vergleich verschiedener Therapiemodelle zur Enzephalitozoonose bei Kaninchen. In: Abstracts der 18. Jahrestag der DVG-FG InnLab 2010.
Künzel F1, Gruber A, Tichy A, Edelhofer R, Nell B, Hassan J, Leschnik M, Thalhammer JG, Joachim A. (2008): Clinical symptoms and diagnosis of encephalitozoonosis in pet rabbits.
Suter C., Müller-Doblies U., Hatt J.-M., Deplazes P. (2001): Prevention and treatment of Encephalitozoon cuniculi infection in rabbits with fenbendazole. Vet Record 2001
Muser RK, Paul JW. (1984): Safety of fenbendazole use in cattle. Mod Vet Pract. 1984 May;65(5):371-4.
Waller, T. (1979): Sensitivity of Encephalitozoon cuniculi to various temperatures, disinfectants and drugs. Laboratory animals 13.3: 227-230.
Ziętek, J., Adaszek, Ł., Dzięgiel, B., Kalinowski, M., Bartnicki, M., Kalinowska, A., … & Winiarczyk, S. (2014). Diagnosis of the Encephalitozoon cuniculi infections in pet rabbits with neurological symptoms. Polish journal of veterinary sciences, 17(2), 361-363.

Dissertationen
Flock, U. (2010): Enzephalitozoonose beim Kaninchen – eine retrospektive Auswertung. Diss. München
Habenbacher, Ch. (2011): Etablierung und Validierung einer Immunhistochemie
und in-situ Hybridisierung zum Nachweis von Encephalitozoon cuniculi, Diss. Wien
Jaß, A. (2004): Evaluierung von Liquorpunktion und PCR zur klinischen Diagnose der Enzephalitozoonose beim Kaninchen. Diss. München
Meyer-Breckwoldt, A. (1996): Epidemiologische und klinische Untersuchungen zur Enzephalitozoonose beim Zwergkaninchen. Diss. Tierärztliche Hochschule Hannover
Neuwirth E. (1988): Enzephalitozoonose. Diss. Tierärztliche Hochschule Hannover

Sonstiges
Csokai, J. (2015): Kopfschiefhaltung–Encephalitozoonose? Welche Diagnostikmöglichkeiten gibt es?. veterinär spiegel, 25(02), 72-75.
Felchle L., Sigler R. (2002): Pacoemulsification for the management of Encephalitozoon cuniculi-induced phacoclastic uveitis in a rabbit. Vet Ophthalmol. 5:211–215
Hein, J. (2015): Alles Enzephalitozoonose – oder gibt es da noch mehr?  Enke Verlag kleintier konkret 2015; 18(S 02): 37–41
Khan, I. A., Moretto, M., & Weiss, L. M. (2001): Immune response to Encephalitozoon cuniculi infection. Microbes and infection, 3(5), 401-405
Künzel, F., Joachim, A. (2010): Encephalitozoonosis in rabbits. Parasitology research 106.2 : 299-309.
Rosenthal, K. L. (2004): Therapeutic contraindications in exotic pets. In Seminars in Avian and Exotic Pet Medicine (Vol. 13, No. 1, pp. 44-48). WB Saunders.

Sandmeyer, Lynne S., Bianca S. Bauer, Bruce H. Grahn (2011): Diagnostic Ophthalmology. The Canadian Veterinary Journal 52.9: 1023.

256 Antworten zu “E. Cuniculi”

  1. Manus sagt:

    Hallo, ich habe leider einen akuten ec Fall und gebe alles. Wo bekomme ich bärenklau und das Vitamin B her? Geht auch getrockneter Bärenklau oder frischer Die anderen Medikamente gebe ich täglich. Liebe Grüsse
    TINA

    • Hallo,
      B Vitamine kannst du auch aus der Apotheke oder Drogerie verwenden. Ganz gut ist das von RodiCare, da es ideal dosiert ist (Anteile der Vitamine): http://amzn.to/2vrDUdL
      Bärenklau bekommst du im Kaninchenladen getrocknet (Link im Text), oder frisch auf der Wiese (wäre besser). Ist die Diagnose sicher? Wurde ein Blutbild gemacht?
      Alles Gute für Dein Kaninchen!
      Liebe Grüße
      Viola vom Kaninchenwiese-Team

  2. Lea sagt:

    Hallo, gestern ist bei einem meiner kaninchen EC diagnostiziert worden. Die TÄ wollte ihn einschläfern lassen, wir haben uns aber dagegen entschieden. Der kleine ist noch nichtmal ein Jahr alt. Er kann sich nicht mehr bewegen und frisst auch nicht mehr selbstständig. Er liegt jetzt schon seit gestern in einer Transportbox im Stall also in gewohnter Umgebung. Zahlt es sich aus weiter zu kämpfen oder gibt es bei solchen Fällen überhaupt noch eine möglichkeit dem Kaninchen später wieder ein normales leben zu bieten?

    • Hallo Lea,
      es zahlt sich auf jeden Fall aus zu kämpfen, allerdings solltest du nach einem erfahrenen Tierarzt schauen und das Tier gut pflegen (füttern, richtige Medikamente, …). Im Text findest du die Nummer von Maria, wenn du über die Infos im Text hinaus (vorher unbedingt lesen!) Hilfe benötigst.
      Liebe Grüße
      Viola vom Kaninchenwiese-Team

  3. Hüsniye sagt:

    Hallo, meine Kaninchen sind im Freigehege, der Untergrund ist also komplett mit Wiese, urinieren und setzen Kot ab, da wo sie auch gräsern und weiden, und das Problem ist, dass sie auch dadurch mit den sporen kontaminiertes Grün aufnehmen, was kann man denn da tun vorallem wenn Hygiene höchste Priorität bei der Behandlung hat . Die Erreger werden mit Panacur abgetöt aber gleichzeitig werden auch neue aufgenommen 🙁 das freigehege ist schon groß) Und meine Häsin weigert leider Wiesenbärenklaue zu essen 🙁 Da sie auch Panacur nicht freiwillig einnimmt (alles ausprobiert) , muss ich das AB und Panacur gleichzeitig eingeben, können dadurch Wechsekwirkungen auftreten oder besteht da kein Problem.
    Lg

    • Hallo Hüsniye,
      aus dem Text geht nicht hervor, ob das Kaninchen gerade akut erkrankt ist, da es aber Antibiotikum und Panacur bekommt (B-Vitamine auch?) gehe ich mal davon aus. Das Panacur tötet die Erreger in der Verdauung, so dass neu aufgenommene Erreger nicht schaden. Durch Panacur-Kuren werden so die Erreger in ihrer Ausscheidung gering gehalten und die Aufnahme reduziert. Ganz vernünftig wäre ein Nachtgehege, das mit Gehwegplatten etc. ausgelegt ist, so dass es hygienisch gehalten werden kann, + ein flexibler Auslauf der verstellt werden kann, so dass die Fläche sich erholt und Erreger abgebaut werden. Ein festes Gehege mit Wiese ist nicht ideal.
      Liebe Grüße
      Viola vom Kaninchenwiese-Team

  4. Christin sagt:

    Hallo, ich war bei 3 Tierärzten. Keiner hat wirklich geholfen. (Ist ja ein altes Kaninchen ) .die Menge von dem Wurmmittel (Panacur) muss ich mir aus rechnen damals mit 1000g hat er 0,1 ml aus einer kleinen Spritze bekommen. Jetzt wiegt er weniger. Dann muss ich ihm das ca 4 Wochen geben .ich werde mich nochmal mit einem Anderen Arzt auseinander setzen.
    Sobald ich Panacur habe beginne ich sofort damit denke das müsste heute kommen .
    Kann man mir Tipps geben für die Therapie?
    Was man noch machen kann?
    Was sagen oder wie handeln eure Tierärzte bei einem erneutem Schub. Danke

    • Freya Haase sagt:

      Hallo Christin,
      es ist schwer auf Kaninchen spezialisierte Tierärzte zu finden. Bitte schau dir von Kaninchenwiese oder anderen auf Kaninchen spezialisierte Seiten im Internet die empfohlenen Tierärzte an. Die Medikationsempfehlung findest du oben unter dem Punkt „Behandlung von Kopfschiefhaltung…“. Dort sind alle Medikamente aufgelistet. Wichtig ist, dass dein Kaninchen viel Frischfutter (nach langsamer Gewöhnung) bekommt, viel Ruhe hat und notfalls gepäppelt wird, wenn es nicht selbstständig fressen möchte.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

  5. Christin sagt:

    Hallo, Antwort zur E-Mail. Mein Kaninchen hat ec. Vor einem halben Jahr habe er einen starken Ausbruch. Die Epilepsie wurde dadurch ausgelöst. Wie gesagt ich denke er hat wieder einen Schub. Nur die Ärzte behandeln ihn nur mit Vitamin 12 und Schmerzmittel. Ich habe mehrfach drauf hingewiese das es EC.sein kann doch keiner gibt ihm panacur. Er müsste eingeschläfert werden.nur dafür geht es ihm zu gut er Bunddelt fasst selbständig trinkt und hüpft auch. Er nimmt am Leben Teil. Nur das er sein Gewicht nicht hält und vermehrt mit dem Kopf schüttelt. Er wurde immer nur augenscheinlich untersucht.ich habe mir panacur jetzt bestellt und beginne die Therapie selber. Weil ich der festen Überzeugung bin das er es schafft. Ich bin von der Unwissenheit der Tierärzte schockiert. Das sie noch nicht einmal alles versuchen.

  6. Christin sagt:

    Hallo, ich habe ein ca 8 Jahre altes Kaninchen. Der wohl an echt. Erkrankt ist .er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Er hat einen Herzfehler. Vor einem halben Jahr kopfschiefhaltung Epilepsie. Er hat sich wieder berappelt. Nun hat er stark abgenommen von damals 1000g auf 770g frisst aber.leider nur kleine Mengen. Die Tierärzte wollen ihn einschläfern. Aber er kämpft. Mit Schmerzmittel geht es ihm gut. Nur mag mir kein Arzt wirklich helfen . Kann ich ihn nochmal hoch bringen . Kann es sein das er einen Schub hat? Soll ich aufgeben? Bitte um Rat.

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