Myxomatose, Kaninchenpest (Leporipoxvirus myxomatosis)

 

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Foto: Fletch 2002

Die Myxomatose zählt zu den bedeutendsten Infektionskrankheiten, viele Kaninchen in Deutschland sterben jährlich an einer Infektion mit dieser.

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Foto: Piet Spaans

In der Geschichte wurde sie häufig eingesetzt um Überpopulationen mit Wildkaninchen zu reduzieren. Beispielsweise in Australien vermehrten sich die dort nicht heimischen, angesiedelten Kaninchen rasant (weil sie keine natürlichen Feinde haben) und die Myxomatose sollte diese Überpopulation reduzieren. 1952 wurde das Virus in Frankreich verbreitet, angefangen auf einem Gutshof um die Wildkaninchenplage zu bekämpfen, brachten es Nachbarn gezielt auch auf ihre Ländereien und die Wildkaninchen verstarben seuchenhaft. So verbreitete sich das Virus in Europa, ein Jahr später war dann auch in Deutschland der erste Fall bekannt. Demnach haben wir es dem Menschen zu verdanken, der hier sehr stark in die Natur eingriff und so dem Virus den Weg ebnete.

Der Virus

Der Myxomatosevirus ist ein Pockenvirus, deshalb ähnelt er der Pocken-Erkrankung beim Menschen oder anderen Tierarten, aber auch der seltenen Kaninchenfibromatose. Trotzdem ist die Myxomatose wirtsspezifisch und befällt nur Kaninchen und in Ausnahmefällen auch (Feld)hasen. Nager und Meerschweinchen können sich infizieren, erkranken jedoch nicht.

Der Virus hält sich bei Kälte und im pH-Bereich von 4-12 recht gut, es sind die idealen Umgebungsbedingungen für ihn. Fühlt sich der Virus in seiner Umgebung wohl, kann er jedoch mehrere Monate aktiv bleiben, besonders in Kot, Schmutz oder anderen kühlen Material ist der Virus oft auch noch nach Monaten gefährlich. Besonders in den Sommermonaten ist der Virus sehr aktiv, da er durch Insekten (insbesondere Stechmücken) übertragen wird.

Myxomatose muss weder angezeigt, noch gemeldet werden.

Übertragung

Der Hauptüberträger sind Stechmücken und stechende Fliegen, sie können noch 36 Tage nach dem Kontakt zu einem an Myxomatose erkrankten Kaninchen, die Krankheit an ein gesundes Kaninchen übertragen. Auch alle anderen Insekten (Kaninchenfloh, Zecken usw.) können eine Rolle spielen. Kaninchenflöhe können die Myxomatose sogar noch nach drei Monaten übertragen. Viele Tiere können sich mit dem Virus infizieren und es übertragen, ohne selbst daran zu erkranken (Mensch, Nager, Vögel, …), aber auch über Gegenstände oder von Tier zu Tier (Deckakt, Körperkontakt) ist eine Ansteckung möglich. Zuvor Erkrankte und wieder augenscheinlich gesunde Kaninchen sind noch bis zu sechs Monate Überträger der Seuche. Je dichter die Kaninchen gehalten werden, desto höher ist die Gefährdung. Auch über infiziertes Futter ist eine Ansteckung nicht auszuschließen, besonders ungeimpfte Kaninchen sind gefährdet, wenn in Seuchengebieten auf Wiesen gepflückt wird, die von infizierten Wildkaninchen bewohnt wurden.

Symptome: Woran erkenne ich Myxomatose?

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Foto: Piffle

Erst vier bis zehn Tage nach der Ansteckung treten erste Symptome auf. Auch wenn die Symptome unterschiedlich sind, treten meist zu erst Entzündungen (Rötungen – Bindehautentzündung) und Schwellungen an den Augen auf, anschließend sind diese auch am Rest des Körpers, insbesondere im Kopfbereich (der Kopf kann dadurch sehr unförmig wirken) anzutreffen. Ebenfalls von Entzündungen und Knötchenbildung betroffen sind meist der Analbereich, die Geschlechtsorgane, Bauch, Rücken und Hintergliedmaßen. Begleitet wird die Symptomaik durch leichteres oder mittelschweres Fieber und oft auch von Sekundärinfektionen der Haut. Im fortgeschrittenen Stadium haben die Tiere Probleme zu atmen und zu schlucken, dadurch wird meist die Nahrungsaufnahme reduziert und schließlich eingestellt. Der Krankheitsverlauf schreitet so schnell voran, dass die Tiere unbehandelt recht schnell völlig entkräftet und abgemagert versterben (meist innerhalb von ein bis zwei Wochen).
Bei besonders aggressiven Verlaufsformen sterben die Tiere oft schon nach wenigen Tagen ohne das volle Krankheitsbild auszubilden. Insbesondere wenn Sekundärerkrankungen (z.B. eine Lungenentzündung) beteiligt sind.
Manche Kaninchen erkranken an recht milden Verlaufsformen, insbesondere geimpfte Kaninchen. Diese Verlaufsform geht zwar ebenfalls mit Entzündungen und Knötchenbildung einher, allerdings deutlich weniger ausgeprägt. Diese Tiere haben recht hohe Überlebenschancen, wenn sie ein gutes Immunsystem haben.

Therapie: Wie wird die Myxomatose behandelt?

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Menggen hat drei Monate gebraucht um gesund zu werden. Sie wurde mit Antibiotikum, vitaminreichen Frischfutter und Schüssler Salze Nr. 8 behandelt. Durch 3-4x tägl. Inhalieren mit Thymian wurden die mit Schwedenbitter betupften Krusten weich und konnten entfernt und mit Kolloidalem Silber betupft werden.

Eine Therapie ist aus Tierschutzsicht nicht immer sinnvoll, da die Myxomatose oft das Tier stark leiden lässt. Gerade bei leichten oder mittelschweren Verläufen, bzw. solange die Tiere einen einigermaßen tragbaren Allgemeinzustand vorweisen, kann eine Behandlung versucht werden.

Wichtig: Ein Kaninchen mit Myxomatose muss intensiv gepflegt werden, wer sich für eine Behandlung entscheidet sollte sich bewusst sein, dass das Tier mehrmals täglich kontrolliert und die Behandlung angepasst werden muss. Außerdem ist die Medikamentengabe und Pflege mit viel Zeit verbunden und der Zustand des Tieres kann den Halter psychisch sehr belasten.
Trotzdem lohnt sich meist diese intensive Pflege, denn irgendwann geht es auch wieder Berg auf!

Behandlung

Stabilisierung

  • Infusionen um den Kreislauf anzuregen

Immunsystem:

  • Paramunitätsinducern (Zylexis) um das Immunsystem zur Virenabwehr anzuregen
  • Interferon wirkt stimmulierend auf das Immunsystem und antiviral auf den Erreger. 
  • Echinacea (homöopathisch) regt das Immunsystem an.
  • Engystol für das Immunsystem
  • Weitere immunstimulierende Mittel

Erreger-Bekämpfung :

  • Meerrettich ist hochwirksam gegen Viren und puscht gleichzeitig das Immunsystem. In geriebenen Apfel oder zerdrückter Banane wird er oft freiwillig gefressen (erst sehr wenig untermischen, die Menge dann steigern, sonst verschmähen ihn die Kaninchen). Ansonsten kann er als Saft eingegeben werden.
  • Wärme tötet den Erreger ab, er hat es schwerer sich auszubreiten. Deshalb sollten die Kaninchen möglichst warm gehalten werden. Zusätzlich zur warmen Raumtemperatur kann eine Rotlichtlampe angeboten werden, die vom Kaninchen jeder Zeit verlassen und wieder aufgesucht werden kann. Wurden die Kaninchen bisher im Kalten gehalten, darf die Temperatur nicht zu abrupt angehoben werden.
  • Kolloidales Silber tötet nicht nur Bakterien, sondern auch Viren ab und ist sehr gut verträglich. Es kann auf die betroffenen Stellen aufgetragen, inhaliert und oral eingegeben werden.
  • Kokosöl hat ebenfalls antivirale Eigenschaften. Ca. 1 Teelöffel täglich unter ein Lieblingsfutter mischen (z.B. zerdrückte Banane, geraspelter Apfel…). Alternativ sind auch Kokosflocken geeignet.

Symptomatische Behandlung (je nach Symptomatik): 

  • Kolloidales Silber wirkt antibiotisch und antiviral: Die betroffenen Stellen an Augen, Ohren und anderen Hautbereichen schlagen oft gut auf Kolloidales Silber an. Mehrmals täglich damit die Mxome abwaschen.
  • Antibiotika (dieses wirkt nicht gegen den Erreger aber beugt Sekundärinfektionen vor) – meist Baytril wegen seiner guten Verträglichkeit. Es ist besonders wichtig, wenn lebensbedrohliche Sukundärinfektionen auftreten (z.B. Lungenentzündung).
  • Augentropfen oder -salben sind nötig, wenn die Augen betroffen sind. Alternativ kann Kolloidales Silber eingetropft werden.
  • Kokosöl (aus Bioläden oder dem Reformhaus) kann bei jeglichen Entzündungen der Haut (auch am Auge) angewendet werden. Es wird flüssig, wenn man es in der Hand reibt und es warm wird. Dann kann es problemlos verschmiert werden. Es wirkt meist sehr schnell und zuverlässig gegen Bakterien und Viren und ist dabei sehr gut verträglich. Angewendet wird es im Anfangsstadium um die Entzündung der Haut zu bekämpfen und die Heilung voranzutreiben. Später sollte besser kolloidales Silber verwendet werden, da Kokosfett zu stark fettet und somit die Pocken nicht trocknen/abfallen. Kokosöl wird alle ein bis zwei Tage auf die betroffenen Areale gerieben.
  • Die Nase muss, wenn sie betroffen ist, frei gehalten werden! Dafür sind fast immer Inhalationen (mehrmals täglich) nötig, am besten mit einem speziellen Gerät. Zudem wird sie von Verkrustungen und Sekret befreit (Nasenabsauger für Babys etc.). Ebenfalls gut frei gehalten wird sie durch das Verfüttern von Ingwer und Meerrettich. Teils helfen auch Schleimlöser. Eine verstopfte Nase führt recht schnell zur Lungenentzündung! Lassen Sie ihr Kaninchen möglichst mehrmals täglich inhalieren.
  • Inhalationen helfen die Nase frei zu halten (mit Kolloidalem Silber, Kochsalzlösung oder Thymian), deshalb sind sie mehrmals täglich sinnvoll. Am besten wird ein spezielles Gerät verwendet.
  • Ingwer wirkt hemmend auf die Entzündungsprozesse an den Augen und in den Atemwegen, aber auch im gesamten Körper. Zudem fördert er das Immunsystem und hilft sehr gut die Nase frei zu halten und den Schleim zu lösen. Damit er gefressen wird, sollte er in ein Lieblingsfutter (Apfel geraspelt oder zerdrückte Banane) gemischt werden. Beginnen Sie mit Kleinstmengen, die untergemischt werden und steigern sie die Menge langsam, damit der Brei nicht verschmäht wird.
  • Zufütterung ist nötig, wenn die Kaninchen kaum Nahrung zu sich nehmen. Am besten geeignet ist ein Brei aus Wildkräutern und Banane (im Mixer zerkleinert). Dieser Brei wird mit einer nadellosen Spritze ins Mäulchen eingegeben. Probieren Sie jedoch vorher, alles Mögliche anzubieten, z.B. frische Kräuter, Leckerlis, Haferflocken, Löwenzahn… Oft hilft es dem Kaninchen, das Futter hochzuhalten, dann bekommt es beim Fressen besser Luft.
  • Cortison ist sehr vorsichtig anzuwenden, da Kaninchen dieses sehr schlecht vertragen. Normalerweise sollte es nicht zum Einsatz kommen, bei Atemnot ist es jedoch zwingend erforderlich.

Eine Notimpfung ist nicht zu empfehlen, sie verstärkt sogar den Verlauf der Seuche!

Sie suchen Austausch mit anderen betroffenen Haltern und Tipps zur Genesung? In dieser Facebookgruppe können Sie sich austauschen.

Überlebende Kaninchen neu vergesellschaften?

Kaninchen scheiden nach einer überstandenen Myxomatose-Erkrankung weiterhin den Erreger aus. Wie lange sie ansteckend sind, ist unterschiedlich. Es wird empfohlen, die Kaninchen zu impfen und zunächst nur ebenfalls überlebende und geimpfte Kaninchen aufzunehmen. Nach zwei Monaten und einer gründlichen Desinfektion der Umgebung können auch normale Kaninchen dazu vergesellschaftet werden, sofern sie geimpft wurden.

Desinfektion nach Myxomatose

Zur Desinfektion eignen sich alle hier in Spalte 7b aufgeführten Desinfektionsmittel (viruzid wirkend auf behüllte Viren): Desinfektionsmittel
Beispielsweise:

  • Hitze (über 60 Grad – z.B. durch starke Sonneneinstrahlung, einen Dampfreiniger, Abflammen oder kochendes Wasser) töten ihn in wenigen Minuten ab.
  • Organische Säuren wie z.B. Essigsäure (Essigessenz), Ameisensäure, Zitronensäure etc.
  • mit 1h Einwirkzeit StallDes von Schöpf (1%ig)
  • mit gleicher Einwirkzeit (1 Std.) Halamid (1%ig)
  • mit 1 Std. Einwirkdauer Intercid (1%ig)

Meist ist eine Desinfektion nur an abwaschbaren Gegenständen möglich. Andere Einrichtungsgegenstände und Schutzhütten müssen ggf. entsorgt/ausgetauscht werden. Zudem sollte das Gehege nach der Desinfektion eine Weile leer stehend gelassen oder abgeflammt werden.
Das Erdreich muss zumindest etwa 30 cm abgetragen werden, dann kann man Gehwegplatten auslegen, mit kochendem Wasser alles abgießen und es eine Weile noch leer stehen lassen.
Alternativ kann ein neues Gehege an einer anderen Stelle im Garten aufgestellt werden.

Prävention/Schutzmaßnahmen

An erster Stelle ist hier die Impfung gegen Myxomatose zu nennen, die insbesondere in Seuchengebieten zuverlässig ausgeführt werden sollte. 

Weitere Schutzmaßnahmen: 

  • Konstanter Bestand, möglichst wenige Wechsel (Urlaubsbetreuung, neue Kaninchen…)
  • Kein Kontakt zu wildlebenden Kaninchen oder Hasen, auch nicht durch Gitter (z.B. durch zwei sichere Zäune mit Abstand zueinander)
  • Drei wöchige Quarantäne für neu aufgenommene Kaninchen
  • Schutz vor Insekten, z.B. durch Fliegengitter an den Fenstern (Innenhaltung) oder über dem Gitter (Außenhaltung)
  • Grünfutter von Wiesen mit (erkrankten) Wildkaninchen und Feldhasen ist insbesondere in Seuchengebieten und für ungeimpfte Kaninchen gefährlich
  • Erhöhte Vorsicht wenn Myxomatose in der Umgebung auftritt (keine Genstände von befreundeten Kaninchenhaltern leihen, kein Kontakt zu anderen Kaninchenhaltern oder Kaninchen)
  • Keine/kaum Medikamente anwenden, die das Immunsystem schwächen (z.B. Cortison)!

Die Schutzimpfungen bieten keinen Schutz vor Myxomatose (wie oft fälschlich angenommen!), sondern mildern im Falle einer Infizierung laut Impfstoffherstellern lediglich den Krankheitsverlauf ab. Egal ob geimpft oder ungeimpft, können Kaninchen an der Myxomatose erkranken (wenn auch seltener). Geimpfte Kaninchen haben im Schnitt allerdings einen milderen Krankheitsverlauf und somit bei entsprechender Behandlung eine größere Überlebenschance.
Geimpft wird immer nach Packungsbeilage, je nach Impfstoff ein- oder zweimal jährlich (möglichst im Frühjahr, ggf. noch mal im Herbst), da der Impfschutz sechs bis neun bzw. 12 Monate anhält. Bei Kaninchenbabys ist eine Grundimmunisierung (zwei Impfungen mit vier Wochen Abstand) nötig, zumindest in Seuchengebieten damit die Kaninchen, welche mit der ersten Impfung nicht erfasst wurden, sicher immun sind. Wir empfehlen den Impfstoff „Nobivac Myxo-RHD“, er hält 12 Monate an und muss nicht grundimmunisiert werden. Die Impfung ist nur wirksam wenn die Kaninchen absolut gesund sind und kein Befall mit Kokzidien, Würmern oder anderen Parasiten besteht (parasitäre Kotprobe ausnahmslos vor jeder Impfung!).

Zugelassene Impfstoffe in Deutschland (Lebendimpfstoffe): CUNIVAK JET, CUNIVAK MYXO, Lapimed Myxo id, Riemser Myxomatose-Vakzine, Lapimed RHD, RIKA-VACC Myxo dn, RIKA-VACC Myxo jet, RIKA-VACC Myxo

Zugelassene Doppelimpfstoffe (Kombi mit RHD): NOBIVAC Myxo-RHD, CUNIVAK COMBO, Dercunimix, RIKA – VACC Duo [Paul Ehrlich Institut, 2005]


 

myxomatose-impfmyxomatose-kaninchenImpfmyxomatose und andere Nebenwirkungen der Impfung

Besonders Kaninchen die bei der Schutzimpfung nicht 100%ig gesund sind, sondern z.B. versteckte Krankheiten (Kokzidien, Würmer…) haben, sind einer höheren Gefahr für Nebenwirkungen ausgesetzt. Kaninchen die mit Schnupfen infiziert waren, können durch die Impfung leichte Schnupfen-Symptome zeigen.Oft kommt es auch zu einer Schwellung an der Einstichstelle. Einzelne Kaninchen erkranken an der Impfmyxomatose, eine leichte Form der Myxomatose mit ähnlicher, aber deutlich schwächer ausgeprägter Symptomatik. Die Therapie wird meist mit Paramunitätsinducer bzw. mit Mitteln, die das Immunsystem puschen (Engystol, Zylexis etc.) vorgenommen. Die meisten Kaninchen erholen sich rasch von der Impfmyxomatose. Bei falscher Behandlung oder einem geschwächten Immunsystem kann es jedoch auch zu Todesfällen kommen.
Die Myxomatose-Impfung ist deshalb, und auch wegen ihrer nicht ganz ausgereiften Wirksamkeit (im Gegensatz zur RHD Impfung, die bestens vertragen wird und gut wirkt) etwas umstritten. In der Regel wird sie jedoch gut vertragen, inbesondere wenn die Kaninchen absolut gesund sind und zuvor eine Kotprobe auf Parasiten untersucht wurde. Außerdem sollte nicht bei Hitze, Minusgraden oder Stress (Zusammenführungen, Umzüge) geimpft werden. Bei alten oder chronisch kranken Kaninchen ist je nach Umgebung (Seuchengebiet?) von einer Impfung abzuraten.


 

Erfahrungsbericht zur Behandlung von 24 an Myxomatose erkrankten Kaninchen mit Kolloidalem Silberwasser

(20 Kaninchen haben überlebt!)

Kolloidales Silber: Kolloidales Silber gilt als umstritten. Seine Wirkung bei äußerlicher Anwendung ist wissenschaftlich belegt – es tötet Bakterien und Viren ab. Das es nur wenig Untersuchungen zu Kolloidalem Silber gibt, hat eine einfache Ursache. Für ein Mittel, das sich recht einfach selbst herstellen lässt, gibt es kaum Geldgeber, die aufwendige Studien finanzieren.
Unsere eigene Erfahrung mit Kolloidalem Silber zeigt, dass es – gerade äußerlich angewendet – hoch wirksam und völlig nebenwirkungsfrei ist. Es ist jedoch kein „Allheilmittel“ oder „Wundermittel“ und wirkt auch nicht bei allen Erkrankungen. Die oft plastisch aufgezeigten Nebenwirkungen treten auf, wenn man Silber pur oder in hohen Dosen zu sich nimmt. Kolloidales Silber enthält lediglich Silberkolloide, ultrafeine Partikel, nur geringfügig größer als ein Atom, so dass der Körper (selbst bei hohen Dosen) keine schädlichen Mengen Silber aufnimmt. Sehr gute Erfahrungen haben wir beispielsweise bei Augenerkrankungen, Abszessen, Infektionserkrankungen und Hautkrankheiten gemacht.

Vorweg: Erfahrungen mit Myxomatose und Kolloidalem Silber zeigen, dass es sehr wirksam ist und die Überlebensrate unglaublich erhöht. Während mit konventioneller Therapie ohne Kolloidales Silber meist 80-90%, teils auch 100% der Kaninchen an Myxomatose sterben, haben beispielsweise in diesem Fall durch die Behandlung mit kolloidalem Silber über 80% der Kaninchen überlebt!

Nun zum Erfahrungsbericht…

Wir wurde behandelt? Für die Behandlung meiner Kaninchen benutzte ich selbst hergestelltes kolloidales Silberwasser 25ppm. Als Dosierung empfehle ich die Standardempfehlung 2ml 25ppm/kg Körpergewicht.
Zusätzlich gab ich den Kaninchen 1-2 Wochen tägl. 1⁄2 Engystol Tabletten (für Menschen). Manche Kaninchen ließen sie sich in die Backe stecken, manchen löste ich sie in Wasser auf und bekamen sie mit Hilfe einer Insulinspritze oral.
Zusätzlich empfehle ich sobald sich Atemprobleme ankündigen mit 25ppm kolloidalem Siberwasser mit Hilfe eines Pariboys (Kaltvernebler) 3xtäglich zu inhalieren.Außerdem empfehle ich auch zusätzlich, wenn die Atmung beeinträchtigt, ist vom TA Antibiotikum per Spritze zu geben und das Spritzengeben zeigen zu lassen um es stressfreier zu Hause zu verabreichen.

Wie alles anfing…
Ende Oktober 2012 bemerkte ich bei mehreren meiner Kaninchen, dass die Augen belegt und sie teilweise leichte Schwellungen am Augenlied hatten. Auch manche Näschen waren schmierig. Da es gerade nach der Sprechzeit des TA war und am nächsten Tag ein Feiertag war, durchforstete ich das Internet und mir war schnell klar, dass es Myxomatose ist.
Meine Kaninchen waren nicht geimpft. Bei genauem Untersuchen der Kaninchen fand ich auch die geschwollenen Genitalien und einzelne kleinere Myxoknoten, vor allem an den Ohren.

Da ich fast nur negative Berichte fand und die meisten Tiere eingeschläfert werden oder trotz Behandlung sterben, beschloss ich den Kampf mit kolloidalem Silber zu starten.
Ich beschäftigte mich schon längere Zeit mit kolloidalem Silber und dachte mir, da es gegen Viren, Bakterien, Pilze und Einzeller wirkt und zusätzlich auch noch immunstärkend ist und die Wundheilung beschleunigt, sollte es eigentlich ideal gegen den Erreger ankämpfen.

Ich hätte meine Tiere gerne getrennt um weitere Ansteckungen zu vermeiden, aber es hatten schon um die 5-6 Tiere deutliche Symptome und ich hatte keine Möglichkeit für mehrere Monate bei 24 Kaninchen eine sichere Quarantänetrennung zu machen. Die Mücken flogen zu der Zeit noch in großen Scharen herum und die gelten ja als Hauptüberträger.

Gesunde und erkrankte Kaninchen zusammen im Gehege: 

19.11. 19.11.12

Ich begann meinen erkrankten Kaninchen kolloidales Silberwasser oral zu geben, ebenfalls als Augentropfen und per Nasensprayflasche ins Näschen. Die Krusten an den Augen und Nasen löste ich ab und spülte die Äuglein vorsichtig mit der Nasensprühflasche aus. Bei Bedarf bis zu 3mal tägl. Es war mir sehr wichtig, dass die Krusten an Augen und Nasen weg waren, weil sich darunter sehr viel gelber schmieriger Belag sammelte, der für Entzündungen sorgte.

Der Verlauf der Myxomatoseerkrankung war sehr unterschiedlich stark ausgeprägt. Es dauerte bei den Kaninchen zwischen 1-3 Monate bis die Erkrankung überstanden war. Die leichteren Fälle hatten verklebte leicht zugeschwollene Augen und eine leicht verklebte Nase und es war nach ca. 4 Wochen vorbei.

momo 27.12.12

lucy 27.12.12 sarotti 27.12.12 andy 27.12.12 bella 19.11.12 lou 27.12.12

 

 

 

 

 

 

 


Die schwereren Fälle
hatten sehr stark zugeschwollene Augen, dass die Augenlieder kaum einen Spalt offen waren. Dazu kam, dass ständig schmieriges Sekret produziert wurde, und die Augen komplett zu waren. Das gleiche war bei der Nase. Die war bei einigen Kaninchen eine große Kruste, die ich ständig ablöste und säuberte. Ihr könnt in diesem Stadium gar nicht oft genug die Äuglein sauber machen um zu verhindern, dass die Augen dauerhaft geschädigt werden. Aber auch diese Kaninchen sind noch durch das Gehege gehoppelt.

Bei einigen meiner Kaninchen trat zeitgleich eine Hornhauttrübung auf, deshalb ist das ständige Eintropfen mit kolloidalem Silberwasser ganz wichtig gewesen. Zwei Kaninchen mit besonders schlimmen Augen haben auch jeweils ein Irisulcus bekommen. Bei Beiden entstand auch ein Irisprolaps. Ich habe aber eisern weiter die Augen mit koll. Silberwasser weitergespült und die Augen konnten so erhalten bleiben. Bei dem einen Kaninchen blieb der Irisprolaps kleiner und er sieht sogar wieder etwas eingeschränkt auf dem Auge. Beim Anderen hat sich das Auge über viele Monate soweit regeneriert, dass es zwar blind geblieben ist, aber es hat wieder einen glatten Augapfel.

Monstas Irisprolaps akut und nach der Abheilung (wieder glatt):

monsta 27.12.12

monsta überstanden auge

Die Kaninchen, die auch die Augen und die Nase stark verkrustet hatten, bekamen zum großen Teil auch sehr starke Atemprobleme. Das sah so aus, dass sie für bis zu ca. eine Woche fast nur noch da saßen und mit offnem Mäulchen Luft einsaugten. In dieser Zeit hatte ich die größte Angst ins Gehege zu gehen, weil ich kein totes Tier finden wollte. Ich kann Euch nur raten, bitte reagiert sofort, wenn ihr merkt, dass sie eine Lungenentzündung bekommen!

Der Übergang ist so schleichend in diesem Stadium! Versucht Euch einen Pariboy zu organisieren und lasst die Kaninchen ruhig 3mal am Tag kolloidales Silberwasser inhalieren!

Am Besten noch zusätzlich Antibiotikum spritzen um es zu verhindern.

Ich habe aber selbst bei einigen Tieren miterlebt, wie sie dieses schlimme Stadium überlebt haben! Kontrolliert in dieser Zeit auch ob die Bäuchlein Eurer Kaninchen weich bleiben, weil sie ja kaum noch futtern können und sie ja deshalb auch noch eine Aufgasung bekommen könnten (für diesen Fall möglichst sofort mehrmals täglich Saab, Lefax, Dimeticon o. ä. geben). Bei mir hat keines der Kaninchen eine Aufgasung bekommen.

Mein schlimmster Myxomatosepatient war mein Kaninchen Alois. Er erkrankte als Letzter und hatte haselnussgroße Myxome an der Wirbelsäule entlang und an den Vorderpfötchen auf denen die Haare ausfielen. Seine Augen und die Nase waren Krustenplatten. Da er die Haare verlor musste ich ihn mit einem Partnertier in unseren Wäschekeller holen. Auch er bekam diese schlimme Atmung und es setzte sich eine Lungenentzündung drauf. Deshalb bekam er dann ca. für 7 Tage Antibiotikum, nach kurzem Absetzen fing er wieder an zu Röcheln und es gab noch mal für ca. 7 Tage AB zusätzlich zum koll. Silberwasser.

Alois Krankengeschichte in Bildern

Vorher gesund (1. Foto), erkrankt am 26.1.13 (2. Foto), nach dem Säubern der Augen (6. Foto), Myxome am Bein und Rücken (schon verkrustet) (7. und 8. Foto, 14. und 26.02.), Krusten lösen sich und fallen ab (10. und 11. Foto, 06. u. 17.03.). Alois hat zwar Narben zurück behalten aber ist ansonsten gesund und glücklich!

alois 27.12.12

alois 17.1.13

alois 17.1.13b - Kopie

 

alois 12.02.00

alois 12.02.

 

 

 

alois 14.2.13

14.2.13 26.2.13 alois 26.2.13

alois 6.3.13 alois 17.3.13 alois 14.4.13

 

 

Nach gut 2 Monaten begannen die Myxome an den Beinchen und am Rücken sich durch Krusten zu ersetzen und nach 2,5 Monaten fingen die Krusten an den Augen und der Nase von allein abzufallen. Das war der Zeitpunkt, dass ich immer wusste, dass es überstanden war und ich tropfte noch solange Kolloidales Silberwasser in Nasen und Äuglein, bis kein Sekret mehr kam und nichts mehr gerötet war. Auch die orale Silberwasser setzte ich meist bis dahin fort.

Insgesamt sind vier meiner Kaninchen gestorben:

  1. Gewitterwolke 1Jahr, zwei ungeplante Würfe Mai/Juni12, hatte nach 5 Wochen Krankheit gerade diese schlimme Atmung überstanden, beide Augen und die Nase waren verkrustet, hatte übernacht einen schlimmen Rückschlag und starb kurz nach Entdecken wohl an einer Lungenentzündung.
  2. Die Kurze 1 Jahr, ein ungeplanter Wurf mit 6 Totgeburten, letzte Totgeburt musste von mir fertig entbunden werden. Sie hatte wohl eine angeborene Beckenfehlbildung und auch eine Gebärmutterentzündung nach der Geburt und war auch sonst sehr anfällig. Sie hatte den 4. Tag die ersten Symptome an den Augen, bekam noch kein koll. Silber, aber täglich Engystol. Sie starb ohne dass sie sichtbare Probleme hatte übernacht.
  3. zahnfeh 27.12.12Zahnfeh 6 Mon., angeborene Zahnfehlstellung, deshalb auch etwas untergewichtig, bei Auftreten der ersten Symptome war er noch zum Kürzen der Backen- und Schneidezähne und sollte für eine „Zahnsanierung in Narkose“ noch zunehmen. Er starb nach 4 Wochen Kampf.
  4. felixFelix ca. 11 Jahre, er hatte geschwollene Augen, leichten Augen- und Nasenausfluss und die Atmung war gerade schlimmer geworden. Er starb leider schon ca. 1 Woche nach Ausbruch der Krankheit.

 

 

Gesundheitliche Folgen der überstandenen Myxomatose-Erkrankung bei meinen Kaninchen:

  • bella 27.12.12 sammy 27.12.12Manche haben Trübungen an der Hornhaut des Auges.
  • Manche haben vernarbte Tränenkanäle, deshalb bildet staut sich manchmal Sekret ins Auge zurück. Das kann man bei Bedarf aber ausmassieren.
  • Manche haben Vernarbungen in der Nase und niesen deshalb öfter.
  • Verschiedene kleinere Narben an Augenlidern und Näschen.

Ein Erfahrungsbericht von Gerti, die dafür kämpft, bessere Behandlungsmöglichkeiten für Kaninchen, die an Myxomatose erkranken, zu finden. Weitere Infos auf ihrer Homepage.

58 Antworten zu “Myxomatose”

  1. Johanna Schiffers sagt:

    Hallo!
    Wir waren auf der holländischen Insel texel, haben dort mit unseren Kindern Moos aus dem Wald für Ihre osternester gesammelt. Können wir das Moos verwenden, um einen Teil des Geheges auszulegen oder ist das irgendwie bedenklich in Bezug auf Infektionskrankheiten von anderen Kaninchen.
    Vielen Dank für eure Mühe
    Johanna

    • Freya Haase sagt:

      Hallo Johanna,
      sollte es sich bei der Insel um ein Myxomatose-Gebiet oder eine wildkaninchenreiche Gegend handeln, würde ich das Moos nicht verwenden. Grundsätzlich sollten eure Kaninchen gegen Myxomatose, RHD1 und RHD2 geimpft sein.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

  2. Yasu sagt:

    Hallo,
    Ich selbst durfte auc als ich noch jünger war leider schon den tödlichen Verlauf erleben, leider auch bei einer kurz vorm werfend stehenden Häsin (sie hatte es leider besonders schlimm erwischt (Köpfchen ins Ohren sehr stark geschwollen teils auch großen fellverlust)).
    Leider hatten wir mehrmals mit der Mixe zu kämpfen auch bei geimpften Tieren.
    Vor 3 Jahren war der letzte Ausbruch bei uns (Tiere Leben alle samt bei meinem Onkel handelt sich allerdings alles um Schlachttiere//leider auch ein Gebiet wo auch RHD sehr groß ausgebrochen war) hatte da schon bei den Tränenden Auge eines jungen Rammlers den Verdacht allerdings wurde dies als fremdkörper der ins Auge gelangt ist angetan. 2 Wochen danach alle bis auf 3 die gesondert untergebracht waren infiziert oder bereits verstorben.
    Da ich diesen grausam aussehenden Virus nicht nochmal erleben wollte Stand bei meinen Damen Daheim noch vor dem Einzug direkt der Impf Termin .

  3. Snoopy sagt:

    Liebes Kaninchenteam,

    wieviel Kortison bei st Atemnot kann man dem Kaninchen bei Myxomatose kurzzeitig geben ?

    Lg

  4. Anita sagt:

    Hallo, liebes KW-Team!
    Ich hatte einen Termin zur Myxomatoseimpfung . Als ich dort ankam hieß es, wenn die Kaninchen nur in Innenhaltung sind brauche ich die Impfung nicht und so wurde mir davon abgeraten. Bisher wurden die Kaninchen mit Nobivac Myxo und RHD 2015 und Cunivac Myxo und RHD im Mai 2016, sowie Filavac vhd k cund v im August geimpft und wären daher jetzt wieder mit Myxo an der Reihe. Mir kam das sehr entgegen, dass ich sie nicht gegen Myxo impfen lassen MÜSSTE, weil in diesem Impfstoff Aluminiumsalze verwendet werden die unter Verdacht stehen Demenz und Krebs zu begünstigen.
    Würde ich jetzt wieder Nobivac Myxo/RHD impfen lassen und im Januar/Feb. 17 wieder Filavac das gegen RHD 1 UND 2 schützen soll, wären Sie dreifach gegen RHD Viren geimpft. Wäre das nicht ein wenig zuviel des Guten, oder gibt es eine Alternative ? Und wenn ja, wie finde ich einen Tierarzt der diese Alternative anbietet im Raum Saarland – Pfalz? Besten Dank!
    Anita

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