Magenüberladung

Ein völlig überfüllter Magen wird als „Magenüberladung“ bezeichnet. Ursachen

  • Quellendes Futter (Pellets, Trockenfutter, Getreide, getrocknetes Gemüse/Obst, Leckerlis) oder Einstreu (Strohpellets, Klump-Katzenstreu), angefressene Gegenstände, trockenes Futter, besonders wenn plötzlich größere Mengen aufgenommen werden
  • Hastiges Fressen durch Nahrungsmangel oder seltene Fütterungen (füttern Sie mindestens zweimal täglich und ausreichend große Mengen)
  • Verstopfungen (z.B. auch durch Haarballen), diese hat wiederum viele Ursachen!

Symptome: Wie äußert sich eine Magenüberladung?

kaninchenkuschelnmickeyBetroffene Kaninchen sind meist teilnahmslos (apathisch), ziehen sich zurück und bewegen sich nicht mehr. Meist nehmen sie kein Futter mehr auf und wirken „aufgeplustert“, manche Tiere zeigen Schmerz-Anzeichen (Zähne-Knirschen, angespannte Körperhaltung). Auch der Kreislauf kann versagen (Untertemperatur, auffällige Atmung). Eine sichere Diagnose ist nur durch Röntgen beim Tierarzt möglich.

Behandlung: Was hilft?

das Kaninchen wird mit Schmerzmittel (z.B. Novalgin, 10-20 mg/kg, 2-3x tägl.), einem Entbläher mit dem Wirkstoff Simeticon/Dimeticon (Sab Simplex, 0,5-1 ml, mehrmals tägl., Lefax, Imogas, Dimeticon), Infusionen (20-40 ml/kg, 1x tägl.) und oftmals auch mit MCP (1-5 mg/kg, 3x tägl. – umstritten) versorgt. Zudem bekommt es Rodicare akut (ca. 3 Tropfen/kg, 3x tägl.) oder ein vergleichbares Medikament um die Verdauung anzuregen und den Nahrungsbrei abrutschen zu lassen. Auch Pflanzenöl (3-5 ml/kg, 2-3x tägl.) sollte eingegeben werden (dieses ist genauso wirksam wie Paraffinöl, aber hat weniger Nebenwirkungen). Bieten Sie Ihren Kaninchen eine Wärmflasche an, massieren Sie ihm sanft den Bauch und animieren Sie es sich zu bewegen und zu trinken. Sollte es kein Wasser aufnehmen, flößen Sie vorsichtig Obstsäfte (z.B. Ananas- und Apfelsaft) oder Verdauungstee (reinen Kräutertee) mit einer Spritze seitlich ins Maul ein. Da einer Magenüberladung fast immer eine Verstopfung zu Grunde liegt, sollte unbedingt wie bei einer Verstopfung zusätzlich behandelt werden!

Wichtig! Niemals darf bei einer Magenüberladung eine Zwangsernährung durchgeführt werden! Diese ist oftmals tödlich, da sie den Magen noch weiter überfüllt und die dünnen Mangenwände schnell reißen können. 

8 Antworten zu “Magenüberladungen”

  1. Tanja sagt:

    Hallo,

    meine Hasendame (10 Wochen) hat seit ein paar Tagen einen ziemlich hartes Bäuchlein und wirkt aufgebläht. Sie köttelt aber diese sind kleiner als normal und tropfenförmig geformt. Sie frisst normal und ist auch recht lebhaft und springt umher und macht keine Anzeichen dass sie Schmerzen hätte.
    Ich hab den Auslauf mit Hanfteppich ausgelegt und den hat sie ziemlich zerzupft und ich vermute dass sie davon was gefressen hat.
    Ich fütter die Kaninchen mit reichlich Grünfutter (Va. Löwenzahn) und morgens eine kleine Portion Grünhopper – Futter dazu.
    Sollte ich mit der Kleinen zum Tierarzt oder erst noch beobachten?

    Liebe Grüße
    Tanja

    • Freya Haase sagt:

      Hallo Tanja,
      einen Tierarzt solltest du aufsuchen, wenn dein Kaninchen das Fressen oder Kötteln einstellen sollte. Um dem vorzubeugen, kannst du Ölsaaten, Kokosöl, Rodicare Hairball oder Öl anbieten: http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/haut-fell/fellwechsel/. Das Frischfutter sollte aus Wiese oder gekauften frischen Kräutern, Salaten usw. bestehen, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Den Hanfteppich würde ich schnellstmöglich entfernen.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

  2. Yvonne sagt:

    Hallo

    Ich schreibe gerade in unglaublicher Verzweiflung und Trauer.
    Mein Mädchen Schnüpf liegt seit 3 Tagen in der Klinik. Zuerst wurde eine Magenüberladung diagnostiziert und behandelt. Sie hatte die typischen Symptome ( Untertemperatur 37,1, Zähneknirschen war aber recht munter jedoch keine Nahrungsaufnahme)
    1. Tag: Temperatur am Morgen schlechter 36,5 am Mittag besser 37,6, weiterhin recht munter , keine Nahrungsaufnahme , kotuntersuchung zeigt Parasiten und Hefe zusätzlich dagegen Medis bekommen, rö Bild zeigte nun auch aufgasung im Darm, knöttelt und macht pipi.

    2.Tag : Temperatur 37,6 , munter , hoppelt rum wirkt aufgeweckt , kaum noch Zähne knirschen , macht einen guten Eindruck , weiterhin keine selbstständige Nahrungsaufnahme , knöttelt und macht pipi.

    3.tag : der Schock, am Morgen Temperatur von nur 34, liegt nur noch , Blutuntersuchung zeigt auffällige (aber nicht Katastrophale!) nierenwerte und eine blutarmut, Röntgenbild war besser, starker Durchfall, war 6 Stunden bei ihr am Nachmittag hatte die dann jetzt 36,6 Temperatur, später Ultraschall der Nieren und anderen Organe.

    Ich bin am Ende 🙁 ich habe solche Angst dass sie es nicht schafft :((((. Dabei sah gestern alles so gut aus.

    • Hallo Yvonne,
      dass sich die Temperatur wieder höher geworden ist, ist ein gutes Zeichen. Wichtig ist, dass sie sich erst einmal wieder stabilisiert. Und auch die Röntgenbilder zeigen, dass der Tierarzt euch ernst nimmt und gut behandelt. Ich drücke ganz doll die Daumen!
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

  3. Jil sagt:

    Hallo!
    Ich war doch beim Tierarzt?
    Ich habe alle Medikamente und er hat heute schon wieder viel mehr gefressen..

    Ist es überhaupt normal dass sowas, also Aufgasung und Magenüberladung sofort nacheinander auftreten?

    Wir wollen jetzt nochmal eine Kotprobe abgeben und auf Hefen, Kozidien und so weiter unrersuchen lassen. Ansonsten ist er zum Glück auf einem guten Weg, habe ja auch oben beschrieben dass wir 3x beim Tierarzt waren und auch gut behandelt wurde.

    Gruß 🙂

    • Freya Haase sagt:

      Hallo Jil,
      du hattest gefragt, ob du erneut zum Tierarzt gehen solltest. Verdauungsprobleme haben oft mit zu trockenem Futter, Zahnproblemen oder Parasiten zu tun. Aufgasungen und Magenüberladungen können nacheinander auftreten, wichtig ist es, die Ursache dafür herauszufinden.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

  4. Jil sagt:

    Guten Abend!
    Mein Oreo hat am Sonntag Abend eine Aufgasung gehabt. Die wurde eefolgreixh behandelt Hnd Montag war er schon wieder ganz der Alte.
    Montag Abend plötzlich der Schock, wieder apathisch. Wieder zum Notdienst und geröngt..da war es plötzlich eine Magenüberladung 🙁

    Er bekommt nun 1x am Tag Benebac, 1x an Tag 1ml Antibiose, 3y am Tag 2ml Laktolose. Allerdings verhält es sich nun so, dass er zeitweise normales Verhalten zeit, zeitweise gechillt ist und zeitweise aber auch nur in einer Ecke hockt. Von allein isst er nicht viel, wenn ich ihm Möhrengrün direkt vor die Schnute halte nimmt er es, Erbsenflocken nicht immer.

    Bin ich zu ungeduldig? Sollte ich nochmal zum TA? Ich mache mich total verrückt und habe Angst um ihn.

    Gruß von den drei Hopplern aus Gladbeck

    • Freya Haase sagt:

      Hallo Jil,
      bitte such in deiner Umgebung nach einem auf Kaninchen spezialisierten Tierarzt und stell dein Kaninchen dort vor. Verdauungsprobleme können tödlich enden und es bedarf einer genauen Diagnose. Solchem Verhalten liegen meist Zahnprobleme oder Parasiten zugrunde, dies kann jedoch nur ein erfahrener Tierazt beurteilen.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

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