Zu den häufigsten Erkrankungen beim Kaninchen gehören Zahnkrankheiten, diese werden oft erst spät erkannt und wirken sich auf das Allgemeinbefinden aus, deshalb können sie auch zu Folgeerkrankungen führen.

Achtung! Nicht selten verhungern Kaninchen vor einem vollen Futternapf, weil sie durch Zahnfehlstellungen das Futter kaum aufnehmen können und nur darin herumwühlen, so dass es so wirkt, als wenn sie fressen würden.

Symptome: Woran erkenne ich Zahnerkrankungen?

zahnerkrankung-schneidezähne-kaninchenDie Symptome für Erkrankungen der Zähne sind vielfältig, die häufigsten sind:

  • Abmagerung oder Gewichtsabnahme durch geringere Nahrungsaufnahme
  • Ein nasses Kinn, nasse Stellen an den Vorderpfoten, Sabber unter dem Mund, in den Mundwinkeln oder am Hals
  • Durchfall oder andere Verdauungsprobleme (nicht unbedingt durchgängig)
  • Zähneknirschen
  • Zu lange, abgebrochene oder falsch wachsende Vorderzähne bei der Begutachtung
  • Das Kaninchen produziert weniger Kot oder Köttelketten die mit Fasern zusammen gehängt sind (nicht mit Haaren wie im Fellwechsel)
  • Das Kaninchen hält den Mund leicht geöffnet, schließt ihn nicht ganz
  • Es werden schleichend bestimmte Nahrungsmittel kaum noch gefressen (z.B. Nahrung die abgebissen werden muss oder härtere Nahrung), oft wird nur noch zerkleinertes oder weiches Futter aufgenommen
  • Das Kaninchen frisst (scheinbar) aber kann die Nahrung nicht richtig aufnehmen oder kauen bzw. das Futter fällt wieder aus dem Mund oder sie bekommen es nicht richtig mit den Zähnen gepackt
  • Das Kaninchen braucht länger um zu fressen, ist ständig hungrig, wühlt und sucht in der Nahrung
  • Starkes Kauen
  • Erhöhte Flüssigkeitszufuhr, vermehrtes Trinken
  • Einseitiger oder beidseitiger Nasenausfluss (siehe Grafik rechts!)

    Der Tränennasenkanal verläuft sehr dicht an den Wurzeln der Zähne, so dass Erkrankungen des Oberkiefers (retrogrades Zahnwachstum, Kieferabszesse…) oftmals nur durch Nasen- oder Augenausfluss sichtbar werden.

  • Einseitiger oder beidseitiger Augenausfluss (die Zahnwurzeln schieben sich durch den hohen Druck der zu langen Zähne in den Tränennasenkanal, siehe Grafik rechts)
  • Hervortreten eines Auges
  • Knubbel beim Abtasten des unteren Kieferknochens
  • Das Kaninchen zieht sich zurück, nimmt weniger an Aktivitäten teil

Ursachen: Wie entstehen Zahnerkrankungen?

Die Hauptursachen für Zahnprobleme sind:

  • Zu wenig Zahnabrieb (der lebenslang nachwachsenden Zähne) durch falsche Ernährung: Die Verfütterung von Trockenfutter, Brot, zu viel Mais oder Körnern ist die Hauptursache für Zahnprobleme. Kaninchen benötigen für einen gesunden Zahnabrieb rund um die Uhr ein hochwertiges Heu und abwechslungsreiches Grünfutter wie z.B. Gras, Löwenzahn, Klee, Zweige mit Blättern, Gemüsegrün, Blattgemüse, Kräuter… Gekauftes Kaninchenfutter und Brot sind völlig ungeeignet für die Ernährung, anderes Energiefutter sollte nur sparsam und nur bei Bedarf eingesetzt werden. Je mehr die Kaninchen kauen, desto besser ist der Zahnabrieb gewährleistet. Besonders gut und viel kauen sie bei nicht zu energiereichen, gut schmeckenden, ständig verfügbaren und faserigen (nicht gemahlenen/zerkleinerten) Futtermitteln.
  • Angeborene Fehlstellungen des Kiefers oder genetisch bedingte Zahnfehlstellungen durch die Vermehrung von Kaninchen ohne Genetikkenntnisse, oft bei Zwergkaninchen zu beobachten
  • tränende augen kaninchen zahnerkrankungDurch Gewalteinwirkung (traumatisch) bedingte Zahnerkrankungen, z.B. bei der Anwendung von Maulspreizern, durch das Gitternagen oder bei Stößen gegen die Vorderzähne, wenn die Kaninchen in Panik gegen Wände oder Gegenstände laufen bzw. bei einem Sturz auf die Vorderzähne der bei Zahnkürzungen mit der Zange („Knipsen“)
  • Alters-Zahnerkrankungen durch altersbedingte Zahnverschiebungen
  • Zahnerkrankungen durch Mineralstoffmängel, z.B. durch eine kalziumarme Ernährung, Vitamin D Mangel oder Nahrungsverweigerung bzw. schlechter Nährstoffaufnahme bei einer anderen Krankheit. Deken Sie an Vitamin D bei Innenhaltung! Der Mangel dieses Sonnen-Vitamins ist in Wohnungshaltung eine Hauptursache für Zahnfehlstellungen.
  • Geringere Nahrungsaufnahme durch andere Erkrankungen, durch die Nahrungsverweigerung wird weniger gekaut und somit die Zähne weniger abgeschliffen, Zahnkrankheiten entstehen

Begutachtung & Diagnose

zahnfehlstellung-zwergkaninchenBitte suchen sie einen kaninchenkundigen, auf Zahnmedizin spezialisierten Tierarzt auf.

Kaninchenkundige Tierärzte finden

  • Die Schneidezähne lassen sich beim Kaninchen meist mit einem geübten Griff vom Tierarzt einigermaßen in Augenschein nehmen. Wenn die Schneidezähne zu lang oder falsch wachsen, sind so gut wie immer auch die Backenzähne erkrankt.
  • Die Backenzähne hingegen können recht schwer eingesehen werden. Für die erste Untersuchung reicht es aus, mit einem Otoskop oder Wangenspreizer das Maul zu betrachten. Niemals sollte dazu ein Maulspreizer verwendet werden, da dieser den Kiefer brechen oder die Zähne lockern kann, so dass eine Fehlstellung, eitrige Zahnwurzeln (und Kieferabszesse) oder abgebrochene Zähne die Folge sind.
  • Besteht der Verdacht für Zahnerkrankungen, so ist es unumgänglich, die Zähne zu röntgen, denn 80% der Zahnerkrankungen befinden sich in den Zahnfächern oder an den Zahnwurzeln und sind somit nach außen nicht sichtbar! Der Kopf muss in min. zwei Ebenen (von oben/unten und von der Seite) geröngt werden. Sollte Ihr Tierarzt dies nicht anbieten, ist er ggf. nicht kaninchenkundig! Für Röntgenaufnahmen ist normalerweise keine Sedation oder Narkose nötig.
  • Eine korrekte Auswertung der Röntgenbilder ist durch die Referenzlinien nach Böhmer und Crossley möglich.
  • Ist der Tränennasenkanl mit betroffen, kann neben der Diagnostik der Zähne, ein Durchspülen des Tränennasenkanals (ist er durchgängig?), Anfärben des Augen (ist durch die chronische Entzündung ein Infekt der Hornhaut sichtbar?) und ggf. auch eine Kontrastmitteluntersuchung des Tränennasenkanals (wo ist die Engstelle?) sinnvoll sein.
  • Auch andere bildgebende Verfahren (CT oder MRT) sind denkbar zur Diagnostik und je nach Erkrankung oftmals aussagekräftiger.

Sehr lesenswert ist dazu der Artikel von Fr. Dr. med. vet. Böhmer:
Frage an den Tierarzt/Tierärztin: „Sind die Zähne meines Kaninchens in Ordnung?“

Behandlung von Zahnerkrankungen

Je nach Krankheitsbild werden folgende Behandlungsmethoden gewählt:

a gezogene schneidezähne kaninchen

Entfernte Schneidezähne bei einem Deutschen Riesen mit Fehlstellung.

Schneidezahnerkrankungen

  • Kürzung überlanger Vorderzähne nach den Referenzlinien, die Zähne dürfen aber keinesfalls mit Zangen abgeknipst werden, sondern müssen immer mit routierenden Werkzeugen abgeschnitten werden. Dis ist ggf. auch ohne Narkose möglich. Das Abzwicken führt zu Haarrissen, lockeren/wackeligen Zähnen oder porösen Zahnwachstum, all dies unterstützt die Bildung von Eitergeschehen/Kieferabszessen! Die Kürzungen müssen alle 3-6 Wochenwiederholt werden, deshalb wird häufig eine Schneidezahnentfernung durchgeführt.
  • Entfernung von Schneidezähnen mit starker Fehlstellung, besonder sinnvoll wenn ur die Vorderzähne fehlgestellt sind und zwar so stark, dass sie nicht mehr zu Abbeißen der Nahrung verwendet werden können. Nach der Entfernung der Schneidezähne können die Kaninchen nicht mehr selber abbeißen und müssen daher zerkleinertes Futter (geraspelt oder in Streifen geschnitten) angeboten bekommen.
  • Abgebrochene Schneidezähne wachsen von selber wieder nach, allerdings muss der Gegenspieler, der nun ungehindert wächst, gekürzt oder kontrolliert werden, sonst kann es zu Fehlstellungen kommen. Zudem sollte die Ursache behoben werden. Bei brüchigen, maroden Zähnen liegt eine Mangelernährung vor, eine ausreichende Kalzium- und Energiezufuhr behebt die Problematik. Auch Niereninsuffizienz oder Vitamin D Mangel kommt als Ursache in Frage.

Backenzahnerkrankungen

  • Einschleifen der zu langen Backenzähne nach den Referenzlinien, Entfernung von Zahnharken, Zahnbrücken und Ähnlichen. Auch hier dürfen ausnahmslos nur routierende Werkzeuge verwendet werden. Deshalb ist eine Sedation nötig. Das Abzwicken führt zu Haarrissen, lockeren/wackeligen Zähnen oder porösen Zahnwachstum, all dies unterstützt die Bildung von Eitergeschehen/Kieferabszessen! Nach der Behandlung sollte eine Röntgenkontrolle mit Referenzlinien erfolgen, damit ggf. nötig Nachbesserungen in der gleichen Narkose durchgeführt werden können.
  • Operative Entfernung von Zähnen mit eitriger Zahnwurzel (siehe Kieferabszess).
  • Übermäßiges Einschleifen von Zähnen mit retrogradem Wachstum um eine temporäre Entlastung zu erreichen, dadurch festigen sich die Zähne oftmals und das retrograde Wachstum kann gestoppt werden. Es sollten regelmäßig Kontrollen erfolgen.
  • Behandlung ggf. aufgetretener Mundschleimhautverletzungen

Viele Kaninchen sterben jährlich an den Folgen des Zähneknipsens, die dadurch entstehenden Haarrisse führen zu Entzündungen, diese wiederum zu Eiter und Abszessen, die extrem hohe Behandlungskosten verursachen, oft müssen die Kaninchen daraufhin erlöst werden.

Fallbeispiel Kieferabszess durch „Zähneknipsen“: Vorher – Nachher

Gizmo-gesundkieferabszess-kaninchen

Gizmos Backenzähne  waren eines Tages als Folge des „Zähneknipsens“ stark vereitert, es entstand ein Kieferabszess. Trotz intensiver Behandlung hat er es nicht geschafft und musste schließlich erlöst werden. Gizmo musste im Alter von vier Jahren erlöst werden. Dieses Schicksal teilen unzählige Kaninchen in Deutschland.

Korrektur ohne Narkose?

  • Etwa 80% aller Zahnerkrankungen beim Kaninchen werden bei einer Untersuchung ohne Narkose oder Sedierung übersehen. Oft werden die Schneidezähne gekürzt ohne Backenzahnerkrankungen zu behandeln. Mit Narkose und Röntgendiagnostik (in mehreren Ebenen) können etwa 90% der Zahnerkrankungen erkannt werden. Durch unentdeckte Erkrankungen kann durch eine Behandlung meist nicht das angestrebte Ergebnis erzielt werden.
  • Eine Untersuchung ohne Narkose verursacht bei fast allen Kaninchen enormen Stress, dieser kann zu zum Schocktod und Abwehrbewegungen (die zu starken Verletzungen der Wirbelsäule und Zähne, des Zahnfleisches oder des Kiefers führen können, oft entstehen so Fehlstellungen der Schneidezähne) führen.
  • Ein Maulspreizer darf auf keinen Fall ohne Narkose angewendet werden, er ist jedoch für eine saubere Diagnostik unumgänglich.
  • Bei einer Untersuchung ohne Narkose kommt es zu einer starken Kreislaufbelastung, die nachher das Narkoserisiko stark erhöht.
  • Für die professionelle Korrektur der Zähne sind routierende Werkzeuge erforderlich, denn nur diese ermöglichen eine exakte Behandlung und haben gegenüber Zangen den Vorteil, dass sie die Zähne nicht lockern oder splittern lassen. Durch gesplitterte Zähne kommt es zu Entzündungen, die oft die vollständige Entfernung der Zähne oder schlecht zu behandelnde Abszesse und Eitergeschehen nach sich ziehen. Routierende Instrumente sollten aus Sicherheitsgründen nur an sedierten Kaninchen angewendet werden.

Zahnerkrankung-abgebrochener-zahnDeshalb ist es unumgänglich, bei Zahnerkrankungen das Kaninchen in Narkose oder Sedation zu untersuchen und zu behandeln. Sollte ein chronisches Zahnproblem bestehen, so dass in geringen Abständen eine Kürzung nötig ist, kann versucht werden, diese ohne Narkose durchzuführen, besonders wenn das Kaninchen schon älter oder nicht narkosefähig ist. Manche Kaninchen gewöhnen sich mit der Zeit an die stressige Tortur. Tortzdem sollten die Zähne nicht abgezwickt, sondern mit einer Trennscheibe abgeschnitten, geraspelt oder aber geschliffen werden!

Ist das Kaninchen nicht narkosefähig, müssen Korrekturen so gut es geht ohne Narkose vorgenommen werden oder das Kaninchen soweit stabilisiert werden, dass man es sedieren kann.

Weitere Erläuterungen zum Thema finden Sie hier:
Die Empfehlung der DGT (Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde) zur Zahnbehandlung bei Kaninchen und Nagern

leicht tränende augen zahnErnährung bei Zahnerkrankungen

Oftmals sind Ernährungsfehler die Ursache für Zahnerkrankungen, deshalb sollten betroffene Tiere auf eine reine Günfutterernährung umgestellt werden. Wurden jedoch die Schneidezähne entfernt oder hat das Tier sehr starke Backenzahnfehlstellungen, so ist eine spezielle Ernährung erforderlich. Mehr dazu finden Sie hier.

Fotoquellen: u.a. Uwe Gille / Kalumet

Quellen/Weiterführendes:
Böhmer, E., Crossley, D.(2009): Objective interpretation of dental disease in rabbits, guinea pigs and chinchillas. Use of anatomical reference lines.  Schattauer
Böhmer, E. (2011). Zahnheilkunde bei Kaninchen und Nagern: Lehrbuch und Atlas; mit 27 Tabellen. Schattauer.
Böhmer, E. (2017): Frage an den Tierarzt/Tierärztin: „Sind die Zähne meines Kaninchens in Ordnung?“ [http://curoxray.de/blog/frage-an-den-tierarzttieraerztin-sind-die-zaehne-meines-kaninchens-in-ordnung/, 9.12.2017]
Ewringmann, A. (2016): Leitsymptome beim Kaninchen: diagnostischer Leitfaden und Therapie. Georg Thieme Verlag.
Gabriel, S. (2013): Röntgendiagnostik bei Malokklusion des Kaninchens. veterinär spiegel, 23(01), 17-22.
Gabriel, S. (2014); Extraktion der Inzisivi bei Kaninchen. kleintier konkret, 17(S 01), 13-19.
Gabriel, S. (2016): Molarenextraktion bei Heimtieren–Indikation und Technik. kleintier konkret, 19(S 02), 18-22.
Gabriel, S. (2015): Praxisbuch Zahnmedizin beim Heimtier. Georg Thieme Verlag.
Glöckner, B. (2002): Untersuchungen zur Ätiologie und Behandlung von Zahn-und Kiefererkrankungen beim Heimtierkaninchen (Doctoral dissertation, Freie Universität Berlin, Universitätsbibliothek).
Glöckner, B. (2014): Spülung des Tränennasenkanals bei Dakryozystitis und Dakryostenose. kleintier konkret, 17(S 01), 27-30.
Glöckner, B. (2016): Dacryocystitis beim Kaninchen. team. konkret, 12(04), 8-13.
Harcourt-Brown, F. M. (1996): Calcium deficiency, diet and dental disease in pet rabbits. The Veterinary Record, 139(23), 567-571.
Harcourt‐Brown, F. M., & Baker, S. J. (2001): Parathyroid hormone, haematological and biochemical parameters in relation to dental disease and husbandry in rabbits. Journal of Small Animal Practice, 42(3), 130-136.
Harcourt-Brown, F. (2006): Metabolic bone disease as a possible cause of dental disease in pet rabbits.
Harcourt-Brown, F. (2009): Dental disease in pet rabbits 1. Normal dentition, pathogenesis and aetiology. In Practice, 31(8), 370. [https://www.researchgate.net/profile/Frances_Harcourt-Brown/publication/298854593_Dental_disease_in_pet_rabbits_1_Normal_dentition_pathogenesis_and_aetiology/links/5794c62808ae33e89f97970b/Dental-disease-in-pet-rabbits-1-Normal-dentition-pathogenesis-and-aetiology.pdf, 9.12.2017]
Hartmann, M. (2007): Zahnextraktion hypsodonter Zähne bei Nagern und Hasenartigen. veterinär spiegel, 17(01), 22-27.
Jekl, V., & Redrobe, S. (2013): Rabbit dental disease and calcium metabolism–the science behind divided opinions. Journal of Small Animal Practice, 54(9), 481-490.
Korn, A. K. (2015): Zahn-und Kieferveränderungen beim Kaninchen: Diagnostik, Auftreten und Heritabilitäten.
Köstlinger, S. (2014): Vergleich der digitalen Röntgenuntersuchung mit der computertomographischen Untersuchung des Schädels bei zahnerkrankten Kaninchen(Doctoral dissertation, Bibliothek der Tierärztlichen Hochschule Hannover).

87 Kommentare
« Ältere Kommentare
  1. Veronika Killer
    Veronika Killer says:

    Hallo liebe Team,
    unserem Kaninchen Lupo wurden vor 3 Tagen zwei Backenzähne entfernt, da diese unter Eiters standen. Auch seine Scheidezähne wurden gekürzt. Wahrscheinlich besteht das Zahnproblem schon länger, da Lupe immer wieder mit einer fließenden Nase oder Durchfall zu kämpfen hatte. Er bekommt jetzt zusätzlich ein Antibiotikum wegen einer Entzündung, da aber nach Rücksprache mit unserem Tierarzt stark zurückgegangen ist. Unsere Frage ist: Lupo frisst sehr wählerisch und derzeit nur weiche Dinge. Wir füttern derzeit mit Brei zu. Wie bringen wir Ihn wieder zum umfangreichen Fressen, auch festerer Nahrung? Über eine Antwort würden wir uns freuen. Liebe Grüße Vroni Killer

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Vroni,
      er hatte wahrscheinlich starke Schmerzen beim Kauen und konnte deshalb nur weiche Sachen essen. Hier würde ich zu einem weichen Übergang raten. Was ihr erst einmal machen könnt, ihr könnt Gemüse mit der feinen Reibe kleinmachen und Kräuter klein schnibbeln (geht am Besten mit einer Küchenschere) und vermengen. Hier kann man alles Mögliche nehmen, wie Fenchel, Karotte, Stangensellerie, sogar Kohlrabistengel und -blätter. Zum verfeinern, kann man noch ein Bisschen Haferflocken hineinmischen. Mag er das, kann man die grobe Käsereibe nehmen, danach etwas gröber schneiden usw. Ich gebe zu es ist mühselig, aber man freut sich immer, wenn der Napf leer ist :).
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  2. Ingrid Eislmair
    Ingrid Eislmair says:

    Hallo liebes Team,

    ich hab leider auch ein großes Problem. Wir haben einen 1 1/2 Jahre altes Farbenzwergkaninchen, das vor gut 2 Wochen eine Magen OP hatte, da es ganz viele Haare im Magen hatte, dass es nicht mehr selber raustransportieren konnte und sonst verhungert wäre. Unser Schnuppi ist ein Stubenhäschen mit seiner Freundin Bieni, das ein Langhaarzwerghäschen ist – und von da leider sehr viele Haare ins Bäuchlein von Schnuppi ( er ist ein Herr) gelangt ist. Die OP verlief super- mein großes Problem ist, dass er einfach keine feste Nahrung noch nicht frisst ausser getoastetes Roggentoastbrot – das schmeckt ihm bzw. wird er für seine Zähne brauchen….. ich weiß das ist nicht das gelbe vom Ei aber besser als gar nix. Meine Frage – habt ihr Erfahrung wie lange eine Breinahrung normal ist – bzw. warum unser Schnuppi gar nix festes ist. Wir sind in Behandlung einer Tierklinik, und das Gebiss wurde auch schon untersucht – alle ok. Kann es sein, dass er immer noch Schmerzen hat? Er liegt auch immer zusammen gekauert da, früher lag er lang ausgestreckt da…. ehrlich gesagt möchte er den ganzen Tag gestreichelt werden….. war wir auch viel tun…. Habt ihr Rat für mich uns Schnuppi – wäre euch sehr dankbar Danke und liebe Grüße Ingrid

    Antworten
  3. Melanie
    Melanie says:

    Liebes Kaninchenwiese-Team,
    wir haben seit Mai letzten Jahres 2 Großsilber hell in einem 25qm Freigehege. Wir haben sie als Jungtiere mit etwa 10 Wochen bekommen. Sie bekamen über den Sommer ausschließlich frisches Gras, Heu, Blattgemüse, Karotten ect.
    Anfang Dezember bemerkte ich, dass der Kleinere der beiden nicht mehr richtig frisst. Nach einem Besuch beim Tierarzt war klar, dass eine Zahnfehlstellung vorliegt, so dass die oberen Schneidezähne bereits den Unterkiefer innen verletzt hatten.
    Die Schneidezähne wurden gekürzt und das Kaninchen hat in den letzten 4 Wochen auch 300 Gramm zugenommen.
    Nun meine Frage, wie kann es sein, dass von Mai bis zum Dezember keine Zahnprobleme auftraten, wo doch die Zähne wöchentlich über einen mm wachsen?
    Mit einsetzen des Schnees bei uns ende Oktober hat sich das Futter insofern geändert, dass es kein frisch Gras mehr gibt.
    Weiterhin Kohlrabiblätter, Wirsing Blätter, Salat, Heu, und etwas mehr Karotten, ect.
    Ich möchte eigentlich vermeiden alle 3-4 Wochen beim Tierarzt erscheinen zu müssen.
    Vielen Dank im Voraus für Tips und Hilfen
    Lg
    Melanie

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Melanie,
      Gemüse wie Salate, Möhren und co kommen in der Natur so noicht vor, sie wurden für den menschlichen Verzehr gezüchtet. So hat man den Gehalt an Fasern zurückgezüchtet und den Gehalt an Wasser und Zucker erhöhen können. Da Kaninchen aber erst seit einigen Jahrzehnten, nicht wie Hunde, Katzen oder Pferde seit Jahrhunderten oder gar -tausenden, domestiziert sind, haben sie immer noch den Bedarf an ihrer natürlichen Nahrung. Wildkaninchen dagegen ernähren sich eher von Wildkräutern, Gräsern und Laub, die viel Wasser und Fasern enthalten. Diese Fasern sind sehr rau und müssen stark gekaut werden, was dann wiederum die Zähne abschleift. Durch den Wassergehalt und der Beschaffenheit der Fasern geschieht dies in größerem Maße als bei trockenem Heu. Deshalb verschlimmern sich Zahnprobleme gerade im Winter. Hier empfehle ich eher auf raue Gemüse wie Grünkohl, Möhrengrün und Kohlrabiblättern zurückzugreifen und ab dem Frühling auf Wiese http://www.kaninchenwiese.de/ernaehrung/futtermittel/gras-und-wiesenkraeuter. Dies kann eine so grobe Zahnfehlstellung nicht berichtigen, aber es kann beim Zahnabrieb helfen und dafür sorgen, dass die Abstände größer werden, in denen man zum Schleifen muss.
      Des Weiteren scheint hier stark eine genetische Prädisposition da zu sein, da sich die Zahnprobleme anscheinend in der Pubertät „reinwuchsen“. Hier kann man leider nicht viel tun.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
      • Melanie
        Melanie says:

        Hallo Kathinka,
        seit heute morgen haben wir noch ein ganz anderes Problem. Der Fuchs hat unser Gehege geknackt und nun haben wir nur noch ein Kaninchen.
        Dummerweise ist das mit der Zahnfehlstellung zurück geblieben.
        Jetzt sind wir am überlegen was zu tun ist?
        Fest steht wir wollen wieder zwei haben. Aber im Winter kann ich kaum ein neues Jungtier direkt ins Freie setzen, oder?
        Das verweiste Kaninchen alleine bis anfang April im Freigehege zu lassen ist wohl auch keine gute Alternative. Und kann ich ein neues Jungtier an das verweiste Kaninchen gewöhnen?
        Eine Option wäre: Es gibt bald Kaninchenbraten und erst im Frühjahr wieder zwei neue Jungtiere, die wieder gemeinsam aufwachsen.
        Bevor hier nun alle Kaninchenliebhaber aufschreien: Es sind, bzw. waren die Kaninchen unserer Kinder, die sich auch täglich um sie gekümmert haben und momentan tief traurig sind. Aber wir leben hier auf dem Land. Der Kreislauf des Lebens spielt sich direkt vor unserem Fenster ab. Wir sehen morgens Rehe und Hasen, aber eben auch Füchse und Marder ums Haus spazieren und können auch deren Kitze und Jungtiere beobachten.
        Nun suchen wir eine möglichst Tiergerechte Lösung für unser Problem.
        Lg
        Melanie

        Antworten
  4. Anni
    Anni says:

    Hallo Kaninchenwiese-Team,
    mein Kaninchen hat schon lange Zahnprobleme obwohl er erst 1,5 Jahre alt ist. Er war schon als Baby nur halb so groß wie er sein sollte und ein „Nachzügler“. Hat von Geburt an ein blindes und ein halb blindes Auge. Die erste Zahnbehandlung war leider nicht bei einem Spezialisten. Da war er ca. 9 oder 10 Monate alt. Dort wurden ein Schneidezahn und 2 Backenzähne entfernt da er irgendwann aufgehört hat zu fressen. (Abszess und lockere Backenzähne). Er war auch immer wieder nass um dem Mund. Aber auch schon von Geburt an. Es wurde danach etwas besser mit dem nassen Mund. Er hat aber nur noch gehobeltes und klein geschnittenes gefressen. Aber immer mit großem Appetit. Nach kurzer Zeit wurde er aber wieder nasser und ich bin zu einem Spezialisten. Dort wurden die Backenzähne geschliffen da sie schief waren. Das hat geholfen. Da ihm aber ja ein Schneidezahn fehlte waren wir regelmäßig zur Kontrolle usw. dort. Nun wurden die Schneidezähne komplett entfernt um ihm den Stress zu ersparen und weil sie schief gewachsen sind und noch zwei Backenzähne. Diese sind wohl auch schief gewachsen oder waren locker. Laut TA hat er wohl auch keine voll ausgebildeten Zähne sondern einfach „irgendwas undefinierbares“ im Mund. Nun frisst er aber seit 5 Tagen nichts. Er bekommt Brei und trinkt. Er ist schon unterwegs aber eher zurückhaltend. Gehe morgen zum TA. Was kann ihm denn noch helfen? Ich bin recht verzweifelt. Er ist doch noch so jung.
    Danke im Voraus.
    Anni

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Anni,
      leider muss man nun erst einmal schauen woher die Probleme kommen. Hierfür sollte man den Kopf röntgen, um wirklich sehen zu können, woher die Probleme kommen. Ansonsten wären hier eventuell Schmerzmittel und feingeraspelte Gemüse hilfreich.
      Liebe Grüße und gute Besserung,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
      • Anni
        Anni says:

        Hallo Kathinka,
        danke für die Antwort! Es geht ihm besser. Man musste ihm das Futter in den Mund geben damit er merkt dass er trotzdem kauen kann. Jetzt frisst er wieder. Er hat wohl nur nicht recht verstanden wie das jetzt funktioniert 🙂
        Gruß
        Anni

        Antworten
  5. Mirjam
    Mirjam says:

    Hallo liebes Kaninchenwiese-team
    Ich habe vor einer Woche 2 Kaninchen aus schlechter Haltung zu mir aufgenommen. Diese wurden dann von meinem Tierarzt untersucht, und das Weibchen hatte abgebrochene Schneidezähne. Der TA vermutet eine Zahnfehlstellung. Die Backenzähne sind nicht betroffen. Nun muss ich warten bis die Schneidezähne nachgewachsen sind. Die oberen sind schon wieder zu einem Viertel da, die unteren sind komplett abgebrochen. Ich habe gelesen das man alle 3 bis 6 Wochen zum Kürzen muss, wenn die Zähne wieder nachgewachsen sind. Wäre es sinnvoller, die Schneidezähne komplett entfernen zu lassen? Und was passiert, wenn die oberen Zähne nachgewachsen sind, aber die unteren noch nicht ganz? Dann wachsen doch die oberen weiter….
    Ich würde mich sehr über eure Antwort freuen!
    LG Mirjam

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Mirjam,
      durch entsprechendes Anschleifen der Schneidezähne kann man, je nach Fehlstellung, erreichen, dass die oberen auf die unteren Schneidezähne treffen und sich dadurch mit entsprechender Frischfutterernährung abnutzen. Dazu müsstest du das Wachsen der Zähne abwarten. Evtl wachsen sie in richtiger Stellung und es sind keine weiteren Eingriffe notwendig. Eine komplette Entfernung der Schneidezähne ist dann sinnvoll, wenn ein Kürzen der Zähne in sehr häufigen Abständen stattfinden muss, was dem jeweiligen Kaninchen sehr viel Stress bereitet und die Schneidezähne aufgrund der Fehlstellung nicht benutzt werden können. In deinem Fall, denke ich, dass es zu früh ist, solche Entscheidungen zu treffen. Einem ungleichmäßig schnellen Wachstum der oberen und unteren Schneidezähne kann man durch Abschleifen der schneller wachsenden Zähne begegnen. Wichtig ist, dass die Schneidezähne nicht abgeknipst werden, sondern eine, sich schnell drehende Schleifscheibe eingesetzt wird, damit das Kürzen sich minimal auf die Zahnwurzel auswirkt.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  6. Caro
    Caro says:

    Hallo liebes Team,

    mein Findus ist ein Jahr alt und hat seit jeher eine Zahnfehlstellung. Er wurde bisher 4 mal operiert. Nach dem Röntgen wurden beide Schneidezähne gezogen und ein Kieferabzess vor 2 Monaten entfernt (noch keine Schädigung des Kieferknochens). Der betroffene Backenzahn (Abzess) konnte nicht entfernt werden. Er sitzt zu fest.
    2 Monate klappte alles super, nun habe ich gestern erneut am selben Backenzahn einen Kieferabzess entdeckt. Findus wurde sofort gestern operiert, wieder wurde der Abzess gespalten und entfernt. Ein erneuter Versuch, den Backenzahn zu ziehen, scheiterte wieder. Laut Ausssage meiner TA ist das Ziehen seines betroffenen Backenzahnes nicht möglich und der Abzess wird alle paar Monate wieder kommen.
    Spülen müsssen wir nicht, als Medikamt eine Wochen Enrobactin.

    Ich bin verzweifelt. Ich kann meinem Häschen doch nicht ständig OPs antun!!?? Er ist sonst fit und sehr lieb. Wir möchten ihn nicht verlieren.
    Gibt es aus eurer Sicht noch alternative Lösungen? Wurde bisher alles richtig behandelt? Sollten wir einen anderen TA aufsuchen (sind sonst mit unserem sehr zufrieden).

    Vielen lieben Dank im Voraus.
    VG Caro

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Caro,
      nun mussten wir uns im Team erst einmal beraten. Also bei deinem Kaninchen scheint es sich um einen recht schwierigen Fall zu handeln und leider sollte der Zahn wirklich entfernt werden, wenn darunter ein Abszess ist.
      Ich rate wirklich einen Tierarzt zu suchen, der sich auf Zahnbehandlungen spezialisiert hat, schau mal hier http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/ist-mein-kaninchen-krank/kaninchentierarzt.
      Das Kaninchen sollte gut untersucht und geröngt werden, damit man weiß mit was man es hier zu tun hat. Meist müssen die Zähne dann auch regelmäßig geschliffen werden. Eine gute Diagnose hilft dann aber bei der weiteren Behandlung.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
« Ältere Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.