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Mäuseplage im Kaninchengehege – was hilft wirklich?

Foto: 3268zauber

Viele Halter haben Probleme mit Mäusen im Kaninchengehege. Foto: 3268zauber

Gerade im Herbst und Winter haben viele Halter mit Mäusen oder sogar Ratten zu kämpfen, besonders Tierheime, Notstationen & Co. oder auch Halter vieler Tiere haben oft ein hartnäckiges Mäuseproblem.

Wir hatten selbst schon einmal vor vielen Jahren ein Rattenproblem, das durch einen Trick schnell erledigt war. Dabei wollten wir nicht mit Gift vorgehen, so wie es in vielen Tierheimen und Zoos verbreitet ist.

Ebenfalls hatten wir auch schon einmal mit der Ansiedlung von Mäusen zu kämpfen, mit dem gleichen Trick waren diese aber auch schnell wieder verschwunden.

Welche Möglichkeiten, Mäuse zu bekämpfen, sind bekannt?

Gift

Eine einfache Möglichkeit, Mäuse zu bekämpfen, ist der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln, allerdings ist dieser weder tiergerecht, noch von Dauer: Die Mäuse kommen in der Regel immer wieder und müssen mehrmals im Jahr erneut vergiftet werden.

meerschweinchen-kaninchenMeerschweinchen gegen Ratten und Mäuse?

Immer wieder hört man, dass Meerschweinchen Ratten und Mäuse fernhalten sollen, das ist jedoch ein Mythos und funktioniert in der Praxis nicht!

Mäusesicheres Gehege

Durch mäusesicheren Draht können Mäuse ferngehalten werden, vor ausgewachsenen Mäusen ist jeder Volierenraht mit bis zu 0,8 mm Maschenweite sicher. Da diese Gitter jedoch meistens dünner als 1 mm sind, sind sie wiederum nicht kaninchensicher! Der Draht muss also zusätzlich über den mardersicheren/kaninchensicheren Draht angebracht werden. Wenn auch Jungtiere ferngehalten werden sollen, sollte der Volierendraht bis zu 0,65mm Gitterabstand aufweisen. Bedenken Sie, dass Mäuse meistens irgendwie einen Durchschlupf finden, z.B. wenn die Türe offen steht, oder sie buddeln sich unterirdisch durch, knabbern sich eine Ritze oder finden doch einen Durchschlupf, deshalb ist diese Methode nicht immer erfolgsversprechend und auch relativ teuer und aufwändig.

Einfangen/Mäuse-Fallen

In mäusesicheren Gehegen können ggf. Mäuse mit Lebendfallen gefangen und andernorts ausgesetzt werden. Ist das Gehege nicht mäusesicher, macht das Einfangen wenig Sinn.

Entzug der Nahrungsgrundlage

saatenDer erfolgreichste Weg, Mäuse und Ratten loszuwerden, ist der Nahrungsentzug. Mäuse und Ratten lieben Körner und Trockenfutter, deshalb sollte jedes Fertigfutter und Saaten entfernt werden. Zwar essen Mäuse und Ratten auch Gemüse, aber es zieht sie nicht an und ist nur Beikost.
Da Mäuse auch Behältnisse aus Plastik oder Holz durchfressen, sollte das Futter in Metall-Behältnissen oder im Haus gelagert werden. Denken Sie daran, jegliches Futter aus dem Garten zu entfernen.
Füttern Sie das Futter nur in solchen Mengen, dass es direkt gefressen wird, während sie dabei sind. Am besten gibt man es aus der Hand oder setzt sich daneben. Geben Sie keinesfalls solche Mengen, dass es unbeaufsichtigt herumsteht.
Durch diesen einfachen Trick stoppt man die Massenvermehrung und die Tiere ziehen sehr schnell um und suchen sich andere Nahrungsgrundlagen.
Wir sind sowohl Mäuse, als auch Ratten erfolgreich los geworden.

Sind Mäuse oder Ratten gefährlich für Kaninchen?

Ratten können unter Umständen sogar erwachsene Kaninchen verletzen oder anfressen, besonders gefährlich sind sie aber für Jungtiere und kleine Kaninchen, diese töten sie unter Umständen sogar.
Mäuse hingegen sind wohl eher keine Gefahr für Kaninchen und greifen sie auch nicht an.
Nur wenige Krankheiten können von Ratten oder Mäusen übertragen werden, deshalb kann man sie (entgegen der weitläufigen Meinung) nicht als extreme Krankheitsüberträger ansehen. Das Risiko einer Übertragung ist eher gering.

7 Antworten
  1. Manu
    Manu says:

    Kann man z.B. Kolbenhirse nicht einfach in die Luft hängen? Ich habe einen Kater aber er kann der Anzahl der Mäuse hier auf dem Land nicht nachkommen. Lg Manu

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Manu,
      das Aufhängen der Kolbenhirse ist eine gute Idee, da aber immer kleine Teile beim Abknabbern nach unten fallen, die Futter für die Mäuse sind, wäre es gut, wenn du beim Fressen der Kolbenhirse dabei bist und die Reste entfernen kannst.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  2. Larry Arthur
    Larry Arthur says:

    Liebe Kaninchenliebhaber, ich habe jetzt seit rund 10 Jahren Kaninchen in einem Außenkäfig mit Auslauf. Anfangs hatte ich auch Probleme mit Mäusen im Käfig, da der Voilerendraht zu große Maschen hatte (0,9×0,9cm). Nachdem ich den Käfig 2013 auf 6m² vergrößert habe, hatte ich noch Mäuse im Stall. Die hatten sich in den Zwischenräumen im Dach und im Stroh eingenistet. Ich habe vor alle Gitter, Zwischenräume und Fugen Fliegengitter gespannt. Danach kamen Lebendfallen in den Stall. Meine Bunnys fanden die Fallen super interessant, so dass die Fallen ruckzuck zu waren, ohne das Mäuse drin saßen. Das habe ich dadurch unterbunden, indem ich die Fallen unter Fahrradkörbe gestellt habe, und diese mit einer Steinplatte beschwerte. Innerhalb der nächsten sechs Wochen habe ich dann 17 Mäuse gefangen, und noch die letzten Durchschlupflöcher dicht gemacht. Seither habe ich nicht eine Maus mehr im Käfig gehabt.

    Die ganze Zeit über wurde der Innenraum mit 2 Kameras 24Std überwacht, um zu sehen ob noch Mäuse da sind und wo sie sich verstecken. Ich habe eine ganze Reihe von Clips wo die Mäuse mit meinen Bunnys am Futter/Wasser sitzen, vor allem Nachts. Allerdings zeigten die Videos auch, das die Mäuse auf die Bunnys los gegangen sind und in die Nase bissen, wenn die zu aufdringlich wurden.

    Da ich kein Fan von Chemischen Mitteln bin habe ich mich schlau gemacht, und bin auf einige natürliche Mittel gestoßen, die super Mäuse vom Stall weghalten.

    1. Falls möglich, pflanzt um den Käfig/Gehege Minzepflanzen. Mäuse mögen den intensiven Geruch überhaupt nicht. Außerdem hat man ein super (zu)Futter für die Bunnys. Minze kann auch als Tee oder Raumduft für uns Menschen nützlich sein.

    2. Wenn das nicht möglich ist, hilft auch Minzöl. 30-50 Tropfen in eine saubere Sprühflasche (z.B. vom Scheibenenteiser/Auto) geben und mit Wasser auffüllen. Es kann auch ein Drucksprüher verwendet werden. Mit der Lösung entlang des Geheges einen ca. 20cm breiten Streifen einsprühen, dabei Wandanschlüsse, Übergänge und Dachübergänge nicht vergessen. Nachteil: Da das Öl verdunstet, muss man das ganze öfters wiederholen. Hat das Holz der Gehegeumrandung den Minzgeruch aufgenommen, kann man die Sprühintervalle strecken.

    3. Wenn man z.B. auf dem Land wohnt (wie ich) gibt es auch viele Mäuse. Man kann sich aber einen natürlichen Feind der Mäuse als Gehilfen hinzuziehen, frei laufende Katzen! Katzen mögen den Minzgeruch. Wenn sie in Laune sind, hinterlassen sie Ihre Markierungen durch Urin um das Gehege. Diesen Duft mögen wiederum Mäuse auch nicht und bleiben weg. Wenn man der Minz-Sprühlösung Katzenminze oder Baldrian hinzugibt, erhöht man den Anziehungseffekt für die Katzen um einiges.
    Man kann auch benutztes Katzenstreu, aus der Katzentoilette, um die Gehege verteilen. Auch diesen Duft mögen Mäuse nicht. Man muss das Streu aber auch immer wieder erneuern, da der Geruch mit der Zeit verfliegt.

    Wer Angst hat, die Katzen würden an die Bunnys gehen, den kann ich beruhigen. Meine Bunnys haben sich an die um den Käfig laufenden Katzen gewöhnt, und die Katzen interessieren die Bunnys nicht mehr, sind halt da und gehören zum Revier.

    Alle obigen Tips habe ich erfolgreich ausprobiert.

    Liebe Mümmelgrüße
    Larry

    Antworten
      • Larry Arthur
        Larry Arthur says:

        Hallo und vielen Dank,

        kleiner Nachtrag, bevor Leser die Frage stellen:

        1. Das verbaute Fliegengitter (bei mir ca. 15m²) muss natürlich aus Metall sein, normales Gewebegitter beißen die Mäuse durch. Baumärkte bieten das als abgemessene Rolle oder Meterware an. Ikea bietet manchmal recht große Rollen recht günstig an. Man kann aber auch die Schutzgitter für Lichtschächte verwenden. Die werden auch von Aldi/Lidl usw. sehr günstig angeboten, sind aber i.d.R nur 120x60cm groß. Zum Abdichten von Zwischenräumen oder Fugen reichen sie aber aus, da man sie eh zuschneiden muss. Es kommt eben darauf an, wie viel man braucht. Aber auch im Internet gibt es entsprechende Angebote, aber eben mit Versandkosten. Leider ist das alles nicht ganz billig, aber was tut man nicht für seine Fellnasen :-))
        Diese Metall-Gewebegitter sind auch ideal, wenn man einen Auslauf Marder/Wiesel-sicher machen will. Man tackert sie einfach über das Volierengitter an den Rahmen, und hat einen perfekten Schutz, auch gegen Fliegen.

        2. Der Geruch der Katzen hat meine Bunnys nie gestört oder irritiert.

        3. Die Maschen der Körbe über den Mausefallen muss natürlich so groß sein, das Mäuse durch passen, aber so klein, dass die Nickels nicht mit dem Kopf dazwischenkommen. Eine ausgewachsene Maus braucht zwar nur ca. 3-5 Millimeter um irgendwo durchzukommen, meine Körbe hatten ca. 3x6cm Maschenweite.

        Das mit dem Futter raus nehmen hat bei mir nicht funktioniert, da die Mäuse im Heu und Stroh immer noch genug gefunden haben, und sich pudelwohl gefühlt hatten, was der Nachwuchs zeigte. Ich verwende aber auch ausschließlich Heu/Stroh direkt vom Bauern, nichts von Fressnapf und ko.
        LG
        Larry

        PS
        Liebe Grüße an Maria Ki. Ihre Tips zu EC waren sehr hilfreich

        Antworten
  3. Tom
    Tom says:

    Ich hatte bei mir auch schon mal Mäuse gehabt. Als ich einmal in die Scheune zu den Bunny´s ging, saßen die 3 Bunny´s + eine kleine Maus zusammen am Futterteller und haben sich das Essen geteilt. Sah doch sehr niedlich aus. Irgendwann war sie ganz von alleine weg und hatte seither kein Problem mehr. Hatte aber auch schon eine Bunny-Dame, die welche tot gebissen hat. Sie war aber allgemein eine Ausnahme.
    LG Tom

    Antworten
  4. Stephanie
    Stephanie says:

    Ich habe es einmal geschafft mit Lebendfallen 17 Mäuse insgesamt darunter auch 11 Jungtiere einzufangen und wo anders wieder auszusetzen. Hatte jetzt ein Jahr Ruhe aber nun sehe ich schon wieder Mäuse. Werde mal die Saaten rausnehmen und hoffen, dass sie wieder verschwinden.

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