Geburt

Warum verwirft meine Häsin ständig?

Es gibt unterschiedliche Gründe dafür:

  • Die Jahreszeit: Im Winter wird häufig verworfen.
  • Die Häsin ist unerfahren, das kann beim ersten Wurf passieren. Sollten allerdings auch noch beim zweiten Wurf Probleme auftreten, so sollte die Häsin aus der Zucht genommen werden und ist ungeeignet.
  • Mangelernährung: Eine frischfutterreiche Ernährung (im Sommer idealerweise Wiesengrün) sorgt für eine optimale Versorgung der Tiere.
  • Stress (Gruppenstress, Herausnehmen, Umzüge der Häsin…)
  • Erkrankungen der Häsin
  • Zu junge Häsinnen (Zuchtreife beachten!)

Ist es normal, dass die Häsin stark blutet, Blutstropfen zu finden sind und sie blutverschmiert ist?

Blutet-kaninchen-urinDurch die Geburt kommt es zu einem starken Blutverlust, die Häsinnen sind unten herum blutverschmiert, durch das intensive Putzen wird das Blut meistens auch an der Nase und den Pfoten verteilt. Auch findet man im Gehege oftmals Blutstropfen oder kleine Pfützen. Direkt nach der Geburt ist das normal. Im Fell bleibt besonders bei hellen Kaninchen meist eine Verfärbung noch einige Tage bestehen.
Sollte allerdings die Häsin auch noch am nächsten Tag bluten, so sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

Ist es normal, dass meine Häsin schlapp herumliegt und nicht frisst, wenn sie geworfen hat?

Wenn die Häsin nicht so aktiv wie sonst ist, nicht normal frisst und sich bewegt, sollte ein Tierarzt kontaktiert werden. Es kann zwar sein, dass die Häsin von der Geburt ermüdet ist und sich hin legt, aber trotzdem sollte sie auf Reize reagieren, fressen und sich auch bewegen. Und spätestens nach wenigen Stunden sollte sie wieder absolut fit sein. Die meisten Häsinnen verhalten sich nach der Geburt nahezu so wie vorher. Ursache für ein schlappes, müdes und verändertes Verhalten sind Geburtsstörungen.

Welche Symptome sind typisch für Geburtsstörungen/Geburtskomplikationen?

Hauptsymptom sind Appetitlosigkeit, zurückgezogenes oder teilnahmsloses Verhalten (Apathie) und Verhaltensveränderungen. Diese treten nicht unbedingt direkt nach der Geburt auf. Es gibt auch viele Fälle bei denen die Häsin zunächst fit ist und erst später, oft erst nach Tagen, Symptome zeigt.
Weitere Symptome sind Blutverluste (Blutstropfen im Gehege), die nicht aufhören sondern über den ersten Tag hinaus auftreten bzw. dann erneut auftreten und ein blutig-schmieriger übel-riechender Vaginal-Ausfluss.
Mögliche Erkrankungen sind Jungtiere, die im Geburtskanal feststecken (zu große Jungtiere), verwesende/tote Föten im Mutterleib und Infektionen.

Meine Häsin hat geworfen, aber kein Nest gebaut.

nestbau kaninchenmutterMeist kommt es zur Handaufzucht, wenn die Babys außerhalb des Nestes gefunden werden oder ein Nest zerstört wird. Dann kann man jedoch probieren, an gleicher Stelle ein Ersatznest zu bauen und durch Wiegen feststellen, ob die Kaninchenmutter weiter füttert (dann nimmt das Gewicht nicht ab sondern bleibt gleich oder nimmt um wenige Gramm am Tag zu). Finden Sie ein Kaninchen außerhalb des Nestes vor, so müssen sie dieses aufwärmen (z.B. mit einer Wärmflasche, die unter das Nest geschoben wird) und es zurück ins Nest bringen. Ein höherer Nestrand schützt davor, dass die Babys zu weit weg krabbeln. Das kann generell sinnvoll sein, damit die Babys sich nicht vom Nest entfernen und dann auskühlen/versterben.

Wie lange ist eine Häsin trächtig bzw. wann ist die Geburt?

In der Regel tragen Häsinnen zwischen 30 und 32 Tagen. Je nach Rassen kann die Tragzeit auch zwischen 28 und 35 Tagen betragen.

Ist es ok, wenn mehrere Häsinnen sich ein Nest teilen?

Ja, das kommt relativ häufig vor und ist nicht bedenklich, die Häsinnen säugen dann beide die Jungtiere, diese entwickeln sich i.d.R. prächtig.

Wie viele Jungtiere bekommen Kaninchen?

Normalerweise werden zwischen zwei und acht Jungtieren geboren, es gibt aber auch Würfe mit ein bis 17 Neugeborenen.

Warum entwickeln sich die Jungtiere schlecht und nehmen kaum zu?

Bei der täglichen Nestkontrolle (kurzer Blick) fallen öfters Babys auf, die kleiner als die anderen sind. Größen- und Gewichtsunterschiede sind jedoch völlig normal und unbedenklich. Auch der eher grobe Umgang der Mutter (auf den Babys herumtrampeln, drauf springen) ist ganz normal, obwohl er für den Laien oft besorgniserregend grob wirkt. Ebenfalls die Regel ist es, dass die Mutter nur ein bis dreimal tägich das Nest aufsucht um zu säugen und sich sonst nicht weiter für die Babys interessiert. Dieses Verhalten ist instinktiv verankert um Fraßfeinde nicht auf die Babys aufmerksam zu machen. Werden jedoch Babys entdeckt, die eingefallene oder faltige Bäuche haben, sollten sie gewogen werden, so dass man nach 24 Std. feststellen kann, ob sie zugenommen, abgenommen oder ihr Gewicht gehalten haben. Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass sie nicht ausreichend ersorgt werden, muss man natürlich diese Babys unterstützen. Kleine und schlecht versorgte Babys sind manchmal kranke Tiere (z.B. sogenannte Kümmerlinge, d.h. Kaninchen die durch fahrlässige Vermehrung vom Letalfaktor betroffen sind und oft nur wenige Tage oder Wochen leben, jedoch in Einzelfällen auch groß werden können), aber es können natürlich auch völlig gesunde Babys sein, die zu wenig Milch abbekommen (z.B. weil sie viele Geschwister haben).
Solange die Babys mindestens 1g in 24 Std. zunehme, sollte man keinesfalls Ersatzmilch zufüttern. Wird an einem Tag ausnahmsweise nicht zugenommen, kann man noch 5 weitere Stunden warten, da Kainchen teils auch mal erst nach 30 Stunden säugen. Sollte das Kaninchen trotzdem nicht versorgt werden, so kann man es bei der Mutter kurz anlegen. Bitte in diesem Fall nicht mit Ersatzmilch hantieren, denn der ständige Wechsel der Milch kann das Todesurteil sein.

Die Jungtiere liegen verstreut in der Einstreu herum und nicht in einem Nest, was kann ich tun?

Meist kommt es zur Handaufzucht, wenn die Babys außerhalb des Nestes gefunden werden oder ein Nest zerstört wird. Dann kann man jedoch probieren, an gleicher Stelle ein Ersatznest zu bauen und durch Wiegen feststellen, ob die Kaninchenmutter weiter füttert (dann nimmt das Gewicht nicht ab sondern bleibt gleich oder nimmt um wenige Gramm am Tag zu). Finden Sie ein Kaninchen außerhalb des Nestes vor, so müssen sie dieses aufwärmen (z.B. mit einer Wärmflasche, die unter das Nest geschoben wird) und es zurück ins Nest bringen. Ein höherer Nestrand schützt davor, dass die Babys zu weit weg krabbeln. Das kann generell sinnvoll sein, damit die Babys sich nicht vom Nest entfernen und dann auskühlen/versterben.

Ist es normal, dass die Babys unterschiedlich groß sind?

Größen- und Gewichtsunterschiede sind völlig normal und unbedenklich. Auch der eher grobe Umgang der Mutter (auf den Babys herumtrampeln, drauf springen) ist ganz normal, obwohl er für den Laien oft besorgniserregend grob wirkt.

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