Vorüberlegungen

für eine erfolgreiche Kaninchen-Vergesellschaftung

Je besser das Aufeinandertreffen der Kaninchen geplant wird und der Besitzer sich informiert, desto entspannter verläuft die Zusammenführung der Kaninchen.

Welche Faktoren beeinflussen eine Vergesellschaftung?

Der richtige Ort: Wo sollen die Kaninchen aufeinander treffen?

vg-gehegeEine Vergesellschaftung ist nötig, weil die Kaninchen zum einen ihr Revier verteidigen und zum anderen ihre Rangordnung bei Neuzugängen erst neu klären müssen. Wenn man die Kaninchen außerhalb ihres Revieres aufeinander treffen lässt, fällt erst einmal ein Punkt weg: Das Revier! Dann geht es nur noch um die Rangordnung und die neutralesgebietVergesellschaftung verläuft oftmals ruhiger. Daher ist es sinnvoll (gerade für Menschen, die noch nicht so oft vergesellschaftet haben!), die Kaninchen außerhalb des gewohnten Gebietes, an einem völlig fremden Ort zu vergesellschaften. Die Kaninchen halten sich dann meist auch etwas mehr zurück, weil sie leicht verunsichert sind. Von Vorteil ist ebenfalls, innen lebende Kaninchen im Garten und Außenkaninchen in der Wohnung zu vergesellschaften. Je fremder die Umgebung, desto besser! Bei freilaufenden Wohnungskaninchen bietet sich das Badezimmer (wenn sie es sonst nicht nutzen), der Balkon, ein Abstellraum, der Garten oder die Garage als Vergesellschaftungs-Ort an. Evtl. kann man auch bei einem Freund oder Bekannten die Kaninchen zusammenführen. Niemals sollte man ein Kaninchen zum anderen in den Käfig setzen! Bei Kaninchen, die extrem viel Platz haben (z.B. Freilaufkaninchen) und wenig ausgeprägten Revier-Verteidigungs-Verhalten kann auch eine Vergesellschaftung ohne „neutrales Gebiet“ klappen. Bei extrem revierverteidigenden Kaninchen auf wenig Platz kann so eine Vergesellschaftung böse enden. Meistens vertedigen Weibchen ihr Revier stärker als Männchen, dabei gibt es jedoch auch Ausnahmen.

Die richtigen Platzverhältnisse: Wie groß sollte der Vergesellschaftungs-Ort sein?

Kaninchen-rangkaempfeJe größer der Platz ist, desto schonender ist die Vergesellschaftung, aber sie dauert dann auch umso länger. Je weniger Platz die Kaninchen haben, desto schneller geht es, dafür kann es ziemlich belastend und extrem sein. Von Vorteil ist es, den Platz je nach Vergesellschaftungs-Verlauf anzupassen. Wenn die Tiere sich nur aus dem Weg gehen, wird er begrenzt. Sollte es zu heftig zugehen und einzelne Tiere stark leiden, wird er vergrößert. Allerdings kann es je nach Kaninchen dann auch sinnvoll sein, den Platz zu verkleinern um die Vergesellschaftung zu beschleunigen und den Stress schnellst möglich zu beenden. Wenn die Kaninchen sehr viel Platz haben, kann es sein, dass sie sich nicht richtig vergesellschaften lassen und ihre Antipathien ausleben. Kaninchen, die sich nicht so mögen, arrangieren sich auf wenig Platz miteinander, auf viel Platz (z.B. ganzer Garten) gehen sie sich aus dem Weg und bekämpfen sich sehr stark. Obwohl in solchen Fällen bei weniger Platz die Kaninchen erfolgreicher vergesellschaftet werden, ist es aber eher eine Zwangsgemeinschaft als ein harmonisches Team. Als Richtwert kann man mit etwa 3 m² je Kaninchen anfangen.

Die richtige Einrichtung: Wie sollte das Gehege gestaltet sein?

vergesellschaftungs-gehegeIm Gehege sollten nach Möglichkeit keine gewohnten Gegenstände sondern nur völlig fremdes Inventar sein. Gut geeignet sind Pappkartons, in die man einen Ein- und einen Ausgang schneidet. So entstehen keine Sackgassen, die bei einer Zusammenführung tabu sind. Ebenfalls gut geeignet sind Tunnel, Röhren, Weidenbrücke, erhöhte Plätze usw. Die Kaninchen sollten genug Rückzugsbereiche haben. Je nach Verlauf kann es aber auch mal nötig sein, diese teilweise zu entfernen (wenn sie sich zu sehr aus dem Weg gehen oder es sich zu lange hinzieht). Der Boden sollte rutschfest sein. Das erreicht man beispielsweise mit rutschfesten PVC oder einer großen, an den Rändern befestigten Decke. Es ist von Vorteil, vielfältiges Futter im Gehege zu verstreuen.

Wie müssen die Kaninchen vorbereitet werden?

Oft wird empfohlen, die Kaninchen erst einmal sich beschnüffeln zu lassen. Diese Empfehlung führt jedoch nicht selten zum Scheitern der Vergesellschaftung Die getrennt lebenden Gruppenmitglieder sollten vorher ca. 2 Wochen keinen Blickkontakt haben, damit sie sich beruhigen und neu auf einanderstoßen, wenn sie zusammen dürfen. Alle Kaninchen sollten möglichst fit und gesund bei der Zusammenführung sein.

Die Vergesellschaftung: Kaninchen miteinander bekannt machen

Mögliche Methoden

Kaninchen sind Gruppentiere, deshalb sollte man immer eine kleine Gruppe von Kaninchen halten und nie ein einzelnes Zwergkaninchen!

Geht es ohne Vergesellschaftung?

Am einfachsten ist es, wenn ein Pärchen, also eine Häsin mit männlichen Partner (Rammler frühkastriert = Kastration vor der Geschlechtsreife) miteinander aufwächst oder eine bereits bestehende Kaninchengruppe, die sich gut versteht, übernommen wird. Sollte man jedoch sich fremde Kaninchen aneinander gewöhnen wollen, so erfordert das eine Zusammenführung der einzelnen Kaninchen. Niemals sollte man das neue Kaninchen einfach zum alten setzen, das geht viel zu oft schief.

Methode 1: Zusammenführung außerhalb des Revieres

vergesellschaftungkanin_1Diese Methode ist besonders gut für Kaninchen-Anfänger oder Menschen geeignet, die etwas ängstlich an die Vergesellschaftung gehen. Zudem birgt sie die höchsten Erfolgschancen gegenüber anderen Zusammenführungs-Methoden. Vor der Kaninchen-unvertraeglichVergesellschaftung sollten die Kaninchen mindestens zwei Wochen getrennt leben (in separaten Gehegen) so dass sie sich weder sehen noch riechen können. Dadurch läuft die Rangordnungsklärung nachher entspannter und weniger gefährlich ab. Zusammen geführt werden die Kaninchen auf einem Gebiet, dass sie beide noch nicht kennen (außerhalb des gewohnten Revieres) damit sie das andere Kaninchen nicht als Revier-kaninchen-streiten-sich Kaninchen-rangkaempfe vergesellschaftungEindringling wahrnehmen, dies würde die Kämpfe verstärken. Außenkaninchen werden wenn möglich am besten im Haus und Innenkaninchen im Garten vergesellschaftet. Die Kaninchen sollten gleichzeitig dort abgesetzt werden und dürfen sich vorher nicht beschnuppern oder sehen. Natürlich sollte in diesem Gebiet genug verstreutes Futter wie z.B. Heu und Frischfutter, aber auch neue Unterschlüpfe angeboten werden (keine Unterschlüpfe, die sie bereits kennen!). Bei den Unterschlüpfen ist darauf zu achten, dass kein Kaninchen in die Enge getrieben werden kann (z.B. weil ein Häuschen nur einen Eingang hat). Die Kaninchen klären nun außerhalb ihres Revieres die Rangordnung indem sie kämpfen, rammeln und Fell ausreißen, so gut wie immer kommt es auch zu Jagereien und Streitereien. Dieses Verhalten ist ganz normal und nötig, damit sie die Rangordnung klären können, nur mit geklärter Rangordnung ist nachher ein harmonisches Zusammenleben möglich. Die ersten Stunden sollte man dabei bleiben oder sehr oft nach ihnen schauen um eingreifen zu können, falls sie sich ineinander verbeißen (Decke drüber oder dazwischen werfen bzw. sie erschrecken und wieder weiter kämpfen lassen), eines der Kaninchen extrem unter der Zusammenführung leidet (nichts mehr frisst, mit Kopf gegen das Gitter oder die Wand da sitzt etc.) und das andere es weiter quält oder wenn es zu ernsthaften Verletzungen kommt, so dass man den Tierarzt aufsuchen muss. Es kann mehrere Wochen dauern, bis sie sich beruhigt haben und miteinander vertragen. Wenn sie miteinander fressen und nebeneinander sitzen, können sie zurück ins alte Gehege ziehen (altes Revier eines Tieres). Das alte Gehege sollte zuvor eine Grund-Reinigung mit Essigwasser bekommen, für den Übergang verwendet man erst einmal nur neutrale Gegenstände/Einrichtung und räumt die Gehegeaufteilung etwas um. Es kann noch mal zu leichten Auseinandersetzungen kommen, wenn die Kaninchen in das alte Revier umziehen. Diese legen sich sehr schnell wieder.

Methode 2a: Zwei Rückzugsreviere mit neutralen Treffen in der Mitte

kaninchen-vergesellschaftungDiese Methode ist nur möglich, wenn jede Kaninchengruppe (bzw. bei 2er-Zusammenführungen jedes Kaninchen) einen eigenen Bereich hat (z.B. ein Zimmer in der Wohnung oder ein Gartenabteil) in dem es sich schon eingelebt hat und den es als Revier sieht. Zudem muss zwischen diesen beiden Revieren ein revierloser Bereich liegen (Flur, kaninchen-urin-zusammenfuehrungweiterer Raum, Gartenabteil). Außerdem dürfen sich die Kaninchen zwei Wochen bevor man sie aneinander gewöhnt nicht mehr sehen oder riechen. Am Tag der Zusammenführung öffnet man die beiden Reviere zum neutralen Revier hin und baut Pappkartons usw. (ohne Sackgassen!) auf, so dass die Kaninchen neugierig diesen Bereich erkunden. Die Kaninchen können jeder Zeit in ihr altes Revier zurückkehren, der Halter muss jedoch darauf achten, dass die Kaninchen auf keinen Fall in das fremde Revier gehen. Solche Treffen werden nun mehrmals täglich unter Aufsicht des Halters durchgeführt. Die Kaninchen dürfen während der Zeit im neutralen Gebiet auch kämpfen (nicht eingreifen!) und sich jagen um die Rangordnung zu klären. Wenn sie irgendwann miteinander fressen und harmonisch wirken, kann man entweder erlauben, dass sie ins fremde Revier gehen und schauen, wie sie aufeinander reagieren, bis sie sich auch dort aneinander gewöhnt haben und sich gegenseitig akzeptieren. Oder aber sie ca. zwei Tage und zwei Nächte in den neutralen Raum lassen. Das alte Revier wird derweil einer gründlichen Reinigung unterzogen und mit neutraler Einrichtung versehen, so dass sie dann zurück ziehen können.

Methode 2b: Neutrales Treffen mit Unterbrechungen

zusammenfuehrungEbenfalls ist es möglich, die Kaninchen z.B. nachts in ihre alten Gehege zu setzen (nicht eines der Kaninchen im neutralen Gebiet lassen!) und tagsüber oder wenn man da ist (jeden Tag möglichst lange!) zusammen ins neutrale Gebiet zu verfrachten. Die Kaninchen sollten sich, wenn sie getrennt sind, auf keinen Fall sehen und auch zwei Wochen vor der Vergesellschaftung nicht beschnuppern oder sehen. Nachteile diese Methode sind, dass zum einen nach jeder Trennung wieder etwas angespannter „gekämpft“ wird und zum anderen, dass die Vergesellschaftung etwas länger dauert als wenn man sie durchgängig durchführt. Zudem scheitert diese Vergesellschaftungs-Form häufiger als die durchgängige Vergesellschaftung ohne Unterbrechungen. Sie ist eher für erfahrenere Halter empfehlenswert. Der große Vorteil ist, dass man kein mardersicheres neutrales Gebiet braucht sondern sie z.B. einfach nur tagsüber ins neutrale Gebiet setzen kann.

Methode 3: Nebeinander herleben in sehr großen Gebiet

gehege-im-gehege-vg(Diese Methode ist nur bei freier Gartenhaltung oder freier Wohnungshaltung möglich) Wenn die Kaninchen auf mindestens 150m² frei leben, kann man sie auch direkt im Revier vergesellschaften. Dabei sollte aber auf das neue Kaninchen (Revier-Eindringling) geachtet werden, damit es nicht zu sehr darunter leidet. Die Kaninchen sollten sich gut aus dem Weg gehen können. Eine solche Vergesellschaftung ist nur für erfahrene Kaninchenhalter zu empfehlen. Oft verstehen sich die Kaninchen nach einer Weile im großen Revier, aber noch nicht im Nachtgehege, da dort die Revieransprüche strenger sind. In diesem Fall ist es sinnvoll, im großen Nachtgehege ein kleines Gehege mit engen Gitter (so dass kein Kaninchen durch beißen kann) aufzustellen, in dem das neue Kaninchen wohnt. So gewöhnen sich die alteingesessenen Kaninchen nach wenigen Wochen daran, dass dieses auch im Nachtgehege wohnt und akzeptieren es besser. Das kleine Gehege sollte am besten im Nachtgehege verschoben werden, damit nicht nur ein Bereich als Revier des neuen Kaninchens gewertet wird.

Methode 4: Gitter an Gitter (Käfig an Käfig)

gitter an gitter vergesellschaftungOft wird empfohlen zwei Käfige oder Gehege nebeneinander zu stellen. So eine Vergesellschaftungs-Methode gelingt aber nur, wenn die Kaninchen sehr schüchtern sind und wenig Aggressionen aufstauen. Ansonsten kann es zu heftigen Kämpfen kommen, wenn sie immer Gitter an Gitter leben und plötzlich zusammen gelassen werden, denn dann entladen sie alle durch das Gitter angestauten Aggressionen (sie möchten ihre Rangordnung klären, es klappt aber nicht) auf einmal und es kommt zu üblen Verletzungen. Empfehlenswert ist die Methode für behinderte Kaninchen, die den Rangkämpfen nicht gewachsen sind. Oft hilft es, die Gehege und Einrichtung regelmäßig zu tauschen, also das Kaninchen ins andere Gehege zu setzen, damit sie sich an den Duft des anderen gewöhnen. Auch bei extremen Fällen kann eine solche Vergesellschaftung manchmal ein letzter Ausweg sein, da so keine Verletzungen möglich sind (z.B. bei Angstbeißern), dann sollte man allerdings sehr viel Zeit (ca. 1/2 Jahr) einplanen und es als letzte Möglichkeit einräumen. Ebenfalls möglich ist diese Methode bei sehr viel Platz (Gartenfreilauf) indem man ein Gehege in den Freilauf aufbaut und dieses Gehege täglich verschiebt, bis es normal ist, dass das Kaninchen mit im Revier lebt. Bei sehr viel Platz reagieren die Kaninchen angestauten Frust anderweitig ab (Buddeln, rennen) so dass diese Methode wieder möglich ist.

Methode 5: Stress-Vergesellschaftung

(Zusammenführungen in einer Transportbox während der Autofahrt oder auf einer Waschmaschine im Schleudergang) Das Prinzip dieser Methode beruht darauf, dass soziale Tiere sich zusammen schließen, wenn sie einen gemeinsamen Feind haben (z.B. würden Kaninchen keine Revierkämpfe ausfechten, wenn ein Fuchs sie gerade jagt oder viele Menschen schweißt es in besonders schwierigen Zeiten eng zusammen). Deshalb kuscheln sich Kaninchen eng zusammen, wenn sie Todesangst haben oder in große Panik geraten. Ich habe schon viele Möglichkeiten gehört, u.a. Leute die ihre Kaninchen in die Transportbox stecken und eine halbe Stunde lang auf Schotterwegen herumfahren oder die Empfehlung, die Kaninchen im Schleudergang auf die Waschmaschine zu stellen. Ich lehne solche Methoden ab, da sie zum einen das Kaninchen extrem unter Stress setzen und zum anderen kann es zu schweren Verletzungen kommen, wenn die Kaninchen sich in der engen Box doch verbeißen. Es ist jedoch möglich, Elemente dieser Vergesellschaftung zu nutzen. Zum Beispiel kann man zwei Kaninchen getrennt von einander in einer Transportbox im Auto befördern um sie leicht zu verunsichern und anschließend außerhalb ihres Revieres aneinander gewöhnen, dadurch läuft die Vergesellschaftung meist milder ab. Unser (kaninchenverträgliche) Hund geht oft bei Vergesellschaftungen dazwischen, wenn die Kaninchen streiten und schlichtet den Streit. Dadurch werden sie leicht eingeschüchtert und die Vergesellschaftung verläuft harmloser.

Methode 6: Kaninchen zusammen aus der Narkose aufwachen lassen

Eine Studie zeigt, dass ein gemeinsames Aufwachen aus der Narkose die Aggressivität hemmt. Diese Methode kann genutzt werden, wenn beispielsweise zwei Rammler gleichzeitig kastriert werden oder als „letzte Möglichkeit“ bei sehr schwierigen Kaninchen indem man sie leicht sediert (mit dem Tierarzt absprechen!) und zusammen aufwachen lässt. Ich bekomme oftmals unkastrierte Rammler die sich in der Geschlechtsreife stark zerbissen haben. Indem ich sie nach der Kastration zusammen aufwachen lasse und anschließend an einem neutralen Ort halte, habe ich sie bisher alle wieder zu einem Dreamteam zurück geführt. Die normale, neutrale Vergesellschaftung war in diesen Fällen meist weniger erfolgreich. Natürlich sollten die Kaninchen anschließend trotzdem erst einmal außerhalb des Revieres leben bis sich die Beziehung gefestigt hat (dabei kann es auch zu Kämpfen kommen, nicht eingreifen!), später können sie zurück ins Revier ziehen. „A. Cherkin und R. O. Meinecke von der Universität in Los Angeles betäubten eine Reihe besonders kampfwütiger Kaninchen mit dem Anästhesiemittel Natrium Pentobarbital. Selbst vierzehn Wochen nach der Betäubung lebten die Kaninchen noch friedfertig in ihrem Käfig zusammen. Dann wurden die Tiere zwei Wochen lang voneinander isoliert. Als die Forscher die Kaninchen anschließend wieder in einem Käfig züsammensperrten, war nichts mehr von ihrer Friedfertigkeit zu spüren: Binnen zwei Minuten entbrannten heftige Kämpfe zwischen den Tieren. Die Isolation hatte — so folgerten Cherkin und Meinecke — das Aggressionspotential der Kaninchen erneut aufgeladen.“ „Die Version bestätigte sich in einer zweiten Versuchsserie mit sechsundzwanzig Kaninchen. Die Tiere, die nach der Anästhesie gemeinsam mit ihren Artgenossen das Bewußtsein wiedererlangt hatten, zeigten kaum Aggressionserscheinungen. Hingegen waren Kaninchen, die isoliert aus der Betäubung erwachten, besonders aggressiv. Wurden die vorübergehend befriedeten Kaninchen vier Wochen nach der Anästhesie wieder voneinander getrennt, so erlangten auch sie diese große Aggressivität, die offenkundig von der Isolation bewirkt wurde.“ Quelle: Zeit online

Unverträgliche Tiere?

kaninchen-unverträglich

Wie wir Menschen auch haben Kaninchen enge Freundschaften zu anderen Kaninchen. Ebenso gibt es immer Tiere, Charakter oder Kombinationen, die sie „überhaupt nicht riechen“ können. Deshalb verträgt sich nicht jedes Kaninchen mit einem X-beliebigen anderen. Sollte es trotz einer richtig durchgeführten Vergesellschaftung außerhalb des Revieres zu Verletzungen kommen oder eines der Kaninchen stark unter dem anderen leiden, so hat es keinen Sinn sie „zwanghaft“ zusammen zu halten. Zwar kann man auch Kaninchen aneinander gewöhnen, die sich gar nicht mögen, aber eine schöne Freundschaft entsteht dadurch nicht und oft entstehen auch später noch Probleme. Sie lernen lediglich miteinander zu leben. In großen Gruppen suchen sich die Kaninchen heraus wen sie besonders mögen, bei Kleingruppen sollte man als Halter bei der Zusammenführung auf ihr Verhalten achten und ggf. das neue Kaninchen zurück bringen (vorher abklären ob das möglich ist!) und ein passenderes suchen. Die Kämpfe, die zur Rangordnungsklärung nötig sind, haben jedoch nichts mit „nicht mögen“ oder Unverträglichkeiten zu tun sondern sind ganz normales Kaninchenverhalten. Recht gute Erfahrungen haben wir mit Pärchen (kastr. Männchen + Weibchen) gemacht, diese klappten bei uns ausnahmslos immer, obwohl wir schon hunderte Kaninchen vergesellschaftet haben und viele dieser Tiere als „unverträglich“ galten. Sollten Sie Probleme bei der Vergesellschaftung haben, so kontaktieren Sie uns oder suchen Sie Kontakt zu den Helfern vor Ort, diese können oft besser helfen.