kaninchen-schlecktMund abschlecken, sich und andere lecken
Wenn ein Kaninchen sich selber abschleckt, dann putzt es sich (Körperpflege). Dazu schleckt es oftmals erst die Vorderpfoten ab und anschließend fährt es mit den Pfoten
über alle Regionen des Körpers.
Ein Schlecken des Mundes sieht man meist nachdem etwas verspeist wurde um die
Mundumgebung zu reinigen, wenn es vermehrt auftritt, kann es jedoch auch ein Anzeichen für Zahnprobleme sein (Tierarzt zeitnah aufsuchen).
Schleckt das Kaninchen einen Artgenossen, so drückt es damit Zuneigung aus. Wenn
es die Menschenhand abschleckt, ist dies ebenfalls ein Zeichen von Zuneigung, oder
aber es möchte das Salz von den Händen aufnehmen (seltener).


grasbüschel-sammelnFell-, Heu-, Streu- oder Grasbüschel sammeln und herumtragen, Nestbau

Ein Büschel im Mund wird herum getragen, wenn das Weibchen ein Nest bauen möchte.
Meistens wird das Nistmaterial an einen Platz gebracht, dort ensteht dann ein Nest.
Kaninchen bauen ein Nest wenn sie nestbau-kaninchenhitzig/scheinträchtig oder tatsächlich schwanger sind (kurz vor der Geburt). Je nach Lebensraum bauen Weibchen ihr Nest unterirdisch in selbstgegrabenen Wurfhöhlen (die sie auch teilweise wieder verschließen) oder oberirdisch (z.B. im Häuschen oder in einer Ecke).
Dieses Verhalten ist bei einer Hitzigkeit/Scheinträchtigkeit oder kurz vor einer Geburt zu beobachten.

haare-ausreisenHaare ausreisen (und dadurch entstehende Kahlstellen)
Ein scheinträchtiges oder trächtiges Kaninchen rupft sich für den Nestbau die Haare aus. Dies
tut nicht weh, da die Haare durch den Stress nur sehr locker sitzen.
Haare ausreißen (oder Wunden zufügen, Selbstverletzung) kann jedoch auch eine Verhaltensstörung oder ein übersteigerter Putzdrang sein. Ebenfalls ist es eine Verhaltensstörung, wenn Kaninchen ihren Partner solange putzen, bis Kahlstellen
entstehen oder die Haare ausreißen. Während des Fellwechsels kann es auch zu
Kahlstellen kommen (unbedenklich) oder aber durch verschiedene Erkrankungen (z.B.
Parasiten, Pilze, hormonelles Ungleichgewicht usw.).
beißenAggressionen, Beißen & in Gegenstände beißen
Aggressionen gehören bei Kaninchen dazu. Sie klären so ihre Rangordnung und machen klar, dass sie der Chef sind. Als Halter sollte man schauen, dass die Aggressionen in einem vernünftigen Rahmen bleiben (z.B. kein Kaninchen extrem verbissen wird).
Ein Kaninchen zeigt mit der Kampfstellung an, bevor es angreift. Diese Kampfstellung sollten auch wir Menschen ernst nehmen um keinen Biss zu riskieren. Ebenfalls sollte darauf beachtet werden, dass Kaninchen sehr territorial sind, d.h. wenn man in ihr Revier eindringt, kann es zu Aggressionen kommen. Besonders wenig ausgelastete Kaninchen (einsames Kaninchen) mit kleinen Revieren (Käfig) neigen dazu. Solche Kaninchen müssen ausreichend ausgelastet werden (Artgenosse, Buddelkiste, Spielzeug, Äste) und genug Platz bekommen, dann legen sich die Aggressionen. Auch kranke Kaninchen mit Schmerzen reagieren aggressiv auf Annäherungen oder Berührungen. Kaninchen sind zwar keine Nagetiere, knabbern jedoch gerne an Gegenständen wie z.B. Zweigen, Möbeln, Kabeln usw. herum. Dies ist ein ganz normales Verhalten.
Möbelbeine können geschützt werden indem man Zwiebelsaft an sie reibt (regelmäßig auffrischen!) oder mit Gitter die Beine umwickelt.
Kaninchen brauchen auch genug Gegenstände im Gehege zum knabbern, beißen, herumschubsen usw. (z.B. frische Zweige, Holzspielzeug…).
Sehr angespannte Kaninchen (z.B. Kaninchenweibchen unter stärkeren Hormoneinfluss) neigen zu verstärkten beißen, knurren und herumschieben von Spielzeug.

geducktes-kaninchenGeduckte Haltung, sich auf den Boden drücken, flach machen
Wenn Kaninchen nicht flüchten können, sondern der Situation ausgeliefert sind, drücken sie sich auf den Boden, erstarren und reißen die Augen auf. So möchten sie sich möglichst unauffällig verhalten, besonders Raubvögel sehen ihre Beute nur, wenn sie sich bewegt. Die Kaninchen haben in dieser Haltung große Angst! Ebenfalls ducken sich Kaninchen wenn sie gestreichelt werden möchten (aber Fluchtmöglichkeiten haben), dann schieben sie ihr Köpfchen unter den Kopf des Partnerkaninchens oder die Hand des Menschen.

zusammenfuehrungKämpfen
Um die Rangordnung zu klären, kämpfen Kaninchen miteinander, das sieht oft äußerst wüst aus, so dass man dazu neigt, sie zu trennen. Kämpfe gehören jedoch zum normalen Rangordnungsverhalten und sollten auf keinen Fall zu einer Trennung führen. Nur wenn die Kaninchen kämpfen, können sie nachher harmonisch zusammen leben. Getrennt werden sollten sie nur, wenn größere Verletzungen auftreten.

kaninchen-berammelnBerammeln, rammeln, Deckakt
Wenn Kaninchen sich gegenseitig berammeln, sind viele Kaninchenhalter unsicher, besonders wenn das Weibchen das Männchen berammelt oder sich zwei gleichgeschlechtliche Tiere gegenseitig rammeln. Das Rammeln ist jedoch in den meisten Fällen kein sexuelles Verhalten, sondern völlig normales, alltägliches Rangordnungsverhalten, das obere Kaninchen möchte damit einen höheren Rang als das untere durchsetzen. Das untere akzeptiert entweder (unterwürft sich), oder es flüchtet und lässt das Berammeln nicht zu.
Auch beim sexuellen Deckakt berammeln sich die Kaninchen, allerdings sieht es dann etwas anders aus. Das Weibchen streckt das Hinterteil vorher nach oben und signalisiert damit Paarungsbereitschaft, das Männchen fällt nach dem Berammeln vom Weibchen ab und purzelt kurz auf den Boden.

Klopfen/Stampfen, mit Hinterbeinen auf den Untergrund schlagen
Das Kaninchen klopft mit den Hinterbeinen auf den Untergrund, wenn Gefahr droht. So warnt es die anderen Kaninchen, die daraufhin ebenfalls Ausschau halten und klopfen, oder gleich die Flucht ergreifen. Ist die Gefahrenquelle nicht ganz klar, so bedenken Sie bitte, dass die Gefahr oft auch etwas Unbekanntes oder bedrohlich wirkendes sein kann, dass eigentlich völlig harmlos ist.

nase-zwinkernNase zwinkern
Nach körperlicher Belastung, bei Stress oder bei Hitze zwinkern Kaninchen mit den Nasenflügeln. Es kann jedoch auch ein Anzeichen für Herz- und Lungenerkrankungen sein oder dafür, dass sie schlecht Luft bekommen.

 

 

Füße oder Weibchen umkreisen
Dieses Verhalten ist sexuell motiviert, das Männchen umkreist das Weibchen um es zu umwerben. Unkastrierte oder Rammler in Einzelhaltung entwickeln oft als Ersatzhandlung das Verhalten beim Menschen bzw. umkreisen seine Füße. Diese Rammler sollten dringend kastriert und ein passendes Partnerkaninchen hinzu gesellt werden.

Teppiche zerwühlen, Gegenstände verschieben
Kaninchen haben ihre eigene Ordnung, besonders Weibchen richten sich ihre Umgebung ein wie sie ihnen gefällt. Wenn etwas im Weg ist, wird es beiseite geschoben oder weg gewühlt. Dieses Verhalten macht ihnen Spaß und ist spielerisch. Des weiteren haben Kaninchen oft einen starken Buddeldrang, den sie auch gerne an Stoffen aller Art ausleben.

markieren-urin-spritzenUrin verspritzen, markieren
Ein Kaninchen, das mit Urin spritzt, markiert damit seine Umgebung. Ähnlich wie bei Katzen kommt das Verhalten auch beim Kaninchen besonders stark bei unkastrierten Rammlern vor. Ebenso kann es zum Urinspritzen kommen, wenn die Kaninchen Unwohlsein ausdrücken möchten, z.B. bei Kämpfen oder wenn sie sich gestört fühlen.

blinddarmkot-aufnahme-kaninchenKot fressen
Neben dem normalen Hartkot scheiden Kaninchen auch Blinddarmkot aus, dieser wird oft auch sofort wieder gefressen (Kotfressen direkt vom After – normales Verhalten). Er enthält viele Vitamine, wenn die Kaninchen ihn fressen, kann er auf diesem Weg wieder verdaut werden. Beim zweiten Durchlauf können die Vitamine im Dünndarm aufgenommen werden, und somit zur besseren Ausnutzung der Nahrung führen und das Kaninchn mit Vitaminen versorgen.

haken-schlagenHaken schlagen, Kopf schütteln
Um Angreifer abzuhängen und ihrem Bewegungsdrang nachzukommen, schlagen Kaninchen Haken, d.h. sie drehen sich und laufen in die andere Richtung weiter. Dabei bzw. kurz davor schütteln sie oft den Kopf, auch das ist ein zeichen von Lebensfreude und Übermut.
freudensprüngeFreudensprünge
Aus Übermut, Freude und um sich auszutoben springen Kaninchen gerne in die Luft.

 

 

 

erstarrenUmgebung überprüfen, Erstarren
Bei Gefahr erstarren Kaninchen und suchen mit den Augen die Umgebung ab. Sind die Ohren dabei nach vorne gelegt, so ist es neugierig. Ansonsten hat es eher Angst oder überprüft, ob ein Grund zur Sorge besteht.

 

Wackeln der Blume (Schwanz)
Wenn das Kaninchen den schwanz hin und her bewegt, ist das ein Zeichen für Aufregung, z.B. wenn es besonders gutes Futter gibt oder irgendetwas stressig ist.

neugierdekaninchenUmgebung überprüfen
Wenn Kaninchen verunsichert aber neugierig sind, laufen sie geduckt ohne Hoppeln vorwärts und nähern sich mit nach vorne gekippten Ohren.

 

 

kinn-reibenKinn an Gegenständen/Pflanzen reiben
Um die Umgebung zu markieren, reiben Kaninchen ihre Kinndrüse/Duftdrüse an Gegenstände, so hinterlassen sie ihren Duft.

allein2Hand oder Partner abschlecken
Zuneigung drücken Kaninchen aus, indem sie sich gegenseitig abschlecken, z.B. an den Augen. Das gleiche Verhalten zeigen sie auch oft gegenüber von Menschen, die sie mögen oder um das Salz von der Hand zu schlecken.

 

kaninchen-kopf-untergeschobenKopf unter den Kopf des anderen Kaninchen schieben (geduckt)
Mit dieser Unterwerfungsgeste bitten die Kaninchen um das Beschlecken des anderen Kaninchens.

 

 

 

Ohren kratzenohrenkratzenkaninchen
Gelegentlich kratzen Kaninchen sich mit den Hinterbeinen in den Ohren. Kommt dies häufig oder täglich vor, sind oft Parasiten wie z.B. Ohrräude die Ursache, diese müssen tierärztlich behandelt werden.

 

 

aufgeblustertkltekrankkAufgeblustertes Sitzen
Kaninchen sitzen oft rund wie eine Kugel herum, die Haare stehen dann aufgeplustert ab. Besonders bei Kälte ist dies zu beobachten. Die Kaninchen sehen dann dick und rund aus.
kaninchen-wälzt-sichIn trockenen Sandmulden oder Erdmulden wälzen und liegen
Wenn sich Kaninchen wohl fühlen, wälzen sie sich gerne in Erdmulden oder Sandmulden (oder auch auf Teppichen/Tüchern). Die Mulden werden oft selber gegraben.

 

 

kaninchensonnenSonnen
Besonders in der Frühlings- und Herbstsonne liegen Kaninchen gerne und lassen sich die Sonne auf ihr Fell scheinen. Dieses Verhalten ist wichtig damit sie mit Hilfe des Sonnenlichtes genug Vitamin D bilden können.

 

 

Bubuddelnkaninchenddeln
Ein natürliches Verhalten des Kaninchens ist das Graben von Gängen und Höhlen (Wurfhöhlen in denen Nester gebaut werden um Jungen groß zu ziehen, unterirdisches Gangsystem um sich dort zurück zu ziehen). Das Kaninchen gräbt dabei mit den Vorderbeinen und schiebt das Substrat zwischen den Hinterbeinen nach hinten. Besonders Weibchen sind sehr buddelfreudig. Verstärkter Buddeldrang kann auch auf Stress (z.B. homonell durch die Hitze beim Weibchen oder durch Gruppenstress) hinweisen.

 

futter-wegtragenFutter wegtragen
Wenn Kaninchen etwas ganz besonderes finden und nicht möchten, dass es die anderen wegfressen, tragen sie es oft weg um es in Ruhe essen zu können.

71 Antworten zu “Aktivitäten-Dolmetscher”

  1. Emma sagt:

    Hallo,
    ich hab da mal eine Frage… Meine häsin hat mich heute zum ersten Mal angebrunmelt… wieso Weiss ich nicht… Ich musste hoch nehmen und in ihr Gehege packen …War das vllt der Grund? Kenne das nicht von ihr …
    Und was ich noch fragen wollte ist ich beschäftige mich jeden Tag mit ihr … gebe ihr fressen und alles bin ihre bezugsperson… Sie kommt auch zu mir zum streicheln und so … Aber abgeleckt hat sie mich eigentlich noch nicht… Mein Mann hat sie heute gestreichelt und er meint sie hätte ihn abgeleckt… Was hat das zu bedeuten? Mag sie ihn mehr als mich? Oder woran kann das liegen? Sie kommt immer zu mir hin …Um gestreichelt zu werden… Zu ihm fast nie… verstehe ihr Verhalten nicht

  2. Fina sagt:

    Hallo,
    ich habe zwei 17 Wochen alte Kaninchen. Einen Bock und eine Häsin. Kurz zu ihrem Charakter: Sie ist neugierig, kommt auf einen zun und ist sehr entspannt. Er ist das komplette Gegenteil: scheu, brauch viel Zeit und stets angespannt, wenn man zu nah an ihn ran geht. Deshalb gebe ich ihm auch die Zeit die er braucht.
    Schon wenige Tage nachdem sie bei uns waren, war klar, dass sie die Chefin ist. Er unterwirft sich stets. Nach einigen Wochen wurde deutlich, dass sie einen kleinen Putztrieb hat. Das heißt sie säubert ihn ständig und das ununterbrochen. Klar, dass ist ein Zeichen der Zuneigung und normal bei Kaninchen sich gegenseitig am Nacken und anderen Stellen zu säubern, jedoch kann der Kerl nirgendwo alleine hingehen, sie folgt ihm sofort um ihm weiter zu säubern. Zum Beispiel er geht raus um auf dem Teppich zu toben, sie rennt hinterher, zwickt ihn, er wird devot und sie leckt ihn. Wir haben das am Anfang nur boebachtet und nichts unternommen, sie sollen ja ihre Hierarchie unter sich ausmachen. Bis dann vor drei Wochen, als der Bock sich gerade hochstreckete, sah ich eine kahle Stelle an seinem Rücken. Ich suchte dann erstmal nach Fell, dachte die Häsin sei vielleicht beim Nestbau. Habe aber keine Fell gefunden. Nach kleinere Recherche, las ich, das es möglich ist, dass die Tiere einen Putzzwang bekommen können und dabei auch das Fell des anderen essen. Ich bin dann trotzdem noch zum Tierarzt um zu klären, dass es kein Parasit oder ähnliches ist. Dieser meinte dann, dass diese Stelle schon immer da gewesen sein müsste (eine Art Narbe?). Dem ist nicht so! Weder meinem Partner noch mir, ist diese Stelle bekannt. Na gut, der Tierarzt meinte wir sollen das beobachten und sollte es schlimmer werden müssen sie getrennt werden. Aber ist das wirklich eine Lösung?
    Dazu kommt, dass die Stelle jetzt auch Schorf hat und wunder aussieht als zu vor.
    Was kann ich tun? Bitte helft mir.

    Liebe Grüße
    Fina

  3. Tu-Phuong Ly sagt:

    Ahoi ihr Lieben!

    Ich mach mir ein bisschen Sorgen um meinen kleinen Cookie (Zwergwidder Männchen, 5 Jahre, kastriert). Er hatte jetzt schon das zweite Mal (mit längerer Pause dazwischen) von der einen auf der anderen Sekunde eine Art Angstattacke? Das erste Mal hat er entspannt bei uns am Sofa gepennt und ist plötzlich aufgesprungen und abgehauen. Er war in Schockstarre hat mehrfach geklopft und hat sich von uns nicht beruhigen lassen. Das zweite Mal war er wach auf seiner ihm vertrauten Burg und war plötzlich verängstigt und trommelte wieder.

    Er vertraut uns auch erstmal nicht und achtet auf jede Bewegung, die wir machen. Nach einer Weile ist alles wie sonst.

    Was könnte das heißen?

    Liebe Grüße!

    • Hallo Tu-Phuong Ly,
      das könnte viele Ursachen haben. Entweder er hatte einen Albtraum (ja, das können Kaninchen haben) oder er hat etwas gehört, was ihr nicht gehört habt. Eventuell ein Hund auf der Straße oder einen Fuchs. Wenn das nun öfters vorkommt und ihr keine Erklärung findet, solltet ihr das beim Tierarzt abklären lassen. Eine mögliche Erklärung ist die Krankheit E.c., welche die Nerven befällt und vielerlei Symptome hervorruft, erhöhte Schreckhaftigkeit gehört dazu. Hier die Erklärung dazu http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/infektionskrankheiten/e-cuniculi.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.