Zickenalarm und Weiberkram – warum Hitzigkeit und Scheinträchtigkeit keine Krankheiten sind

Zugegebenermaßen: Kaninchenweibchen können ganz schön zickig sein, wenn sie unter starken Hormoneinfluss stehen. Nicht selten klagen Halter wegen einiger Probleme, die während hormonellen Phasen auftreten können:

  • Unverträglichkeiten, häufiges Jagen und weg scheuchen des Partnertieres.
  • biss leckstelle rücken kaninchenStarkes Berammeln der anderen Kaninchen, teils wird dabei sogar richtig viel Fell am Rücken ausgerupft, so dass sogar Krusten und haarlose Stellen entstehen können.
  • Urinspiritzen, teils sogar meterhoch an den Wänden/Möbeln… Markieren mit (überall verteilten) Kot.
  • Extrembuddeln, Anlegen von Satzröhren die extrem schnell und tief gegraben werden können.
  • Fell ausrupfen (oft am Bauch/Hals) und der Bau von Nestern, die mit Fell ausgepostert werden, Herumtragen von Fell- und Heubüscheln im Maul für den Nestbau. Das Fell herauszupfen tut dem Kaninchen nicht weh. Durch den extremen Stress sitzt das Fell sehr locker.
  • kaninchen vergesellschaftung rammelnGereiztes und gestresstes Verhalten der Weibchen, die Tiere kommen kaum zur Ruhe.
  • Aggressives Verhalten gegenüber dem Halter.
  • Rotes und angeschwollenes Geschlechtsteil

In den letzten Jahren hat sich ein Trend entwickelt, den wir eher mit Sorge sehen. Das sexuelle Verhalten der Häsinnen in der Haustierhaltung wird regelrecht dramatisiert und mit Gebärmuttererkrankungen gleichgesetzt. Wenn ein Kaninchen eine starke Scheinträchtigkeit hat oder etwas häufiger hitzig ist, wird gleich zur Kastration geraten.

Wie kam es dazu?

Diese Entwicklung kommt aus dem englischsprachigen Raum. Die Kaninchenmedizin war dort bereits früher sehr viel besser entwickelt, so dass viele deutsche Tierärzte aus englischer Literatur über die Erkrankungen der Kaninchenweibchen lernen. In diesem Sprachraum ist es jedoch verbreitet, grundsätzlich alle Kaninchen, egal ob männlich oder weiblich, zu kastrieren. Dabei wird sich immer auf eine Zahl berufen, die besagt, dass 80% aller Kaninchen Gebärmuttererkrankungen haben und somit die Kastration als Vorbeugung von dieser Erkrankung gerechtfertigt sei. Diese Studie wurde jedoch nur fehlinterpretiert. Ansich zeigen die bisherigen Studien ein ganz anderes Bild. Lediglich 3-5% der Kaninchen erkranken an einer Gebärmuttererkrankung. Viele sterben jedoch im Alter an ganz anderen Erkrankungen und ihre Gebärmuttererkrankung besteht zwar, führt aber weder zu Problemen, noch zum Tod. Das ein Kaninchen an Gebärmutter-Erkrankungen erkrankt und (unbehandelt) verstirbt kommt durchaus vor, ist aber eine wirklich seltene Erkrankung.

DSC_1716Natürlich sollte, wenn solch eine Erkrankung auftritt, das Kaninchen kastriert werden.

Es sollte wohl selbstverständlich sein, dass Kaninchen mit einer Erkrankung behandelt werden müssen und dabei kann auch eine Kastration nötig sein.

Vorbeugend alle weiblichen Tiere kastrieren zu lassen, ist hingegen eher riskant. Wir haben leider schon erlebt, dass Weibchen mit einem Jahr an der Kastrations-Narkose gestorben sind. Diese Tiere wären vielleicht nie an einer Gebärmutter-Erkrankung erkrankt und selbst wenn, dann wahrscheinlich erst im fortgeschrittenen Alter, so dass sie noch unbeschwert ein paar Jahre hätten leben können. Solche Erlebnisse sind selten, aber jedes einzelne Kaninchen, das solch ein Schicksal erleidet, ist eines zu viel.

Unser Tierschutzgesetz verbietet die vorbeugende Kastration

haare-ausreisen

Kahlstelle durch das Fell herausreißen für den Nestbau

Unser Tierschutzgesetz verbietet es, Tieren Organe ohne vernünftigen Grund zu entnehmen. Die Gebärmutter ist ein Organ, das bei der Kastration „amputiert“ wird.

Ausnahmen macht das Tierschutzgesetz nach §6 (1) nur:

  1. wenn das Tier eine Erkrankung hat, die eine Kastration als Behandlung nötig werden lässt.
  2. wenn damit die unkontrollierte Fortpflanzung vermieden wird.

Weitere Infos zum rechtlichen Aspekt

Eine Kastration wirkt sich auf den Körper aus

Auch wenn es am Kaninchen eher wenige Studien gibt, so fing man in den letzten Jahren an, an Hunden immer besser zu erforschen, welche Auswirkungen eine Kastration auf andere Erkrankungen und den Körper hat. Dabei stellte man beispielsweise fest, dass andere (sehr viel gefährlichere) Tumorarten sehr viel häufiger bei kastrierten Hündinnen auftreten. Die Tiere bekommen durch die Kastration zwar keinen Gebärmuttertumor mehr, dafür anderen Krebs, der sich sehr viel schwieriger behandeln lässt und häufiger tödlich verläuft.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. In aktuelleren Studien an verschiedenen Tierarten wurden einige Folgen der Kastration festgestellt. An Kaninchen gibt es wenige Studien, aber auch diese zeigen beispielsweise, dass eine Kastration sich auf die Größe des Thymus auswirkt und auch die Nebennieren und die Hirnanhangsdrüse sich in Folge vergrößern. Wobei die Nebennierenrinde extrem zunimmt während das Nebennierenmark abnimmt.

Bei einigen Tieren ist mit der Kastration auch eine Auswirkung auf den Stoffwechsel merkbar. Sie nehmen deutlich schneller an Gewicht zu und neigen zu Übergewicht und bewegen sich weniger. Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Folge können Verdauungsstörungen, aber auch Ablagerungen von Calcium in den Harnwegen (Blase, Niere) sein. Auch eine Förderung der Osteoporose durch die Kastration ist beim Kaninchen nachgewiesen. Calcium wird aus den Knochen und Zähnen abgebaut, die daraufhin brüchig werden… Bei einzelnen Kaninchenweibchen tritt auch eine Inkontinenz durch die Kastration auf, die gerade in Innenhaltung ein großes Problem sein kann.

Nicht jede Gebärmuttererkrankung ist bedenklich

Auch bei Frauen kommt es im Laufe des Lebens meistens zu Zysten oder Wucherungen und leichten Veränderungen der Gebärmutter. Trotzdem würde kein Arzt zur Kastration raten. Nur bösartige Wucherungen oder aber gutartige, die so extrem groß sind, dass sie andere Organfunktionen behindern, sollten wirklich operiert werden. Eine Zyste kann aber beispielsweise bereits zu hormonellen Ungleichgewicht führen.

Verhaltensprobleme durch die Kastration beheben?

kaninchen-jagen-sich2Kaninchen machen es den Haltern oft nicht einfach, gerade starke Reviermarkierungen, unharmonische Gruppen durch schwierigeres oder hormonell schwankendes Verhalten, aber auch andere Verhaltensweisen sind oft ein Problem. Gerade in Wohnungshaltung führt Urinspritzen oft dazu, dass die Tiere eingesperrt oder abgegeben werden.

Ist es in solchen Fällen sinnvoll, die Kaninchen kastrieren zu lassen?

Man sollte sich immer vor Augen führen, dass das Kaninchen ansich unter seinen Urinspritzern nicht leidet und dies ein ganz normales, natürliches Verhalten ist. Das Problem besteht erst durch die Wohnungshaltung… Aber natürlich ist es auch kaum möglich, Kaninchen in der Wohnung richtig artgerecht zu halten (Auslauf, Abwechslung…), wenn sie überall Urin verspritzen. Deshalb ist es sicherlich nicht ehrenwert oder eine empfehlenswerte Lösung, ein solches Kaninchen zu kastrieren, aber oft ist es trotzdem die einzige Möglichkeit.
Trotzdem sollte man niemals die Kastrationen „schön reden“, denn letztendlich passt man das Kaninchen an die Wohnungshaltung an. Das ist vergleichbar mit der Operation in der die Stimmbänder manipuliert werden, damit ein Hund nicht bellt oder aber wenn die Zehen einer Katze entfernt werden, damit sie nicht die Einrichtung zerkratzt. Wann ist so ein Eingriff noch zu rechtfertigen und ab welchem Punkt ist es falsch? Weil Kastrationen bei uns so verbreitet sind, nehmen wir es als „normal“ wahr. In anderen Ländern sind die anderen Eingriffe ebenso verbreitet und bei uns, wo man so etwas nicht tun würde, stoßt es uns sehr unangenehm auf und wir würden so etwas nicht tun.

Gruppenstreitigkeiten zu lösen, indem man das dominate Weibchen kastriert, ist eine wirklich unschöne Sache. In Einzelfällen mag das gut funktionieren, in anderen Fällen ist das Verhalten gar nicht hormonell bedingt und wie vorher… Hinzu kommt, dass dominante Tiere durch die Kastration oft im Rang fallen, dies aber psychisch gar nicht verkraften können und dann mit allen Mitteln (Bisse etc.) ihren Rang weiter aufrecht erhalten möchten. Dazu kommt es oftmals zu sehr viel mehr Problemen als vorher. Zudem muss durch die neue Kräfteverteilung und die Trennung nach der Kastrations-OP anschließend komplett neu vergesellschaftet werden. Das geht oftmals ebenfalls schief…

Was kann man gegen hormonelle Probleme tun?

Zunächst sollte man klar stellen, dass hormonelle Schwankungen beim Kaninchen normal sind. Das Kaninchen ist ein extrem auf die Fortpflanzung ausgelegtes, aktives Tier, das mehrmals im Jahr hitzig ist und auch gelegentlich scheinträchtig werden kann.

Es gibt aber Faktoren, die die Auftretenswahrscheinlichkeit erhöhen. Dazu gehört insbesondere Stress, aber auch Frühlingswetter, Sonneneinstrahlung und Wärme. Deshalb sollte man bei Kaninchen, die häufig hitzig werden schauen, ob sie extrem gestresst werden.

Gleichzeitig gibt es auch Punkte, mit denen man das hormonelle Verhalten abmildern kann. Dazu gehört eine gute Buddelmöglichkeit, sehr viel Abwechslung zum „abreagieren“ (z.B. Zweigehaufen, Laubberge…), Außenhaltung und eine nicht allzu nährstoffreiche Ernährung (Überfütterung).

Durch viel Platz und Beschäftigung, die das Kaninchen auspowert, kommt es wieder ins Gleichgewicht. Selbstverständlich ist ein Einsperren in Käfigen, kleinen Gehegen und Ställen völlig ungeeignet für die bewegungsfreudigen Tiere!
Bitte informieren Sie sich zur artgerechten Haltung:
Außenhaltung
Innenhaltung
Balkonhaltung

Achten Sie bei Unterschlüpfen darauf, dass sie mindestens zwei Eingänge enthalten, damit die Kaninchen sich auch ausweichen und fliehen können, wenn sie sich hormonbedingt nicht so gut verstehen.

Stellen Sie die Einrichtung täglich um, damit sie mit Erkunden beschäftigt sind.

Sollte ein Kaninchen trotzdem Auffälligkeiten zeigen, die auf eine Gebärmuttererkrankung hindeuten könnten, kann man dies mit einem Ultraschall (+ ggf. Blutbild) abklären lassen. Extrem hormonell aktive Kaninchen sollten unbedingt entsprechend untersucht (und nicht nur abgetastet!) werden. 

Wir haben auch gute Erfahrungen mit Hormeel von Heel gemacht, wenn man es über mehrere Wochen (1-3x täglich auf ein Leckerli getropft und angetrocknet) verabreicht. Wir geben es bei Kaninchen, bei denen die Hormone nicht mehr abklingen sondern sehr lange aktiv bleiben (Dauerhitzigkeit).

Auch RodiCare Pregno hat bei manchen Kaninchen für Linderung gesorgt.

Aus der klassischen Homöopathie kommt beispielsweise Pulsatilla und Ignatia in Frage, je nach Kaninchen muss allerdings das richtige Mittel für das entsprechende Kaninchen von einem Tierheilpraktiker ausgewählt werden.

Auch beruhigende Kräuter wie beispielsweise Lavendel, Baldrian und Melisse sind oftmals als Futter hilfreich.

Völlig ungeeignet sind Hormonpräparate wie beispielsweise Galastop. Diese führen zu einer sehr hohen Rate von Gebärmuttererkrankungen und sind deshalb beim Kaninchen nicht empfehlenswert.

Was sollte man mit dem Nest machen?

nestbaukaninchen_1Das Nest darf beim Kaninchen nicht weg geräumt werden. Das scheinträchtige Kaninchen denkt, dass es bald Babys bekommt und baut mit sehr viel Stress ein schönes Nest für diese Babys. Wenn man nun das Nest einfach weg nimmt, gerät das Kaninchen in Panik, es steht durch diesen Stress oftmals unter noch stärkeren Hormoneinfluss und baut ein neues Nest (dafür reißt es sich wieder Haare aus…). Das ist natürlich nicht zweckmäßig. Erst wenn das Nest völlig uninteressant geworden ist und die Scheinträchtigkeit vorbei ist, kann man es entfernen. Davor sollte man einfach drum herum ausmisten und das Nest dort bestehen lassen.

Schlussworte

nestbau-kaninchenUnserer Erfahrung nach haben sehr viele Kaninchen mal eine Phase, in der sie extrem hormonell beeinflusst werden. Teils ist das auch etwas außerhalb des Rahmens von 3-4 Hitzigkeiten im Jahr oder eine Hitzigkeit dauert ewig/monatelang an. Trotzdem sind das meistens keine Gebärmuttererkrankungen sondern ein leichtes Ungleichgewicht, das behebbar ist, auch wenn es die Halter oft einige Nerven kostet.

Deshalb raten wir dazu, die Hitzigkeit nicht als Krankheit zu sehen, sondern als natürliches Verhalten. In Extremfällen muss sicherlich darüber nachgedacht werden, ob man eine Kastration vornehmen sollte und auch Tiere, die tatsächlich Erkrankungen haben, müssen teils kastriert werden. Aber es sollte wirklich nur „der letzte Weg“ sein.

51 Kommentare
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  1. Sandra
    Sandra says:

    Hallo,

    Ich habe zur Zeit auch ein großes Problem mit meiner Dame. Ich habe zwei Damen und einen kastrierten Rammler. Die eine Dame und der Rammler super pflegeleicht und sehr tiefen entspannt. Dafür leider die eine Dame nicht! Dass sie uns überall alles mit Urin voll spritzen, haben wir uns schon langsam dran gewöhnen, dass sie immer wieder versucht die beiden zu besteigen und wir es versuchen zu unterbinden, auch daran haben uns auch schon gewöhnt, aber seit circa 2-3 Tagen müssen wir feststellen das die andern beiden immer wieder mit einer leicht milchige Flüssigkeit verschmutzt sind. Die haben einen sehr großen Käfig sehr viel Unterschlupf, zwei Futter stellen, Tunnel und buddelstelle. Wir haben es auch schon mit den Kräutern und homöopathischen Tropfen versucht sie etwas zu beruhigen leider ohne Erfolg. Ich weiß nicht mehr was ich machen soll da die andern beiden anfangen sich nur noch zu verkriechen und meistens nur noch fressen wenn ich jetzt direkt in deren Höhle was rein packen. Ich bitte um Hilfe Dankeschön

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  2. K.G.
    K.G. says:

    Hallo, ich mach mir Sorgen: hab 4 weibliche Kaninchen in einem Außengehege und eine baut seit heute Nacht ein Nest hinter einer Hütte in einer Ecke. Im Grunde kein Problem – wenn nicht die jeweils anderen es zerstören würden während sie losläuft für neues Material.. ich konnte es nur ein paar Minuten beobachten weil ich zur Arbeit musste – aber ich mach mir jetzt schon Sorgen, dass das irgendwie ausartet… gibts zu so einer Situation hier Erfahrungen?
    Ich mach mir außerdem ein bisschen Vorwürfe dass ich die Scheinträchtigkeit ausgelöst haben könnte weil ich den Hopplerinnen seit ein paar Tagen Saaten und Erbsenflocken zufüttere weil es momentan kälter wird und ich dachte sie brauchen die Energie.. war aber vielleicht zu gut gemeint..?

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    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo K.G.,
      also ich kann dich beruhigen. Die Schweinschwangerschaft, bzw. Hitzigkeit ist völlig normal und du hast es wahrscheinlich nicht verursacht. Wir mussten uns dazu erst einmal beraten und ehrlich gesagt ist es tatsächlich ein echt schwieriger Fall. Alles was ich raten kann ist, sie gut zu beobachten und wenn sie zu viel Stress hat oder es zu Kämpfen kommt sie eventuell doch separate zu halten solange sie scheinschwanger ist. Das sollte allerdings nur im Notfall gemacht werden, da du sie dann wieder vergesellschaften musst, was mit Stress auf beiden Seiten verbunden ist.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

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  3. Jacky
    Jacky says:

    Hallöchen,
    im April ist leider mein kleiner Schatz verstorben. Da mein zweiter Bock (kastriert) bereits 7 Jahre als ist, wollte ich ein ältere Partnerin für ihn finden. Dies ist leider nicht so einfach. Schnell gefunden habe ich eine „3jährige“ Dame aus dem Tierheim. Mir wurde von dortiger Stelle mitgeteilt, dass sie draussen gefunden und bereits dreimal zurückgegeben wurde. Angeblich sind die Partnertiere verstorben. Dies will ich nicht wirklich glauben. Sie ist nun von mitte April bis jetzt 5 mal Scheinschwanger gewesen (ich habe gewartet wie oft das nun vor kommt und ob es sich wieder legt). Beim ersten Mal hielt die Scheinschwangerschaft eine Woche lang an mit drei Wochen Pause. Jetzt habe ich einen Zyklus von genau 2 Wochen. Dann ist sie Scheinschwanger für 2-3 Tage (mit ordentlich Haare rupfen, wild umherlaufen und völlig fertig liegen bleiben). Dann erfolgt das rammeln von meinem Bock. So um die 2 Tage. Danach rammelt er sie und sie unterwirft sich. Danach ist Ruhe. Mein Bock ist dann völlig genervt. In der Zwischenzeit pinkelt sie überall hin und verspritzt ständig Urin. Meine Böcke konnten in der Vergangenheit in der Wohnung frei umherlaufen. Dies habe ich jetzt nachts auf einen Raum reduziert und wenn ich nicht da bin (in dem Raum liegt Teppich und PVC-auch hier wird gepullert). Der Käfig steht in einer selbstgebauten Holzbox die nach vorne hin offen ist. Die ist so vollgespritzt mit Urin, das mir das fürchten kommt. Ich habe jetzt keine Nerven mehr. Jeden Morgen und Abend und zwischendurch suche ich Urin (habe extra überall Teppich liegen aber nicht überall). Ich habe in der Zwischenzeit noch ein extra Klo gekauft und eine offene Box zum pullern. Es gibt jetzt also 3 Klos + den Käfig. Hilft nicht. Dann wird halt davor oder daneben gepullert oder ganz wo anders. Sie geht auch artig auf Toilette. Nur nicht 2-3 mal am TAG. Es gibt auch mal Tage, da finde ich keinen Uin. Und dann wieder jeden Tag. Mein Bock hat jetzt ebenfalls mit dem Pullern angefangen. Da kommt Freude auf. Ebenfalls fallen ihm jetzt auch noch die Haare im Nacken aus. Ob das nun Milben/Pilz oder Stress ist, weiss ich noch nicht. Ein Termin beim Tierarzt ist bereits vereinbart. Ist eine Kastration nun ein egoistischer Schritt oder an dieser Stelle „Sinnvoll“? Ich möchte Sie eigentlich nicht zurück geben, da die beiden sonst doch sehr verschmust sind. Aber unter diesen Umständen ist das nicht mehr möglich. Schon mal Danke für eure Antwort.

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Jacky,
      nach deiner Beschreibung ist sie noch sehr jung oder? Das eine was eine so junge Kaninchendame in dem Alter braucht, ist Platz, schau mal http://www.kaninchenwiese.de/haltung. Allerdings klingt das hier schon so extrem, dass das hier wahrscheinlich nicht hilft. Ich würde auch vorschlagen, das mit einem Tierarzt zu besprechen. Natürlich gibt es Risiken bei einer Weibchenkastration, das möchte ich nicht verharmlosen. Allerdings ist die Alternative wahrscheinlich, dass du sie weggibst oder sie allein lebt. Wenn du dich intensiv mit deinem Tierarzt beratschlägst und er das auch so empfindet, kann die Kastration hier wirklich helfen. Es klingt schon sehr extrem, was du beschreibst. Schau mal hier http://www.kaninchenwiese.de/gesundheit/organerkrankungen/geschlecht-kastration.
      Ich wünsche alles Gute,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  4. Henze Volker
    Henze Volker says:

    Hallo,

    kann dem nur zustimmen. Ich habe derzeit 1 kastrierten Rammler und 4 Häsinen. Meisten ist der Zickenkrieg nur kurz und nach ein paar Tagen ist alles vorbei. Meine Kaninchen laufen den lieben Tag im Garten frei herum und können sich somit gut aus dem Weg gehen. Nur zur Nacht wenns in den Stall geht kanns mal zu Problemen kommen das mal die restlichen Kaninchen wieder rausfliegen. Mit geduld krigt mann sie doch alle hinein und für ein paar Tage ist dann ein Teil eben für die anderen gespert. Positiv ist dabei das Mänchen der darf immer überall hin und wirkt eher beruhigend auf die Weiblichkeit.

    Antworten
  5. Cookie
    Cookie says:

    Hallöchen. Ich hab folgendes Problem, ich habe eine häsin mit zwei kastrierten rammler. Nur ist es so , dass wir die rammler und die häsin bereits eine Woche nach der Kastration vergesellschaftet haben, da wir vom Tierarzt falsch beraten worden sind. Die drei leben jetzt seit drei Wochen zusammen und jetzt fing die häsin heute an ein Nest zu bauen und einen der jungs zu rammel was sie vorher nie gemacht hat. Hört sich das eher nach hitzigkeit oder nach Schwangerschaft an? Sie hat das Nest auch an einer extrem ungünstigen stelle gebaut. Absolut ungeeignet für den Nachwuchs. Sie hat auch schon mal Nachwuchs bekommen und hat natürlich ein Nest gebaut, nur das mit dem rammeln ist mir neu und ich hoffe auch nur auf hitzigkeit bzw scheinschwangerschaft

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Cookie,
      das kann man vorher nicht sagen, die Zeit wäre sehr üblich für eine Hitzigkeit, auch ein gerade erst kastrierter Rammler könnte zu einer Hitzigkeit führen. Eine Schwangerschaft kann allerdings ebenfalls nicht ausgeschlossen werden. Ein Nest sollte nicht zerstört werden, wenn es aber wirklich nicht anders geht, könnt ihr das Nest möglichst unbeschadet versuchen umzusiedeln, sie hätte noch genug Zeit ein neues zu bauen bzw. das Alte zu richten.
      Ich wünsche euch viel Glück.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
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