Zickenalarm und Weiberkram – warum Hitzigkeit und Scheinträchtigkeit keine Krankheiten sind

Zugegebenermaßen: Kaninchenweibchen können ganz schön zickig sein, wenn sie unter starken Hormoneinfluss stehen. Nicht selten klagen Halter wegen einiger Probleme, die während hormonellen Phasen auftreten können:

  • Unverträglichkeiten, häufiges Jagen und weg scheuchen des Partnertieres.
  • biss leckstelle rücken kaninchenStarkes Berammeln der anderen Kaninchen, teils wird dabei sogar richtig viel Fell am Rücken ausgerupft, so dass sogar Krusten und haarlose Stellen entstehen können.
  • Urinspiritzen, teils sogar meterhoch an den Wänden/Möbeln… Markieren mit (überall verteilten) Kot.
  • Extrembuddeln, Anlegen von Satzröhren die extrem schnell und tief gegraben werden können.
  • Fell ausrupfen (oft am Bauch/Hals) und der Bau von Nestern, die mit Fell ausgepostert werden, Herumtragen von Fell- und Heubüscheln im Maul für den Nestbau. Das Fell herauszupfen tut dem Kaninchen nicht weh. Durch den extremen Stress sitzt das Fell sehr locker.
  • kaninchen vergesellschaftung rammelnGereiztes und gestresstes Verhalten der Weibchen, die Tiere kommen kaum zur Ruhe.
  • Aggressives Verhalten gegenüber dem Halter.
  • Rotes und angeschwollenes Geschlechtsteil

In den letzten Jahren hat sich ein Trend entwickelt, den wir eher mit Sorge sehen. Das sexuelle Verhalten der Häsinnen in der Haustierhaltung wird regelrecht dramatisiert und mit Gebärmuttererkrankungen gleichgesetzt. Wenn ein Kaninchen eine starke Scheinträchtigkeit hat oder etwas häufiger hitzig ist, wird gleich zur Kastration geraten.

Wie kam es dazu?

Diese Entwicklung kommt aus dem englischsprachigen Raum. Die Kaninchenmedizin war dort bereits früher sehr viel besser entwickelt, so dass viele deutsche Tierärzte aus englischer Literatur über die Erkrankungen der Kaninchenweibchen lernen. In diesem Sprachraum ist es jedoch verbreitet, grundsätzlich alle Kaninchen, egal ob männlich oder weiblich, zu kastrieren. Dabei wird sich immer auf eine Zahl berufen, die besagt, dass 80% aller Kaninchen Gebärmuttererkrankungen haben und somit die Kastration als Vorbeugung von dieser Erkrankung gerechtfertigt sei. Diese Studie wurde jedoch nur fehlinterpretiert. Ansich zeigen die bisherigen Studien ein ganz anderes Bild. Lediglich 3-5% der Kaninchen erkranken an einer Gebärmuttererkrankung. Viele sterben jedoch im Alter an ganz anderen Erkrankungen und ihre Gebärmuttererkrankung besteht zwar, führt aber weder zu Problemen, noch zum Tod. Das ein Kaninchen an Gebärmutter-Erkrankungen erkrankt und (unbehandelt) verstirbt kommt durchaus vor, ist aber eine wirklich seltene Erkrankung.

DSC_1716Natürlich sollte, wenn solch eine Erkrankung auftritt, das Kaninchen kastriert werden.

Es sollte wohl selbstverständlich sein, dass Kaninchen mit einer Erkrankung behandelt werden müssen und dabei kann auch eine Kastration nötig sein.

Vorbeugend alle weiblichen Tiere kastrieren zu lassen, ist hingegen eher riskant. Wir haben leider schon erlebt, dass Weibchen mit einem Jahr an der Kastrations-Narkose gestorben sind. Diese Tiere wären vielleicht nie an einer Gebärmutter-Erkrankung erkrankt und selbst wenn, dann wahrscheinlich erst im fortgeschrittenen Alter, so dass sie noch unbeschwert ein paar Jahre hätten leben können. Solche Erlebnisse sind selten, aber jedes einzelne Kaninchen, das solch ein Schicksal erleidet, ist eines zu viel.

Unser Tierschutzgesetz verbietet die vorbeugende Kastration

haare-ausreisen

Kahlstelle durch das Fell herausreißen für den Nestbau

Unser Tierschutzgesetz verbietet es, Tieren Organe ohne vernünftigen Grund zu entnehmen. Die Gebärmutter ist ein Organ, das bei der Kastration „amputiert“ wird.

Ausnahmen macht das Tierschutzgesetz nach §6 (1) nur:

  1. wenn das Tier eine Erkrankung hat, die eine Kastration als Behandlung nötig werden lässt.
  2. wenn damit die unkontrollierte Fortpflanzung vermieden wird.

Weitere Infos zum rechtlichen Aspekt

Eine Kastration wirkt sich auf den Körper aus

Auch wenn es am Kaninchen eher wenige Studien gibt, so fing man in den letzten Jahren an, an Hunden immer besser zu erforschen, welche Auswirkungen eine Kastration auf andere Erkrankungen und den Körper hat. Dabei stellte man beispielsweise fest, dass andere (sehr viel gefährlichere) Tumorarten sehr viel häufiger bei kastrierten Hündinnen auftreten. Die Tiere bekommen durch die Kastration zwar keinen Gebärmuttertumor mehr, dafür anderen Krebs, der sich sehr viel schwieriger behandeln lässt und häufiger tödlich verläuft.

Das ist nur ein Beispiel von vielen. In aktuelleren Studien an verschiedenen Tierarten wurden einige Folgen der Kastration festgestellt. An Kaninchen gibt es wenige Studien, aber auch diese zeigen beispielsweise, dass eine Kastration sich auf die Größe des Thymus auswirkt und auch die Nebennieren und die Hirnanhangsdrüse sich in Folge vergrößern. Wobei die Nebennierenrinde extrem zunimmt während das Nebennierenmark abnimmt.

Bei einigen Tieren ist mit der Kastration auch eine Auswirkung auf den Stoffwechsel merkbar. Sie nehmen deutlich schneller an Gewicht zu und neigen zu Übergewicht und bewegen sich weniger. Der Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Folge können Verdauungsstörungen, aber auch Ablagerungen von Calcium in den Harnwegen (Blase, Niere) sein. Auch eine Förderung der Osteoporose durch die Kastration ist beim Kaninchen nachgewiesen. Calcium wird aus den Knochen und Zähnen abgebaut, die daraufhin brüchig werden… Bei einzelnen Kaninchenweibchen tritt auch eine Inkontinenz durch die Kastration auf, die gerade in Innenhaltung ein großes Problem sein kann.

Nicht jede Gebärmuttererkrankung ist bedenklich

Auch bei Frauen kommt es im Laufe des Lebens meistens zu Zysten oder Wucherungen und leichten Veränderungen der Gebärmutter. Trotzdem würde kein Arzt zur Kastration raten. Nur bösartige Wucherungen oder aber gutartige, die so extrem groß sind, dass sie andere Organfunktionen behindern, sollten wirklich operiert werden. Eine Zyste kann aber beispielsweise bereits zu hormonellen Ungleichgewicht führen.

Verhaltensprobleme durch die Kastration beheben?

kaninchen-jagen-sich2Kaninchen machen es den Haltern oft nicht einfach, gerade starke Reviermarkierungen, unharmonische Gruppen durch schwierigeres oder hormonell schwankendes Verhalten, aber auch andere Verhaltensweisen sind oft ein Problem. Gerade in Wohnungshaltung führt Urinspritzen oft dazu, dass die Tiere eingesperrt oder abgegeben werden.

Ist es in solchen Fällen sinnvoll, die Kaninchen kastrieren zu lassen?

Man sollte sich immer vor Augen führen, dass das Kaninchen ansich unter seinen Urinspritzern nicht leidet und dies ein ganz normales, natürliches Verhalten ist. Das Problem besteht erst durch die Wohnungshaltung… Aber natürlich ist es auch kaum möglich, Kaninchen in der Wohnung richtig artgerecht zu halten (Auslauf, Abwechslung…), wenn sie überall Urin verspritzen. Deshalb ist es sicherlich nicht ehrenwert oder eine empfehlenswerte Lösung, ein solches Kaninchen zu kastrieren, aber oft ist es trotzdem die einzige Möglichkeit.
Trotzdem sollte man niemals die Kastrationen „schön reden“, denn letztendlich passt man das Kaninchen an die Wohnungshaltung an. Das ist vergleichbar mit der Operation in der die Stimmbänder manipuliert werden, damit ein Hund nicht bellt oder aber wenn die Zehen einer Katze entfernt werden, damit sie nicht die Einrichtung zerkratzt. Wann ist so ein Eingriff noch zu rechtfertigen und ab welchem Punkt ist es falsch? Weil Kastrationen bei uns so verbreitet sind, nehmen wir es als „normal“ wahr. In anderen Ländern sind die anderen Eingriffe ebenso verbreitet und bei uns, wo man so etwas nicht tun würde, stoßt es uns sehr unangenehm auf und wir würden so etwas nicht tun.

Gruppenstreitigkeiten zu lösen, indem man das dominate Weibchen kastriert, ist eine wirklich unschöne Sache. In Einzelfällen mag das gut funktionieren, in anderen Fällen ist das Verhalten gar nicht hormonell bedingt und wie vorher… Hinzu kommt, dass dominante Tiere durch die Kastration oft im Rang fallen, dies aber psychisch gar nicht verkraften können und dann mit allen Mitteln (Bisse etc.) ihren Rang weiter aufrecht erhalten möchten. Dazu kommt es oftmals zu sehr viel mehr Problemen als vorher. Zudem muss durch die neue Kräfteverteilung und die Trennung nach der Kastrations-OP anschließend komplett neu vergesellschaftet werden. Das geht oftmals ebenfalls schief…

Was kann man gegen hormonelle Probleme tun?

Zunächst sollte man klar stellen, dass hormonelle Schwankungen beim Kaninchen normal sind. Das Kaninchen ist ein extrem auf die Fortpflanzung ausgelegtes, aktives Tier, das mehrmals im Jahr hitzig ist und auch gelegentlich scheinträchtig werden kann.

Es gibt aber Faktoren, die die Auftretenswahrscheinlichkeit erhöhen. Dazu gehört insbesondere Stress, aber auch Frühlingswetter, Sonneneinstrahlung und Wärme. Deshalb sollte man bei Kaninchen, die häufig hitzig werden schauen, ob sie extrem gestresst werden.

Gleichzeitig gibt es auch Punkte, mit denen man das hormonelle Verhalten abmildern kann. Dazu gehört eine gute Buddelmöglichkeit, sehr viel Abwechslung zum „abreagieren“ (z.B. Zweigehaufen, Laubberge…), Außenhaltung und eine nicht allzu nährstoffreiche Ernährung (Überfütterung).

Durch viel Platz und Beschäftigung, die das Kaninchen auspowert, kommt es wieder ins Gleichgewicht. Selbstverständlich ist ein Einsperren in Käfigen, kleinen Gehegen und Ställen völlig ungeeignet für die bewegungsfreudigen Tiere!
Bitte informieren Sie sich zur artgerechten Haltung:
Außenhaltung
Innenhaltung
Balkonhaltung

Achten Sie bei Unterschlüpfen darauf, dass sie mindestens zwei Eingänge enthalten, damit die Kaninchen sich auch ausweichen und fliehen können, wenn sie sich hormonbedingt nicht so gut verstehen.

Stellen Sie die Einrichtung täglich um, damit sie mit Erkunden beschäftigt sind.

Sollte ein Kaninchen trotzdem Auffälligkeiten zeigen, die auf eine Gebärmuttererkrankung hindeuten könnten, kann man dies mit einem Ultraschall (+ ggf. Blutbild) abklären lassen. Extrem hormonell aktive Kaninchen sollten unbedingt entsprechend untersucht (und nicht nur abgetastet!) werden. 

Wir haben auch gute Erfahrungen mit Hormeel von Heel gemacht, wenn man es über mehrere Wochen (1-3x täglich auf ein Leckerli getropft und angetrocknet) verabreicht. Wir geben es bei Kaninchen, bei denen die Hormone nicht mehr abklingen sondern sehr lange aktiv bleiben (Dauerhitzigkeit).

Auch RodiCare Pregno hat bei manchen Kaninchen für Linderung gesorgt.

Aus der klassischen Homöopathie kommt beispielsweise Pulsatilla und Ignatia in Frage, je nach Kaninchen muss allerdings das richtige Mittel für das entsprechende Kaninchen von einem Tierheilpraktiker ausgewählt werden.

Auch beruhigende Kräuter wie beispielsweise Lavendel, Baldrian und Melisse sind oftmals als Futter hilfreich.

Völlig ungeeignet sind Hormonpräparate wie beispielsweise Galastop. Diese führen zu einer sehr hohen Rate von Gebärmuttererkrankungen und sind deshalb beim Kaninchen nicht empfehlenswert.

Was sollte man mit dem Nest machen?

nestbaukaninchen_1Das Nest darf beim Kaninchen nicht weg geräumt werden. Das scheinträchtige Kaninchen denkt, dass es bald Babys bekommt und baut mit sehr viel Stress ein schönes Nest für diese Babys. Wenn man nun das Nest einfach weg nimmt, gerät das Kaninchen in Panik, es steht durch diesen Stress oftmals unter noch stärkeren Hormoneinfluss und baut ein neues Nest (dafür reißt es sich wieder Haare aus…). Das ist natürlich nicht zweckmäßig. Erst wenn das Nest völlig uninteressant geworden ist und die Scheinträchtigkeit vorbei ist, kann man es entfernen. Davor sollte man einfach drum herum ausmisten und das Nest dort bestehen lassen.

Schlussworte

nestbau-kaninchenUnserer Erfahrung nach haben sehr viele Kaninchen mal eine Phase, in der sie extrem hormonell beeinflusst werden. Teils ist das auch etwas außerhalb des Rahmens von 3-4 Hitzigkeiten im Jahr oder eine Hitzigkeit dauert ewig/monatelang an. Trotzdem sind das meistens keine Gebärmuttererkrankungen sondern ein leichtes Ungleichgewicht, das behebbar ist, auch wenn es die Halter oft einige Nerven kostet.

Deshalb raten wir dazu, die Hitzigkeit nicht als Krankheit zu sehen, sondern als natürliches Verhalten. In Extremfällen muss sicherlich darüber nachgedacht werden, ob man eine Kastration vornehmen sollte und auch Tiere, die tatsächlich Erkrankungen haben, müssen teils kastriert werden. Aber es sollte wirklich nur „der letzte Weg“ sein.

51 Kommentare
« Ältere KommentareNeuere Kommentare »
  1. Katrin König
    Katrin König says:

    Hallo,

    Meine Gweny 5 Monate scheint wohl gerade in die Pubertät gekommen zu sein. Ich bin nur am hinterherwischen mit Zewa Tüchern und Essig- Essenz, sie buddelt im Moment sehr stark und heute wurde Bruce (auch 5 Monate und kastriert) ebenfalls berammelt bis er sie dann auch gerammelt hat, dann war erst mal Ruhe. Sie ist im Moment auch sehr Kuschel bedürftig. Beide leben bei mir in der Wohnung haben das Wohn- und Schlafzimmer was sie mit mir teilen und ein Teil vom Balkon. Kann ich irgendwas noch machen damit es für beide etwas erträglicher ist bzw. wie lange könnte es dauern ?

    LG Katrin

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Katrin,
      die Hitzigkeit dauert meist nur ein Paar Wochen. Ihr Verhalten ist da völlig normal. Wenn es geht kannst du beiden mehr Platz bieten und mehr Unterschlüpfe, dazu kannst du ihnen mehr Möglichkeiten zur Beschäftigung bieten, schau mal hier http://www.kaninchenwiese.de/umgang/beschaeftigung. So sind sie ausgelastet und entspannter. Ansonsten kannst du nur etwas Geduld haben und warten bis der Spuk vorbei ist :).
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  2. Romina Poque
    Romina Poque says:

    Liebes Kaninchenwiese Team!
    Ich brauche einen Rat.
    Unsere Kaninchen Dame ist seit etwa einen Woche hitzig, was sich durch starkes Jagen und Aggressivität gegenüber dem kastrierten Männchen.
    Dies hatte sich soweit zugespitzt, dass das böckchen sie ordentlich in den Nacken gebissen hat.
    Wir waren daraufhin beim Tierarzt und die Wunde wird seitdem mit Lösung und salbe versorgt und es gibt täglich ein Antibiotikum um eine Entzündung zu vermeiden.
    Unsere Tierärztin hat uns geraten die beiden Tiere erstmal voneinander fern zu halten ohne sie komplett räumlich zu trennen, damit sie nicht vergessen dass sie zusammen gehören aber auch die wundheilung nicht zu gefährden und weitere Wunden hinzukommen.
    Die beiden leben zusammen in einem
    4,5qm großen Innengehege, indem sie sich normalerweise den ganzen Tag frei bewegen können und es gibt verschiedene Unterschlüpfe.
    Nun waren wir gezwungen das böckchen einzusperren im zweistöckigen Käfig,der sich innerhalb des Geheges befindet. Das ist natürlich in keinsterweise artgerecht und wir wollen die beiden so schnell wie möglich wieder als PartnerTiere frei laufend im Gehege haben.
    Bislang scheint es zwar als würde die hitzigkeit langsam abklingen,aber alle Versuche dem böckchen wieder Auslauf zu ermöglichen,sind gescheitert. Freiwillig will er den Käfig nicht mehr verlassen bzw er wird nach kurzer Zeit wieder gejagt,fängt an zu quietschen und will sich durch beißen verteidigen.
    Wie lange dauert die hitzigkeit?
    Werden wir die beiden eventuell komplett trennen und dann nochmal auf neutralem Boden neu vergesellschaften müssen?
    Wenn ja,wie lange muss man dann warten bis man das wagen kann?
    Oder gibt es vielleicht noch irgendeine andere Möglichkeit das Weibchen zu beruhigen und dem böckchen die Angst zu nehmen?
    LG Romina

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Romina,
      eure Kaninchen verhalten sich ganz normal, denn ihr habt durch die Trennung zwei Reviere geschaffen und sobald eines von beiden in das Revier des anderen kommt, erfolgen Revierstreitigkeiten. Um sicherzustellen, dass die Zusammenführung klappt, würde ich die beiden für mindestens eine Woche ohne Riech- und Sichtkontakt getrennt unterbringen und dann auf einem neutralen Boden zusammenführen. Es wird bei der Zusammenführung zu Jagereien usw. kommen. Wichtig ist, dass die beiden genügend Versteckmöglichkeiten mit zwei Ausgängen haben. Das Zusammenführungsgehege sollte ca. vier bis sechs Quadratmeter haben, damit die beiden sich frei bewegen können. Langfristig müsstest ihr darüber nachdenken, ob ihr das gewohnte Gehege der beiden vergrößern könnt, damit die Kaninchen dort eine Buddelkiste (falls nicht bereits vorhanden) und andere Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen: http://www.kaninchenwiese.de/verhaltensstoerungen-in-innenhaltung-ein-weit-verbreitetes-problem-was-kann-man-dagegen-tun/ und http://www.kaninchenwiese.de/umgang/beschaeftigung/. Bei der nächsten Hitzigkeit sollte die beiden nicht getrennt werden. Kleinere Bissverletzungen sind unter Kaninchen normal. Wenn es so ist, dass der Kastrat das Weibchen tatsächlich heftig beißt, ist es ratsam einen auf Kaninchen spezialisierten Tierarzt aufzusuchen und beide gründlich untersuchen zu lassen (dies könnt ihr natürlich bereits auch vor der Zusammenführung tun).
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  3. Adriana
    Adriana says:

    Liebes Kaninchenwiese-Team

    Unsere eine Kaninchendame (6-7 Monate alt, Innenhaltung) berammelt, jagt und stresst ihr Partnertier (10 Monate, kastriert) enorm. Er hat bereits blutige Krusten auf dem Rücken und traut sich kaum noch etwas zu machen sogar das Frischfutter lässt er liegen, meiner Meinung nach leider er enorm. Das zweite Weinchen (gleich alt) jagt sie auch aber lässt schnell wieder vor ihr ab.

    Was könnten wir in diesem Fall machen? Ich kann nicht länger zusehen, es liegt überall Fell herum und ich höre das ständige Verfolgen des Weibchens.

    Liebe Grüsse
    Adriana

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Adriana,
      hast du die Möglichkeit, den Kaninchen mehr Platz mit mehr Versteckmöglichkeiten (mit jeweils zwei Ausgängen) anzubieten? Wichtig wäre eine Buddelkiste: http://www.kaninchenwiese.de/buddelkisten-fuer-kaninchen/. Aus einfachen Kartons aus dem Supermarkt kannst du Häuser bauen. Du kannst eine zweite Ebene errichten, sodass sich der Gejagte besser zurückziehen kann: http://www.kaninchenwiese.de/soziales/grossgruppenhaltung/. Auch bringt ein Haufen frischer Zweige das Weibchen dazu, sich nicht zu langweilen. Hier gibt es noch mehr Ideen für Beschäftigungsmöglichkeiten: http://www.kaninchenwiese.de/umgang/beschaeftigung/. Wenn dein Kaninchen von einem Tierarzt als gesund befunden wurde, kannst du ihr Hormeel von Heel geben (über mehrere Wochen 1-3x täglich auf ein Leckerli getropft und angetrocknet). Du könntest auch kaloriernreiches Futter, wie Möhren und andere Knollen, Saaten usw. reduzieren (falls du so etwas fütterst) und viel Wiese bzw. frische Kräuter, Salata und Kohl anbieten, dann haben die Kaninchen mehr Beschäftigung durch die Futteraufnahme.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  4. Desi
    Desi says:

    Hallo,
    Meine kleine fipsi ist 5 Monate alt und ihr Freund steckrübe auch, er würde schon kastriert.seit ungefähr 2 Wochen will sie ihn immer rammen von hinten ..von der Seite ..von vorne….ganz schlimm.steckrübe flüchtet.fipsi ist viel zappeliger und *frecher* geworden sie hat mir sonst immer die Stirn abgeleckt und war richtig lieb und zu traulig.jetzt beißt sie und pinkelt überall hin.heute hat es sogar gespritzt. Sie dürfen den ganzen Tag bei mir toben und rum laufen.sie haben alle Möglichkeiten.sie buddelt auch viel im Sand. Sie ruht sich aber auch aus.mir tut mein steckrübchen so leid, weil sie immer an ihm hängt.sie baut kein Nest.ich hab schon überlegt ob ich zum Tierarzt gehen soll.aber ich hab gedacht vielleicht ist es eine Phase, wie bei Kindern.wie lange kann es dauern? Mit dem pinkeln ist erst seit ein paar Tagen.

    Antworten
  5. Ines
    Ines says:

    Liebes Kaninchenwiese-Team! Herzlichen Dank erstmal für eure tollen Seiten, die Futterlisten sind total klasse und waren gewiss sehr viel Arbeit.
    Ich habe gleich zwei Fragen zu unserer Häsin (14 Monate), die lt. eurem Eintrag denn wohl vor 2 Monaten in die Pubertät gekommen ist…
    – Wie lange hält die an?
    – Bezüglich des Nestes haben wir das Problem, das sie dieses in eine Toilette baut, die aber (auch von ihr) benutzt wird, ebenso wird die ganze Umgebung sehr stark von ihr markiert, so dass das Ganze ziemlich unhygenisch wird. Was sollen wir machen? Das Nest lassen oder „erneuern“?Sie lebt mit einem Kastraten draußen in einem großen, selbstgebauten Stall und ist so oft wie möglich im ebenfalls großen Außengehege.

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Ines,
      die Pubertät dauert unterschiedlich lange an, meist sind es ca. 6 Monate. Versucht ihr mehrere Orte zum Nestbau, viel Stroh und Heu anzubieten, sodass sie sich eventuell einen anderen Ort zum Nestbau aussuchen wird. Sollte das Nest zu verschmutzt sein, könnt ihr es entfernen. Das Markieren ist Teil des natürlichen Kaninchenverhaltens, dem nur mit viel Essigessenz und Geduld begegnet werden kann.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
  6. Valentina Kasalo
    Valentina Kasalo says:

    Hallo. Ich bräuchte mal nen Rat. Komme gerade vom TA der meine Häsin geröngt hat (6 Mo. alt) und meinte,dass die Gebärmutter verändert sei und würde zur Kastration raten. So würde kein gesundes Organ aussehen. So wie ich es verstanden hab, ist die GM vergrößert. Meine Häsin baut alle 2 1/2 Wochen ein Nest! Das schon seit 4 Monaten. Bin jetzt verunsichert. Was meint ihr? Beim TA war sie heute weil sie leicht aufgegast ist und wohl schmerzen hat. Dies kann aber auch von der GM kommen die Schmerzen meinte dir Ärztin. LG Valentina

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Valentina,
      bei einer veränderten Gebärmutter ist eine Kastration ratsam. Auch können die Verdauungsbeschwerden von der Schmerzen an der Gebärmutter verursacht werden. Obwohl das Weibchen sehr jung ist, wäre es wahrscheinlich sinnvoll sie zeitnah kastrieren zu lassen. Du kannst dir im Zweifel eine Zweitmeinung einholen, die Darstellung der Situation spricht jedenfalls für eine Kastration.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
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