Ist Einzelhaltung für Kaninchen gesetzlich erlaubt?

Dürfen Kaninchen alleine gehalten werden?

Die Einzelhaltung von Kaninchen ist in Deutschland nicht zulässig.

Immer noch besteht der Irrglaube, dass Kaninchen in Deutschland einzeln gehalten werden dürfen, da es kein konkretes Gesetz gäbe, in dem wörtlich steht, dass Kaninchen mindestens zu zweit gehalten werden müssen. Laut einer aktuellen Studie leben gut 4% der Kaninchen in Deutschland in Einzelhaltung (Exopet-Studie 2017). Auch wenn es dieses Gesetz nicht gibt, so gibt es eine Reihe von Gesetzen, die analog auf Hauskaninchen anzuwenden sind! Die Einzelhaltung von sozial lebenden Kaninchen ist nicht erlaubt.

Gesetzliche Grundlagen

§2 des Tierschutzgesetzes

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Etagen für Kaninchen

Tipps, Fotoideen und Infos

Kaninchen lieben es, erhöht zu sitzen, ihre Umgebung im Blick zu haben und auf erhöhte Gegenstände zu springen. Deshalb sind Etagen, Häuschendächer und erhöhte Sitzplätze eine Bereicherung für jedes Gehege. Erhöhte Sitzmöglichkeiten erfüllen das Grundbedürfnis nach Sicherheit beim ängstlichen Hauskaninchen. Hier finden Sie viele Ideen, wie sich Etagen im Gehege umsetzen lassen.

Quadratisches Brett im Baumarkt halbieren lassen und anbringen – fertig!
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Die Problematik der Widderkaninchen

Kaninchen mit Schlappohren sind als Haustiere sehr beliebt, doch artgerecht ist diese Züchtung leider nicht. Durch moderne medizinische Methoden weiß man mittlerweile, dass die meisten Widder unter den hängenden Ohren leiden. Widder haben durch ihre anatomische Ohrenform einen abgeknickten Gehörgang. Das kann man sich wie einen Schlauch vorstellen, den man knickt. Dadurch werden Schallwellen kaum noch weitergeleitet. Zudem wird Sekret nicht mehr aus dem Gehörgang abtransportiert, es kommt zu verstopften Gehörgängen und einem idealen Milieu für Bakterien und Hefen, die Ohrenentzündungen auslösen.

Eingeschränkte Körpersprache

Ein großer Teil der Körpersprache wird über die Ohren ausgedrückt. So legen aggressive Kaninchen beispielweise die Ohren an, neugierige Tiere kippen sie leicht nach vorne und entspannte Kaninchen legen sie in den Nacken ab. Widder können ihre Ohren kaum bewegen, so dass es zu Kommunikationsproblemen in der Gruppe kommen kann.

Schwerhörigkeit

Widder-Kaninchen hören durch ihre Ohrenform sehr viel schlechter als Artgenossen mit Stehohren, in Untersuchungen ist ihre Hörschwelle messbar erhöht. Das ist in etwa vergleichbar, wie wenn wir uns einen Finger in die Ohren stecken würden. Sie leben somit seit dem Fallen der Ohren im Kindesalter mit einer Hörbehinderung. Durch häufig auftretende Ohrenentzündungen sind viele Widder komplett taub.

Verletzungsgefahr bei Auseinandersetzungen

Rangordnungskämpfe gehören bei Kaninchen zum artgemäßen Verhalten. Wenn sich fremde Kaninchen kennenlernen, ein Jungtier in die Pubertät kommt oder sich der Rang verändert, kommt es zu Rangeleien, durch die ihre neue Rangordnung festgelegt wird. Kaninchen mit Stehohren legen bei Kämpfen ihre Ohrmuschel in den Nacken, dadurch sind sie geschützt und es kommt äußerst selten zu Verletzungen. Widderohren geraten oft zwischen die Fronten und es kommt häufig zu großen Wunden. Viele Tiere müssen daraufhin tierärztlich behandelt werden. Bei einzelnen Tieren kommt es sogar zu einer Amputation oder Teilamputation des Ohres. In einer aktuellen Studie hatten mehr als 16% der Widderkaninchen eine Ohrenverletzung, aber kein einziges Kaninchen mit Stehohren.

Beispiele für typische Ohrenverletzungen bei Widdern

 

Eingeschränktes Sichtfeld

Durch die hängenden Ohren haben Kaninchen ein sehr stark eingeschränktes Sichtfeld. Besonders seitlich und nach hinten sehen Kaninchen mit Widderohren nichts. Ein Kaninchen mit Stehohren sieht rund herum seine Umgebung.

Veranlagung zu Ohrenentzündungen

Eine computertomographische Studie zeigt, dass Schlappohr-Kaninchen eine Prädisposition für Außen- und Mittelohrentzündungen aufweisen. Ein großer Teil der Widder-Kaninchen entwickelt im Laufe des Lebens eine Ohrenentzündung. Durch die hängende Ohrmuschel wird der Gehörgang schlecht belüftet, es entsteht ein ideales Milieu für Bakterien und Hefen. Diese Erreger lösen Entzündungen aus. Durch die chronische Entzündung leiden viele Kaninchen unter starken Schmerzen. Die allermeisten Ohrenentzündungen sind nach außen unsichtbar, die meisten Widder leiden lebenslang an chronischen Entzündungsprozessen im Ohr. Viele Tiere leiden unter Folgeerkrankungen und einem geschwächten Immunsystem. Die Behandlung ist schwierig und sehr aufwändig und kostenintensiv. Ist einmal eine Ohrenentzündung vorhanden, lässt sich diese oftmals nur noch mit einer Operation, je nach Schweregrad einer totalen Entfernung des Gehörgangs, teils mit Eröffnung der Paukenhöhle, beseitigen.

Fakten aktueller Studien:

  • Mehr als 16% aller Widderkaninchen haben Abszesse am Ohransatz (aber kein einziges Stehohrkaninchen)!
  •  Bei knapp 5% der Widder ist Eiter im Außenohr makroskopisch nachweisbar (aber bei keinem einziges Kaninchen mit Stehohren).
  •  Bei knapp 8 von 10 Widdern die nicht wegen Ohrenentzündung vorgestellt wurden, ist der Gehörgang gefüllt, aber nur bei 0,3 von 10 Stehohrkaninchen! 
  •  Mehr als 80% aller Widder haben einen anatomisch stark verengten Gehörgang. Bei fast keinem war in der Studie das Trommelfell einsehbar (bei Stehohren bei 35%).

Aber Widder sind so süß…

Widder werden mit runden Köpfen und hängenden Ohren gezüchtet, damit sie besonders putzig aussehen. Dadurch erfüllen sie das Kindchenschema. Ihr ruhiger Charakter wird oftmals geschätzt, ist jedoch dadurch zu erklären, dass sie weniger hören und sehen und so in ihrer Kommunikation und Wahrnehmung eingeschränkt sind. Zudem leiden sie oftmals unter chronischen Schmerzen durch unentdeckte Ohrenentzündungen.

Tierschutzgesetz § 11b (1)

„Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten[…], soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse […] erwarten lassen, dass als Folge der Zucht […] 1. bei der Nachzucht […] oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten“

Ohrenentzündungen bleiben unsichtbar!

Ohrenentzündungen merkt man den Kaninchen nicht an, denn sie werden bei einer normalen Allgemeinuntersuchung nicht festgestellt und können beim Blick ins Ohr nicht ausgeschlossen werden. Entzündungen in der Tiefe sind oftmals durch den abgeknickten Gehörgang und das darüber befindliche Sekret verdeckt. Mittel- und Innenohrentzündungen liegen hinter dem Trommelfell und sind somit von außen nicht sichtbar.

Die Grafik zeigt, warum das Otoskop nicht geeignet ist, um eine Mittel- oder Innenohrentzündung auszuschließen.

So kann man Ohrenentzündungen feststellen:

  • Mikroskopische Untersuchung eines Abstrichs aus der Tiefe des Ohres
  • Bakteriologische Kultivierung um die Besiedlung zu prüfen
  • Röntgenaufnahmen oder andere bildgebende Verfahren des Kopfes (MRT, CT) um Mittel- und Innenohrentzündungen zu diagnostizieren

Die meisten Kaninchen mit Ohrenentzündungen haben keine Symptome! Manche fallen lediglich durch das schmerzbedingte, etwas ruhigere, in selteneren Fällen auch aggressive Verhalten auf (Unverträglichkeiten!). Die meisten Widder haben zudem sehr stark verschmutzte, teils auch verlegte Gehörgänge. Kleine Knubbel am Ohransatz oder gerötete und warme Ohransätze sind ebenfalls möglich. In seltenen Fällen schütteln die Kaninchen den Kopf oder kratzen die Ohren, auch Pendelbewegungen des Kopfes (Scannen) oder zuckende Augenbewegungen (Nystagmus), so wie ein schiefer Mund sind mögliche Symptome. Fortgeschrittene Ohrenentzündungen äußern sich wie E. cuniculi und werden häufig mit dieser Erkrankung verwechselt (Kopfschiefhaltung, Gleichgewichtsstörungen und im Kreis laufen….)! Durch die ständige chronische Entzündung im Körper haben betroffene Tiere jedoch meist ein generell geschwächtes Immunsystem, so dass jegliche Erreger leicht ausbrechen (E. cuniculi, Parasiten…). und andere Entzündungen wie z.B. Zahnwurzelentzündungen, Abszesse und Kaninchenschnupfen gehäuft auftreten.

Mittel- und Innenohrentzündungen lassen sich nur im Röntgenbild feststellen, beim Blick ins Ohr verdeckt das Trommelfell die Sicht.

Wichtige Vorbeuge-Untersuchungen

Es gibt Maßnahmen die helfen, Otitiden in frühen Stadien zu erkennen, diese sind bei Widdern wichtig:

□ Wöchentliches Abtasten des Ohransatzes (leichte Wölbungen? evtl. warm? Schmerzempfindlich? Juckreiz?)
□ Zweimal Jährlich einen Abstrich aus dem Gehörgang mit mikroskopischer Analyse zur Statuserfassung und Früherkennung anfertigen lassen (z.B. bei den Impfungen)
□ Einmal jährlich ein Röntgenbild (Mittelohr, Innenohr!)
□ Kopfschütteln oder Ohrkratzen? Schiefer Mund? Scannen? Sie sollten die Symptome kennen!

Otitiden durch Ohrenpflege vorbeugen

Widder leiden meist lebenslang unter dem chronischen Entzündungsprozess, durch gute Pflege kann diese Entzündung nicht zwangsläufig verhindert, aber oftmals vermieden werden. Empfehlungen zur Otitis-Prävention:
□ Wöchentliche Reinigung der Ohren mit einem Ohrreiniger, der Tris-EDTA und Chlorhexidin enthält, z.B. EpiBac Ohrreiniger (von Jungtieralter an!). Nicht alle Ohrreiniger sind für Kaninchen geeignet! Auch NaCl Lösung oder kolloidales Silber haben sich bewährt. Nicht mit Ohrenstäbchen einfach ins Ohr gehen! Ohrreinigung beim Tierarzt zeigen lassen: Der Ohrreiniger wird ins Ohr gegeben, am Ohrgrund einmassiert und auch hoch massiert, um ihn dann z.B. mit einem Taschentuch raus zu wischen (nicht tief ins Ohr gehen!).  Für jedes Kaninchen einen eigenen Ohrreiniger verwenden um keine Erreger zu übertragen.
□ Gründliche Reinigung der Ohren wenn Narkosen nötig sind oder bei Bedarf in Sedation.

Quellen, u.a.:
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Capello, V. (2006): Lateral ear canal resection and ablation in pet rabbits. In: North American Veterinary Conference 20, 2006, Orlando, Florida, S. 1711-1713.
Capello, V. (2018). Ear surgery of pet rabbits. In BSAVA Congress Proceedings 2018 (pp. 50-51). BSAVA Library.
Claaßen, W. (2004): Hörschwellenbestimmung mittels früher akustisch evozierter Potentiale zur klinischen Diagnostik bei gesunden und erkrankten Kaninchen mit Kopfschiefhaltung (Doctoral dissertation, Verlag nicht ermittelbar).
Csomos, R., Bosscher, G., Mans, C., & Hardie, R. (2016): Surgical management of ear diseases in rabbits. Veterinary Clinics: Exotic Animal Practice, 19(1), 189-204.
Eatwell, K. (2013): Diagnosis of otitis externa, media and interna in rabbits. Veterinary Times, 43(13), 20-22.
Eatwell, K, Mancinelli, E., Hedley, J., Yool, J. (2013): Partial ear canal ablation and lateral bulla osteotomy in rabbits
Eckert, Y., Witt, S., Reuschel, M., & Fehr, M. (2017): Otitis beim Kaninchen–Symptome, Diagnostik und Therapiemöglichkeiten. kleintier konkret, 20(S 02), 2-9.
Funke, K. H. Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetztes (Verbot von Qualzüchtungen) Herausgeber: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BMELF), Referat Tierschutz, Postfach, 53107b Bonn.
Mäkitaipale, J., Harcourt-Brown, F. M., & Laitinen-Vapaavuori, O. (2015): Health survey of 167 pet rabbits (Oryctolagus cuniculus) in Finland. Veterinary Record, vetrec-2015.
Mancinelli, E., Lennox, A. M. (2017): Management of Otitis in Rabbits. Journal of Exotic Pet Medicine 26 (2017), pp 63–73
Matos, R. E. C. D. (2014). Computed tomography of clinical and subclinical middle ear disease in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus), Diss. Universidade de Lisboa. Faculdade de Medicina Veterinária
Matos, R., Ruby, J., Hatten, R. A. van, Thompson, M. (2015): Computed tomographic features of clinical and subclinical middle ear disease in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus): 88 cases (2007–2014). Journal of the American Veterinary Medical Association, February 1, 2015, Vol. 246, No. 3 , Pages 336-343 [https://doi.org/10.2460/javma.246.3.336, 27.08.2017]
Reuschel, M. (2017): Ohrentzündungen bei Kaninchen. [https://vetline.de/ohrentzuendungen-bei-kaninchen/150/3252/103523/, 15.09.2017]
Reuschel, M. (2018): Untersuchungen zur Bildgebung des Kaninchenohres mit besonderer Berücksichtigung der Diagnostik einer Otitis bei unterschiedlichen Kaninchenrassen.
Ruby, J., Van, R. H., & Thompson, M. (2015): Computed tomographic features of clinical and subclinical middle ear disease in domestic rabbits (Oryctolagus cuniculus): 88 cases (2007-2014). Journal of the American Veterinary Medical Association, 246(3), 336-343.
Varga, M. (2014): Textbook of Rabbit Medicine. Second Edition

Mist-Entsorgung – welche Möglichkeiten gibt es?

Selbst bei nur zwei Kaninchen kommt schon einiges an Mist zusammen, noch schlimmer wird es bei großen Gruppen. Recht schnell stellt sich dann die Frage, wo man diesen am besten entsorgt.

Entsorgng über Rest- und Biomüll

Man kann die Späne in der Restmülltonne entsorgen, erfahrungsgemäß ist die aber schnell voll. Ob man die Späne in der Biomülltonne entsorgen darf, kann man bei der ortsansässigen Müllabfuhr erfragen. Sollte es erlaubt sein, kann man bei Bedarf auch mehrere Tonnen kostenfrei dazu bestellen. Eventuell kann man Biomüllsäcke dazu kaufen, die aber recht teuer und nicht unbedingt groß sind. Alternativ kann man die Späne in größeren Säcken auch direkt zur Mülldeponie fahren.

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Kaninchen im Herbst

Tipps zur Ernährung & Haltung gegen Matsch, Regen, Unwetter und Kälte

Es wird Herbst und die ersten Blätter fallen von den Bäumen. Damit die Kaninchen gut durch den Winter kommen, empfiehlt es sich, schon jetzt das Gehege vor Wetter zu schützen und winterfest zu machen, die Ernährung auf eine energiereichere Winterernährung umzustellen und Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Alle Infos dazu bietet dieser Artikel.

Fellwechsel – wenn die Haare fliegen…

Herbst ist Fellwechselzeit – ihr könnt eure Kaninchen unterstützen indem ihr herumfliegende Haare schnell entfernt, damit sie nicht beim Fressen oder Putzen aufgenommen werden. Zudem könnt ihr Haarballen vorbeugen, dafür eignen sich Zupfbürsten zum Kämmen und Leinkuchenpellets als Leckerli. Am besten jedoch veugt eine reine Grünfutterernährungden Haarballen vor.

Mehr Tipps im Fellwechsel gegen Haarballen

Fütterung – Laub, Saaten, Obst und Knollen?

Der Herbst bietet viele Möglichkeiten um die Kaninchen mit saisonalen Futter zu versorgen.

  • Hauptfutter bleibt natürlich immer Grünfutter, wenn dieses jedoch in der Natur rar wird, kann man Gründüngung verwenden.
  • Zudem ist der Herbst Obstzeit, in kleineren Mengen eignet sich heimisches Obst um Winterspeck anzufressen. Vielleicht landen auch im Auslauf automatisch Äpfel und Birnen? 
  • Auch das Knollengemüse hat nun Saison. Dieses eignet sich hervorragend um den erhöhten Energiebedarf zu decken. Da das Grünfutter nun weniger Proteine und Stärke enthält, können kleinere Mengen Pastinaken, Möhren und Petersilienwurzel angeboten werden.
  • Gerne dürfen die Kaninchen auch Laub fressen, besonders beliebt sind Laubkisten, vielleicht finden die Kaninchen aber auch Laub im Freilauf? Welches sie fressen dürfen, erfahrt ihr in der Zweigeliste!
  • Wenn ihr eure Bäume zuschneidet, dann denkt beim Schnitt an die Kaninchen: Sie freuen sich sehr über die frischen Zweige!
  • Kleine Mengen Saaten oder auch mal eine Getreideähre sind im Herbst ein gesundes Leckerli. Mais sollte nur in kleinen Mengen gegeben werden, besonders wenn er reif und getrocknet ist. Man kann jedoch Maiskolben für den Winter trocknen. Dafür werden sie z.B. auf eine Heizung gelegt, um Schimmelbildung zu verhindern.

Denkt auch daran, euch zur Winter-Ernährung zu informieren!

Darmparasiten lieben den Herbst…

Besonders im Herbst kommt es im Außengehege häufig zu einem verstärkten Befall mit Darmparasiten wie Würmern und Kokzidien. Damit es gar nicht erst zu Symptomen wie Abmagerung oder Durchfall kommt, sollte eine Kotprobe von drei Tagen auf Darmparasiten untersucht werden. Dafür wird der Kot gesammelt und zeitnah beim Tierarzt abgegeben. So lässt sich verhindern, dass die Kaninchen nicht fit und gesund in den Winter starken können.

Die kleine Urin- und Köttelkunde

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Freie Wohnungshaltung – ein Beispiel

Freie Wohnungshaltung wird unter Kaninchenhaltern immer beliebter. Nicht nur der gute Bezug zu den Kaninchen, sondern auch der geringere Platzverbrauch und das es sehr artgerecht ist, überzeugen viele Halter.

Mit diesem Beispiel möchten wir zeigen, wie sich die Ansprüche an die Optik und das Wohnfeeling mit den Bedürfnissen der Tiere verbinden lassen.

Toilettenecken

    

Futterplätze

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Extreme Minusgrade in Außenhaltung

Die gute Nachricht zu erst: Kaninchen sind nicht kälteempfindlich. Wenn sie bereits im Herbst oder durch langsame Gewöhnung an die Winter-Außenhaltung herangeführt wurden und in einem großen, artgerechten Gehege leben, vertragen sie Minusgrade sehr gut. Mehr Probleme haben Kaninchen mit starker Hitze im Sommer.

Wenn jedoch die Minusgrade in den zweistelligen Bereich klettern, haben Kaninchen damit auch zu kämpfen. Gesundheitlich angeschlagene oder unzureichend gehaltene oder versorgte Tiere können sogar dadurch versterben. Deshalb ist es wichtig, sich zu informieren, sie man seine Kaninchen optimal unterstützen kann und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen.

Der Kältetod im Kaninchenstall

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Gefrorenes Wasser im Winter? Tipps und Tricks

Was tun, wenn das Wasser in Napf oder Nippeltränke gefriert? Kaum etwas ist im Winter so beschwerlich, wie die Wasserversorgung bei Frost. Das Wasser gefriert schnell ein und die Näpfe müssen ständig aufgetaut werden… Das muss jedoch nicht sein, denn es gibt praktikable Tipps, die das Einfrieren verhindern. Mit diesen Lifehacks macht man es sich […]

Interview mit MEP Stefan Bernhard Eck

Interview mit dem Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, Stefan Bernhard Eck, zum Thema Kaninchen

Hintergrund:

Einerseits sind Kaninchen mittlerweile die drittbeliebteste Haustierart in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern, andererseits sind sie die am meisten gequälte „Nutztierart“ in der Europäischen Union, wahrscheinlich sogar weltweit. Kaninchen sind die am zweithäufigsten gezüchteten und geschlachteten Tiere in Europa, laut Schätzungen rund 330 Millionen. Sie leiden von Geburt bis zur Schlachtung unter extrem schlechten Haltungsbedingungen: in Drahtgitter-Käfigen, in denen sie weniger Platz als eine DIN-A4 Seite haben. Das Spektrum der Infektionskrankheiten durch diese tierquälerische Haltungsform ist enorm, von den Verletzungen ganz zu schweigen. 80% des in der EU produzierten und verkauften Kaninchenfleischs stammt aus Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Ungarn, Polen und Tschechien, wo diese tierquälerische Haltungsmethode anzutreffen ist.

Es gibt bisher keine Europäische Verordnung mit verbindlichen Mindeststandards für die Zucht, Haltung, Transport oder Schlachtung zum Schutze dieser Tierart.

Stefan Bernhard Eck setzt sich seit über 20 Jahren für die Verbesserung der Haltungsbedingungen der Kaninchen in den Mastbetrieben ein. Seit 2014 kämpft er unter anderem als EU-Abgeordneter dafür, die Haltungsbedingungen zu verbessern.

2017 hat er es nach einem unermüdlichen Kampf und durch seine Hartnäckigkeit mit seinem Initiativ-Report „Mindeststandards zum Schutz von Kaninchen in der Landwirtschaft“, der mit großer Mehrheit vom Parlament am 14. März 2017 angenommen wurde, geschafft, dass die „Nutzkaninchen“ erstmals Thema in der Europäischen Politik wurden. Ob die Kommission dem Initiativ-Report folgen wird und zeitnah eine verbindliche Regelung für die Haltung von Kaninchen in der Landwirtschaft auf den Weg bringen wird, ist noch ungewiss. Deshalb hat Stefan Eck seit Ende 2016 eine europaweite Kampagne gestartet, um direkt gegen die tierquälerischen Kaninchenmäster vorzugehen. Diese bemerkenswerte Boykott-Kampagne hat auch schon erste Erfolge erzielt: Die Produktionsmenge an Kaninchenfleisch ging 2016/17 in der EU massiv zurück (7,1 Prozent).

Um euch etwas mehr Hintergrundwissen zu vermitteln, haben wir den EU-
Abgeordneten Stefan Bernhard Eck kürzlich interviewt.

Kaninchenwiese: Was sind die gravierendsten Missstände in den europäischen Kaninchenmast-Betrieben?

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Kaninchenhaltung in der Mietwohnung

Egal ob bei der Wohnungssuche, oder in bestehenden Mietverhältnissen: Haustiere können immer wieder zu Problemen mit dem Vermieter, der Hausgemeinschaft oder Nachbarn führen. Deshalb ist es umso wichtiger, seine Rechte und Pflichten zu kennen.

Dürfen Kaninchen und andere Haustiere generell im Mietvertrag verboten werden?

In jedem Fall sollte man sich hierfür erst einmal den Mietvertrag ansehen, unter Umständen ist die Katzen- und Hundehaltung in der Wohnung untersagt, hier sollte man sich überlegen, ob man mit solchen Mitbewohnern wirklich einziehen will, da es dann eventuell einen Streit mit dem Vermieter kommt, der vor Gericht endet. Zwar hat der Bundesgerichtshof ein solch generelles Verbot der Haltung dieser zwei Tierarten in einem Urteil 2013 gekippt (BGH, 20. März 2013 – VIII ZR 168/12), man sollte sich aber trotzdem auf Ärger einstellen.

Hält man nur Kaninchen oder Kaninchen und andere Nager, Fische, Reptilien (außer sehr große oder giftige Arten) oder Gliederfüßer, ist die Entscheidung etwas einfacher. Diese Tierarten dürfen nicht generell verboten werden. Kleintiere in Mietwohnungen sind erlaubt, solange man sie nicht züchtet und die Anzahl nicht zu groß ist. Ist die Zucht nicht explizit im Mietvertrag erlaubt, ist es eine Nutzung, die nicht den Wohnzwecken dient und es kann verboten, im Extremfall sogar außerordentlich gekündigt werden(§ 543 Abs. 3 Satz 1 BGB, § 543 Abs. 1 BGB).

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