Giftpflanzen für Kaninchen

Die Top Ten Giftpflanzen

Pflanzen, die sehr giftig sind:

 

Foto: Pixeltoo

Aronstab, Gefleckter (Arum maculatum)

Ohne Blüte ist der Aronstab unscheinbar und kann z.B. mit Bärlauch verwechselt werden, der an ähnlichen Stellen und ebenfalls flächig wächst!

Standort: Laubwälder

Wuchsform: Pflanze

Foto: Fornax

Bilsenkraut (Hyoscyamus niger)

Sehr giftig,
aber eher selten vorzufinden. Wobei einige Kaninchen (nicht alle) über eine Resistenz gegenüber dem Gift (Atropin) verfügen.

Standort: Schuttplätze, Wegränder

Wuchsform: Pflanze

Eibe (Taxus baccata) 

0.7 g Nadeln/kg Körpergewicht oder 1.75 g Nadeln/Tier p.o.

Standort: Gärten, Parks

Wuchsform: Baum, Busch, Hecke

Verwechslungsgefahr mit allen Nadelbäumen, z.B. Tanne und Fichte! Rinde, Nadeln und Samen sind stark giftig, das rote Fruchtfleisch ist ungiftig.

Giftstoffe: Diterpene (Taxin A, B, C, Baccatine, Taxole)

Wirkung: sehr schnell einsetzender Tod, häufig begleitet von Krämpfen, Herz- und Atembeschwerden.

Therapie

Foto: Bernd Haynold

Eisenhut, Blauer (Aconitum napellus), aber auch Bunter Eisenhut (Aconitum variegatum), gelbblühender Wolfs-Eisenhut (Aconitum lycoctonum subsp. vulparia) usw. 

Eher selten zu finden,
keine klassische oder häufige Pflanze.

Eisenhut ist jedoch extrem giftig
und wird gerne unterschätzt!

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Storchschnabel und anderen Hahnenfußgewächsen!

Standort: Gärten (sonnig bis halbschattig) oder auch in freier Natur

Wuchsform: Pflanze

Giftstoffe: Diterpen-Alkaloid (Aconitin)

Wirkung: Verdauungsstörungen, Speicheln, verlangsamter Herzschlag (Bradyarrhythmien), Bewegungsstörungen (Ataxie),
Krämpfe, Koma -> Tod innerhalb von 1-6h durch Atemlähmung

Foto: Justus Nussbaum

Engelstrompete (Brugmansia spp.)

Neben der Eibe und Goldregen einer der wenigen hochgiftigen Bäume.

Wobei einige Kaninchen (ca. 50%, nicht alle) über eine Resistenz gegenüber dem Gift (Atropin) verfügen.

Sie können ca. 2-5 m Höhe erreichen.

Standort: als Zierpflanze im Garten

Wuchsform: Busch/kleiner Baum

Foto: LSDSL

Fingerhut, Roter (Digitalis purpurea),
aber auch  der Großblütige Fingerhut und der Gelbe Fingerhut

Der Fingerhut hat eine sehr auffällige Blüte (wie Fingerhüte). Ohne Blüte ist er eher unscheinbar.

Die Blätter sind unauffällig und werden gerne verwechselt.

Medizinisch wird Fingerhut in extrem geringen Mengen
für Herzmedikamente (Digitoxin) verarbeitet, allerdings ist die Dosierung zu ungenau.

Standort: Vor allem in der Natur im Halbschatten
von Bäumen, aber auch als Zierpflanze in Gärten

Wuchsform: Pflanze

Giftstoffe: kardiogene Glykoside (Digitoxin, Lanatoside)

Wirkung: Binden an Na/K-ATPase, es kommt zur Hemmung des K-Einstroms (positiv inotrope Wirkung am Myokard)

Symptome: Unruhe, Krämpfe, blutig-wässriger Durchfall, verlangsamter der veränderter Herzschlag (Bradyarrhythmie, laute Herztöne, Herzrhythmusstörungen), Bewegungsstörung (Ataxie, Taumeln, Zittern (Tremor), Lähmungen (Parese)), innerhalb von 24h Tod durch Herzstillstand oder Atemlähmung

Informationen zur Behandlung

Goldregen (Laburnum)

Goldregen ist eine beliebte Zierpflanze.

Der Baum wächst in vielen Parks, Gärten und Hecken.

Standort: Als Zierstrauch in Gärten

Wuchsform: Busch/Baum

Giftstoffe: Cytisin, N-Methylcystisin (Chinolizidinalkaloide)
Geht in die Milch über!

Wirkung: nikotinerger Effekt -> Erregung des Zentralen Nervensystems, dann Paralyse
Speicheln, Verdauungsstörungen, anfangs Verengung der Pupille (Miosis), Aufregung, Krämpfe, Herzrasen (Tachykardie), später Weitstellung der Augen (Mydriasis), Depression, PLähmung von Muskeln (Paralyse), Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Tod durch Herzstillstand

Therapie

Foto: Manfred Brückels

Herbstzeitlose, Herbstlilie (Colchicum autumnale)

Standort: Wiesen, besonders feuchte und sonnige oder halbschattige Standorte. Blüte wird gerne mit dem Krokus verwechselt, allerdings blüht die Herbstzeitlose nicht wie der Krokus im Frühjahr, sondern im Herbst!

Bekannt ist die Herbstzeitlose, da sie auch im Heu nicht ihre Giftigkeit verliert und immer wieder für
Todesnfälle veranantwortlich ist.

Wuchsform: Pflanze

Giftstoffe: Colchizin

Wirkung: Zellgift, hemmt Meiose
Symptomatik beginnen nach 2-6 Std. mit Inappetenz, Schwitzen, Kolik, blutiger Durchfall, Paralyse, Kreislaufstörungen
-> Tod durch Atemlähmung nach 1-2 Tagen bei vollem Bewusstsein, häufig Tod mehrerer Tiere bei Heu mit Herbstzeitlose

Mehr Infos

Maiglöckchen

Standort: Halbschatten, vor allem im Park oder in Gärten

Wuchsform: Pflanze

Verwechslungsgefahr mit Bärlauch (Unterscheidungsmerkmal: Knoblauchgeruch des Bärlauchs).

Foto: Funkdoctor

Nachtschatten, Schwarzer (Solanum nigrum) & Bittersüßer (Solanum dulcamara)

Kann hochgiftig sein, wobei einige Kaninchen (nicht alle) über eine Resistenz gegenüber dem Gift (Atropin) verfügen.

Standort: Vor allem unbewirtschaftete Flächen, z.B. Straßenränder, Bahndämme, Hecken, Feldränder, …

Foto

Oleander (Nerium oleander)

Oleander ist als Giftpflanze recht bekannt.

Er sollte nicht im Garten in der Nähe von Kaninchen gepflanzt werden.

Bereits kleine Mengen sind gefährlich!

Standort: im Garten als Zierpflanze

Wuchsform: Pflanze

Rittersporn (Delphinium elatum)

Relativ beliebte Zierpflanze

Achtung beim Gartenfreilauf!

Der Rittersporn gehört zu den
Hahnenfußgewächsen.

Standort: in Gärten/Parks als Zierpflanze

Wuchsform: Pflanze

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Schierling, Gefleckter (Conium maculatum) & Wasserschierling (Cicuta virosa)

Wuchsform: Pflanze

Verwechslungsgefahr mit guten Futterpflanzen wie z.B. Wiesenkerbel und anderen Doldenblütlern!Geruch nach Mäuseurin.

Giftstoffe: Coniin und andere Piperidinalkaloide > neurotoxisch!
(schnelle Absorption über Haut & SH, nikotinerger Effekt,
teratogen, wird über die Milch abgegeben!)

Wirkung: Lähmung (Bewusstsein bleibt erhalten)

Foto: H. Zell

Stechapfel (Datura)

Kann sehr giftig sein, wobei einige Kaninchen (nicht alle) über eine Resistenz gegenüber dem Gift (Atropin) verfügen. Die Samen sind besonders wichtig.

Standort:  Neophyt,
an Wegrändern, auf Schuttplätzen etc.

Wuchsform: Pflanze

Giftstoffe: Tropanalkaloide (Atropin, Scopalamin, Hyposcamin)

Wirkung: Tachykardie, Mydrasis, trockenes Maul, Inkoordination, Konvulsionen und Koma, schwere Kolik, Polyurie und Hyperästhesie

Therapie

Tollkirsche (Atropa)

Die Tollkirsche ist den meisten Menschen als Giftpflanze ein Begriff. Wobei einige Kaninchen (nicht alle) über eine Resistenz gegenüber dem Gift (Atropin) verfügen.

Standort: in Wäldern (halbschattig), steinige Gebüsche, Waldwegränder

Wuchsform: Pflanze

Giftstoffe: Tropan-Alkaloide: Atropin, S-Hyoscyamin; Alkaloid: Scopalamin

Wirkung:
Kein Speichelfluss!
Erhöhte Atemfrequenz, trockene Schleimhaut, Erweiterung der Pupille (Mydriasis), Sehstörungen, Erregung, Verdauungsstörungen, Erschlaffung der Muskulatur (Atonie), Krämpfe, Tod durch Atemlähmung

Therapie: Physiostigmin. Weiterführend

Foto: Michael W

Wunderbaum (Ricinus communis)

1 g Ricinussamen/kg Körpergewicht p.o

Standort: als Zierbusch im Garten

Wuchsform: Busch