Kräuter sind die Grundnahrung unserer Kaninchen und somit sehr wichtig für die Ernährung. Getrocknete Kräuter sollten immer ergänzend angeboten werden, wenn frische Kräuter nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen (allerdings nur bei durchgängigen, abwechslungsreichen Frischfutterangebot!).

Getrocknete Kräuter haben allerdings grundsätzlich einige Nachteile gegenüber frischen Kräutern, daher sind frische Kräuter grundsätzlich vorzuziehen:

  • extrem verringerter Wassergehalt (frische Kräuter 80%, getrocknete Kräuter < 15%)
  • weniger Nährstoffe und speziell auch weniger Vitamine (Verlust: ca. 6-8% je Monat)
  • bei getrockneten Pflanzen können Kaninchen nur noch eingeschränkt selektieren
  • Wirkstoffe gehen verloren, sie sind jedoch wichtig für die Kaninchenernährung

Das Trockenkräuterangebot wird am besten in einem sehr großen, standsicheren Steingutnapf angeboten. Der geringe Wassergehalt lässt sich ausgleichen, wenn die restlichen Futtermittel und vor allem die Hauptfuttermittel einen normal hohen Wassergehalt haben (Grünfutter). Getrocknete Kräuter haben einen hohen Kalziumgehalt, allerdings ist er genauso hoch wie beim Heu und ähnlichen getrockneten Produkten.

Achtung: Bei (chronischen) Verdauungsstörungen, Blasengrieß oder Frischfutter-Unverträglichkeiten können Trockenkräuter die Ursache sein. Stellen sie bei diesen Erkrankungen auf eine grünfutterreiche Frischfütterung um und lassen sie die Trockenkräuter weg.

Bezugsquellen
Trockenkräuter und -blüten bekommt man in kleiner Auswahl in Tierhandlungen oder als Tee (nur reine Kräutertees ohne Zusätze! Nur verwenden, wenn Sie sich sicher sind). Günstiger sind sie in Shops, dort bekommt man auch eine größere Auswahl. Zudem kann man sich Kräuter auch selber trocknen. Viele Halter trocknen jeden Tag eine Hand voll vom Pflückgut, so dass sie im Winter genug getrocknete Wiesenkräuter auf Vorrat haben. Neu gibt es jetzt beim „Fressnapf“ offene Trockenkräuter & -blüten kaufen. Eine einfache Möglichkeit, günstige Trockenkräuter für den Winter herzustellen, ist es, im Sommer jeden Tag eine Hand voll vom frischen Grün auf die Heizung zu legen und für den Winter einzulagern.