Leinkuchen und Schwarzkümmelkuchen als Leckerli und für die Gesundheit

Vor ein paar Jahren haben wir Leinkuchen für unsere Tiere entdeckt. Seit dem geben wir regelmäßig Leinkuchenpellets für kranke Kaninchen, im Fellwechsel oder auch so als Leckerli. Da jedoch Leinkuchenpellets eher unbekannt sind, möchte ich hier darüber schreiben.

Was sind Leinkuchen- und Schwarzkümmelpellets?

Sie entstehen als Überbleibsel bei der Herstellung von Öl, also z.B. bei der Leinölproduktion oder Schwarzkümmelölherstellung. Sie enthalten die Stoffe, die auch im Schwarzkümmel oder Leinsamen enthalten sind.

Warum sind sie so gut als Leckerli geeignet?

Die meisten Kaninchen lieben insbesondere Leinkuchenpellets. Auch Kaninchen mit Gartenfreilauf, die normalerweise sich nur mit wenigen Leckerlis locken lassen, freuen sich sehr über Leinkuchen. Zudem haben sie gesundheitlich kaum Nachteile und sehr viele Vorteile.

Ölkuchen im Fellwechsel – gegen Haarballen/Verstopfung, für gesundes Fell

Bei starken Fellwechsel sind Leinkuchen eine sinnvolle Nahrungsergänzung

Wer einmal ein Kaninchen mit Haarballen hatte, wird eine Möglichkeit suchen, diesen vorzubeugen.

Die Leinkuchenpellets sind ideal um den Mageninhalt geschmeidiger zu machen und ein Verklumpen der Haare zu verhindern bzw. das Abführen der Haare zu erleichtern. Zudem kräftigen sie im Fellwechsel die neuen Haare und enthalten viele wertvolle Stoffe für das Fell.

Bei Langhaarkaninchen sind Leinkuchen deshalb fast schon „Pflicht“. Besonders Angora-Kaninchen leiden häufig unter Mineralstoffmängeln, da sie so viel Fellwachstum haben.

Leinkuchen und Schwarzkümmelkuchen für das Immunsystem

Schwarzkümmelpellets unterstützen Kaninchen mit Kaninchenschnupfen

Besonders für kranke Tiere sind Leinkuchen eine wertvolle Unterstützung des Immunsystems und dienen der Stärkung und Aktivierung. Noch wertvoller sind jedoch Schwarzkümmelpellets, Schwarzkümmel verfügt über vielfältige gesundheitsfördernde, immunaktivierende und Erreger-abtötende Eigenschaften.

Gibt es Nachteile oder gesundheitliche Probleme durch Ölkuchen?

Die gesundheitlichen Nachteile sind eher gering, wir wollen sie jedoch nicht unerwähnt lassen.

  • Übergewicht
    Leinkuchen sind sehr fetthaltig und deshalb nur in kleinen Mengen als Ergänzung geeignet. Zu große Mengen können insbesondere bei zur Fettleibigkeit neigenden Tieren problematisch sein.
  • Verschlucken
    Besonders Leinkuchen in Pelletform kann in die Luftröhre bekommen, wenn die Tiere gierig fressen oder sich verschlucken. Dies kann unter Umständen tödlich sein. Wir haben leider selbst schon diesen Fall bei einem Jungtier erlebt, das daraufhin stark speichelte. Weil wir schnell reagierten, das Tier an den Hinterbeinen hielten und leicht schüttelten, sowie anschließend den Tierarzt aufsuchten, überlebte es.
  • Durchfall
    Bei Kaninchen mit Durchfall, kann das enthaltene Öl den Durchfall verstärken. Es gibt auch Kaninchen die empfindlich auf Ölkuchen mit Matschkot reagieren. Bei solchen Kaninchen sollte er nicht verwenden werden.

Bezugsquellen

Es gibt mittlerweile recht viele Bezugsquellen von Leinkuchen. Leider gibt es immer noch keine wirklich großen Brocken, von denen die Kaninchen abbeißen mössen. Diese würden die Gefahr des Verschluckens verhindern. Wer Leinkuchen regelmäßig verwenden möchte, kann eine große Menge beziehen, dann ist er deutlich preiswerter.

Wir selbst beziehen den Leinkuchen von Makana. Dort werden 10kg Säcke recht günstig angeboten. Zudem haben die Pellets eine gute Qualität.

Leinkuchenpellets 10kg von Makana

Schwarzkümmelpellets 10kg von Makana

Wer erst einmal eine kleinere Menge ausprobieren möchte, wird bei diversen Kaninchenshops fündig, z.B. bei der Hasenalexund dem Hasenhaus im Odenwald.

41 Kommentare
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  1. Jil
    Jil sagte:

    Durch euch bin ich darauf aufmerksam geworden, dass es solche Pellets gibt.
    Allerdings mag das Tier, was immer zu Haarballen neigt, sie überhaupt nicht / probiert nichtmal. Kann ich sie einfach kleinmorsern und unter Trockenkräuter / evtl sogar Frischfutter mischen oder müssen sie pur aufgenommen werden?

    Lieben Gruß 🙂

    • Jasmin Falke
      Jasmin Falke sagte:

      Hallo Jil,
      man kann diese auch zerkleinern bloß die Frage, ob die Krümel lieber genommen werden. Hier war krümeliges immer recht doof.

      Liebe Grüße
      Jasmin vom Kaninchenwieseteam

  2. Iris Lürkens
    Iris Lürkens sagte:

    Hallo,

    ich habe meinem Flöhchen jetzt Leinkuchenpellets von Makana gekauft. Er soll sie bekommen, da er
    ziemlich haart und auch schon eine kleine Aufgasung hatte. Die Pellets sind ja ziemlich dick. Jetzt bin ich mir unsicher wieviel ich ihm geben soll. Flöhchen wiegt momentan 1.360 Gramm. Soll aber lt. Tierärztin
    so ca. 100 Gramm abnehmen. Habe jetzt schon Leckerlis reduziert und er bekommt fast nur noch Grünfutter.
    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

    Liebe Grüße
    Iris

    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley sagte:

      Hallo Iris,
      die Leinkuchenpellets sind wie alle anderen trockenen Sachen auch eher Leckerlies. In zeiten wo er stark haart, kannst du ihm einen Pellet pro Tag geben. Sonst eher einen alle 2 Tage, das ist aber ganz individuell und kommt auf sein Gewicht bzw. seine Gewichtszunahme und seine Verdauung an. Wenn du siehst, dass er stark haart und kleinere Köttel macht als sonst, kannst du ihm auch mal zwei geben :).
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

  3. Bianca
    Bianca sagte:

    Guten Abend!
    Wir haben drei junge Löwenköpfchen (5 Monate alt) – eines davon hat Schnupfen. Sie muss auch noch Gewicht und Fell für den Winter zulegen. Habe nun Makana Schwarzkümmel Chips/Granulat bestellt. Wie viel sollte ich davon geben? Leider kann ich nicht kontrollieren, welches Kaninchen wieviel isst … Danke für Eure Mühe!

    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley sagte:

      Hallo Bianca,
      die Chips sollten wie Leckerlies täglich gegeben werden, da deine Kaninchendame noch etwas zulegen kann, würde ich etwa 1 TL voll davon täglich geben, dazu etwas Haferflocken und/oder Banane, bis sie das Wunschgewicht erreicht hat. Ich nehme an, dass du das schon hinter dir hast, trotzdem muss ich darauf aufmerksam machen, dass Schnupfen bei Kaninchen gefährlich werden kann und es auf jeden Fall von einem Tierarzt behandelt werden muss. Empfehlen kann ich dazu diese Seite https://www.kaninchenwiese.de//gesundheit/infektionskrankheiten/kaninchenschnupfen und diese https://www.kaninchenwiese.de//gesundheit/ist-mein-kaninchen-krank/kaninchentierarzt.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      • Bianca
        Bianca sagte:

        Liebe Katinka,
        danke für Deine Antwort und den Hinweis auf die Schnupfenbehandlung. Wir haben einiges aus Eurem Artikel umgesetzt (besserer Windschutz, trockener Einstreu, Ingwer, Thuja, Bananen mit Haferflocken, die Chips.).
        Wir sind gleich am ersten Tag zum Tierarzt und haben RodiCare Pulmo bekommen und geben es nun die zweite Woche.
        Der Schnupfen ist nicht schlimmer geworden, er ist aber auch noch nicht weg.
        Ich wollte nun kommende Woche noch einmal zum Tierarzt gehen. Sie hatte zuvor schon eine Bindenhautentzündung an beiden Augen, die auch 2-3 Wochen gebraucht hatte, bis sie weg war.
        Sie wirkt fit – nur durch das dauernde Medizingeben (Augensalbe zwei Wochen und nun die Tropfen) ist sie zurückhaltend geworden. Sie sitzt oft draußen bei Wind und Wetter anstatt in den geschützteren Bereich zu gehen … Falls Dir sonst noch etwas einfällt … DANKE!

        • Kathinka Bradley
          Kathinka Bradley sagte:

          Hallo Bianca,
          ich weiß, dass diese gerade schlecht zu finden sind, aber Rettichblätter sollen sehr gut sein. Vielleicht bekommt man die auf dem Markt. Bei meinen Kaninchen habe ich auch gute Erfahrungen mit Thymian-Dampfbädern gemacht, das ist aber immer viel Stress für die Kaninchen. Es gibt aber einen Bronchialtee mit Thymian, den kann man verdünnt anbieten. Es wird keine Wunder wirken, aber unterstützend kann man dies auf jeden Fall geben.
          Dass du noch einmal zum Tierarzt gehst, finde ich gut. Bevor so etwas chronisch wird, sollte man doch nocheinmal erwägen Antibiotika zu geben oder ob nicht doch etwas anderes die Ursache ist. Die Zähne können solche Symptome auch hervorrufen.
          Alles Gute und liebe Grüße,
          Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

  4. Brianna
    Brianna sagte:

    Liebes Wiesenteam,
    ich habe ein 11jähriges Zwergkaninchen, das nun diverse Zipperlein bekommt. Die Gesundheit läuft nicht mehr rund. Zum ersten Mal hat er jetzt einen Schnupfen bekommen, die Behandlung mit Antibiotika hat leider nichts gebracht.
    Ich habe mich auf eurer (immer hervorragenden!) Seite informiert und setzte das Schnupfenprogramm um.
    Darüber bin ich auf die o.a. Pellets gestoßen und habe sie ebenfalls bestellt. Ich möchte sie als Appetitanreger und Verdauungshilfe in die Ernährung integrieren; wieviel darf er bekommen? Übergewicht ist nicht mehr so sein Thema, weil er einfach nicht mehr sehr gut frisst…
    Danke und liebe Grüße von Johnny und Brianna

    • Freya Haase
      Freya Haase sagte:

      Hallo Brianna,
      älteren, normalgewichtigen Kaninchen können ca. 4 Pellets angeboten werden. Dabei solltest du jedoch beobachten, dass er zuvor ausreichend Frischfutter gefressen hat und sie nicht als Alleinfuttermittel nutzt.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

    • Viola Schillinger
      Viola Schillinger sagte:

      HalloAmelie,
      normale Kaninchenpellets sind schädlich, allerdings liegt das daran, dass sie aufquellen, ungesunde Zutaten haben usw.
      Die Leinpellets sind nur zufällig in Pelletform, haben aber nicht die Eigenschaften von normalen Pellets. Sie gehen in der Verdauung nicht auf (quellen) und in Maßen (Leckerli-Menge) belasten sie keinesfalls die Verdauung sondern sind sogar förderlich…
      Einziger Nachteil ist das Verschluck-Problem, das oben geschildert ist, dieses besteht leider durch die Form auch bei Leinpellets.
      Liebe Grüße
      Viola vom Kaninchenwiese-Team

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