kaninchen einzelhaltungNicht selten, treten beim Kaninchen Tumorerkrankungen auf. Trotzdem ist nicht alles, was als Knubbel oder Wucherung in Erscheinung tritt, automatisch ein Tumor. Weitere Krankheiten, die sich ähnlich zeigen, sind z.B. Lipome (Fettgeschwulste), Abszesse (eitergefüllte Beulen) und  gutartige Wucherungen. Diese nicht-krebsartigen Wucherungen sind allerdings oft ähnlich problematisch, da sie in der Regel recht schnell wachsen und so auf Organe drücken oder (lebenswichtige) Körperfunktionen behindern.

Diagnose

Je nach Lokalisation des Tumor, kann es sein, dass man ihn gar nicht sieht aber das Allgemeinbefinden darunter leidet. Tumore der Haut sind hingegen in der Regel gut sichtbar.
Ertastbar ist Krebs meist an der Haut oder äußerlich sichtbaren Bereichen (z.B. Hauttumoren, Gesäugetumoren und Hodentumoren), nicht sichtbar sind innerliche Tumore (z.B. Gehirntumoren, Knochentumoren, Lungentumoren, Nierentumoren, Lebertumoren, Uterustumoren usw.).
Um festzustellen, ob es sich um einen Tumor handelt, und wenn ja, um was für einen, muss eine Probe entnommen und untersucht werden.

Behandlung

Die Behandlung von Krebs beim Kaninchen ist abhängig vom Krankheitsbild, dem Allgemeinzustand des Tieres und der Tumorart.

Möglich wäre:

  • Die operative Entfernung des Tumors
  • Der Aufbau des Immunsystems
  • Krebshemmende Futtermittel und Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Ingwer, Schwarzkümmelöl, Aronia-Beere, Wild- und Küchenkräuter, Kohl…), insbesondere Brokkolisamen keimen lassen (Info zur Wirkung)
  • Milderung der Krebsfolgen durch symptomatische Behandlung
  • Schmerztherapie mit Schmerzmitteln
  • Eine Therapie der Firma Heel, die auf das einzelne Tier und die Krankheit abgestimmt wird (damit wurden von Haltern recht gute Erfolge erzielt)
  • Misteltherapie (z.B. von Helixor)
  • Chemotherapie ist beim Kaninchen nicht üblich.

Prognose

Die Prognose richtet sich danach, wo der Tumor sitzt, wie groß er ist und wie weit die Krankheit bereits fortgeschritten ist, wie stabil das Allgemeinbefinden des Tieres ist und welche Art von Tumor vorliegt, bzw. auch ob er operabel ist. Wenn der Tumor vollständig entfernt werden konnte und noch nicht gestreut hat, ist die Prognose meist recht gut. Ansonsten geht es eher darum, lebensverlängernde Maßnahmen und Schmerzfreiheit zu ermöglichen. In einigen Fällen sterben die krebskranken Tiere im hohen Alter an anderen Krankheiten, noch bevor der Krebs ein schwieriges Ausmaß erreicht hat.

Das Thymom und das Lymphom

Thymom ist das medizinische Fachwort für einen Tumor/Wucherung des Thymus. Der Thymus ist ein Teil des lymphatischen Systems und direkt neben dem Herzen, somit gehört er auch zum Immunsystem. Die meisten Thymome sind gutartige Wucherungen, nur ein Viertel sind tatsächlich bösartig (Thymuskarzinom oder malignes Thymom). Das Thymom kommt beim Kaninchen sehr viel häufiger als bei anderen Säugetieren vor. Meist sind Kaninchen im höheren Alter (ab fünf Jahren) betroffen.

Das Lymphom ist ein Ausdruck für eine  Zubildung an den Lymphknoten (Lymphome), diese sind Teil des Immunsystems. Auch diese sind meistens gutartig und verursachen lediglich durch ihre Größe medizinische Symptome. Zudem können die Lymphknoten auch durch Infektionen stark vergrößert sein.

Symptomehervor quillende augen kaninchen

Das erste Symptom ist meist ein Vorschieben der Nickhautdrüse, dazu kommt es besonders wenn das Kaninchen mit dem Kopf nach unten geht, z.B. wenn es frisst oder bei Stress. In der Regel tritt die Nickhaut auch nur zeitweise ins Auge und schiebt sich dann wieder zurück. Die Augen können auch herausgedrückt werden, also etwas hervorstehen.
Oft magern die Kaninchen schleichend ab, bewegen sich weniger oder sind nicht mehr so fit wie früher.
Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Atemnot kommen, da das Thymom auf das Herz drückt und die physiologische Funktion behindern kann. Die Symptome sind dann wie bei einer Herzerkrankung. Das Kaninchen zeigt starke Flanken- und Nasenatmung, die Herztöne sind bei Abhören gedämpft. Teils kann es in Folge auch zu Wasseransammlungen in der Lunge und im Bauchraum kommen.
Selten kommt es auch zu Hauterkrankungen, dabei zeigen sich Fellveränderungen, relativ häufig Schuppen, seltener Entzündungen der Haut. Es ist häufig symmetrischer Haarausfall am Kopf und am Bauch zu beobachten.
Beim Lymphom kann dieses auch in andere Körperregionen auftreten (jeweils an den Lymphknoten) und so auch bei sehr starker Ausprägung wenig oder keine Atemnot verursachen.

Diagnose

Die Wucherung kann meist bereits im Röntgenbild gesehen werden. Mittels eines Herzultraschalls werden Erkrankungen des Herzens ausgeschlossen, eine Biopsie (Gewebeprobe) ermöglicht eine exakte Diagnose und die Abgrenzung von Lungentumoren und Abszessen, wird aber nicht zwangsläufig durchgeführt. Beim Lymphom kann im Blutbild ein Anstieg der Lymphozyten auftreten, durch einen Blutausstrich kann dieser näher untersucht werden.

Behandlung

Medikamentöse Therapie:

  • In der Regel wird ein ACE-Hemmer (z.B. Prilium oder Benefortin) verschrieben um den Blutdruck zu senken,
  • sollte es zu Wasseransammlungen kommen, ist ein entwässerndes Mittel (z.B. Dimazon) sinnvoll.
  • Um das Tumorwachstum zu hemmen, hat sich ein gering dosiertes Cortison (z.B. Prednisolon, 1mg/kg in den Mund) bewehrt, besonders wenn der Tumor bereits größer ist oder Atemnot auftritt. Nebenwirkungen: Das Kaninchen gilt als steroidsensibel! Nur bei wenigen Erkrankungen ist Cortison-Gabe geeignet. Folgen: Immunschwäche, diese führt z.B. zu dem Ausbruch einer Kokzidiose, E. cuniculi oder Kaninchenschnupfen. Es sind starke Leberschäden bzw. Leberversagen und auch Resistenzenbildungen möglich, Magen-Darm-Ulzera, Wundheilungsstörungen
  • Bei Atembeschwerden kann auch Theophyllin verwendet werden, das ähnlich gut wie das Cortison hilft, aber weniger Nebenwirkungen hat.
  • Zusätzlich sind obig genannte Tumortherapien, z.B. die Heeltherapie oder Misteltherapie verbreitet. Diese wird auf das Tier und den Tumor abgestimmt.
  • Keinesfalls dürfen Mittel, die das Immunsystem aufbauen oder verstärken, verabreicht werden.

Chirurgische Behandlung beim Thymom:

  • Die chirurigische Entfernung des Thymom macht wenig Sinn, da über 70% der Kaninchen kurz nach oder während der Operation versterben (hohes Narkosrisiko!). Bei den überlebenden Kaninchen wächst das Thymom in vielen Fällen innerhalb weniger Monate nach.

Bestrahlung beim gutartigen Thymom:

  • Bei gutartigen Thymomen kann eine Bestrahlung sinnvoll sein, die das Thymom für eine gewisse Zeit oder dauerhaft verkleinert.
  • In Studien zeigte sich, dass etwas 15% der Kaninchen während der Bestrahlung in den ersten zwei Wochen verstarben. Die anderen Kaninchen hatten eine durchschnittliche Überlebenszeit von über zwei Jahren (bei einem durchschnittlichen Alter von knapp 7 Jahren bei Bestrahlungsbeginn!).
  • Mögl. Nebenwirkungen: Lungenentzündung, Herzversagen, örtlicher Haarausfall
  • Nachteile: Die Strahlentherapie ist noch nicht überall verfügbar und es gibt bisher eher geringe Fallzahlen. Sie macht vor allem beim früh diagnostizierten, gutartigen Thymom Sinn und ist mit höheren Kosten verbunden. Sie ist jedoch momentan die erfolgsversprechenste Therapie.

Einschläferung?

  • Sollte der Zustand sich trotzdem verschlechtern und das Kaninchen unter (dauerhafter/nicht behandelbarer) starker Atemnot leiden, sollte es erlöst werden.

Erfahrungsbericht: Strahlentherapie beim gutartigen Thymom

In diesem Bericht möchte ich euch von der Therapie meiner 5-jährigen Häsin Maroni berichten, die an einem Thymom litt und mittels Strahlentherapie erfolgreich und ohne die oftmals gefürchteten Nebenwirkungen behandelt werden konnte.

Mai 2017: Die Diagnose
Seitdem ich sie kenne, ist Maroni eine sehr agile, verspielte und selbstbewusste Häsin. Sie wurde von ihrer Vorbesitzerin aus sehr schlechten Haltungsbedingungen (alleine in einem Käfig) befreit und dann an mich weitervermittelt, wo sie mit ihrem Kumpel Rusty ein Außengehege bewohnt.
Im Mai 2017 wirkte ihre Atmung an vereinzelten Tagen leicht auffällig, was ich zunächst nicht näher deuten konnte, da sie weder Beschwerden zu haben schien noch ihr Allgemeinbefinden beeinträchtigt war. Die Atembewegungen wirkten bei genauerem Hinsehen einfach anders als bei meinen übrigen Kaninchen.
Am 23. Mai ließ ich sie daher in meiner Haustierarztpraxis (Pasinger Tierarztpraxis Dr. Ludwig & Dr. Fiederling) röntgen, was ein erschreckendes Bild ergab: Das Herz war aufgrund einer riesigen Verschattung nicht klar abgrenzbar, das Lungenfeld entsprechend klein und die Luftröhre bereits leicht in Richtung Rücken verlagert. Meine Haustierärztin war schockiert und konnte kaum glauben, dass ein Kaninchen mit einem solchen Röntgenbefund keine (deutlichen) Symptome zeigt. Da auf den Röntgenbildern nicht erkennbar war, ob es sich um ein vergrößertes Herz, Flüssigkeit oder einen Tumor handelte, empfahl mir meine Tierärztin einen Ultraschalltermin beim Kardiologen. Diesen bekamen wir direkt am nächsten Tag in der Tierkardiologie der LMU München. Die schlimme
Diagnose: Ein präkardialer Tumor in bereits sehr fortgeschrittenem Stadium. Um herauszufinden, um welche Art von Tumor es sich handelt und was therapeutisch noch machbar ist, bekamen wir einige Tage später einen weiteren Termin in der Tierklinik der LMU, diesmal zur Biopsie. Das Ergebnis: ein gutartiges Thymom, d.h. eine Wucherung des Thymus (lymphatisches Organ, das sich während der Wachstumsphase bei Mensch und Tier zurückbildet, aber bei Kaninchen leider immer wieder entartet).
Die Onkologin Frau Dr. Wergin führte ein sehr ausführliches Gespräch mit mir und riet mir zu einer Strahlentherapie. Diese beinhalte beim Kaninchen 5 Bestrahlungen in leichter Narkose, jeweils im Abstand von 2-3 Tagen, werde sehr gut vertragen und schlage bei Thymomen normalerweise sehr gut an. Allerdings sei es nahezu unmöglich, alle Tumorzellen abzutöten, sodass die Thymome i.d.R. nach spätestens 2 Jahren nachgewachsen seien.
Trotz der kompetenten Beratung machte ich mir Sorgen wegen der 5 Narkosen und eventueller Nebenwirkungen, zumal die Prognose von maximal 2 Jahren mir auch nicht allzu rosig erschien. Meine Nachbarin, ebenfalls Kaninchenhalterin, empfahl mir eine Misteltherapie, da sie hiermit sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Ich beschloss, es zunächst damit zu probieren, und lehnte die Bestrahlung vorläufig ab.

Die Misteltherapie

Nachdem ich die Firma Helixor kontaktiert und ihnen Maronis Befunde zugeschickt hatte, ließ sie meiner Tierarztpraxis einen ausführlichen Behandlungsplan zukommen. Dieser beinhaltete während der Einleitungstherapie 2 Spritzen Mistelextrakt pro Woche mit jedes Mal steigender Dosis. Die Ampullen bestellte ich über meine Apotheke. Die Therapie wurde von Maroni ohne Auffälligkeiten vertragen und sie zeigte zunächst keine Symptome mehr. Nach insgesamt 14 Ampullen sieht der Behandlungsplan den Umstieg von der Einleitungstherapie auf die Erhaltungstherapie vor. Während dieser bekam Maroni zwei Spritzen pro Woche und musste anschließend 14 Tage „pausieren“. Während dieser 14-tägigen Pausen zeigte sie allerdings leichte Symptome (leichter Exophthalmos, d.h. vorstehende Augäpfel, und veränderte Atmung), sodass ich beschloss, den Behandlungsplan anpassen zu lassen. Zunächst entschied ich mich jedoch Anfang August für ein Kontrollröntgen, um zu sehen, ob der Tumor sich verändert hatte.

August 2017: Die erste Kontrolle

Die Kontrolle zeigte ein mittelmäßig erfreuliches Ergebnis: Einerseits war tatsächlich kein weiteres
Tumorwachstum erkennbar, d.h. entweder befand Maroni sich seit 4 Monaten in einer Pause
zwischen 2 Wachstumsschüben oder der Tumor wuchs so extrem langsam, dass binnen 4 Monaten mit bloßem Auge keine Veränderung erkennbar war, oder aber die Misteltherapie hatte ein weiteres Wachstum tatsächlich verhindert. Andererseits hatte ich natürlich gehofft, dass das Thymom sich unter der Misteltherapie mehr oder weniger stark zurückbilden würde, und dies wiederum war nicht der Fall. Meine Tierärztin riet mir eindringlich dazu, der Empfehlung einer Strahlentherapie nachzukommen. Der Tumor sei auch dann, wenn er tatsächlich nicht weiterwachsen sollte, eine Dauerbelastung für Herz, Lungen und Luftröhre und Maronis Prognose dementsprechend schlecht. Bereits viele ihrer Patienten(besitzer) hätten sehr gute Erfahrungen mit der Onkologie der LMU gemacht und wir seien dort auf jeden Fall gut aufgehoben.

Die Strahlentherapie
Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen hatte, beschloss ich, dem Rat meiner Tierärztin zu
folgen, und kontaktierte die Onkologie erneut.
Wir erhielten Termine für die Bestrahlungen am:
– Mi 30.08.
– Fr 01.09.
– Mo 04.09.
– Mi 06.09.
– Fr 08.09.
Meine anfänglichen Sorgen waren schnell verflogen, da uns das Team der Onkologie, insbesondere die zuständige Tierärztin Frau Ratzlaff, mit einer solchen Professionalität und Selbstverständlichkeit betreute, dass ich keinerlei Zweifel hatte, hier gut aufgehoben zu sein. Vor der ersten Bestrahlung wurde eine Blutprobe genommen, um Maronis Nierenwerte zu überprüfen und damit sicherzugehen, dass sie narkosefähig war.
Die Tage der Bestrahlungen liefen im Prinzip alle gleich ab: Am späten Vormittag brachten wir Maroni vorbei und führten zunächst ein kurzes Gespräch mit Frau Ratzlaff, um eventuelle Auffälligkeiten oder Veränderungen sofort erkennen und ggf. darauf reagieren zu können. Anschließend erhielt Maroni eine leichte Narkose, da sie absolut still liegen musste, und die Bestrahlung wurde durchgeführt. Nach insgesamt einer Stunde holten wir sie wieder ab. Nur einmal warteten wir etwas länger, da sie noch nicht ganz wach war und uns nicht herausgegeben wurde, ehe sie stabil und „voll ansprechbar“ in der Box saß. Auf dem Rückweg war sie meistens noch etwas schläfrig, knabberte aber zwischendurch auch schon wieder am Grünfutter und wühlte gelegentlich in der Box herum.
Eine Anmerkung zum Thema Transport: Maroni ist (im Gegensatz zu den meisten anderen Kaninchen) unterwegs entspannter, wenn ihr Kumpel Rusty nicht dabei ist, da er im Gegensatz zu ihr ziemliche Angst vor Auto- und Bahnfahrten hat und diesen Stress auf sie überträgt. Auch die Stunden nach den Bestrahlungen war Maroni meist noch etwas ruhiger als sonst, wie es nach Narkosen grundsätzlich normal ist. Gegen Abend war sie jedes Mal wieder ganz die Alte, lebhaft, verschmust und zufrieden. Auch ihr Fressverhalten und die Haut im bestrahlten Bereich blieben während des gesamten Zeitraums der Therapie unbeeinträchtigt.

Medikation
Bis zum 1. Bestrahlungstermin erhielt Maroni weiterhin Mistelspritzen. Während des Zeitraums der Therapie passten wir den Mistel-Behandlungsplan gemäß der Empfehlungen von Helixor an (reduzierte Dosis und wieder häufigere Spritzen).
Da sie EC-positiv ist, begannen wir darüber hinaus 1 Woche vor der ersten Sitzung mit der Verabreichung von Panacur, welche wir insgesamt 4 Wochen fortführten. Dieses Medikament verhindert, dass sich der EC-Erreger, den EC-positive Kaninchen in sich tragen, vermehrt und die Erkrankung ausbrechen lässt – was bei geschwächten / immunsupprimierten Kaninchen leider häufig der Fall ist.

Nach der Therapie
Am 15. September, genau eine Woche nach der letzten Bestrahlung, entwickelte Maroni einen leichten Infekt, den wir jedoch mit Antibiotikum (Baytril) schnell in den Griff bekamen. Sie ist normalerweise latente Schnupferin, zeigt also keinerlei Symptome – vermutlich konnten die Schnupfenerreger sich vermehren, da der Körper durch den Abbau der riesigen Tumormasse entsprechend belastet und das Immunsystem angeschlagen war. Dieser kleine Ausbruch ist die einzige Auffälligkeit, die im Rahmen der gesamten Strahlentherapie auftrat. Während der Wochen nach der Therapie wurden wir angewiesen, „Tagebuch“ zu führen und täglich Notizen in ein vorgedrucktes Formular einzutragen. Insgesamt 4 Wochen nach der letzten Bestrahlung erhielten wir einen Kontrolltermin. Die Tierärztin war mit Maronis Zustand sehr zufrieden.

Das Ergebnis
Nach der letzten Bestrahlung mussten wir uns bis zur Röntgenkontrolle einige Wochen gedulden, da der Körper eine gewisse Zeit benötigt, um die abgestorbenen Tumorzellen abzubauen. Am 27. September war dann der große Tag: Die Röntgenkontrolle. Das wunderbare Ergebnis: Es ist keinerlei Tumormasse mehr erkennbar, das Röntgenbild ist komplett unauffällig.

Wie geht es weiter?
Alle 3 Monate soll Maroni eine Röntgenkontrolle erhalten, um zu überwachen, ob der Tumor wieder nachwächst. In der Hoffnung, dies zu vermeiden oder zumindest sehr stark zu verzögern, wird sie ihr Leben lang weiterhin Mistelspritzen bekommen. Die Erhaltungstherapie ist mittlerweile angepasst, sodass sie nun statt 14 Tagen Pause nur noch 7 Tage Pause macht.
Ich bin heilfroh, mich für die Therapie entschieden zu haben. Sie hat Maronis Lebenserwartung ganz erheblich verlängert, ohne dass sie, abgesehen von einem Schnupfen, in irgendeiner Form darunter gelitten hat. Ich würde mich immer wieder dazu entscheiden und kann die Tieronkologie der LMU München wärmstens weiterempfehlen!

Vielen Dank an Melina für diesen tollen Erfahrungsbericht!

Quellen/Weiterführend
Andres et al. (2012): The use of megavoltage radiation therapy in the treatment of thymomas in rabbits: 19 cases. Vet Comp Oncol 2012; 10: 82-94
Ewringmann, Anja (2016): Leitsymptome beim Kaninchen: Diagnostischer Leitfaden und Therapie. Georg Thieme Verlag
Gabrisch, Karl (2015): Krankheiten der Heimtiere, 8. vollständig überarbeitete Auflage, Schlütersche
Künzel, Frank (2013):  Thymom – ein unterdiagnostiziertes klinisches Problem beim Kaninchen? Veterinär-Spiegel 23.01: 22-25.
Morrisey, J. K., & McEntee, M. (2005): [Englisch] Therapeutic Options for Thymoma in the Rabbits
Praag, E.: [Englisch] Sebaceous adenitis associated to thymoma in rabbits

6 Kommentare
  1. J.L
    J.L says:

    Hallo, bei meinem Kaninchen wurde ebenfalls ein Thymom festgestellt. Röntgenbild entspricht dem von Maroni. Wo kann man denn in Deutschland überall eine Strahlentherapie durchführen lassen und was kostet sowas ca.? Mein Kaninchen ist bis auf die teilweise vorstehenden Augen noch richtig fit und ich würde ihm sehr gerne helfen. :(´

    Liebe Grüße
    Jenny

    Antworten
    • Viola Schillinger
      Viola Schillinger says:

      Hallo Jenny,
      am besten wäre es, wenn du deine Tierarztpraxis fragst, diese wissen meist, welche Kliniken im Umkreis diese Behandlungsform anbieten und überweisen dein Tier dorthin. Wenn nicht, sind Universitäts-Kliniken und größere Kliniken oft ein guter Ansprechpartner. Die Behandlungskosten schwanken, aber meistens kannst du sie direkt dort erfragen. In der Regel kostet die Behandlung allerdings über 1.000 Euro.Die Behandlung ist auf jeden Fall nach Studienlage die momentan an erfolgsversprechenste beim Kaninchen.
      Liebe Grüße und alles Gute für Dein Kaninchen!
      Viola

      Antworten
  2. Agi Feichtner
    Agi Feichtner says:

    Hallo ihr lieben! Vor ca einer Woche wurden bei meinem weiblichen Kaninchen Nierentumore durch ein Röntgenbild festgestellt, wo man sah, dass die linke Niere dreiviertel weiß war und die rechte ungefähr ein Viertell. Meine TÄ sagte, dass die Tumore kalzifizieren? hoffentlich richtig geschrieben und dass man nichts mehr tun kann. Ich bin natürlich furchtbar traurig. Sie nahm in den letzten 2 Wochen stark ab (ca 250 g), kann nicht mehr ganz selbständig koten, ( habe es ihr bis freitag immer rausmassieren müssen, waren eig schöne Köttel) habe es aber seit 4 Tagen nicht mehr gemacht, weil das Einfangen für sie eine Tortur ist 🙁 und ich sehe oft, da wo sie sitzt liegen ein paar. es geht ihr deshalb aber nicht schlechter. Sie frisst zwar selbständig aber ich füttere zu mit rodicare Instant. Selbst frisst sie Heu, getrocknete Kräuter, löwenzahn, kohlrabiblätter, Karotten, Leinsamen, ich geb ihr jetzt auch Haferflocken und Sonnenblumenkerne, salatblätter…usw. was mir noch aufgefallen ist, ist dass sie ein bisschen mehr trinkt und auch dementsprechend mehr uriniert. Weil sie eig noch für ihre diagnose recht fit ist und bis sonntag auch das freigehege nutzte, also rumgehoppelt ist, hab ich mich entschieden eine zweitmeinung einzuholen. Am donnerstag hab ich einen termin. Was meint ihr, warum sie noch immer selbständig frisst und recht fit ist? Glaubt ihr man kann ihr noch helfen? Könnten es vielleicht auch züsten sein? Ich bin fix und fertig. Sollte ich ihr weiterhin die köttel rausmassieren, weil mir seit gestern vorkommt, dass sie drückt und ihr übel ist… geb ihr auch Äpfel, dass es etwas abführt. ich weiß nicht, was ich tun soll 🙁 Habt ihr ein paar tipps, womit ich ihr ein bisschen helfen kann? Danke schon mal. LG Agi

    Antworten
  3. Laila
    Laila says:

    Hallo, es wurde oben geschrieben, dass man bei einem Thymom auf keinen Fall das Immunsystem stärken darf, aber warum? Liebe Grüße,
    Laila

    Antworten
    • Freya Haase
      Freya Haase says:

      Hallo Laila,
      das Thymom ist ein Tumor der Thymusdrüse und jede Anregung des Immunsystem kann zu einem Wachstum führen.
      Liebe Grüße
      Freya vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten

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