Was kann bei der Zusammenführung passieren und was kann ich tun?

Gängiger Ablauf

Wir gehen hier von einer Zusammenführung auf neutralen Gebiet aus. Wählen Sie gut aus, welche Tiere zusammen passen könnten. Jungtiere unter 16 Wochen dürfen nicht einfach mit älteren Kaninchen vergesellschaftet werden!

Wichtig: Gruppenvergesellschaftungen mit vier oder mehr Kaninchen gehören in erfahrene Hände und sind in der Regel deutlich anspruchsvoller als Zusammenführungen von zwei bis drei Kaninchen.

transport kaninchen

Vorbereitung der Tiere

Vor der Zusammenführung ist es sinnvoll, noch einmal zu schauen, ob alle Tiere wirklich gesund und fit sind.
Wer dazu die Möglichkeit hat, kann die Tiere vor der Vergesellschaftung etwas verunsichern, indem er eine Runde Auto fährt. Allerdings müssen Kaninchen, die sich bisher noch nicht kennen, in separaten Boxen gefahren werden. Niemals zusammen in einer Transportbox!
Ideal für den Start einer Zusammenführung ist die Mittagszeit, da sie zu dieser Zeit weniger aktiv und ruhiger sind.
Denken Sie daran, dass einmal zusammen gesetzte Kaninchen immer zusammen bleiben sollten. Niemals sollte man sie „nachts trennen“ oder Ähnliches.

kaninchen wohnungDer neutrale Bereich

Wählen Sie einen Bereich, den Ihr Kaninchen noch gar nicht kennt (Desinfizieren und Umstellen reicht nicht aus, Ihr Kaninchen erkennt den Bereich trotzdem!). Sorgen Sie für Futter, Unterschlüpfe mit min. zwei Ausgängen, verhindern sie Sackgassen und ermöglichen sie Rundwege, verstreuen Sie das Futter. Achten Sie beim Untergrund darauf, dass Kaninchen während der Zusammenführung nicht stubenrein sind, aber guten Halt brauchen (Teppichboden, fixierte Teppiche, Wiese, Steinplatten), rutschiger Boden ist ungeeignet. Die Kaninchen müssen dort mehrere Tage/Wochen bleiben können, bis die Zusammenführung abgeschlossen ist. Setzen Sie alle Kaninchen gleichzeitig im Gehege ab.

kaninchen vergesellschaftungBeschnüffeln

Mit vorgekippten Ohren wird das neue Kaninchen beschnüffelt.
Die Kaninchen nähern sich langsam an um sich kennen zu lernen.

kaninchen vergesellschaftung berammeln sich

Berammeln von vorne oder hinten

Das Aufsitzen der Kaninchen ist NICHT sexueller Natur sondern dient der Klärung der Rangordnung. Wer oben ist, möchte Chef werden, wer sich unten drunter unterwirft, ordnet sich in der Rangordnung tiefer ein.

vergesellschaftungHinterherjagen, in das Fell zwicken
Eine völlig normale Verhaltensweise, bitte nicht eingreifen.
Wichtig: Sackgassen aller Art, also z.B. Häuschen mit nur einem Eingang beseitigen. Sonst sitzt ein Kaninchen „in der Falle“. Für Rundwege sorgen, damit sich die Kaninchen gut im Kreis jagen können. Nicht im Revier zusammenführen! Die Jagereien werden sehr schnell weniger und wenn sie am Anfang stark ausgeprägt sind, ist meistens nur der Anfang kurz und heftig und es wird recht schnell immer ruhiger.

ausruhen erschöpft vergesellschaftungErschöpftes Liegen

Wenn die Kaninchen sich länger gejagt haben, ist es normal, dass sie Fress- und Ruhepausen einrichten und erschöpft in verschiedenen Ecken liegen. Eine Vergesellschaftung ist immer anstrengend. Achten Sie darauf, dass die Kaninchen sich nicht durchgängig jagen sondern sich dazwischen auch mal ausruhen. Trennen Sie die Kaninchen jedoch nicht dafür! Sorgen Sie für genug Schatten, damit es den Kaninchen nicht zu anstrengend wird (Kreislauf!).

kaninchen-streiten-sichHoch springen

Kaninchen machen oft bei der Zusammenführung hohe Sprünge, springen aneinander vorbei oder in der Luft aufeinander zu. Dieses Verhalten ist ganz normal.

kaninchen-trauert

 Rückzug, Zurückziehen

Sollten sich Kaninchen einfach „raus halten“ indem sie sich an einen abgelgenen Ort zurück ziehen und nicht mehr am Geschehen teilnehmen, so muss man dies unterbinden. Ein Kaninchen, dass sich nicht nur zurück zieht um sich kurz auszuruhen sondern länger der Vergesellschaftung fern bleibt, bringt meist die Zusammenführung zum Scheitern. Setzen Sie das Kaninchen zurück ins Geschehen und verschließen Sie den Rückzugsort. Bieten Sie jedoch Rückzugsorte mit zwei Eingängen an zentralen Stellen im Gehege an.

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Unterwerfungsgeste

Das unterlegene Tier unterwirft sich in der Regel nach einiger Zeit, indem es den Kopf flach auf den Untergrund legt und nicht weg läuft. Das dominante Tier berammelt es daraufhin oder putzt es.

frischfutter fütterung kaninchenDer Abstand wird kleiner

Mit der Zeit wird der Abstand, den die Kaninchen zueinander halten, immer kleiner. Das kann allerdings etwas dauern.

grünfütterung kaninchenNebeneinander fressen

Wenn die Kaninchen sich gut verstehen und die Rangordnung geklärt ist, fressen sie gemeinsam und kurz darauf auch nebeneinander.

kaninchengehege2

Umzug ins gewohnte Revier

Wenn die Kaninchen sich nicht mehr jagen, sollte man noch zwei bis drei Tage warten, dann können sie ins alte Gehege/Revier umziehen. Bei Gruppen sollte man lieber vier bis fünf Tage warten. Achten Sie dort drauf, dass es keine Sackgassen gibt und stellen Sie die Einrichtung etwas um. Eine Desinfektion ist nicht nötig! Es kann sein, dass sich die Kaninchen nach dem Umzug noch einmal ein paar Runden jagen, das ebbt jedoch in der Regel sehr schnell ab und ist harmlos. Sollten sie wieder zu kämpfen anfangen, müssen sie zurück ins neutrale Gebiet ziehen.

argumente-gegen-einzelhaltung-kaninchen

Kuscheln

Wie lange es braucht, bis die Kaninchen kuscheln, lässt sich nicht sagen. Manche kuscheln bereits einen Tag nachdem sie zusammen fressen, andere erst nach Monaten weil sie das Gegenüber erst genauer kennen lernen möchten. Es gibt auch Kaninchen die allgemein ungern kuscheln.

SPEZIELLE VERHALTENSWEISEN

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Ineinander verkeilen, verbeißen

Sollte sich ein am Boden bildender Knäuel bilden, weil beide Kaninchen sich jeweils im anderen verbissen haben, dann gehen Sie am besten gleich mit einem Gegenstand dazwischen (nicht mit der ungeschützten Hand). Sorgen Sie dafür, dass sich der Knäul auslöst. Warten Sie dann ab, meistens passiert das nur ein bis zweimal am Anfang. Sollten sich die Kaninchen jedoch dauerhaft verkeilen und nicht voneinander ablassen, sind sie evtl. nicht verträglich miteinander und es sollten andere Sozialpartner gesucht werden. Oft ist dies bei schlecht gewählten Gruppenzusammenstellungen der Fall, oder aber bei schlecht sozialisierten Tieren.

kaninchen bewegungsdrangan

Dauerhaftes Jagen

Die Kaninchen jagen sich und es ist kein Ende in Sicht? Geht es erst ein paar Stunden mit gelegentlichen Unterbrechungen, so handelt es sich um normales Verhalten. Wird ein Tier aber nach zwei Wochen immernoch fast durchgängig gejagt, kommt kaum zur Ruhe und hat starke Angst, so sollte es getrennt und mit einem passenden Partnerkaninchen vergesellschaftet werden. Manche Kaninchen sind nicht gruppentauglich oder überängstlich, diese Tiere sind in einer Pärchenhaltung mit einem gegengeschlechtlichen Partnerkaninchen gut aufgehoben.

kaninchen-urin-zusammenfuehrung

Urin spritzen, Unreinheit

Urin spritzen ist ein normales Verhalten, das besonders unkastrierte Kaninchen zeigen. Während der Vergesellschaftung markieren die Kaninchen besonders ihr Revier mit Urin (spritzern) und Kot. Deshalb sind sie in dieser Phase nicht stubenrein. Das legt sich jedoch wenn sie harmonisch sind. Unharmonische oder große Gruppen werden oft nicht stubenrein und sind deshalb für die Innenhaltung nicht geeignet.

 kaninchen angst unterwerfungVerängstigt in der Ecke sitzen

Sollte ein Kaninchen mit weit aufgerissenen Augen oder teilnahmslos da sitzen und sich nicht bewegen (alles über sich ergehen lassen, nichts fressen etc.), so hat es große Angst. Macht das andere Kaninchen eigentlich gar nichts, kann es charakterlich oder durch vorherige schlechte Erfahrungen bedingt sein. Oder aber, das Kaninchen unterwirft sich ganz normal (siehe oben). Sollte das andere Kaninchen dieses Kaninchen stark jagen und beißen, so dass Wunden entstehen, dann sollte die Vergesellschaftung abgebrochen werden. Suchen sie einen sensiblen/ruhigen, gegengeschlechtlichen Partner für ihr Kaninchen. Evtl. ist es nicht gruppentauglich oder der Partner ist zu dominant. Im extremen Fall sitzt das Kaninchen mit dem Kopf zum Wand oder zum Gitter, bewegt sich nicht mehr, frisst nicht mehr und lässt das andere Kaninchen einfach „rein beißen“.

kaninchenfütterung

Es passiert nichts

Es gibt Vergesellschaftungen, bei denen einfach nichts passiert. Die Kaninchen tun so, als wäre kein neues Tier in der Gruppe. Bei solchen Vergesellschaftung ist Vorsicht geboten, da die Rangkämpfe oft verspätet nach mehreren Tagen oder Wochen einsetzen und dann umso heftiger sind, da das Gehege dann nicht mehr neutral ist. Das sind oft Vergesellschaftungen, die scheitern. Es gibt aber auch Tiere, die sich einfach so akzeptieren. Sollte dies der Fall sein, beobachten und kontrollieren Sie den Ablauf gut und engmaschig über mehrere Wochen.

Bissverletzungenbissverletzungen rücken

Es kann dazu kommen, dass ein Kaninchen am Rücken stark verletzt oder von Bisswunden übersät wird, deshalb ist es wichtig, besonders den Rücken aber auch alle anderen Körperteile regelmäßig zu kontrollieren. Ist das Kaninchen von vielen Bisswunden betroffen, raten wir dazu die Zusammenführung abzubrechen und das Tier als Pärchen mit einem gleichaltrigen, gegengeschlechtlichen Kaninchen zu halten. Sind es nur ein paar Kratzer oder nur eine einzelne Bisswunde, kann diese noch im Rahmen sein (je nachdem wie tief und schwer sie ist). Oft entstehen Verletzungen auch unbeabsichtigt, z.B. wenn beim Hochspringen die Kralle ans Auge kommt. Neben Augenverletzungen sind besonders Ohrenverletzungen bei Widdern und Nasenverletzungen oft eher unbeabsichtigt im Eifer des Gefechts entstanden. Trotzdem ist festzuhalten, dass Bissverletzungen sehr selten passieren.

hermelin-kaninchenChronische Beißer

Es gibt Kaninchen, die während der Zusammenführung durchgängig nach den anderen Tieren beißen. Das kann verschiedene Ursachen haben und ist unterschiedlich zu beurteilen.
Das normale Schnappen nach dem Hinterteil beim Hinterherrennen ist damit nicht gemeint!
Tiere, die in alles beißen, was wie ein Kaninchen aussieht und ihnen näher kommt, sind meistens sehr ängstlich und versuchen sich so zu schützen. Zu solchen Tieren sollte man ein ruhiges, ausgeglichenes Tier wählen, dass sich davon nicht beeindrucken lässt und trotzdem immer wieder Kontakt sucht oder sich in der Umgebung aufhält. Mit der Zeit gewöhnt sich das Kaninchen an das andere und beißt weniger und schließlich gar nicht mehr.
Es gibt aber auch Kaninchen, die andere Kaninchen hetzen und z.B. ein anderes gar nicht ausstehen können und es richtig stark beißen. Sollte das andere Kaninchen mehrere oder schwerere Bissverletzungen haben, passen die Kaninchen einfach nicht zusammen. Probieren sie ein ähnlich altes, gegengeschlechtliches Kaninchen als Partner.

Bevor ihr kommentiert: Bei 6.000 Klicks am Tag ist es nicht möglich, jeden Einzelfall in einem Kommentar zu beantworten! Deshalb bitte ich darum, nur wirklich abweichende Fälle hier zu posten, die ein komplett anderes Verhalten zeigen, als hier bereits beschrieben. Bitte lest auch zunächst die anderen Seiten zur Vergesellschaftung durch!
Häufige Vergesellschaftungsfehler
Nie allein – warum Einzelhaltung nicht artgerecht ist
Vergesellschaftungs-Methoden
Wer passt zusammen?
Beratung & Hilfe vor Ort
Es wäre schade, wenn ich die Kommentarfunktion ausstellen müsste, weil die vielen Anfragen den Rahmen meiner freien Zeit sprängen…

505 Kommentare
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  1. Stephan
    Stephan says:

    Hallo liebes Kaninchenwiese Team,

    wir (meine Partnerin und ich) haben leider, nach 8 Tagen glückliche Zeit mit zwei jungen Kaninchen ( ca. 10-14 Wochen), ein Jungkastrat ( der Kastrat kennt also kein Leben als unkastriertes Kaninchen) und eine Kaninchendame, Probleme mit den Beiden. Beide Tiere sind aus einem Zoohandel und saßen dort bereits zusammen.
    Da die Tiere sich plötzlich heftigste Kämpfe miteinander liefern ( haben sich bereits dreimal in 4 Tagen ) bei der Auseinandersetzung ineinander „verkeilt“, dabei ist natürlich auf beiden Seiten jede Menge Fell verloren gegangen.
    Wir haben bereits umfangreiche und langjährige Erfahrung mit Kaninchen und sind dennoch ratlos.
    Es gibt auch Zeiten, wo die Kaninchen, so als wäre nichts gewesen, nebeneinander liegen.
    Beide Tiere sind bereits handzahm und sogar Stubenrein.
    Natürlich wollen wir keins der Tiere weg geben.
    Der junge Kastrat initiiert unserer Beobachtung nach die Auseinandersetzung und verhält sich weniger sozial – er lässt sich lieber von der Kaninchendame pflegen, als das er selbst mal das weibliche Tier putzt.
    Trotz der heftigen Auseinandersetzungen sitzen die Beiden auch eng beieinander.

    Kurze Beschreibung zur Ist Situation im Haus ( Unterbringung )
    Auslauf haben Sie im ganzen Haus. Outdoor ist aktuell leider keine Option.
    Wir haben im Haus und in dem Raum, der den beiden Kaninchen gehört, sogar einen Teppich aus reiner Baumwolle verlegt ( ohne Chemie ). Dort wo kein Parkett liegt haben wir Brücken verlegt. So haben beide Tiere einen riesigen Auslauf. Dennoch die erste Auseinandersetzung erfolgte auf glattem Parkett, dann in ihrem Quartier ( Käfigunterschale 160cm lang ) die nur für „Toilettengang“ und zum Fressen genutzt wird, manchmal auch um dort auf einem kleinen Häuschen zu ruhen.

    Also, nach unserer bisherigen Erfahrung eine artgerechte Unterbringung, sollten beide Kaninchen auch Platz genug haben sich, wenn nötig, aus dem Wege zu gehen. Nur leider tun sie das nicht immer und die Flucht tritt dann auch keiner von Beiden an, so kommt es leider zu den Anfangs beschriebenen Auseinandersetzungen.

    Gibt es evtl. Vorschläge die hier noch gemacht werden könnten? Wie weit sollten wir diesen Auseinandersetzungen noch ohne Konsequenzen für die Beiden zuschauen?
    Noch flog nur Fell, Bisswunden konnten wir glücklicherweise, trotz der Verkeilungen, noch nicht feststellen.

    Danke vorab für hilfreiche Ratschläge.

    Grüße

    Stephan

    P.S. Sorry für die lange Schilderung, aber dachte mir, so habt ihr eine bessere Vorstellung für die Situation vor Ort und den Tieren.

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Stephan,
      nein, das ist auf jeden Fall gut, so muss ich nicht raten wie eure Kaninchen leben :). Ich hätte als Erstes ein größeres Gehege empfohlen, aber die Kaninchen leben ja traumhaft! Also, die Situation ist definitiv schwierig. Ich gehe davon aus, dass eure beiden Kleinen nun in die Pubertät kommen und nun die Rangordnung immer wieder neu klären müssen http://www.kaninchenwiese.de/pubertaet-warum-werden-meine-kaninchen-ploetzlich-anstrengend. Wenn ich das richtig verstanden habe, haben sie nur eine Toilettenschale? Dann werden die beiden sich um „ihre“ Schale streiten, wie 2 Kinder, die beide das selbe Eis haben wollen :). Da sollte man dann eine 2. Schale anbieten, die gibt es in kleinerer Ausführung schon für wenig Geld. Auch bei dem Häuschen würde ich empfehlen etwas Ähnliches noch einmal anzubieten, so dass beide das Gleiche haben und es keinen Streit mehr gibt. Vielleicht könnt ihr ja auch einen Kratzbaum anbieten, der ist relativ günstig zu haben und bietet auch eine schöne Fläche zum Entspannen, manchmal auch 2 Flächen :).
      Leider heißt es nun Zähne zusammenbeißen, Beruhigungstee trinken und warten bis sich die Hormone gelegt haben. Solange nichts Ernstes passiert, sollten sie nicht getrennt werden.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
      • Stephan
        Stephan says:

        Hallo nochmals Kathinka,

        erst einmal lieben Dank für die rasche Antwort.
        Da habe ich schon soviel Geschichte und dennoch wohl vergessen zu erwähnen, dass die Beiden auch zwei Käfigunterhälften ihr Eigen nennen. Einmal die Unterhälfte Dich ich genannt hatte ( mit Häuschen drauf im eigenen Zimmer mit einer Länge von 160cm ) und noch eine Käfigunterhälfte mit ca. 100cm Länge und ca 45-50cm Breite. Diese steht im Wohnzimmer und wird von Beiden auch regelmäßig genutzt – auch gleichzeitig. Zusätzlich steht dort auch ein weiterer Futternapf und ein Wassernapf, wie im Tierzimmer auch.
        Einen Streit zwischen den beiden Kaninchen gibt es auch nicht wegen des Sitzplatzes auf dem Häuschen- ganz im Gegenteil hier herrscht Waffenstillstand 😉
        Ich hatte Gestern auch mit unserem Tierarzt gesprochen und für Freitag einen Termin abgemacht.
        Er meinte, möglicherweise sei der Bock nicht sauber kastriert, oder die Häsin habe evtl. ein Gebrechen was der Bock riecht.
        Eine hormonell motivierte Reaktion der Häsin wurde auch im Gespräch ausgeschlossen. Sie rupft sich nicht, sammelt kein Stroh oder Heu und ist auch nicht aggressiv gegenüber dem Kastraten.
        Wie auch immer, er war wohl auch etwas überfragt und spricht eine Tierverhaltenstherapeutin an – hört sich ja lustig an :-).
        Weiter wurde vorgeschlagen, die Kontrahenten in einen Korb zu packen ( extrem reduzierte Fläche ) und dann mit Beiden eine Weile Auto zu fahren. Oder in eine leere Wanne zu stecken.
        Meiner Meinung nach ein probates Mittel für eine Vergesellschaftung, sich unbekannter Tiere. Aber so?!

        Leider konnten wir bei beiden Tieren nun auch Bisswunden feststellen.

        Wir haben uns aktuell dazu entschieden eine 24 Stunden Beobachtungs- und Interventionsphase einzusetzen. Dabei hat meine Partnerin in der letzten Nacht bei den Tieren auf dem Boden geschlafen. Am gestrigen Nachmittag habe ich, immer dann als die Situationen drohte zu eskalieren, mit meiner Hand ( geschützt durch einen Schafsfellpantoffel) die Beiden auseinander zu halten.
        Heute Mittag scheinen die Gemüter sich beruhigt zu haben. Sie nehmen Kenntnis von einander gehen aber dann der Eskalation bis jetzt aus dem Wege – vielleicht haben sie gelernt?!
        Wie gesagt, sie pflegen sich auch häufig gegenseitig ( sie ihn evtl. mehr ) fressen zusammen ohne Streit.
        Jedoch wenn er Böckchen macht, voller Lebensfreude rennt, oder allzu forsch zu Werke geht, fühlt sie sich möglicherweise, so unsere letze Beobachtung, angemacht. Vielleicht sogar angegriffenen. Dann droht die Sitation zu eskalieren.
        Die Häsin selber ist wesentlich ruhiger. Er ist ein quirliger Kastrat mit purer Lebensfreude- was toll ist und auch so bleiben soll.
        Die Kaninchendame macht aber auch ihre Freudensprünge und rennt durchs Haus – nur eben weniger als er. Wenn er in der Nähe ist, vermeidet sie es wohl ganz – so jedenfalls unsere aktuelle Beobachtung.
        So, hoffe das meine Schilderung einen noch besseren Eindruck vermittelt, obwohl es die Einschätzung nicht einfacher machen dürfte.

        Da hier auch andere Kanincheninteressierte lesen, würde ich noch gerne, wenn das hier zulässig ist einen Tip abgeben zur Frischfutterfütterung aus unserer Erfahrung. Sonst bitte diesen Absatz editieren.
        Beide Kaninchen sind bekanntlich aus dem Zoogeschäft, kennen kein Frischfutter. Möhre, was ist das?!
        Apfel, eher nicht.
        Anders sieht es aus bei Gras aus dem Garten ( natürlich nur in geringen Mengen am Anfang und aus dem eigenen Garten )
        Hier zeigen beide Tiere reges Interesse und fressen das Gras gerne – zu dumm nur das Winter ist und der Rasen an vielen Stellen bereits auf die kalte Jahreszeit eingestellt ist.
        Auch das Haustier kennt offensichtlich seine Herkunft und schätzt die Natur.
        Natürlich geben wir nicht auf, auch frisches Grünzeugs aus dem Handel anzubieten ( alles Bio versteht sich 😉 )

        Wenn gewünscht kann ich gerne vom Besuch beim Tierarzt am kommenden Freitag berichten.
        Für weitere Vorschläge für unsere sehr spezielle Situation sind wir weiter interessiert.

        Danke, dass es dieses Forum gibt und erneut sorry, wenn ich ggf. etwas zu umfangreich schildere.
        Evt. hilft es aber anderen in einer sehr ähnlichen Situation…

        Grüße
        Stephan

        Antworten
        • Kathinka Bradley
          Kathinka Bradley says:

          Hallo Stephan,
          in dem Fall hätte ich nun auch einen erneuten Tierarztbesuch angeraten. Es kann sein, dass der Herr ein Gebrechen hat, was ihn aggressiv macht oder die Dame etwas hat. Ich empfehle definitiv die Zähnchen abzuchecken, dafür braucht man immer einen sehr kaninchenerfahrenen Tierarzt. Auch eine unsaubere Kastration kann möglich sein, es gibt sogar Berichte bei denen das Tier gar nicht kastriert wurde, da sollte man auf jeden Fall noch einmal schauen.
          Kaninchen sind definitiv nicht die süßen, friedlichen Tiere für die sie oft gehalten werden, dennoch klingt das ziemlich aggressiv für ein junges Pärchen. Ein Tierarztbesuch ist also unausweichlich.
          Leider muss ich abschließend sagen, dass das kein Forum ist :). Das Kaninchenwiese-Team bekommt quasi jeden Kommentar und muss ihn bearbeiten. Wir freuen uns natürlich trotzdem über einen Austausch gegenseitig, da ja einige Fragen auch ohne uns beantwortet werden können, vor allem von erfahrenen Kaninchenhaltern.
          Liebe Grüße,
          Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

          Antworten
  2. Sarah
    Sarah says:

    Hallo.

    Wir haben zwei einzelne Pärchen bis heute gehabt. Das eine Mädel ist heut morgen gestorben.
    Die drei Kaninchen (1 Mädel und 2 Jungs. Alle kastriert) sind Geschwister. Wir mussten damals 2 Gruppen machen weil die Jungs sich nicht vertragen haben.
    Können wir die drei jetzt wieder vergesellschaften?? Die drei werden im Januar 8. Die letzten Jahre war es so das die Mädels sich ständig gezofft haben (die Gehege stehen nebeneinander). Die Jungs haben sich beschnuppert.
    Vielen Dank für die Antwort.
    Lg Sarah

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Sarah,
      ja, das kannst du unter strenger Aufsicht auf jeden Fall mal versuchen :), aber unter ein paar Bedingungen. Die Männchen sollten wirklich kastriert werden, unkastrierte Männchen werden sich irgendwann sehr böse zerbeißen oder gar töten. Dann sollten die Gruppen ersteinmal 2 Wochen komplett getrennt werden, ohne Sicht- und Riechkontakt. Nach diesen 2 Wochen sollten sie in einem komplett neutralen Gehege zusammengeführt werden. Schau mal hier http://www.kaninchenwiese.de/soziales/zusammenfuehrung, hier http://www.kaninchenwiese.de/soziales/ablauf-der-vergesellschaftung und hier http://www.kaninchenwiese.de/soziales/haeufige-fehler.
      Alles Gute und liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
      • Stephan
        Stephan says:

        Hallo Sarah, hallo Kathinka,

        hoffe es ist in Ordnung wenn auch ein „Ratsuchender“ etwas schriebt zu Fragen die andere Personen gestellt haben.
        Aus unserer, ca. 17 jährigen Erfahrung mit Kaninchen.
        Im Grundsatz stimme ich Kathinka zu.
        Nur ist es aus unserer Erfahrung so, dass zwei Kastraten nicht unbedingt ein Garant dafür sind, dass eine Auseinandersetzung nicht tödlich enden kann, leider.
        Wir hatten die Tiere, ähnlich der Situation von Sarah, in getrennten Aussengehegen im Garten. Beiden Pärchen ist es aber leider gelungen, ohne das wir es bemerkt hatten, einen Tunnel in das Gehe des anderen Pärchens zu buddeln. Leider wurde ein Kastrat so schwer am Hals verletzt, dass auch eine OP nicht geholfen hat😭. Die Tierärztin meinte, dass sie so etwas noch nie bei Kaninchen gesehen habe. Daher, Geschwister sind kein Garant für den Burgfrieden, ähnlich wie die Tatsache das es sich um Kastraten handelt.
        Natürlich war das kein „neutraler“ Boden, aber das wird er nach dem vielleicht geglückten Versuch der Zusammenführung auch nicht sein…
        Ich würde empfehlen, eine Kaninchendame zum Bock zu setzen, ähnliches Alter.

        @ Sarah, wünsche Dir natürlich viel Glück und Erfolg.

        Antworten
        • Kathinka Bradley
          Kathinka Bradley says:

          Hallo Stephan,
          das kann man vorher so gar nicht sagen. In deinem Fall kann es auch der Umstand gewesen sein, dass ein fremder Rammler in das Revier eines anderen kam. Das finden Kaninchen gar nicht toll und werden dann auch sehr aggressiv. Das liegt am natürlichen Verhalten von Kaninchen, Wildkaninchen täten das genauso. Das ist auch der Grund warum Kaninchen-Vergesellschaftungen immer sehr schwierig sind und man es genau planen und vorbereiten muss.
          Im Allgemeinen sind gänzlich gleichgeschlechtliche Gruppen aber eher ungünstig, das stimmt.
          Liebe Grüße,
          Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

          Antworten
  3. Anja
    Anja says:

    Liebes Kaninchenwiese Team
    Ich habe eine Gruppe von 5 Kaninchen (2 kastrierte Rammler und 3 Weibchen, geboren im März 2017). Die Kaninchen sind Geschwister und sind seit der Geburt zusammen. Sie haben ein Innengehege von ca. 12 qm mit Häusern, Buddelkisten usw. Seit ein paar Wochen ist die Gruppe nicht mehr harmonisch. 2 Weibchen bekriegen sich oft, dadurch wird die ganze Gruppe aufgewühlt und alle jagen sich. Besonders schlimm ist es beim füttern. Nun wird es auch so, dass mich die Kaninchen angreifen, beißen. Irgendwie sind sie immer „angriffsbereit“. Dann liegen sie aber wieder zusammen und kuscheln. Ich weiß grad nicht weiter. Soll ich sie trennen? Wo liegt auf einmal das Problem? 😟

    Antworten
  4. Kai Ritz
    Kai Ritz says:

    Hallo,
    Dies ist nun auch mein Versuch mich zu vergewissern dass wir den Kaninchen nun nix falsches tun.
    Wie haben vor 5 Tagen zu unseren 1.5 Jahre alten Pärchen ein 5 Monate alten kastrierten rammler und seine Gehege Mitbewohnerin 1 Jahr aus dem Tierheim dazu gesetzt es gab ein paar Kämpfe für 1 bis 2 Minuten ohne Verletzungen immer zwischen der neuen Häsin und dem „alten“ rammler.
    Heute war es so heftig dass sie sich 1h über wieder wie ein Knäul verbissen haben. Und nun beim „alten“ Widder ein Stück Ohr fehlte (gleich Notdienst angerufen Sie meinte da würde man jetzt nichts machen Wunde sieht gut aus.)

    Nun haben wir sie wieder zusammen.
    Sie haben sich nochmal kurz gefetzt und liegen jetzt jeder in einen Eck.

    Wir haben unsere „alten“ von draussen rein in die Wohnung und ein Holz Gehege gebaut 2.5 x 2m zum vergesellschaften.

    Sie lagen auch Mal Stundenlang zusammen und haben sich Geschlecht und nun das…

    Was sollen wir tun? Momentan beobachten wir.. ich hoffe ich lese von euch bald was..

    Antworten
    • Kathinka Bradley
      Kathinka Bradley says:

      Hallo Kai,
      ich vermute ganz stark, dass dein Vergesellschaftungsgehege viel zu klein ist. Wenn ich das Richtig verstanden habe, hast du jetzt 4 Kaninchen auf 5 m². Die Vergesellschaftung sollte auf ähnlich großem Platz ablaufen, wie auch die Haltung, ich habe mit mehr Platz aber bessere Erfahrungen gemacht. Dafür kann ich dir diesen Artikel sehr empfehlen http://www.kaninchenwiese.de/haltung/hintergruende/mindestmasse-2. Dazu kann ich nicht genau sagen, wie genau du sie vergesellschaftet hast. Am Besten funktioniert eine Vergesellschaftung auf neutralem Raum, wie hier beschrieben http://www.kaninchenwiese.de/soziales/zusammenfuehrung. Dazu muss man wissen, dass Kaninchen ihr Revier sehr aggressiv verteidigen und dazu gehören auch Häuschen, Fressnapf und co. In dem Gehege sollte alles neutral sein. Andere Methoden sind möglich, sollten aber nur von sehr erfahrenen Kaninchenhaltern durchgeführt werden, da sie sehr schnell zu aggressivem Verhalten führen.
      Liebe Grüße,
      Kathinka vom Kaninchenwiese-Team

      Antworten
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