Heu ist ein wichtiges Beifutter für Kaninchen und sollte i.d.R. immer zur Verfügung stehen.

Heu dient als Wiesen-Ersatz (natürliche Grundnahrung wildlebender Kaninchen), da es gut zu lagern und somit auch im Winter vorhanden ist. Als Basisfutter sollte es neben vielfältigen Grünfutter  den Kaninchen zur Verfügung stehen.

Müssen Kaninchen immer Heu zur Verfügung haben?

Vielfältiges Grünfutter aus der Natur ist hochwertiger als Heu.

Prinzipiell gilt generell, dass Kaninchen immer Heu zur Verfügung stehen sollte. Dabei ist darauf zu achten, dass dieses nicht überlagert, schimmelfrei und staubarm ist, aber auch von einer gesunden Wiese stammt.
Einzige Ausnahme: Die Kaninchen können selbst grasen oder haben ein vielfältiges Wiesengmisch zur freien Verfügung. Dann kann Heu weggelassen werden. Bleiben Sie dabei kritisch: Haben Ihre Kaninchen wirklich viele verschiedene Wiesenpflanzen rund um die Uhr zur Verfügung oder nur eine recht überschaubare Auswahl? Im Zweifelsfall sollte Heu lieber einmal zu viel angeboten werden, denn im schlimmsten Fall lassen sie es einfach übrig. Im Frühjahr sind die Gräser sehr pronteinreich, so dass für die Umstellungzeit auf jeden Fall zusätzlich ein gutes Heu anzubieten ist.

Auch wenn „noch Heu in der Raufe vorhanden ist“, sollte das Heu täglich ausgetauscht werden, da das Tier sonst genötigt wird, auch Giftpflanzen aufzunehmen.

Wichtiger Fütterungshinweis

Kaninchen sollten nicht darauf angewiesen sein, das Heu vollständig zu verspeisen, bevor es neues gibt! Im Heu sind verschiedene Pflanzen enthalten, das Kaninchen sucht sich die geeigneten Pfanzen heraus (es sind auch Giftpflanzen enthalten!) und selektiert nach dem eigenen Bedarf die verschiedenen Pflanzen in verschiedenen Mengen. Bekommt es erst Neues, wenn das Alte aufgefressen ist, so zwingt man sein Kaninchen, Giftpflanzen zu fressen und es kann nicht mehr die Komponenten nach dem eigenen Bedarf aufnehmen! Meistens ist nur höchstens 50% des Heus zum Verzehr geeignet.

Heu als Hauptnahrung oder Beifutter?

Heu ist nur ein Beifutter: Hauptfutter sollte immer grünes, blättriges Frischfutter sein.

Durch den Trocknungsprozess vom Wiesengrün zum Heu geht ein Teil der Vitamine verloren und der Wassergehalt sinkt drastisch, deshalb sind frisches Gras und Wiesenkräuter grundsätzlich vorzuziehen und gesünder. Durch den geringen Wassergehalt werden Nieren- und Blasenerkrankungen begünstigt…

Je länger Heu lagert, desto wertloser wird es, deshalb sollte man kein überlagertes Heu anbieten.

Heu als Hauptnahrung?

Kriterien für gutes Heu

Am besten eignet sich ein gut duftendes (Achtung, aber keines mit künstl. Duftstoffen!), grünes, kräuterreiches und sehr trockenes Heu, das gerne gefressen wird.

Erster oder zweiter Schnitt?
Je nach Schnitt ist das Heu unterschiedlich in seinen Eigenschaften und Qualitäten.

Empfehlung zu den Schnitten: Am besten ist es, beide Schnitte gemischt zu verfüttern und sich am Geschmack und der Gesundheit der Tiere zu orientieren, d.h. die Kaninchen wählen selber, welchen Schnitt sie benötigen. Meistens wird der zweite Schnitt bevorzugt, bei Frost im Winter kippt die Akzeptanz dann allerdings zum ersten Schnitt. Der zweite Schnitt ist kräuter- und nährstoffreicher.

Bezugsquellen
Heu ist in jedem Zoofachgeschäft oder Baumarkt (mit Tierabteilung) in handlichen Plastik-Tüten abgepackt erhältlich(1,20-3€/kg). Bei Pferde- oder anderen Landwirten bekommt man es besonders günstig (0-10€/Ballen – entspricht 0-70 Cent/Kilo). In Internetshops kann man sich Heu vor die Türe liefern lassen: