kaninchen welpen zoohandelKaninchen sollen einziehen: Wo kaufe ich sie am besten?

Wer sich für Kaninchen als Haustiere entscheidet, denkt meist zu erst an den nächsten Zoohandel, der süße kleine Babykaninchen anbietet. Lassen Sie sich jedoch nicht vom Preis oder der Niedlichkeit der Tiere verleiten, sondern erkundigen Sie sich vorher genau, welche Tiere und welche Herkunft in Frage kommt, sonst erlebt man meist später eine böse Überraschung.

Kaninchen aus dem Tierschutz: Tierheime, Notstationen, private Pflegeplätze

58284_324486837670430_549168765_nMit Tieren aus dem Tierschutz unterstützt man nicht nur einen guten Gedanken und gibt einem bedürftigen Tier ein gutes Zuhause. Was viele Halter nicht wissen: Tierheim-Tiere sind

  • alle tierärztlich durchgecheckt,
  • geimpft,
  • gesund und
  • die Männchen kastriert.

tierheim kaninchenTierschutzvereine verfolgen das Ziel, die Tiere gut zu vermitteln und geben deshalb beispielsweise chronisch kranke Kaninchen auch nur ausdrücklich als solche ab. Chronisch kranke Kaninchen werden dann an Halter vermittelt, die bereit sind, solche Tiere intensiv zu pflegen und die entstehenden Kosten zu tragen. Ein Kaninchen-Anfänger bekommt entsprechend auch nur geeignete Tiere vermittelt.
Außerdem wird meist auf den Charakter und die Eigenheiten der Tiere geachtet. Wie verträglich ist es? Wie verhält es sich in der Gruppe? Lässt es sich streicheln? Ist es ängstlich?
Den Tierheim-Mitarbeitern ist wichtig, wo das Tier leben wird und das es sich dort 165915_361010137304183_849583883_nwohlfühlt. Deshalb werden die Halter über ihre Haltung befragt und Vor- oder Nachkontrollen beim Halter durchgeführt. Treten Probleme auf, kann Rücksprache mit dem Tierheim gehalten werden.
Tierschutzvereine verfolgen keine Gewinn-Absichten sondern verpflichten sich rein dem Wohl der Vierbeiner. Anders als der Ruf von Tierheimtieren, sind diese Tiere meist sehr dankbare, gesunde Tiere.
Siehe auch Vorurteile zu Tieren aus zweiter Hand

205727_437823852956144_1207919854_n

Trotzdem gibt es auch bei Tierschutz-Einrichtungen schwarze Schafe. Achten Sie darauf, ob darauf geachtet wird, wo die Tiere später leben werden, werden Sie beraten und informiert? Wirkt die Einrichtung gepflegt und gut organisiert? Kennen sich die Mitarbeiter mit Kaninchen aus? Vertrauen Sie auch Ihrem Bauchgefühl und fragen Sie im Zweifelsfall nach.

Kaninchen aus dem Handel: Kleintiermarkt, Baumarkt und Zoohandlung

DSC_1221 KopieKeinesfalls sollten Kleintiere auf einem Kleintiermarkt, im Baumarkt oder in einer Tierhandlung erworben werden. Diese Tiere kommen aus Massenzuchten, werden produziert um Profit zu machen, zu früh von ihrer Mutter getrennt, nicht tierärztlich versorgt und ohne Beratung verkauft.
Tiere mit solch einer Herkunft sind wie Wühltischwelpen aus dem illegalen Welpenhandel oft krank, verstört, nicht sozialisiert und mit dem Kauf unterstützen Sie ein skrupelloses Geschäft.

illegaler kaninchenhandel Kopie

Herkunft:

  • kaninchenzoohandlungzucSchlechte Haltungsbedingungen (kleine Buchten in denen die Babys niemals rennen oder Haken schlagen konnten, kein Freilauf, schlechte Pflege…)
  • Keine tierärztliche Versorgung – kranke Tiere werden getötet oder verfüttert (50€ Tierarztkosten für ein Kaninchen das nur 20€ Gewinn bringt?)
  • Die Mütter sind reine Geburtsmaschinen, die Väter leben lebenslang in Einzelhaltung
  • Massenzuchten, das einzelne Tier zählt nicht, nur der Gewinn zählt
  • Mehrere Rassen und Tierarten werden von
    einem Züchter gezüchtet
  • Der Züchter kennt sich nicht mit Zuchtmethoden und Erbkrankheiten aus, es entstehen Erbfehler bei den Nachzuchten
  • Die Babys werden viel zu früh von ihrer Mutter getrennt und dadurch weder sozialisiert, noch entwickeln sie ein gesundes Immunsystem durch die Muttermilch.kaninchenkinder-deutschland

Verkauf (Zoohandlung, Baumarkt, Kleintiermarkt):

  • kleintiermarkt-kaninchen-qual Die Tiere müssen erst in die Zoohandlung und dann zum neuen Halter umziehen, dadurch ist das Immunsystem zu früh mit vielen neuen Keimen in Kontakt gekommen und manche Tiere entwickeln eine chronische Immunschwäche.
  • KleintiermarktDie Herkunft ist nicht ersichtlich, es wird keine Auskunft über die Adresse des Züchters gegeben und wenn doch, findet man dort schlimme Zustände vor.
  • Die Kaninchen bekommen meist hauptsächlich Trockenfutter/Pellets und Heu, kaum oder gar kein Grünfutter adoptieren(Mangelernährung in der Entwicklung > Folge-Erkrankungen)
  • Keine kompetente Beratung, die Tiere werden auch in Käfighaltung mit Trockenfutter abgegeben. Die Halter, die sich dort beraten lassen, vertrauen dem Personal, sie und die Tiere müssen später mit den Folgen der falschen Haltung und Ernährung kämpfen.
  • Falsche Geschlechtertrennung: Auch wenn an den Gehegen die Geschlechter dran stehen, sitzen oft Männchen bei den Weibchen und umgekehrt.
  • Lebenwesen werden zur Ware
  • Es werden Tiere spontan gekauft weil sie süß sind und landen in katastrophalen Haltungen.
  • Kranke Tiere werden in den Hinterraum gestellt um sie sterben zu lassen oder an den Züchter zurück gegeben, der sie entsorgt (50€ Tierarztkosten für 30€ Kaninchen?), teils werden kranke Tiere auch als gesund verkauft
  • Oft sind die Tiere nicht genug vom Verkaufsraum abgeschirmt, haben kaum oder keine Unterschlüpfe, sind nicht richtig versorgt und können sich nicht zurück ziehen (besonders auf Kleintiermärkten).

Bei Ihnen zu Hause:

  • kleintiermarkt-kaninchenDie Kaninchen sind oft schon trächtig (gedeckt durch den Bruder – Inzucht und/oder es entstehen Erbfehler bei den Nachkommen), die Mütter werden durch die frühe Trächtigkeit in ihrer Entwicklung gestört und versterben teils bei der Geburt.
  • Viele Tiere sind krank (Kokzidien usw. haben fast alle dieser Tiere), viele geschwächt, einige sterben, andere schaffen es durch intensive tierärztliche Behandlung zu überleben. Nur wenige sind gesund. Es ist ein Drama, wenn das süße Tierbaby plötzlich totkrank ist.
  • Die Halter kämpfen durch die falsche Beratung mit Krankheiten, Verletzungen und Tod (z.B. zwei unkastrierte Rammler, die sich mit 8 Monaten plötzlich schwer verletzen oder töten, ein Kaninchen das an einer Magenüberladung durch falsches Futter stirbt, …)
  • Die Tiere sind schlecht verträglich (durch die schlechte Sozialisierung)
  • Manche Tiere haben lebenslang ein schlechtes Immunsystem und erkranken an sehr vielen Krankheiten.
  • Bei Problemen sind die Halter auf sich alleine gestellt, der Zoohandel interessiert sich nicht für die Tiere, nimmt sie nicht zurück, berät nicht bei Problemen.

kleintiermarkt ware tier
Foto: Anna Hajaky
http://annahajakygeisler.wordpress.com/

Blume (aus einem Baumarkt gekauft) wurde nur 1 Jahr alt, dann trat ihre Erbkrankheit (Megacolon) immer stärker auf und sie musste schlussendlich erlöst werden (das rechte Kaninchen ist im selben Alter wie sie):
megacolon

Kaninchen Fluffy vom Kleintiermarkt hatte eine Erbkrankheit am Auge (Rollied), dadurch reiben die Wimpern dauerhaft ins Auge und zerstören es stark. Durch eine Operation (Rollied wird nach oben geklappt) ist es möglich, die Schmerzen zu nehmen und das Auge abheilen zu lassen. Diese OP haben wir machen lassen. Bei einer guten Zucht wäre dies Fluffy erspart geblieben. Im Alter von wenigen Wochen krampfte er plötzlich sehr stark und verstarb am frühen Morgen nach einer Nacht stationärer Aufnahme beim Tierarzt. Diese Krampfanfälle sind ebenfalls erblich bedingt, die „angeborene Krampflähme“ tritt meist zwischen der 6. und 8. Lebenswoche auf und ist auf einen erblichen Defekt im Klein- und Stammhirn zurück zu führen.
rollied rollied-kaninchen

kaninchen-verwahrlost-zoohandelMaxi ist ein Beispiel für das Leid der vielen Kinderzimmerkaninchen.

Leider werden immer noch Kaninchen in großer Menge einzeln in kleine Käfige abgegeben und werden sogar als „kindertauglich“ angepriesen (Zoohandlungen, Kleintiermärkte, Baumärkte…). Dabei werden die Bedürfnisse der Tiere meistens nicht im geringsten erfüllt und nach kurzer Zeit sind die Tiere langweilig geworden.

Abgestellt in einer Ecke des Zimmers, ab und zu mal das Trockenfutter auffüllen und die grün gewordene Trinkflasche austauschen. Wenn die Freunde zu Besuch kommen wird das Tier vielleicht noch ein wenig von denen unter Panik umher geschleppt! So vegetieren die Kaninchen dahin.

Ein Leben im Gefängnis ohne Ansprache, ohne Bewegung, ohne artgerechte Ernährung ohne die liebevolle Zuneigung eines Partners!
Kein Lebewesen verdient so etwas! Deshalb klärt auf und informiert euch über die Grundbedürfnisse der Tiere!
Maxi durfte nie den Herzschlag einer Partnerin kennenlernen, nie wissen wie es ist zu springen ohne nach einem Satz am Käfigende zu sein. Er durfte nie buddeln oder fröhlich sein. Er durfte nur für kurze Zeit Spielzeug sein!

Maxi durfte NIE Kaninchen sein!!!
Nach 11 Jahren in der Hölle konnte ich ihm nur noch helfen indem er erlöst wurde!

kaninchen kreislauf zoohandel

 Kaninchen vom Züchter

Wer sich für ein Kaninchen vom Züchter entscheidet sollte wissen, dass es sehr viele schwarze Schafe unter den Kaninchenzüchtern gibt. Es ist schwierig einen kompetenten, vertrauenswürdigen Züchter zu finden, der die Tiere gesund züchtet und groß zieht.
Folgende Kriterien helfen Ihnen dabei:

  • Der Züchter zeigt Ihnen die komplette Zucht-Anlage und nicht nur den einen Wurf.
  • Die Mutter sieht gesund aus und wird Ihnen gezeigt.
  • Die Kaninchen leben alle in großen Gehegen und nicht in kleinen Ställen/Käfigen, die Gehege sind sauber, abwechslungsreich gestaltet und groß genug (die Kaninchen konnten sich dadurch gesund entwickeln und vieles schon kennen lernen, dadurch sind sie später gesünder und weniger ängstlich)
  • Die Babys wachsen in Gruppen mit mehreren adulten Kaninchen auf und nicht nur mit der Mutter (dadurch werden sie sehr gut sozialisiert und sind sozialverträglich)
  • Die männlichen Kaninchen werden (früh)kastriert abgegeben (so beugt der Züchter vor, dass mit den Tieren vermehrt wird).
  • Die Zuchtrammler leben nicht alleine sondern mit einem kastr. Rammler oder einem kastr. Weibchen in einem großen Gehege.
  • Alle Wurfgeschwister und die anderen Kaninchen sehen gesund und gepflegt aus.
  • Alle gesunden Kaninchen wurden geimpft.
  • Die Babys werden frühestens mit 12 Wochen abgeben, so dass sie ein gutes Immunsystem entwickeln konnten, sehr gut sozialisiert wurden und lange genug die Mutter und die Wurfgeschwister um sich hatten. Der Züchter erklärt Ihnen, warum die Abgabe vor der 12. Woche nicht artgerecht ist.
  • Die Kaninchen werden mit viel Frischfutter, Heu und Strukturfutter gefüttert und nicht mit Pellets oder handelsüblichen Kaninchenfutter. Der Züchter berät Sie, welches Futter für Kaninchen geeignet ist und warum.
  • Der Züchter kennt sich mit Zuchtmethoden (z.B. Linienzucht) aus und hat sich eingehend damit beschäftigt, welche Erbkrankheiten es beim Kaninchen gibt und wie er diese ausschließen kann (z.B. Letalfaktor, Maxfaktor, Megacolon-Syndrom…)
  • Der Züchter züchtet nur eine oder sehr wenige Rassen. Züchter von mehreren Rassen (oder allen Rassen, die gerade in sind) oder Züchter, die ständig die Rasse wechseln, sind nicht seriös.
  • Der Züchter interessiert sich für Ihre Haltung, möchte Fotos sehen und die Haltung anschauen (Vor- oder Nachkontrolle). Ist die Haltung nicht artgerecht, gibt er seine Tiere nicht ab.
  • Der Züchter drängt seine Tiere nicht auf sondern weißt sie auch auf rassetypische Probleme hin und möchte genau wissen, ob das Tier auch wirklich gut bei Ihnen aufgehoben ist.
  • Sie können ihr ausgesuchtes Jungtier auch vor der Abgabe besuchen und kennen lernen.
  • Der Züchter schließt einen Schutzvertrag zum Wohle des Kaninchens mit Ihnen ab.
  • Die Kaninchen werden nur mit Stammbaum abgegeben und die Abstammung der Elterntiere ist bekannt.
  • Der Züchter zieht nur wenige Würfe groß und produziert keine Massen.
  • Sie werden zur Vergesellschaftung beraten.
  • Der Züchter steht bei Problemen und Fragen jeder Zeit auch nach dem Verkauf für Rückfragen bereit.
  • Der Züchter nimmt die Tiere jeder Zeit zurück, wenn sie diese irgendwann abgeben sollten.

Kaufen Sie Kaninchen nur bei einem Züchter, der diese Kriterien erfüllt und sehr auf das Wohl der Tiere bedacht ist. Lassen Sie sich auf keine Ausreden oder Kompromisse ein. Denn ein guter Kaninchen-Interessent sagt auch mal nein, wenn es nicht passt.

6398_415321905206339_873218312_nAber auch ein guter Züchter hat einen großen Nachteil! Es gibt momentan einen großen Kaninchenüberschuss in Deutschland. Zu viele Kaninchen und zu wenige Halter mit guter Haltung. Deshalb ist es eigentlich unverantwortlich, bei der momentanen Lage, weitere Tiere in die Welt zu setzen. Denn: Ein guter Züchter produziert nur dann Nachwuchs, wenn gute Plätze für die Nachkommen gesichert sind. Deshalb: Geben Sie erst den Tieren ein Zuhause, die schon da sind und unterstützen Sie so lange nicht, dass neue Tiere nach produziert werden.

Kaninchen von Privatabgaben

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Kaninchen abgegeben werden. Je nach Hintergrund sollten Sie genau hinschauen und erst dann entscheiden, ob Sie diese Tiere aufnehmen.

1209pxbradygnathiasuper (1)Jungtiere aus Vermehrungen/ Kinderzimmernachwuchs

Viele Halter wünschen sich „einmal Nachwuchs“ oder produzieren regelmäßig Nachwuchs. Lassen Sie die Finger von solchen Tieren, sie leiden oft unter Erberkrankngen und sie unterstützen damit die unkontrollierte Vermehrung von Kaninchen, teils auch Animal Hoarding im Anfangsstadium und schlechte Aufzuchtsbedingungen. Kaninchenzucht gehört in kompetente, erfahrene Züchterhände.

Abgabetiere durch persönliche Umstände oder weil mit der Kaninchenhaltung aufgehört wird

Sehr viele Kaninchen werden aus den unterschiedlichsten Gründen heraus abgegeben. Diese Tiere suchen händeringend ein gutes, neues Zuhause. Teils sind es Tiere die schlimm gehalten und schlecht gepflegt wurden (z.B. weil das Interesse der Kinder verloren ging oder Kaninchen doch nicht die richtigen Tiere waren), teils wiederum sehr gepflegte Tiere, die geliebt und bestens versorgt wurden (z.B. weil das Partnerkaninchen gestorben ist und das verbliebene nicht alleine bleiben soll oder weil persönliche Umstände die Abgabe erfordern).
Tiere die aus guter Haltung kommen und gepflegt und gesund sind, erkennen Sie daran, dass der Halter sich für die zukünftige Haltung interessiert, einen Schutzvertrag abschließt und das neue Zuhause anschaut. Zudem wird er Ihnen genau von seinem geliebten Tier erzählen und Sie kennen lernen wollen. Diese Tiere können Sie meist bedenkenlos übernehmen.
Tiere aus schlechter Haltung, die öfters auch krank und ungepflegt sind, werden oft verschenkt oder ohne Interesse an der neuen Haltung verkauft. Oft ist dem Tier und seiner Umgebung schon der Pflegezustand anzusehen. Diese Tiere werden meist auch schlecht gehalten. Bedenken Sie vor der Übernahme: Anders als Tiere aus dem Tierheim (die tierärztlich untersucht sind), sind diese Tiere oft krank und müssen erst gesund gepflegt werden, meist fällt auch die Kastration und Impfung an. Nehmen Sie diese Tiere nur auf, wenn Sie sich dessen bewusst sind und bereit, die Tiere entsprechend zu versorgen. Diese Tiere werden es Ihnen aber auf jeden Fall danken und es ist als Halter sehr schön zu sehen, wenn die Kaninchen aufblühen und glücklich werden.

adoptiert kaninchen

adotpiert

6 Antworten zu “Kaninchen kaufen”

  1. trudie sagt:

    Wir hatten schon viele Ninchen aus unterschiedlichen Tiergeschäften mit denen wir keine Probleme gehabt haben, jedoch hatten wir auch Tiere die sich ständig gebissen haben, sich nur schwer vergesellschaften lassen haben oder nach nur einem Jahr an schlimmen Krankheiten erkrankt sind. Mit Tierheimtieren haben wir diese Erfahrung nie gemacht!

  2. Geörg sagt:

    Hallo,
    sicherlich lassen sich auf diesen Seiten einige gute Infos für Kaninchenhalter finden. Insgesamt ist vieles einseitig und polemisch dargestellt, was die Sache unterm Strich dann wieder unsachlich macht.
    Z.B. Kaninchen niemals hochnehmen … Seit ich klein bin, hatten wir Kaninchen, die wir als Kinder natürlich hochgenommen und herumgetragen haben. Alle unsere Kaninchen waren völlig zahm, keines hat gebissen, geknurrt oder ist weggelaufen. Und es waren garantiert nicht alles Ausnahmen.
    Wie stellen Sie sich denn vor, sollen die Kaninchen aus dem Stall in den Auslauf kommen, wenn nicht getragen? Nicht jeder hat einen Stall mit anschließendem Auslauf. Was soll ich bitteschön mit meinen Kaninchen im Winter machen? Im Matsch und Regen auf der Wiese hoppeln lassen (Dann muss ich sie hochnehmen, wenn ich wegen akuter Lungenentzündung zum Tierarzt fahre. Oder soll ich den kommen lassen?)? Oder vielleicht doch lieber nehmen und ins Haus tragen und dort hoppeln lassen?

    Zum Thema Anschaffung: Ich habe mehrfach Tiere aus unterschiedlichen Tierheimen gehabt (Hund/Katze) und damit nicht unbedingt gute Erfahrung. Da Sie so aggressiv und z.T. unsachlich über Kaninchen vom Züchter/Zoohandel schimpfen: meine Kaninchen kommen vom Züchter, er ist Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins, hat seine Kaninchen geimpft und man kann seinen Stall besuchen (kleine Hobbyzucht). Eine Freundin von mir arbeitet im Zoohandel. Dort werden nur Tiere von ausgesuchten Züchtern verkauft, bei denen man weiß, woher die Tiere kommen. Im Übrigen: woher weiß ich denn, wo mein Kaninchen aus dem Tierheim ursprünglich herkommt? Kann genauso aus Massentierhaltung kommen und dann beißt sich die Katze ja wohl in den Schwanz.

    Mehr Sachlichkeit und Realitätssinn wären hilfreich! Vielleicht sollten Sie den Inhalt Ihrer Seiten einmal durchgehen und überdenken.

    Mit freundlichen Grüßen

    Annette Geörg

    • Hallo Annette Geörg,

      Thema „hoch heben“:

      wir schreiben nicht, dass man Kaninchen „niemals hochnehmen“ sollte. Ganz im Gegenteil, wir erklären sogar die richtigen Griffe um Kaninchen hoch zu nehmen, wenn es mal nötig sein sollte (Tierarzt, Gesundheitscheck, kranke Tiere…): http://www.kaninchenwiese.de/allgemeines/kaninchen-handling/
      Im Zusammenhang mit dem Zähmen von Kaninchen empfehlen wir allerdings, die Tiere nicht hoch zu heben, wenn sie dem Menschen noch nicht vertrauen. Wir schreiben deshalb z.B.
      „Wenn die Kaninchen schon sehr zahm sind und Vertrauen gefasst haben (sich streicheln lassen, nicht weg laufen usw.), ist es oft möglich das Hochheben zu üben und sie daran zu gewöhnen. Zu erst sollte jedoch das Vertrauen vorhanden sein.“
      Wir behalten bei uns sehr oft gerade die Kaninchen, die extrem scheu sind und sich nicht einmal zeigen, wenn man weit entfernt sie anschauen möchte. Diese Tiere haben kaum Vermittlungschancen und ziehen oft bei uns ein. Wir lassen die Tiere einfach in Ruhe, füttern und sprechen mit ihnen, dadurch werden sie mit der Zeit sehr zahm, lassen sich intensiv streicheln und hören sogar auf ihren Namen indem sie quer durch den Garten auf Zuruf angehoppelt kommen. Natürlich gibt es auch Kaninchen, die „trotz Hochheben“ zahm werden, aber bei vielen Kaninchen klappt das nicht und ein nicht-zahmes Tier anzuheben und festzuhalten ist mit großem Stress verbunden und fördert nicht unbedingt das Vertrauen. Das würde man ja auch nicht bei einem Mensch machen, der Angst vor uns hat. 😉

      Vom Stall in den Auslauf kommen:
      Ein Kaninchen in einem Stall zu halten, ist einfach nicht tiergerecht, auch wenn es viel praktiziert wird. Egal wie „schön man es redet“. Kaninchen sind auch nachts aktiv und schlafen nicht durch. Das unterscheidet sie von anderen Tierarten wie z.B. Vögeln oder dem Menschen. Sie in einer Aktivitätsphase in einem „Schrank einzusperren“ können wir deshalb nicht empfehlen. Wir empfehlen grundsätzlich einen Freilauf anzuschließen: http://www.kaninchenwiese.de/haltung/aussenhaltung/
      Bei Kaninchen ist diese Haltungsform traditionell verankert, aber das macht es nicht besser. Wenn es „normal“ wäre, Katzen in solcheStälle zu sperren, wären die Katzen trotzdem nicht glücklich mit dieser Haltung. Ein Tier ist auf den Halter angewiesen, es kann nicht selbst entscheiden, wie es leben möchte.
      Davon unabhängig kann man mit flexiblen Auslauf-Elementen den Auslauf direkt an den Stall anschließen (bzw. an das Gehege).

      Auslauf bei Regen/Schnee…
      Kaninchen sind nicht wetterempfindlich (mit Ausnahme von Hitze). Man kann sie bei jedem Wetter raus lassen, wenn sie jeder Zeit die Schutzhütte und einen überdachten Bereich aufsuchen können. Sie suchen ihn bei Bedarf selbst auf. Das ist wie bei Katzen, die auch selbständig sich unterstellen oder rein gehen, wenn es zu nass/kalt ist. Artgerechte Außenhaltung im Winter: http://www.kaninchenwiese.de/haltung/aussenhaltung/kaninchen-ueberwintern/
      Hätten Sie unsere Seite wirklich gelesen, so würden Sie wissen, dass wir ausdrücklich schreiben, dass das Hochheben kranker Tiere nötig ist, z.B. um sie zu untersuchen oder zum Tierarzt zu bringen.

      Zum Thema Kauf/Herkunft
      Haben Sie die Seite ganz gelesen oder nur angelesen? Es wirkt, als wären die Infos nicht so ganz angekommen. „Ausgesuchte“ Züchter sind lustig, es gibt recht viele Hintergrundrecherchen zu diesem Thema, z.B. diese hier: https://www.youtube.com/watch?v=idhZ6auSREI
      Ich habe selbst schon die „ausgesuchten Züchter“ angeschaut, die ihre Tiere an Zoohandlungen abgeben. Leider habe ich keinen einzigen gefunden, der die Tiere richtig ordentlich züchtet. Nur weil ein Züchter beim Zuchtverein Vorsitzender ist, ist er nicht gleich ein guter Züchter. Kriterien für gute Züchter finden Sie auf der Seite.

      Natürlich können Tiere aus dem Tierheim auch von schlechten Züchtern kommen. Der große Unterschied ist aber, dass ich nicht direkt dort kaufe, also die Zucht/Weiterzucht nicht unterstütze sondern Tieren, die schon da sind, ein Zuhause gebe. Zudem werden diese Tiere gesundheitlich ganz anders durchgecheckt und behandelt als beim Züchter. Man kann sie jeder Zeit zurück geben und es geht darum, für das Tier ein gutes Zuhause zu finden, nicht darum, Tiere zu verkaufen.

      Ich habe früher ganz ähnlich gedacht, aber wenn man sich mal wirklich mit dem Thema beschäftigt und dabei auch recherchiert, ändert man schnell seine Meinung dazu… Leider ist das ganze nur wenigen bewusst.

      Viele Grüße
      Viola

  3. Ich habe meine beiden Hoppler damals im (aus Unkenntnis) im Baumarkt gekauft und bin sehr froh darüber.Trotzdem würde ich es heute nicht mehr machen,weil ich mittlerweise gelernt habe, das ich dadurch Massenzucht unterstütze.Erst in Nachhinein habe ich erfahren das,dass was mir da erzählt wurde absoluter Blödsinn war. Käfiggröße,Futter,Pflege,alles falsch erklärt.Zum Glück bin ich nach kurzer Zeit auf eure Seite gestossen und konnte mich umfassend informieren.Dank eurer Hilfe habe ich 2 glückliche Kaninchen, die nicht eingesperrt werden,täglich frisches Futter und Wasser aus dem Napf bekommen.Auch einen guten TA habe ich gefunden, der mir mit Rat und Tat zur Seite steht.Ich bin täglich mindestens einmal auf eurer Seite um immer weiter zu lernen, um meinen Fellnasen ein glückliches, langes Leben zu bieten.Ich liebe die beiden sehr und deshalb bin ich froh, das ich sie vor 1,5 Jahren aus dem Baumarkt geholt habe.Auch wenn heute keine Tiere mehr dort kaufen würde.

  4. Lissy sagt:

    Will mir auch Hasen anschaffen aber ich finde KEINEN großen schönen neuen Stall was soll ich machen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.