gemüse-kaninchenKaninchen, die nicht viele Kräuter und Wiesenpflanzen bekommen, sind auf die Gemüsefütterung angewiesen. Sie sollten möglichst abwechslungsreich und viel Gemüse bekommen, ein „zu viel“ gibt es nicht. Der Schwerpunkt muss auf Grünfutter (Blattgemüse, Gemüsegrün usw.) gelegt werden.

Im Winter oder wenn man nicht die Möglichkeit hat, Grünfutter von der Wiese zu verfüttern, bietet sich Gemüse als Futtermittel an. Es wird gerne gefressen, ist nährstoffreich und versorgt die Tiere mit Vitaminen und Flüssigkeit. Haben die Kaninchen Gras und Kräuter rund um die Uhr zur Verfügung, so kann man Gemüse vom Futterplan streichen oder einschränken.

Welches Gemüse darf man überhaupt anbieten? Gemüseliste für Kaninchen

Am besten geeignet ist Blattgemüse, da es der natürlichen Ernährung von Kaninchen am nächsten kommt. Deshalb sollte man hauptsächlich Salate, Kohl, Karottengrün und andere blattreiche Gemüsebestandteile verfüttern.

Blattgemüse allgemein: Alle Arten von Salat (siehe Salate), Blätter vieler Kohlsorten (siehe Kohlgemüse), Karottengrün, Stangensellerie, Spinat, Radieschengrün, Fenchelgrün, Mangold, Rote-Beete-Grün, Rettichgrün, Selleriegrün…

Kohlgemüse ist auch sehr blattreich und gut geeignet. Kohl sollte immer langsam angefüttert werden, dann wird er problemlos vertragen.

Blattgemüse Kohlgemüse: Kohlrabi, Brokkoli, Blumenkohl, Chinakohl, Grünkohl, Romanesko, Rotkohl, Wirsing, Weißkohl, Rosenkohl, Spitzkohl, Markstammkohl, Palmkohl, Pak Choi…

Salat ist auch ein Blattgemüse und sollte auf dem Speiseplan großzügig vorhanden sein.

Blattgemüse Salat: Kopfsalat, Chicorée, Endivie, Rucola, Eisbergsalat, Lollo Rosso, Eichblattsalat, Römersalat, Radicchio, Feldsalat, Zuckerhut…

Ergänzend sollten weitere Gemüsesorten angeboten werden, im Wesentlichen Wurzel- und Knollengemüse.

Wurzel-/Knollengemüse: Karotten, Pastinaken, Rote Bete, Petersilienwurz, Knollensellerie, Kohlrabi, Steckrübe (Kohlrübe), Radieschen, Topinambur, Futter- oder Zuckerrüben, Fenchel…

Andere Gemüsesorten sind für die Kaninchenfütterung unbedeutend.

Andere Gemüsesorten: Gurke, Tomate, Kürbis, Zucchini, Paprika…

Was ist bei der Gemüsefütterung zu beachten?
kaninchen-gemüseGemüse sollte immer frisch und niemals schimmelig, verfault oder welk angeboten werden – um Verdauungsproblemen vorzubeugen. Gefrorenes und gekochtes Gemüse ist ebenfalls ungeeignet.
Es ist wichtig, auf eine große Vielfalt wert zu legen, denn dann werden mehr Gemüsesorten vertragen. Eine gute Mischung ist gesünder und verträglicher als eine große Menge von einem einzigem Gemüse. Besonders viel sollten Gemüsesorten mit Bitterstoffen (Endivie, Chocoree etc.) verfüttert werden.
Um Allergien frühzeitig festzustellen ist es ratsam, das Gemüse langsam anzufüttern.
Für die Futter-Umstellung auf Gemüse bieten sich gut verträgliche Sorten an. Am besten
beginnt man mit Fenchel, dann mit Karotte und anschließend ganz langsam mit weiteren
Gemüsesorten. Erst ganz am Schluss nach der Umstellung sollte Kohl angefüttert und
ausprobiert werden.
Gemüse in Bio-Qualität, aus eigenem Anbau oder regionales Gemüse ist vorzuziehen, da es weniger mit Schadstoffen belastet ist.
Durch das Waschen vom Gemüse kann man zumindest einen Teil der Pestizide und
Spritzmittel entfernen. Bitte nur mit kalten Wasser, nicht heiß abwaschen.
Es ist empfehlenswert, ca. fünf Gemüsesorten täglich zu verfüttern und weitere 10-30 abwechselnd dazu zu kombinieren, so dass man am Tag mindestens sieben Gemüsesorten füttert. So ist die Portion auf der einen Seite abwechslungsreich, auf der anderen Seite kann sich aber die Verdauung gut auf die Futtermittel einstellen.

Ist Gemüse unnatürlich?
Wildkaninchen sind Kulturfolger und plündern reichlich Gemüsegärten und -felder. Gemüse ist nicht unbedeutend in ihrer Nahrung.

Ist denn Gemüse auch den Wiesenkräutern ähnlich und als Ersatz geeignet?
Viele Gemüsesorten sind sehr eng mit Wiesenkräutern verwandt. Endivie und Chicorée stammen von der Gemeinen Wegwarte ab, unsere Karotte/Möhre ist eng mit der Wilden Möhre verwandt, die von Wildkaninchen sehr gerne verputzt wird und die Steckrübe steht in enger Verwandtschaft zum Raps. Chinakohl, Mairübe und viele mehr stehen systematisch sehr nah an den Rübsen, die ein Wildkraut darstellen. Die Urform der normalen Gartensalate ist der auch bei uns weit verbreitete Wilde Zaunlattich, die kultivierten Kohlsorten sind in der Zusammensetzung dem Wildkohl sehr ähnlich, der von Wildkaninchen in Massen verspeißt wird. Macht es einen großen Unterschied, ob das Kaninchen Löwenzahn vom Feld oder Speise-Löwenzahn frisst? Durch die Züchtung des Gemüses wurde jedoch meistens der Anteil an Pflanzenfasern und sekundären Pflanzenstoffen reduziert. Deshalb ist Gemüse auch nicht als alleiniger Ersatz für Wiesenkräuter geeignet.
Die Mischung macht´s: Idealerweise bietet man seinen Kaninchen rund um die Uhr abwechslungsreiches Grünfutter (Blattgemüse, Gemüse-Grün usw.), Heu, Zweige und Kräuter an – sie fressen in den richtigen Mengenverhältnissen von allem etwas.

14 Antworten zu “Gemüse”

  1. Inga sagt:

    Hallo,
    meine Karnickelchen fressen sehr ungern Chicoree, Gurke, Zucchini, Paprika, Kürbisstückchen, Pastin. u.ä.. Und das schon von Anfang an seit ich sie in der Zoohandlung gekauft habe. Grünzeug ja, aber manches Blattgemüse ungern. Oft finde ich es versteckt unterm Stroh beim saubermachen wieder. Soll ich es trotzdem konsequent weiter geben? Da meine Tiere draussen leben, habe ich ihnen im Winter zum Trinken lauwarmen dünnen Fenchel- / Kamillentee gegeben. Sie sehen prächtig aus und sind agil, also war das mit dem Tee gar nicht so verkehrt. Leider habe ich feststellen müssen, das einfaches Wasser ihnen nun nicht mehr ansteht. Der Tee wird getrunken, das Wasser bleibt zur Hälfte drin wenn ich es im Wechsel anbiete. Kann es ihnen schaden, wenn ich bei Tee bleibe?

    Vielen Danke schon im Voraus für eure Antwort!
    VG Inga

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