kaninchen-kinderEin Kaninchen für mein Kind?

Das Kaninchen hat in weiten Teilen der Gesellschaft den Ruf des pflegeleichten und günstigen „Kindertieres“, denn für Kinder soll es gesund sein mit Tieren aufzuwachsen und so „spielerisch“ Verantwortung für ein Mitlebewesen zu lernen.

Foto: Viele Kinder träumen von einem Kaninchen als „Kuscheltier“. Ist das Kaninchen eingezogen, so wird schnell klar, dass dieses scheuen Tiere dafür nicht geeignet sind. Alexandra H., Pixelio.de,

Ab welchem Alter kann ein Kind die Verantwortung für Kaninchen übernehmen?

Auch wenn das Kind mal keine Lust hat, braucht das Tier Futter und eine saubere Umgebung. Und gerade deshalb muss die Verantwortung für die Tiere immer bei einem Erwachsenen liegen. Der Verkauf von Kaninchen ist an Kinder nicht gestattet, in so fern trägt der Erwachsene, der die Tiere erwirbt, immer die volle Verantwortung dafür, dass diese Tiere richtig gepflegt, artgerecht ernährt und untergebracht werden. Wenn das Kind sich „nicht richtig kümmert“ muss der Erwachsene (meist die Eltern) das Kind im Umgang mit dem Kaninchen unterstützen. Und wenn es trotzdem nicht klappt, muss der Erwachsene die Arbeit übernehmen (Gehege sauber machen, die Gesundheit kontrollieren, Auslauf gewährleisten, Futter beschaffen, füttern…).

Manche Kinder erledigen schon in jüngeren Jahren alle Arbeiten selbständig die mit den Kaninchen zu tun haben und brauchen nur wenig Unterstützung, die meisten Kinder jedoch verlieren nach kurzer Zeit die Lust an den sehnlichgewünschten Tieren, so dass die Eltern die restlichen Jahre (Kaninchen können durchaus 10 bis 12 Jahre leben) sich für die Kaninchen begeistern müssen. Deshalb ist eine Entscheidung für Kaninchen immer eine Familientscheidung! Wenn die Eltern auch gerne Kaninchen halten möchten und auch wenn das Kind das Interesse verliert weiter gerne die tägliche Arbeit übernehmen und sich an ihnen erfreuen, kann die Entscheidung für Kaninchen zusammen mit dem Kind getroffen werden. Eine Anschaffung rein „für das Kind“ ist hingegen meist der falsche Weg, denn Kinder verlieren sehr schnell das Interesse.

Sehr verantwortungsvolle Kinder können durchaus schon mit 11 oder 12 Jahren im Stande sein, die Kaninchen selbständig (unter den Augen der Eltern) zu pflegen, meistens ist jedoch ein höheres Alter nötig, denn in jungen Jahren verfliegt schnell das Interesse und die Kinder haben noch nicht das Durchhaltevermögen und die Disziplin um tagein tagaus über viele Jahre das Tier selbständig zu versorgen.

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Ein Kaninchen im Osternest? Keine gute Idee, denn Kaninchen sind Lebewesen
und kein Spielzeug. Die Anschaffung sollte gründlich überlegt werden und außerhalb der trubeligen Feierlichkeiten von Statten gehen. Harry Hautum, Pixelio.de

Was passiert mit den Kaninchen wenn das Kind auszieht?

Beachtet sollte außerdem werden, dass ein Kaninchen ein recht hohes Alter erreicht. Deshalb kann es oft geschickt sein, ältere Kaninchen aufzunehmen. Denn was passiert mit den Kaninchen wenn das Kind oder der Jugendliche älter wird und irgendwann auszieht? Nimmt der junge Erwachsene es dann mit in die erste Wohngemeinschaft oder bleibt es bei den Eltern?

Wie kann sich das Kind mit dem Kaninchen beschäftigen?

unnamed (5)Es wird oft vergessen, dass Kinder gerne ein Tier zum „kuscheln, lieb haben, streicheln und drücken“ möchten. Kaninchen brauchen viel Zeit und Geduld um Vertrauen zu fassen. Erst dann lassen sie sich gerne streicheln. Einmal „hochnehmen“ kann monatelange Vertrauensarbeit zu Nichte machen. Jugendliche können lernen wie die Kaninchen richtig getragen werden, für Kinder gilt ein „Hochnehm-Tabu“. Besser als Zwergkaninchen-Rassen sind Deutsche Riesen oder andere große Rassen für Kinder geeignet. Sie werden etwas zahmer, sind ruhiger und können allein vom Gewicht schon nicht hoch gehoben werden. Gar nicht so selten kommt es vor, dass Kaninchen vom Kinderarm stürzen oder plötzlich fallen gelassen werden und dabei sich Brüche zuziehen oder sterben. Auch von Kindern „tot gedrückte“ Kaninchen hat es schon gegeben.

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Es gibt einige Tiere die sich besser als Streicheltier eignen. kein kuscheltierKaninchen sind dafür einfach zu scheu, zu ängstlich und wenig zahm. Hunde und Katzen geben Signale wenn es ihnen zu viel wird oder ein Kind grob mit ihnen umgeht, so dass das Kind lernen kann, dass es jetzt zu viel war. Kaninchen ertragen meist still oder aber sie greifen an (beißen). Zudem kratzen sie sehr stark wenn sie nicht richtig hochgenommen werden. Eine Katze macht auf sich aufmerksam wenn Futterzeit ist oder sie raus möchte um den Freilauf zu genießen. Das Kaninchen meldet sich selten und verhungert im eigenen Mist ohne dass es die Umgebung bemerkt. Mit einem Hund kann man spazieren gehen, Stöckchen werfen und sie wieder herbringen lassen. Das Kaninchen agiert weniger mit dem Menschen sondern lebt in seiner eigenen Welt vor sich hin.

Junge Kinder sollten nicht unbeaufsichtigt mit dem Kaninchen gelassen werden. Zur Beschäftigung mit dem Kaninchen begibt sich das Kind am besten auf „Kaninchenhöhe“, so ist das Kaninchen keinen Gefahren ausgesetzt und kann jeder Zeit gehen.

Kaninchen sind deshalb vor allem eines:

pflegeleicht kindertiereTiere die man zwar auch mal lange alleine lassen kann, die aber meistens nicht in den engen Kontakt zum Menschen treten und Kunststückchen lernen. Kaninchen kann man wunderbar beobachten und sich ihnen vorsichtig mit viel Feingefühl annähern. Außerdem kann man ihnen sehr schön einen „Abendteuer-Spielplatz“ und eine schöne Gehegeeinrichtung aufbauen (das macht auch Kindern viel Spaß), zum kuscheln sind sie jedoch gänzlich ungeeignet. Kinder die sich ein Tier wünschen das auch eng mit ihnen kommuniziert und sich richtig kuscheln lässt, werden von Kaninchen enttäuscht sein.

Kaninchen als gewitzte Familientiere!

kaninchen-springtGesteht man Kaninchen bei der Haltung die Recht zu, die auch Hunde und Katzen gewöhnlich genießen und hält sie frei in der Wohnung oder tagsüber freilaufend im Garten, so können sie ihr gesamtes Verhaltens-Repatoir ausleben, zeigen und der gesamten Familie viel Freude und Einblicke in ihr Verhalten bereiten. Die Kinder haben so die Möglichkeit das Kaninchen als Mitlebewesen zu a wohnungshaltung kinderzimmerbegreifen, zu erleben und einen respektvollen, verantwortungsvollen Umgang mit Tieren zu erlernen. Vorausgesetzt ein Erwachsener leitet in der Anfangszeit die Kinder im Umgang mit den Kaninchen an und zeigt ihnen, was für gewitzte Individualisten unsere Hauskaninchen sind und wie man sie im Spiel mit aufgebauten Erlebniswelten erfreuen kann. Kaninchen empfinden wie wir Menschen auch alle Gefühle und Schmerz. Sie verkümmern wenn sie in einen Käfig gehalten, und leiden, wenn sie wie Spielzeug herum geschleift werden. Kaninchen brauchen viel Freiheit, sollten nicht festgehalten oder „zwangsbekuschelt“ sondern respektvoll in ihrem Willen geachtet und tagtäglich mit viel Abwechslung und Beschäftigung herausgefordert werden.