10 Dinge, die kaum jemand über Kaninchen weiß

Weißt Du sie?

Auch erfahrenen Haltern wird hier fast alles neu sein.

1. Kaninchen haben Fell im Mund

Seitlich im Mund befindet sich rechts und links beim Kaninchen eine behaarte Stelle. Diese hat einen ganz praktischen Hintergrund. Durch die Behaarung können die Kaninchen problemlos Zweige/Rinde und andere Gegenstände beknabbern ohne sich zu verletzen und sogar Dornen schmerzfrei und problemlos zerkauen und fressen.

2. Ein Kaninchen das Nest baut, ist meistens nicht scheinträchtig

Nicht nur scheinträchtige, sondern auch hitzige Weibchen bauen Nester. Bei einer Scheinträchtigkeit kommt es noch zu vielen weiteren Symptomen wie z.B. Milcheinschuss. Bei einer Hitzigkeit werden fast immer Nester gebaut, so dass viele Halter diese mit der Scheinträchtigkeit verwechseln.

3. Cortison sollte bei Kaninchen nicht verwendet werden

Auch wenn es wenig bekannt ist, sind Kaninchen eine Corticosteroid-sensitive Spezies und so anders als andere Kleinsäuger, Hunde oder Katzen deutlich empfindlicher auf die Gabe von Steroiden, also Cortison. Gerade Kaninchen, die länger Cortison bekommen haben, sterben oder leiden häufig an organischen Erkrankungen, bekommen nach der Cortison-Therapie viele verschiedene weitere Krankheiten (schlechtes Immunsystem) und oft sind später auftretende Erkrankungen nur sehr schlecht zu therapieren, da kaum ein Mittel anschlägt (schlechtes Immunsystem). Aber auch die einmalige Gabe (z.B. Augentropfen, Surolan…) richtet bei den meisten Tieren erheblichen Schaden an. Obwohl es viele Studien dazu gibt, sind die meisten Tierärzte nicht darüber informiert. Mehr Infos dazu

4. Kaninchen in Innenhaltung können auch im Winter an Außenhaltung gewöhnt werden

Natürlich ist es nicht möglich, ein innen lebendes Kaninchen (20 Grad Wohnzimmertemperatur) bei -30 Grad plötzlich nach draußen zu setzen! Wichtig ist, dass das Kaninchen langsam an diese Temperaturen gewöhnt wird. Das ist aber nicht nur im Sommer möglich sondern auch im Winter. Beispeilweise indem man das Zimmer, in dem die Kaninchen leben erst einmal weniger, dann gar nicht mehr heizt. Anschließend öffnet man tagsüber die Fenster, dann auch in milden nächten. Die Kaninchen können jetzt tagsüber auch schon nach draußen. Und Tage später können sie dann in einer milderen Periode ganz draußen bleiben, auch über Nacht.
Durch den Temperaturwechsel im Innenraum wird der Fellwechsel angeregt, so dass die Kaninchen ein Winterfell bekommen. Aber einige Innenkaninchen haben auch schon vorher, bei reiner Innenhaltung den dichteren Winterpelz. Bei diesen Tieren geht es dann nur noch um die reine, langsame Gewöhnung an andere Temperaturen.
So eine Umgewöhnung ist auch nicht anders wie die natürliche „Gewöhnung“ über den Sommer, Herbst und Winter…

5. Kaninchen können selbst eine Schwangerschaft abbrechen oder die Anzahl der Föten reduzieren

Kaninchen verfügen über die Möglichkeit, Föten zu resorbieren, also absterben und vom Körper abbauen zu lassen. Auch nach einer erfolgreichen Befruchtung können so Trächtigkeiten beendet oder die Anzahl der Föten reduziert werden. Es wird vermutet, dass die Resorption durch Stress ausgelöst bzw. begünstigt wird. Bis zur dritten Schwangerschaftswoche ist eine Resorption der Föten möglich.

6. Das Kaninchen ist das dritthäufigste Haustier in Deuschland

Gleich nach Katzen und Hunden, ist das Kaninchen das dritthäufigste Haustier in Deutschland. Somit nimmt es einen recht hohen Stellenwert ein und auch in Tierarztpraxen ist es ein häufig behandeltes Tier.

7. Kaninchen lassen sich mit einem Trick medikamentenfrei „sedieren“/beruhigen

Zwischen den Augen, auf der Stirn haben Kaninchen einen Refelxpunkt, der Vago-vagaler Reflex genannt wird. Indem man mit einem Finger für einige Minuten Druck auf das Schädeldach zwischen den beiden Augen ausübt, wird der Reflex ausgelöst. Herzfrequenz und Blutdruck werden gesenkt, die Tiere kommen zur Ruhe. So können Untersuchungen oder ein Gesundheitscheck problemloser vorgenommen werden.

8. Trächtige Kaninchen können während der Trächtigkeit erneut befruchtet werden und zwei verschieden alte Würfe gleichzeitig austragen

Das Kaninchen verfügt über zwei Gebärmutterhörner, die unabhängig von einander Früchte austragen können. Daher ist es möglich, dass ein Kaninchen während der Trächtigkeit erneut trächtig wird und so zwei unterschiedlich alte Würfe mit etwa 14 Tagen Abstand zur Welt bringt. Oft zieht dies jedoch eine schlechte Entwicklung der Föten, Fehlgeburten oder den Tod vieler Jungtiere nach sich. Beim Kaninchen kommt es nur recht selten zu einer Doppelträchtigkeit.

9. Die Zähne des Kaninchens werden nicht am Futter, sondern aneinander abgenutzt.

Jegliches Futter ist viel zu weich, um den Zahnschmelz „abnutzen“ zu können. Auch Zweige, hartes Brot oder Kauartikel nutzen nicht die Zähne ab.  Hartes Brot ist zudem allgemein gesundheitsschädlich. Tatsächlich gibt es nur sehr wenig Nahrung, die überhaupt die Zähne abnutzen kann. Dazu gehört stark kieselsäurehaltiges Futter wie z.B. Gras oder Ackerschachtelhalm, aber auch Schmutzpartikel wie beispielsweise Erde. Aber auch diese Nahrungsbestandteile nutzen nur geringfügig mehr die Zähne ab, als andere Futtermittel.
Entscheidend für den Zahnabrieb ist nicht die Härte der Nahrung, sondern die Kaudauer (wie lange wird etwas gekaut?), Kaumenge (Schmackhaftigkeit) und wie stark ein Futtermittel satt macht. Mehr Infos dazu unter Zahnabrieb.

10. Die Zitzenanzahl beim Kaninchen ist unterschiedlich.

Nicht alle Kaninchen haben gleich viele Zitzen. In der Regel hat ein Kaninchen acht oder Zehn Zitzen.

 

8 Kommentare
  1. Joost, Sabine
    Joost, Sabine says:

    In der Tat…. einiges war auch mir neu! ( Trotz vielen Lesens und Recherchierens…) Danke für die Infos! Immer wieder gerne, denn man lernt ja nie aus ;o)) Gruß Sabine Joost von der Kontaktstelle Wesermarsch für die Kaninchenrettung e.V. in 35510 Butzbach

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  2. Sonja
    Sonja says:

    Obwohl ich eine langjährige Kaninchenhaltung hinter mir haben, erfuhr ich hier noch einiges sehr interessantes. DANKE!

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