buddelnkaninchen

„Hilfe! Mein Kaninchen buddelt seine Einstreu aus der Toilette!“

Kaninchen lieben es zu buddeln, Graben ist ein Grundbedürfnis von Kaninchen. Besonders beliebt sind Sandkisten, die man auch in Wohnungshaltung anbieten kann oder in einem gepflasterten Gehege. Jedes Kaninchen sollte eine Buddelkiste oder einen Boden im Gehege haben, der sich bebuddeln lässt. Mit einer Kiste voll Kinderspielsand kann man Kaninchen davon abhalten, ihre Toiletten-Einstreu im ganzen Gehege zu verteilen. Es ist sinnvoll, auf einen hohen Rand der Buddelkiste zu achten.

Linktipp: Tipps und Ideen zur Buddelkiste

Zudem sollte das Streu der Toilette durch Holzpellets ersetzt werden (diese sind als Einstreu im Zoohandel erhältlich oder als „Heizpellets“ im Baumarkt). Über die Pellets wird eine Schicht Stroh gegeben. Holzpellets sind nicht so leicht zu bebuddeln. Wenig Holzpellets, die häufig getauscht werden, bebuddeln einige Kaninchen weniger als eine dicke Holzpelletschicht.

Auch sexuell aktive Häsinnen buddeln oft übermäßig, besonders wenn sie gerade hitzig sind. Hier finden sich Tipps um die Hitzigkeit oder Scheinträchtigkeit abzuschwächen. Eine Kastration oder ein Hormonchip (medikamentöse Kastration) behebt dieses Verhalten häufig.

Eine Toilette mit Rand verhindert das Herausbuddeln (Anti-Buddel-Toilette). Holzpellets mit Stroh obendrüber sind ideal damit weniger gebuddelt wird.

Oft buddeln Kaninchen, welche nicht artgerecht gehalten werden, besonders extrem. Besonders im Käfig wird gerne die komplette Einstreu herausgebuddelt. Das liegt daran, dass diesen Kaninchen sehr langweilig ist. Sie haben keine Möglichkeit, sich im Käfig artgerecht zu bewegen und kaum Beschäftigungsmöglichkeiten, außer dem Buddeln. Ein artgleiches Partnertier, eine große Buddelmöglichkeit und ein Gehege anstatt eines Käfigs, schaffen in diesem Fall Abhilfe.

Manche Kaninchen buddeln gezielt Toiletten aus, wenn sie die Einstreu nicht mögen oder wenn die Streu zu schmutzig ist und wieder Zeit zum Saubermache ist.

Besonders bewährt haben sich Buddel-Toiletten mit extra Rand, der nach innen reicht, so dass die Streu nicht heraus gebuddelt werden kann. Diese bieten diverse Internetshops für Kaninchen Holzinventar und Holztoiletten an.

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Eine Buddelmöglichkeit erfüllt das Grundbedürfnis nach einer Buddelmöglichkeit.

Lieber hören statt lesen?

“Hilfe meine Kaninchen graben den Garten um”

Wann sollte man die Buddellöcher verschließen? 

Die Buddellöcher müssen regelmäßig verschlossen werden, als Faustregel gilt: Gänge, die länger als euer Arm sind, so dass ihr das Ende beim Hineinfassen nicht ertaste könnt, müssen zu gemacht werden!

Warum dürfen Kaninchen nicht so tief graben?
  • Lässt man die Kaninchen zu länge Tunnel anlegen, ziehen sich kranke Tiere in diese zurück, so dass man sie nicht mehr erreicht. In der Folge mussten viele Halter schon ganze Rasenflächen umgraben, um das kranke Tier auszugraben.
  • Es kommt immer wieder zu Unfällen, weil Kaninchen in ihren Tunneln verschüttet werden! Einige Halter berichten mir, dass sie ihre Kaninchen tot bergen mussten. Besonders wenn auf den Tunneln gelaufen wird, oder es sich um Sand handelt, brechen diese leicht ein. Ist der Gang länger als der menschliche Arm, wissen die Halter nicht, wo der Tunnel verläuft und bringen ihn zum Einstürzen.
  • Auch gesunde Tiere entziehen sich so ggf. dem abendlichen Einsperren im Nachtgehege, so dass sie durch Raubtiere gefährdet werden.
  • Im Nachtgehege sollten Buddelaktivitäten komplett, oder zumindest ca. 1-2m vom Randbereich komplett untersagt werden, da so Aus- und Einbruchversuche zum Entkommen oder Raubtierangriffen führen können.
  • Trächtige Kaninchen bringen in ihren Satzröhren Jungtiere zur Welt. Da dort keine Kontrolle stattfinden kann, liegen sie so ggf. mit Totgeburten oder versterbenden Geschwisterchen im Nest und es kann nicht geholfen werden, wenn sie z.B. unzureichend versorgt werden. Trächtige Weibchen sollten eigentlich vor der Geburt gar keinen Zugang zu Naturboden bekommen!
Sonderfall: Satzröhren hitziger/scheinträchtiger Kaninchen sollten belassen werden!

Weibchen legen, wenn sie hitzig oder scheinträchtig sind, Wurfhöhlen an, verschließt man diese, wird das Weibchen die ganze Zeit neue Wurfhöhlen anlegen, bis dies gelingt oder der hormonelle Druck abfällt. Lassen Sie diese Setzröhren bestehen, die Weibchen verschließen sie sogar in der Regel von selbst, wenn sie fertig sind. Zudem wird so die Wiese geschont, denn die ständigen neuen Buddelansätze, zerstören die Grasnarbe.

Buddelprobleme im Tagfreilauf

Der Rasen im Tagfreilauf wird zur Schlammwüste?

Gerade erdige Stellen, an denen die Grasnarbe nicht intakt ist, laden zum Buddeln ein, dort kann ein Buddelschutz sinnvoll sein. Weiter unten sind viele Möglichkeiten abgebildet, wie so ein Buddelschutz aussehen kann. Bei dichter Wiese hingegen wird selten und nur mühsam gebuddelt, dann reicht es, regelmäßig ein Auge auf den Untergrund zu werfen und Buddel-Ansätze mit einer Steinplatte zu verschließen oder das Gehege umzustellen. 

Wie werden Tunnel richtig zugemacht?

Verschlossen wird am besten mit Steinen oder Steinplatten. Gitter ist auf Grund der Verletzungsgefahr ungeeignet, außer es wird mit Erde abgedeckt! Die Kaninchen können im Gitter mit den Hinterbeinen hängen bleiben und sich dabei Brüche und Verletzungen der Beine, Füße und Wirbelsäule zuziehen.

Buddeln am Zaunrand

An den Rändern besteht im Tagfreilauf grundsätzlich Ausbruchsgefahr! In sehr großen Ausläufen versuchen die Kaninchen nicht, sich an den Rändern auszubuddeln. In kleineren versetzbaren Gehegen werden hingegen oft sehr intensiv Ausbruchsversuche umgesetzt. Am besten sind dann buddelsichere Ränder geeignet, die die Aktivitäten am Zaun eindämmen. Sollte eine Satzröhre am Zaun angelegt werden (sehr steil abwärts verlaufend während der Hitzigkeit/Scheinträchtigkeit der Häsin), kann man sie in die Mitte des Geheges verlegen indem man den Zaun versetzt, so muss sie nicht verschlossen werden (siehe weiter oben).

Buddelschutz im Nachtgehege

Nachts müssen Kaninchen vor Raubtieren wie z.B. Füchsen, Mardern und Wölfen geschützt werden. Dafür ist ein Gehege erforderlich, welches zu allen sechs Seiten gesichert ist. Infos dazu finden sich in diesen Unterseiten:

Viele Halter wünschen sich anfangs ein naturnahes Gehege mit Wiese und vernachlässigen dabei den Buddelschutz. Bewährt hat sich hingegen ein absolut buddelsicherer, hygienischer Untergrund, dieser kann z.B. mit Pinienrinde oder anderen Materialien naturnah überdeckt werden.

Hier finden sich diverse Ideen zu mardersicheren Buddelschutz. Wir raten prinzipiell dazu, das komplette Nacht-Gehege nach unten zu sichern und Wiesenzutritt im Tagfreilauf zu gewähren. Für sehr große Gehege und andere Fälle, in denen keine Komplettsicherung möglich ist, sind jedoch auch Randsicherungen vorgeschlagen. Diese erfordern jedoch intensive Pflege, die Buddellöcher müssen 1-2x täglich kontrolliert, Tunnel verschlossen und ggf. die Randsicherung nachgebessert werden!

Um im komplett gesicherten Nacht-Gehege Buddeln zu ermöglichen, kann eine Buddelkiste oder ein Buddelbereich angelegt werden.