Krankenversicherung für Kaninchen?

Eine Tierversicherung für Kaninchen

Sinnvolle Investition oder Mogelpackung?

Zahnerkrankungen sind leider ausgeschlossen, obwohl sie beim Kaninchen keine Frage des Aussehens, sondern der Gesundheit sind, da sie nachwachsende Zähne haben.

Was bis vor einiger Zeit noch als „Zukunftswunsch“ zwischen Kaninchenhaltern diskutiert wurde, mittlerweile von einem Versicherer auch in Deutschland eingeführt worden: Kaninchen können krankenversichert werden.

Damit man als Halter jedoch abschätzen kann, ob eine Krankenversicherung für das eigene Kaninchen sinnvoll ist, sollte man sich genau erkundigen, welche Erkrankungen ausgeschlossen sind und die Hintergründe genau kennen.

Die Kaninchen-Krankenversicherung wird immer ausgefeilter… Mittlerweile gibt es schon einen Anbieter, der für einige Halter interessant sein dürfte, weil er einige Dinge, die zuvor ausgeschlossen wurden, nun eingeschlossen hat (z.B. nicht-chirurgische Gelenkserkrankungen, Kotproben …). Zudem wurden vor Kurzen einige Leistungen in ihrer Höhe aufgestockt (Vorsorge-Leistungen etc.).

Als Beispiel die Ausschlüsse der einzigen deutschen Kaninchen-Versicherung, der Petplan-Kaninchen-Krankenversicherung:

  1. Kastration/Sterilisation (auch im Krankheitsfall!)
  2. Vor Versicherungsabschluss bereits bestandene Erkrankungen (d.h. ggf. versichern bevor die Tiere krank sind)
  3. Krankheiten durch Trächtigkeit/Geburt (nur für Züchter relevant)
  4. Zahnbehandlungen (außer beim Plus-Schutz zu 50%) (das ist wirklich sehr ärgerlich)
  5. Vorsorge-Leistungen (Impfungen, Wurmkuren etc.) (im Plusschutz jedoch bis 35€/Jahr mitversichert!)
  6. Parasitenmittel, z.B. zur Behandlung von Kokzidien und Würmern und Diagnostik (Kotproben)
  7. Tierarzt-Zweitmeinungen (Überweisungen zum Fachtierarzt sind abgedeckt)
  8. Zweite Meinung bei einem anderen Tierarzt
  9. Epidemien und Pandemien (z.B. RHD(2), Myxomatose…)
  10. MRT und CT (50% Übernahme beim Plus-Schutz)

Außerdem wichtig zu wissen:

  • Selbstbeteiligung von 20%.
  • Beschränkung der Jahreshöhe auf 2.000€ (OP-Versicherung), 3.000€ (beim Basispaket) bzw. 4.000€ (beim Plus-Schutz)

Für die meisten Halter scheinen diese Angebote jedoch immer noch eher uninteressant zu sein, da die Versicherer insbesondere Zahnerkrankungen ausschließen, zu denen es häufig kommt.

Sehr positiv fällt auf, dass…:

  1. nur 30 Tage Wartezeit nach dem Versicherungsabschluss bestehen
  2. Homöopathie und Akupunktur erstattet werden, wenn von einem Tierarzt durchgeführt
  3. Bis zu 500€ Pensionskosten, wenn der Tierhalter im Krankenhaus ist, übernommen werden.

Eine Krankenversicherung kann eine sichere Versorgung im Krankheitsfall ermöglichen und die Kosten kalkulierbar machen.

Für wen ist die Versicherung sinnvoll?

Wer das Geld als Rücklage hat, und so Tierarztkosten problemlos begleichen kann, auch wenn sie mal höher sind, braucht keine Versicherung. Dann lohnt es sich wohl eher, das Geld monatlich in ein Sparschwein zu stecken. Davon können dann auch Vorbeuge-Leistungen und Zahnerkrankungen mit abgedeckt werden.
Für andere Halter bietet die Versicherung eine hohe Sicherheit, gerade wenn sie wenig Geld zur Verfügung haben. So sind die Gesundheitskosten kalkulierbar und das Tier immer gut versorgt, wenn etwas sein sollte. Sofern man die Ausschlüsse kennt und sich dieser bewusst ist, kann man damit auch entsprechend umgehen.

Bedenken Sie, dass Tierarztkosten recht schnell in den vierstelligen Bereich gehen können!

Manche Rassen haben eine Neigung zu bestimmten Krankheiten, z.B. erkranken Widder sehr häufig an einer Otitis, die ggf. mal eben einer Operation in Höhe von 1000€ bedarf. Auch für die Entfernung eines Auges (z.B. wenn ein Abszess dahinter entsteht) können spontan Tierarztkosten von vielen hundert Euro auftreten. Die intensivmedizinische, stationäre Versorgung von Kaninchen mit Magendilatation oder unklarer lebensbedrohlicher Erkrankung (z.B. mit Nahrungsverweigerung oder Atemnot einhergehend) kann ggf. in die Tausende gehen. Sind Sie in der Lage, solche Kosten spontan zu stemmen? Ansonsten ist eine Versicherung anzuraten!

Wer wartet, bis das Tier (chronisch) erkrankt ist, bekommt leider bei den momentanen Angeboten keinen Versicherungsschutz mehr oder die Erkrankung wird komplett ausgeschlossen!

Fragen, Infos und Austausch zu den Erfahrungen mit der Krankenversicherung von Kaninchen: Facebook-Gruppe für die Krankenversicherung von Kaninchen

Erfahrungsbericht von Astrid

„Kaninchen sind einfache Tiere.“ „Kaninchen sind kostengünstig“ – haben sie gesagt. Tatsächlich ist es alles andere als das. Kaninchen sind die anspruchsvollsten Haustiere die ich je hatte. Und die teuersten. Nachdem mein meine liebe Flocke extreme Zahnprobleme hatte, die mich sehr viel Geld gekostet haben, und letztendlich leider an den Folgen von Fliegenmadenbefall starb, suchten wir für den hinterbliebenen Partner eine neue Freundin. Sternchen sollte es werden. Gesund, geimpft, kastriert. Ich war sehr glücklich darüber. Bis im Dezember 2018 ein Mamatumor zum Vorschein kam, sowie heftige Atemgeräusche. Im Januar 2019 blieb Sternchen 13 Tage stationär in der Tiermedizinischen Hochschule Hannover. Röntgen, Blutbild, CT, Endoskopie, Herzultraschall. Ich veranlasste alles, was Sternchen noch helfen konnte. Leider stieß ich hier auch an meine finanziellen Grenzen und ich war über die Ratenzahlung sehr froh. Vier Monate später verstarb leider auch Sternchen an den Folgen – der Luftröhrentumor ist trotz Therapie so extrem gewachsen, dass sie kaum noch Luft bekam. Wir mussten sie leider gehen lassen. Nach Flocke und Sternchen wollte ich erst einmal keine Tiere mehr, denn es hat mich jedesmal sehr viel Geld gekostet. Geld, was ich gerne ausgab, denn schließlich wollte ich helfen. Schließlich habe ich die Verantwortung. Nun stand mein Aus- und Umzug an und ich war mir immernoch sicher, keine Kaninchen mehr haben zu wollen. „Wir haben schon gewettet, ob Du Dir wieder Kaninchen holst“ „Mit Deinem Wissen keine Kaninchen mehr zu halten wäre sehr schade.“ – Sätze die mir durch den Kopf gingen. Eines Tages bekam ich die Anfrage, ob ich Tiere aus einer Dissertationsarbeit aufnehmen würde oder jemanden kenne. Ich lies mir Bilder schicken und von da an war es erneut um mich geschehen. Ich wollte unbedingt zwei der geschundenen Seelen ein neues liebevolles Zuhause geben. So gab ich meine Zusage und fuhr sie einige Tage später besuchen um sie persönlich kennenzulernen. Wunderhübsche Tiere. Maja und Willi sollten sie heißen. Aufgrund der Erfahrungen im Bereich der Zahnproblematik, aber auch mit Otitis-Geschichten bei Widderkaninchen entschied ich mich dazu, eine Krankenversicherung für die beiden abzuschließen. Ich lies mich telefonisch beraten und entschied mich dann eindeutig dazu, die beiden zu versichern. So bin ich im ernstfall vor einer Finanziellen Notlage abgesichert und weiß, dass ich nicht komplett die Kosten für z. B. Eine Otitis-OP tragen muss (Anmerkung: Widderkaninchen sind dafür sehr anfällig). Da beide Tiere gesund sind, ist eine derartige Versicherung kein Problem. Es werden zudem Teile für Impfung und Vorsorge übernommen – das ist meines Erachtens nach auch sehr gut. Ich kann jedem Kaninchenhalter, dessen Tiere gesund sind, raten, eine derartige Versicherung abzuschließen. Kaninchen können heute Kerngesund und morgen sehr krank sein. Das hat mir die Erfahrung leider gezeigt.

Was kostet eine Kaninchenkrankenversicherung?

Ein junges Kaninchen, das mit dem Basis-Paket von Petplan versichert wird, kostet beispielsweise 11,90€, d.h. für zwei Kaninchen gute 20€ im Monat. Ab dem dritten Kaninchen bekommt man Rabatt. Je nach Alter, kann der Betrag höher ausfallen. Wer eine reine OP-Versicherung möchte, kann ab 7,94 €/Monat den OP-Kostenschutz wählen. Petplan ist bisher der einzige deutsche Versicherungsanbieter, der eine Krankenversicherung für Kaninchen anbietet: zur Petplan-Kaninchenkrankenversicherung
Man kann dabei zwischen drei verschiedenen Tarifen mit unterschiedlichen Leistungen wählen. Eine Übersicht davon: Leistungen

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