Krankenversicherung für Kaninchen?

Eine Tierversicherung für Kaninchen

Sinnvolle Investition oder Mogelpackung?

Zahnerkrankungen sind bei einem der Anbieter mit versichert, beim anderen leider ausgeschlossen bzw. nur zu 50% versichert (Plus-Schutz), obwohl sie beim Kaninchen keine Frage des Aussehens, sondern der Gesundheit sind, da sie nachwachsende Zähne haben.

Was bis vor einiger Zeit noch als „Zukunftswunsch“ zwischen Kaninchenhaltern diskutiert wurde, ist mittlerweile vom Verischerer Petplan auch in Deutschland eingeführt worden: Kaninchen können krankenversichert werden. Ein zweiter Versicherer hat sich nun auch an die Kaninchen getraut.

Damit man als Halter jedoch abschätzen kann, ob eine Krankenversicherung für das eigene Kaninchen sinnvoll ist, und wenn ja welche, sollte man sich genau erkundigen, welche Erkrankungen ausgeschlossen sind und die Hintergründe genau kennen.

Die Kaninchen-Krankenversicherung wird immer ausgefeilter… Mittlerweile gibt es schon zwei Anbieter, die Kaninchenversicherungen anbieten.

Als Beispiel die Ausschlüsse der
Petplan-Krankenversicherung:

  1. Kastration/Sterilisation (auch im Krankheitsfall!)
  2. Vor Versicherungsabschluss bereits bestandene Erkrankungen und deren Folgeerkrankungen (d.h. ggf. versichern bevor die Tiere krank sind) sowie angeborene Erkrankungen.
  3. Krankheiten durch Trächtigkeit/Geburt (nur für Züchter relevant)
  4. Zahnbehandlungen (außer beim Plus-Schutz zu 50% gedeckt)
  5. Vorsorge-Leistungen (Impfungen, Wurmkuren etc.)
  6. Parasitenmittel, z.B. zur Behandlung von Kokzidien und Würmern und Diagnostik (Kotproben)
  7. Als Pflegemittel zugelassene Medikamente
  8. Tierarzt-Zweitmeinungen (Überweisungen zum Fachtierarzt sind abgedeckt)
  9. Zweite Meinung bei einem anderen Tierarzt
  10. Epidemien und Pandemien (z.B. RHD(2), Myxomatose…)
  11. MRT und CT (50% Übernahme beim Plus-Schutz)

Außerdem wichtig zu wissen:

  • Selbstbeteiligung von 20%.
  • Beschränkung der Jahreshöhe auf 2.000€ (OP-Versicherung), 3.000€ (beim Basispaket) bzw. 4.000€ (beim Plus-Schutz)
  • Jährliche Anpassung der Beitragshöhe nach Alter/Risikogruppe.
  • Kaninchen müssen (im Gegensatz zu Hund/Katze) nicht zwingend gechipt werden.

Für die meisten Halter scheinen diese Angebote jedoch immer noch eher uninteressant zu sein, da der Versicherer insbesondere Zahnerkrankungen ausschließt bzw. im Plus-Schutz zu 50% abdeckt. Hier kann sich ein Blick auf die Leistungen des anderen Anbieters lohnen, der Zahnerkrankungen mitversichert.

Eine Krankenversicherung kann eine sichere Versorgung im Krankheitsfall ermöglichen und die Kosten kalkulierbar machen.

Für wen ist die Versicherung sinnvoll?

Wer das Geld als Rücklage hat, und so Tierarztkosten problemlos begleichen kann, auch wenn sie mal höher sind, braucht nicht unbedingt eine Versicherung. Dann kann es eine Alternative sein, das Geld monatlich in ein Sparschwein zu stecken oder auf ein separates Konto zu überweisen.
Für andere Halter bietet die Versicherung eine hohe Sicherheit, gerade wenn sie wenig Geld zur Verfügung haben. So sind die Gesundheitskosten kalkulierbar und das Tier immer gut versorgt, wenn etwas sein sollte. Sofern man die Ausschlüsse kennt und sich dieser bewusst ist, kann man damit auch entsprechend umgehen.

Bedenken Sie, dass Tierarztkosten recht schnell in den vierstelligen Bereich gehen können!

Manche Rassen haben eine Neigung zu bestimmten Krankheiten, z.B. erkranken Widder sehr häufig an einer Otitis, die ggf. mal eben einer Operation in Höhe von 1000€ je Ohr bedarf. Auch für die Entfernung eines Auges (z.B. wenn ein Abszess dahinter entsteht) können spontan Tierarztkosten von vielen hundert Euro auftreten. Die intensivmedizinische, stationäre Versorgung von Kaninchen mit Magendilatation oder unklarer lebensbedrohlicher Erkrankung (z.B. mit Nahrungsverweigerung oder Atemnot einhergehend) kann ggf. in die Tausende gehen. Sind Sie in der Lage, solche Kosten spontan zu stemmen? Ansonsten ist eine Versicherung anzuraten!

Wer wartet, bis das Tier (chronisch) erkrankt ist, bekommt leider bei den momentanen Angeboten keinen Versicherungsschutz mehr oder die Erkrankung wird komplett ausgeschlossen!

Fragen, Erfahrungen oder Unklarheiten?

Fragen, Infos und Austausch zu den Erfahrungen mit der Krankenversicherung von Kaninchen: Facebook-Gruppe für die Krankenversicherung von Kaninchen

Was kostet eine Kaninchenkrankenversicherung?

Ein junges Kaninchen, das mit dem Basis-Paket von Petplan versichert wird, kostet beispielsweise um die 13€, d.h. für zwei Kaninchen gute 25€ im Monat. Ab dem dritten Kaninchen bekommt man Rabatt. Je nach Alter und Risikogruppe, kann der Betrag höher ausfallen. Wer eine reine OP-Versicherung möchte, kann ab knapp 8€/Monat den OP-Kostenschutz wählen. Beachten Sie, dass sich in vielen Fällen der Plus-Schutz lohnt, denn dieser ist kaum teurer als der Basis-Tarif und deckt auch Zahnbehandlungen zu 50% ab.

Welche Krankenversicherungen gibt es für Kaninchen?

Petplan ist der erste deutsche Versicherungsanbieter gewesen, der eine Krankenversicherung für Kaninchen anbot, allerdings vertreiben ein paar Portale die Petplan-Versicherung unter ihrem eigenen Namen (z.B. tierversicherung.biz):
zur Kaninchen-Petplankrankenversicherung

Man kann dabei zwischen drei verschiedenen Tarifen mit unterschiedlichen Leistungen wählen. Eine Übersicht davon: Leistungen

Mittlerweile gibt es einen zweiten Versicherer, die TIERdirekt, sie deckt mehr Leistungen ab und ist dafür etwas teurer. Zur Versicherung

Übersicht der unterschiedlichen Tarife als Entscheidungshilfe

Bitte lest noch einmal zusätzlich die Versicherungsbedingungen, da die Tarife ständig angepasst werden.

Besonders beliebt ist unserer Erfahrung nach die Petplan-Krankenversicherung im Plus-Tarif.

Erfahrungsbericht von Astrid

„Kaninchen sind einfache Tiere.“ „Kaninchen sind kostengünstig“ – haben sie gesagt. Tatsächlich ist es alles andere als das. Kaninchen sind die anspruchsvollsten Haustiere die ich je hatte. Und die teuersten. Nachdem mein meine liebe Flocke extreme Zahnprobleme hatte, die mich sehr viel Geld gekostet haben, und letztendlich leider an den Folgen von Fliegenmadenbefall starb, suchten wir für den hinterbliebenen Partner eine neue Freundin. Sternchen sollte es werden. Gesund, geimpft, kastriert. Ich war sehr glücklich darüber. Bis im Dezember 2018 ein Mamatumor zum Vorschein kam, sowie heftige Atemgeräusche. Im Januar 2019 blieb Sternchen 13 Tage stationär in der Tiermedizinischen Hochschule Hannover. Röntgen, Blutbild, CT, Endoskopie, Herzultraschall. Ich veranlasste alles, was Sternchen noch helfen konnte. Leider stieß ich hier auch an meine finanziellen Grenzen und ich war über die Ratenzahlung sehr froh. Vier Monate später verstarb leider auch Sternchen an den Folgen – der Luftröhrentumor ist trotz Therapie so extrem gewachsen, dass sie kaum noch Luft bekam. Wir mussten sie leider gehen lassen. Nach Flocke und Sternchen wollte ich erst einmal keine Tiere mehr, denn es hat mich jedesmal sehr viel Geld gekostet. Geld, was ich gerne ausgab, denn schließlich wollte ich helfen. Schließlich habe ich die Verantwortung. Nun stand mein Aus- und Umzug an und ich war mir immernoch sicher, keine Kaninchen mehr haben zu wollen. „Wir haben schon gewettet, ob Du Dir wieder Kaninchen holst“ „Mit Deinem Wissen keine Kaninchen mehr zu halten wäre sehr schade.“ – Sätze die mir durch den Kopf gingen. Eines Tages bekam ich die Anfrage, ob ich Tiere aus einer Dissertationsarbeit aufnehmen würde oder jemanden kenne. Ich lies mir Bilder schicken und von da an war es erneut um mich geschehen. Ich wollte unbedingt zwei der geschundenen Seelen ein neues liebevolles Zuhause geben. So gab ich meine Zusage und fuhr sie einige Tage später besuchen um sie persönlich kennenzulernen. Wunderhübsche Tiere. Maja und Willi sollten sie heißen. Aufgrund der Erfahrungen im Bereich der Zahnproblematik, aber auch mit Otitis-Geschichten bei Widderkaninchen entschied ich mich dazu, eine Krankenversicherung für die beiden abzuschließen. Ich lies mich telefonisch beraten und entschied mich dann eindeutig dazu, die beiden zu versichern. So bin ich im ernstfall vor einer Finanziellen Notlage abgesichert und weiß, dass ich nicht komplett die Kosten für z. B. Eine Otitis-OP tragen muss (Anmerkung: Widderkaninchen sind dafür sehr anfällig). Da beide Tiere gesund sind, ist eine derartige Versicherung kein Problem. Es werden zudem Teile für Impfung und Vorsorge übernommen – das ist meines Erachtens nach auch sehr gut. Ich kann jedem Kaninchenhalter, dessen Tiere gesund sind, raten, eine derartige Versicherung abzuschließen. Kaninchen können heute Kerngesund und morgen sehr krank sein. Das hat mir die Erfahrung leider gezeigt.

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